![]() | ![]() | ![]() | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Will Dean schaute sich in der Zentrale des kleinen Schiffes um. Sie waren allein in diesem Schiff, aber das bedeutete nicht, daß sie gefahrlos reisen konnten. Gerade hatten sie den Imperator der Arkoniden aus dem Schiff geworfen und entfernten sich nun schneller werdend von der Welt, auf der der Arkonide abgesetzt wurde, da schlugen die Orter an. Ein großes Schiff materialisierte nicht weit von ihnen. Der Somer Sam beugte sich gerade über die Funkanlage und hantierte hektisch mit den Kontrollen. Nachdem sie im Besitz der Koordinaten der Hauptwelt der MORDRED waren, wollten sie einen Funkspruch nach Camelot absenden, um den Erfolg nach Hause zu melden. Sam wollte gerade den Text eingeben, als die Orter dringenden Alarm gaben. Ein riesiges Objekt materialisierte in der Nähe. »Die TOBRUK«, brüllte Dean. Sam wandte sich sofort von der Funkkontrolle ab und ließ sich in den Sessel des Bordschützen fallen. Doch dann hielt er inne. Ein kleines Schiff wie ihres war wohl kaum eine Bedrohung für ein 1500 Meter Schiff, wie es die TOBRUK darstellte. Er wollte sich gerade erheben, als ein Treffer das Schiff erschütterte. Der Somer hatte Glück, denn die Wucht schleuderte ihn wieder in den Sessel. Krampfhaft hielt er sich fest, bis Dean das Schiff abgefangen hatte. Seine Hände tasteten nach den Gurten. Er schaffte es, sie einrasten zu lassen, da wurde das Schiff erneut getroffen. Glücklicherweise lag dieser zweite Treffer nicht ganz so nahe am Schiff, sonst wäre ihre Flucht hier zu Ende gewesen. Dean hatte Schweißperlen auf der Stirn, als er das Schiff in einen schnellen Zickzackflug zwang. Er bediente selber die Steuerung, obwohl die Syntronik das Schiff sicher reaktionsschneller gesteuert hätte. Aber die Bewegungen eines Menschen waren nicht vorauszuberechnen, und so hantierte er an den Knöpfen der Steuerung, wie es der Situation angemessen war: als hinge sein Leben davon ab. »Syntron«, stöhnte er. »Greif sofort ein, wenn die Schüsse wieder näherkommen.« »Verstanden«, signalisierte die Recheneinheit ihre Zustimmung kurz und knapp. Schneller und schneller wurde das Schiff, allerdings nicht so schnell, wie sich die Besatzung dies gewünscht hätte, denn die Ausweichbewegungen verhinderten ein schnelleres Beschleunigen. Dean entschloß sich zu einem lebensgefährlichen Manöver. Er wendete den Raumer und hielt genau auf den Gegner zu. Immer näher kamen sie dem riesigen Gebilde aus Stahl und damit auch den Kanonen. Aber der Winkel wurde für die Geschütze der TOBRUK immer ungünstiger. »Die wollen uns lebend«, stöhnte der Somer. »Sonst hätten sie schon längst die Transformkanonen eingesetzt.« Dean sagte nichts darauf. Die Masse des Schiffs machte ihm immer mehr zu schaffen, je näher sie dem Raumer kamen. Er nützte diesen Umstand aus, indem er das Schiff in eine enge Kurve zwang. Für einen Moment kamen die Aufbauten der TOBRUK dem Schiff immer näher, dann hatte er einige der Antennen umflogen und nutzte nun die Beschleunigung, die ihm der kreisförmige Vektor verlieh, noch zusätzlich. Er hieb auf den Schalter für den Projektor des Pseudo-Black-Hole. Der Antrieb reagierte ohne Verzögerung, trotzdem erschienen es dem Piloten Minuten zu dauern, bis sich eine neue Masse vor dem Schiff bildete. Zehn Meter von der Hülle der TOBRUK entfernt wurde das Schiff unter den Ereignishorizont gerissen. Ein letzter Treffer schlug in die Schilde, die mittlerweile eine Belastung von 109 Prozent anzeigten, dann verschwand das normale Kontinuum für einen Augenblick von den Schirmen. Schließlich übernahmen die Orter und lieferten ein Bild aus dem Standarduniversum, das allerdings den Gegner nicht mehr anzeigte. Der Schild existierte nicht mehr, wie Dean feststellte. Schnell checkte er den Grigoroff, konnte aber keine Unregelmäßigkeiten erkennen. Das Schiff befand sich immer noch innerhalb der Blase, die der Projektor erzeugte. Keine Gefahr mehr, wie er feststellte. Er seufzte vernehmlich und ließ sich in seinen Sitz zurücksinken. »Syntron, einen Kurs berechnen. Wir kehren für einen Moment in den Normalraum zurück, orientieren uns, dann verschwinden wir von hier. Kurs: Der nächste erreichbare Planet.« Langsam erhob er sich und wandte sich zu Sam um. Der Somer hing im Sessel und regte sich nicht mehr. Für einen Moment dachte der Terraner, sein Kampfgefährte wäre tot, aber dann erkannte er an einem Zittern des Gefieders, daß der Freund wohl nur bewußtlos war. Erschrocken erkannte er Blut auf dem Gefieder des Somers. Er stürzte zu dem Sessel, aber die Verletzungen waren wohl nicht allzu schlimm, denn der Freund regte sich bereits wieder. »Was ist passiert?« fragte Sam, als er die Augen aufgeschlagen hatte. »Wir haben es gerade noch geschafft«, beruhigte ihn der Terraner. Dann griff er nach einem medizinischen Scanner, der die Wunden des Wesens behandelte. Außer einer leichten Blutung war allerdings nichts zu tun. »Glück gehabt«, meinte der Terraner, dann sah er die Bescherung. Das Funkgerät rauchte, das konnte einfach nichts Gutes bedeuten. »Kein Funk mehr«, seufzte Will Dean. Dann machte er sich daran, die Schäden des Schiffes zu untersuchen. Schnell fand er heraus, was der letzte Treffer angerichtet hatte. »Wir haben ein Problem«, meinte er. »Das Triebwerk arbeitet nicht mehr richtig. Mehr als 30 Lichtjahre pro Manöver schaffen wir nicht mehr. Außerdem sind die Antennen auf der Hülle geschmolzen, als uns der Treffer erwischte. Syntron, wohin kommen wir mit dem Schiff noch?« In diesem Moment wurde das Schiff langsamer, sie fielen zurück in den Normalraum. »Wir haben die dreißig Lichtjahre hinter uns«, erklärte der Syntron. Dann legte er eine kurze Pause ein, was ungewöhnlich war, weil ein Syntron normalerweise überlichtschnell arbeitete. Ein Knacken deutete an, daß der Fehler allerdings eher in einem der Lautsprecher lag. Dann hatte der Syntron einen anderen Lautsprecher aktiviert. »Holiday, das ist die nächste Welt, die wir erreichen können. Eine Urlaubswelt, die in nur 127 Lichtjahren Entfernung liegt.« »Kurs setzen«, befahl der Terraner. Dann ließ er sich wieder in seinen Pilotensessel sinken. Das Schiff beschleunigte ohne sein zutun, der Grigoroff begann wieder zu arbeiten. Dean lauschte besorgt, aber natürlich konnte er nichts hören, was auf Probleme hingedeutet hätte. Hoffentlich schafften sie es noch.
Was heißt das, er ist entkommen?« Der General baute sich drohend vor seinem Untergebenen auf, der ihm nicht in die Augen zu schauen wagte. »Das Schiff hat einige ungewöhnliche Manöver gemacht, unsere Masse zur Beschleunigung genutzt und den Metagravantrieb gestartet.« Die Stimme war kaum zu verstehen. »Ist es beschädigt?« Natürlich war das Unsinn, aber dem Mann kam es vor, als würde Eis in der Stimme des Generals klirren. »Wir wissen es nicht. Wir haben noch einen Treffer gelandet, aber dann war das Schiff weg. Wir haben es allerdings noch in der Überlichtortung. Wir folgen dem Schiff und werden es sicher wieder erreichen.« Wenn der Mann gedacht hatte, damit den General zu besänftigen, dann sah er sich getäuscht. »Wie lange sind Sie schon unter meinem Kommando?« »Zwei Jahre, General.« Der Sprecher schien im Boden versinken zu wollen. »Glauben Sie, daß Sie sonderlich erfolgreich waren?« »Nein, Herr.« Die Gestalt schrumpfte noch mehr zusammen. Er wußte, was jetzt kommen würde. »Was machen wir hier mit Versagern?« »Wir entlasten sie von der MORDRED, Sir.« Die Stimme war kaum noch zu verstehen, also fragte der General nach. Der Sprecher wiederholte den Satz lauter. »Dann vollstrecke das Urteil.« Der Sprecher blickte nun doch auf und begegnete dem stahlharten Blick des Generals. Kein Erbarmen war darin zu erkennen. Kein Zweifel, der General erwartete, daß er das Todesurteil an sich selbst vollstreckte. »Jawohl, Sir.« Die Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber deutlich zu verstehen war die Geste, mit der der Mann seine Waffe zog. Ohne zu zögern setzte er sie an die Stirn und drückte ab. Der Energiestrahl verbrannte den Kopf des Mannes. Ungerührt verfolgte der General jede Bewegung des Mannes. Nicht einen Moment lang schien er zu fürchten, daß der Untergebene es sich anders überlegen und auf seinen Herrn schießen könnte, aber wer genau hinsah, erkannte den kleinen Nadler in der Hand des Generals. Der Mann war schon tot, er hätte keine Chance gehabt, seinen kommandierenden Offizier in Gefahr zu bringen. Der Körper schlug auf den Boden und ab diesem Moment war er uninteressant für den General geworden. Langsam drehte er sich wieder dem Bildschirm zu, auf dem ein Punkt das Schiff der Fliehenden anzeigte. In diesem Moment erlosch der Punkt. Das Schiff verließ den Überraum, und der General beobachtete die schnelle Reaktion seiner Besatzung, als sie dem Schiff folgte. Nichts war zu sehen und als die Besatzung das Schiff endlich ortete, verschwand es bereits wieder im Überraum. Endlich wandte sich der General an einen Roboter. »Schaff' ihn hier raus«, befahl er akzentuiert und beobachtete noch einen Moment lang den Roboter, der sich den Körper des Mannes auf die Schultern lud. Wieder endete die Karriere eines Mannes unter seinem Kommando in einem Konverter. General Eyke wandte sich dem erhöht stehenden Sessel zu, der sein Kommandositz war. Mit knappen, energischen Bewegungen stieg er die zwei Stufen hoch und ließ sich auf den Sitz niedersinken. »Keine Fehler mehr«, äußerte er. Dann lehnte er sich zurück. In dieser Stellung verharrte er.
Der Ertruser strich sich langsam über seinen Sichelkamm, während er seine Tochter im Auge behielt. Das Mädchen rannte über den Strand und stürzte sich in das Wasser, als gäbe es keine Gefahren auf dieser Welt. Auf Holiday gab es sie auch nicht. Alle Brennpunkte der Galaxis waren weit entfernt. Wer sich hierher begab, tat es, um sich zu erholen. Der schwere Mann setzte sich in einen Liegestuhl, der den Ausmaßen eines Ertrusers gewachsen war und beobachtete das Mädchen noch einen Moment lang. Hier gab es nichts, was ihr schaden konnte. Und genau deshalb wollte er ein Nickerchen einlegen. Ein schlanker Mann näherte sich seinem Liegestuhl, den der Ertruser aber nicht beachtete. Erst als der Mann die Sonne verdeckte und ein Schatten auf den Riesen fiel, öffnete Tek die Augen und blinzelte für einen Augenblick, weil das helle Licht ihn blendete. Er wollte sich gerade beschweren, als der Mann mit dem großen Zeh im Sand hängenblieb. Er hob fast ab und landete mit seiner Nase direkt vor den Zehen des Ertrusers im Sand. Tek Cyrus schloß den Mund wieder und saß für einen Moment bewegungslos. Dann brach er in lautes Gelächter aus. Der Umweltangepaßte streckte eine Hand nach dem dürren Burschen aus und ergriff ihn hinten im Hosenbund. Mit einem energischen Griff half er dem Burschen auf die Beine. Immer noch lachend schob er den Mann ein Stück zu Seite. »Das kommt davon, wenn man einem Ertruser in der Sonne steht.« Der Mann schaute verstört, dann setzte er ein verlegenes Lächeln auf. »Verzeihung«, stotterte er. »Aber könntest du jetzt vielleicht meine Hose wieder loslassen?« Verblüfft blickte der Ertruser auf seine Hand, die immer noch das Kleidungsstück des Mannes hielt. Dann lachte der Ertruser erneut. Er hatte nicht bedacht, daß seine Kräfte viel zu stark für den dünnen Stoff sein würden, und nun hielt er die Beinkleider des Mannes in der Hand. Er warf dem verstörten Urlauber die Überreste seiner Hose zu, der sie auffing und dabei erneut zu Boden ging. Schnell erhob sich der Unglücksrabe, bevor Tek wieder Hilfestellung leisten konnte, und rannte über den Strand, um sich eine neue Hose zu holen. Das Gelächter der Menschen am Strand verfolgte ihn noch einige Minuten lang. Nicht, daß ein nackter Mann allzu großes Aufsehen erregt hätte. Ein solcher Anblick war auf einer Urlaubswelt an einem Badestrand durchaus nichts besonders ungewöhnliches. Aber es kam schon selten vor, daß jemand von einem Ertruser entblättert wurde. An Schlaf war nun nicht mehr zu denken und so erhob sich Cyrus und gesellte sich zu seiner Tochter, die im Wasser neue Bekanntschaften geschlossen zu haben schien. Nach einiger Zeit hatte er allerdings genug von der Planscherei mit seiner Tochter. Kurzerhand lud er sich das Mädchen auf die Schulter und stapfte aus dem Wasser. »Nur noch ein bißchen«, bettelte das Mädchen. »Was meinst du zu einem großen Eisbecher?« »Au ja! Einen Ertruser-Split, oder vielleicht einen Becher mit Ertrusbeeren und Eis, oder...« »Nun komm erst einmal mit«, meinte der große Mann gutmütig. Mit einer sanften Handbewegung, die keiner dem Giganten zugetraut hätte, strich er dem Mädchen liebkosend über die Haare. Die Bewegung hätte einen Normalsterblichen wohl getötet. »Dann sehen wir weiter.« Mit geschickten Griffen raffte Tek die Handtücher zusammen und versenkte sie in seiner Tasche. Dann stapfte er über den Sand zu den Gleiter-Parkplätzen. Er schob seine Tochter auf den Beifahrersitz, die Tasche warf er auf die Rückbank und stieg dann einfach über die Tür des oben offenen Gefährts. Der Gleiter startete, am Strand blieben viele Menschen zurück, die sich noch immer über den Vorfall mit dem nackten Mann unterhielten. Alles war in Ordnung im Paradies.
Lichter blinkten, irgendwo konnte Will ein Gerät enervierend piepsen hören und der Syntron maulte auch hin und wieder dazwischen. Es war schwer nachzuvollziehen, aber irgendwie fühlte sich der TLD-Agent in seinem Element. Für solche Dinge war er ausgebildet worden, endlich hatte er einmal Gelegenheit, sein Wissen in die Tat umzusetzen. Mit Genugtuung beobachtete er die Anzeigen, die ihm zwar bedenklich erschienen, aber immerhin flog die Space-Jet noch. Allerdings in diesem Moment nicht mehr mit Überlichtgeschwindigkeit, denn als der Terraner über seine Situation nachdachte, waren wieder einmal dreißig Lichtjahre zurückgelegt. Nein, diesmal waren es sogar nur noch 28 Einheiten á fast 9,7 Billionen Kilometer. »Syntron, ist das normal?« Will wandte sich an seinen Helfer, auf seine überlichtschnellen Rechenprozesse vertrauend. Die Reaktion kam auch nur Sekunden später. »Es ist nicht besorgniserregend. Das Triebwerk schwankt in seinen Leistungen, aber im Durchschnitt werden wir wohl die dreißig Lichtjahre pro Überlichtflug schaffen.« »OK. Wo ist der Gegner?« »Die TOBRUK materialisierte vor einer halben Minute vierzig Lichtstunden vor uns. Es wäre an der Zeit, die neue Etappe einzuleiten.« Sam drehte sich nur kurz um, als er das sagte, dann schaute er wieder konzentriert auf die Ortungen. »Syntron, ist der neue Kurs schon berechnet?« »Noch 48 Sekunden«, äußerte die Maschine. »Beschleunigen«, befahl der Terraner. »Grigoroff bereithalten und sofort aktivieren, wenn die Daten vorliegen. Sam, wie lange noch?« »Etwa vier Minuten, dann haben sie uns wieder am Haken.« »Am Haken?« Will grinste, aber ließ sich nur kurz ablenken. Der Somer wurde immer menschlicher, zeitweise redete er schon nicht mehr, als käme er von einer anderen Welt. Aber es machte Spaß, mit diesem Wesen durch die Galaxis zu reisen, auch wenn sie seit einiger Zeit eigentlich nur noch in Gefahr schwebten. Bisher hatten sie alles gut überstanden. Allerdings war dies auch nur der Tatsache zu verdanken, daß sie beide wie ein Team zusammenwirkten, das schon seit Jahren eine Einheit war. Die Jet hatte die nötige Geschwindigkeit für ein Eintauchen in den Überraum erreicht, allerdings fehlte die Klarmeldung vom Syntron noch. Wenige Sekunden noch, dann würden sie den Verfolgern wieder ein Schnippchen geschlagen haben. Wie lange würde das noch gutgehen? Die TOBRUK tauchte erstmals auf dem großen Frontschirm auf. Das Schiff wirkte immer noch bedrohlich, aber das Bewußtsein, in einem kleinen Schiff zu sitzen, mochte da seinen Teil beitragen. Dean beobachtete konzentriert die Anzeigen, die immer noch wild durcheinanderblinkten. Wie man da die Übersicht behalten konnte, mußte jedem Menschen eigentlich ein ewiges Rätsel bleiben. Jedenfalls schaffte der Terraner es, immer im richtigen Moment auf den richtigen Knopf zu drücken, und meistens funktionierte der auch. »Übergang«, meldete der Syntron. Nur wenige Augenblicke später rauchte die Jet in den Halbraum ein, die Orter übernahmen wieder die Verbindung zur Außenwelt. Die TOBRUK blieb hinter dem Schiff zurück, aber es war sicher nur eine Frage der Zeit, wann sie wieder die Verfolgung aufnehmen würde.
Wird das langsam mal was?« Einige der Menschen in der Zentrale der TOBRUK senkten den Blick, als sie die Stimme des Generals hörten. Aber die meisten reagierten gar nicht, denn sie kannten den Mann. Wenn man reagierte, lief man Gefahr, daß auch der General reagierte. Keiner wollte dieses Risiko eingehen, daher senkten selbst die Ängstlichsten ihre Blicke nur für einen Augenblick. Niemand antwortete auf die Frage des Generals, aber das war schon in Ordnung. Er hatte keine Antwort erwartet, seine Frage war mehr rhetorischer Art gewesen. Die Finger des Mannes trommelten unentwegt auf die Lehne seines Kommandosessels. Oberst Hans Willoch preßte die Lippen fest aufeinander. Der Stellvertretende Kommandant des Schiffes konnte die Ungeduld des Generals noch mit am ehesten nachvollziehen. Es konnte eigentlich nicht sein, daß dieses kleine Schiff ihnen solche Probleme bereitete. Schon daß die beiden Männer überhaupt entkommen waren, war eigentlich ungeheuerlich. Anscheinend waren sie für das Verschwinden von Imperator Bostich verantwortlich, der nicht zur geplanten Konferenz mit dem Anführer der MORDRED, Nummer Eins, erschien. Die Ortungsergebnisse zeigten allerdings, daß Bostich nicht an Bord der Space-Jet weilte. Wo er war, wußte keiner genau. Auch Leutnant Nelder, ein persönlicher Freund und Adjutant Eykes, musterte Nummer Drei. Er schien ebenso besorgt über diese Situation zu sein wie die anderen. Er dachte an einen weiteren Faktor, Cauthon Despair. Er war weitaus unbarmherziger mit Versagern als Eyke. Was wenn Nummer Drei irgendwann in Ungnade fiel? Die Gedanken kamen wieder auf den Imperator der Arkoniden zurück. Vielleicht sollte man ihn suchen? Andererseits war es auch nicht möglich gewesen, sich um den Imperator zu kümmern. Hätten sie das getan, wäre die Jet sicher entkommen. Dann hätten sie jetzt ein noch größeres Problem, als die geplatzten Verhandlungen, denn die beiden feindlichen Agenten waren im Besitz der Koordinaten von Dermos, der Hauptwelt der MORDRED. Es lag nicht im Interesse der Organisation, daß diese Daten nach Camelot gelangten. Das war definitiv wichtiger als dieser Imperator. Sollten sich doch die Arkoniden selber mit diesem Problem beschäftigen. Der Oberst zuckte zusammen, als Eyke sich abrupt erhob. Der General machte auf dem Absatz kehrt, dann wandte er sich der Tür zu seinem Bereitschaftsraum zu. »Oberst, übernehmen. Ich möchte über alles informiert werden, was geschieht...« »Jawohl, General.« Der Oberst nahm Haltung an bis der Kommandant in seinem Bereitschaftsraum verschwunden war, dann ließ er sich mit einem erleichterten Seufzer in den Sessel des Kommandanten sinken. Für den Moment hatten sie ihre Ruhe, aber dieser Moment konnte von kurzer Dauer sein. Es war angeraten, sich diese Augenblicke der geistigen Entspannung zu gönnen. Allerdings war dem Oberst durchaus klar, was der General mit seiner letzten Bemerkung gemeint hatte. Er wollte eigentlich nur eine Meldung hören, nämlich daß die beiden Agenten endlich gestellt und vernichtet, besser allerdings gefangen gesetzt waren. Entspannung war also nur bedingt möglich. Auf jeden Fall war es wichtig, den General nicht noch mehr zu reizen.
Port Arthur lag in tiefe Dunkelheit gehüllt. Wieder einmal stand der Unsterbliche Homer G. Adams an seinem Panoramafenster, wieder einmal mußte er sich eine Nacht um die Ohren schlagen. Vor gerade zehn Minuten hatte er noch friedlich geschlafen, als ihn der Syntron sanft geweckt hatte. »Eine Hyperfunknachricht«, meldete die freundliche Stimme, die Homer G. Adams sofort hellwach werden ließ. Was mochte diesmal passiert sein, fragte er sich, wieder ein Angriff auf eines der Büros? Er hatte noch sehr gut die niedergeschlagene Besatzung der TAKVORIAN in Erinnerung, die vor einiger Zeit als erste das Massaker auf Sverigor entdeckten. Cascal sah immer noch bedrückt aus, wenn er den Terraner sah. Allerdings sprach er nicht viel über seine Erlebnisse, Adams hatte aus den Berichten erfahren, daß es ein grausamer Anblick war, der den Planeten bot. Dennoch gab es einen Grund zur neuen Hoffnung. Gucky, Icho Tolot, Julian Tifflor und Mike Rhodan waren aus der Galaxis Puydor zurückgekehrt. Dort mußten sie sich gegen die Entität Jii'Nevever durchsetzen. Michael schien den Einsatz nicht so gut überstanden zu haben wie seine Freunde. Schnell wurde der Zellaktivatorträger nach Mimas in Behandlung gegeben. Tolot und Gucky waren die meiste Zeit im Solsystem bei ihren Freund, während Tifflor bereits nach Camelot zurückgekehrt war und die Nachrichten überbrachte, die Adams kaum glauben konnte – Die SOL war im Solsystem erschienen! Perry Rhodan und Reginald Bull waren an Bord. Doch die Freude war kurz. Zuerst spielte SENECA verrückt. Nach einiger Zeit konnte man allerdings das Bordgehirn wieder reparieren und einen weiteren Anschlag Shabbazzas vereiteln. Kaum war diese Gefahr jedoch gebannt, trat die nächste in Form von MATERIA in Erscheinung. Die 30 ×60 km große kosmische Fabrik erschien nahe dem Black Hole Dengajaa Uveso. Rhodan war bereits mit der SOL auf dem Weg nach Camelot. Julian Tifflor hatte sich auf seinen Bungalow am Strand zurückgezogen und verarbeitete alle Informationen, die sich in den letzten Wochen ergaben. Mit gemischten Gefühlen ließ er den Anruf durchstellen. Freude durchzuckte ihn, als er die charakteristischen Gesichtszüge eines seiner ältesten Freunde erkannte. Der Unsterbliche sah sehr müde aus. »Perry«, rief er aus. »Hallo Homer.« Ein Lächeln erschien auf dem Gesicht des Freundes. »Wo bist du, hast du gute Nachrichten mitgebracht?« Homer hatte noch eine Menge mehr fragen, allerdings hielt er diese vorerst zurück. Andere Dinge waren wichtiger, da hatten persönliche Gefühle keinen Platz. Wie eigentlich immer, wenn wir uns unterhalten, dachte der ehemalige Widder-Anführer. »Ich fliege gerade Camelot an. Erwarte mich in zwei Stunden. Ich komme mit der SOL.« Für einen Moment schwang Stolz in der Stimme des ehemaligen Großadministrators. Die Rückeroberung dieses legendären Schiffes hatte viel Blut, Schweiß und Tränen gekostet, jetzt aber gehörte das Schiff wieder der Menschheit. Eigentlich dem Sechsten Boten von Thoregon, aber von diesen Dingen Adams am Hyperkom zu erzählen, hätte mehr als zwei Stunden gebraucht. Mit einem knappen Nicken bestätigte Homer, dann erlosch der Bildschirm wieder. Die eigentliche Begrüßung mußte verschoben werden. Mit auf dem Rücken verschränkten Armen stellte Adams sich vor das Fenster und ließ seine Blicke über das nächtliche Port Arthur schwärmen. Bald würde er kommen. Bis dahin blieb ihm nur seine Ungeduld zu zügeln. Eine Kunst, die jeder der Unsterblichen im Laufe seines langen Lebens zu beherrschen gelernt hatte. Adams' Augen lösten sich von den wenigen Lichtern, die die dunkle Stadt erhellten. Die Sterne standen am Himmel, es war eine schöne Nacht. Bald würde ein neuer Stern an diesem Himmel stehen. Die SOL war sicher mit dem bloßen Auge zu erkennen, wenn sie als neuer Mond Camelot umkreiste. Bald, dachte der Terraner.
Tek Cyrus schwang sich aus dem Gleiter und ging auf die Tür des Bungalows zu. Das Haus war das einzige in der Gegend. Der Ertruser hatte sich extra ein Heim geben lassen, das weit von jeglicher Zivilisation war. Einsamkeit war genau das, was er brauchte. Das stimmte allerdings nicht ganz, die einzige Ausnahme bildete seine kleine Tochter. Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen, als er an seinen Augenstern dachte. Das Mädchen bereitete ihm viel Freude, auch wenn es ohne seine Mutter aufwachsen mußte. Simone war gerade vier Jahre alt gewesen, als ihre Mutter nicht mehr zurückkehrte. Ein betrunkener Gleiterfahrer hatte sie angefahren, die Sicherheitssysteme seines Gleiters waren überlistet worden und konnten den Zusammenprall nicht verhindern. Sie hatte noch gelebt, als sie in das Krankenhaus eingeliefert wurde. Aber nicht einmal die moderne Medizin des 2. Jahrtausends neuer galaktischer Zeitrechnung hatten etwas an ihrem Tod ändern können. Sein Lächeln erlosch, als er daran dachte. Versonnen öffnete er die Tür des Bungalows und betrat das Wohnzimmer, das direkt dahinter lag. Es war bereits dunkel, seine Tochter schlief sicher schon. Drei Jahre war es nun her, aber der Ertruser hatte den Tod der geliebten Frau bisher nicht wirklich überwunden. Er lebte allein, versuchte, ein guter Vater zu sein. Seine Stellung als Leiter einer Energielieferstation auf Ertrus brachte ihm genug, um ein sicheres Leben und für seine Tochter einen gute Ausbildung zu gewährleisten, aber irgend etwas fehlte da. Seit drei Jahren änderte sich nichts an seiner inneren Einsamkeit, er wollte auch nichts daran ändern. Niemand hätte ihm zugetraut, so leise sein zu können, aber der schwere Körper des Ertrusers bewegte sich absolut lautlos durch den Raum. Einen Stock höher warf er einen Blick in das Zimmer des Mädchens. Wie erwartet schlummerte es friedlich. Ein Plüschgucky ruhte in dem Arm seiner Tochter, den sie fest an sich preßte. Ihr Gesichtsausdruck verhieß Ruhe und Frieden und brachte das Lächeln augenblicklich auf die Züge des Mannes zurück. Leise schloß er die Tür und begab sich wieder nach unten. Er versank in dem Sessel und aktivierte mit einem kurzen Kommando den Nachrichtensyntron. Keine Mails waren eingegangen, er schaltete auf den Informationskanal von Holiday um. Mit leiser Stimme verlangte er nach einem Bier, das ein Servoroboter auch prompt lieferte. Er ließ die Nachrichten an sich vorbei rieseln, ohne wirklich hinzuhören. Plötzlich richtete er sich aus seiner entspannten Haltung auf und nahm die Füße von Tisch. Ein großes Raumschiff war zu sehen, das dem Ertruser sehr wohl bekannt war, obwohl er es noch nie zuvor gesehen hatte. Die Geschichten um die SOL waren allerdings in der Galaxis immer noch sehr verbreitet, man berichtete sich wahre Wunderdinge von diesem gigantischen Schiff. Perry Rhodan hatte es für die Menschheit zurückerobert, es trug nun den Namen THOREGON SECHS. Sein Wert für die Menschheit würde sie allerdings erst noch unter Beweis stellen müssen. Nach wenigen Augenblicken ließ er sich wieder zurücksinken. Mit leiser Stimme gab er den Befehl, den Monitor zu deaktivieren. Dann lehrte er den Rest seines Bieres mit einem Schluck und erhob sich. Müde stieg er die Treppen wieder nach oben und erreichte sein Zimmer. Wenige Augenblicke später lag er schon im Bett und schlief sofort ein. Alles war in Ordnung, jedenfalls von Standpunkt des Urlaubers aus gesehen.
Das künstliche Black Hole erlosch. Die Normalortung stellte die Umgebung des Schiffes dar, der Syntron erstatte Meldung. »Holiday liegt nur noch vier Lichtjahre von uns entfernt. Ich berechne den neuen Kurs.« »Verstanden«, reagierte Will. Seine Augen waren bleischwer, er wurde langsam sehr müde. Ein kurzer Blick über die Schulter zeigte ihm den Somer, der in einem der anderen Sessel saß und die Augen geschlossen hatte. Ein Verband zierte seinen Kopf. Das Wesen war in einen tiefen Schlummer gefallen. Deans Augen suchten nach den Ortungen, die auf einem Monitor direkt vor ihn geschaltet waren. Nichts war dort zu sehen, allerdings war er sicher, daß sich das Ortungsbild der TOBRUK dort bald zeigen würde. Er konnte den Blick nicht von der Ortung nehmen, nur einen kurzen Blick warf er auf die Zeitansage, die die Zeit bis zum Wiedereintritt in den Halbraum anzeigte. Noch drei Minuten, verrieten die Zahlen. Ein gewaltiges Orterecho ließ die Anzeigen ausschlagen. Ein großer Körper taucht in wenigen Lichtminuten Abstand aus dem Überraum zurück ins Normaluniversum. Diesmal sah es wirklich schlimm aus. »Sam«, brüllte der Terraner. Es tat ihm leid, den Somer wecken zu müssen. Das Wesen brauchte den Schlaf noch dringender als er selbst, aber wenn sie schon sterben sollten, dann sollten sie auch beide bewußt miterleben, was geschah. Das war er dem Kameraden schuldig. Ein unwilliges Knurren verriet den Unmut des Wesens, als es sich aufrichtete. »Was ist los?« Seine Stimme hörte sich sehr müde an. »Die TOBRUK. Sie haben uns«, sprach der Terraner die Worte aus, die Sam sicher nicht hören wollte. Eher erwartete er ein freudiges »Wir haben es geschafft«. Es tat dem Terraner weh, ihm diese Nachricht nicht bieten zu können. »Zwei Minuten bis zum Übertritt.« Der Syntron kannte kein Erbarmen. »Wie lange noch, bis uns die TOBRUK erreicht hat?« »Eine halbe Minute.« Ein weiteres Katz und Maus Spiel, diesmal allerdings mit den schlechteren Karten für die beiden Agenten. »Ausweichmanöver.« Äußerlich blieb der Terraner sehr ruhig, was Sam zu schätzen wußte, wenn er es auch nicht nachvollziehen konnte. Der Syntron übernahm die Steuerung und führte das Schiff in die Nähe eines Asteroidenfeldes, das mitten im Nichts lag. Mit einigen schnellen Manövern umkurvte er die kleinen Gesteinsbrocken, die TOBRUK verschwand im Schatten eines der Brocken und entzog sich einer direkten Ortung. Allerdings zeigte der Syntron nach wie vor ein Bild an, das die vermutete Position des Schiffes zeigte. Bald schon erschien das Schiff wieder in ihrer Nähe. Der Syntron hatte Probleme, den Abstand konstant zu halten. »Eine Minute«, verkündete die Stimme. »45 Sekunden bis zum Eintreffen der TOBRUK.« Will verharrte in seinem Sessel, nur äußerlich Ruhe ausstrahlend. Das Schiff konnte nicht mehr weiter beschleunigen, ohne mit einem der Brocken zu kollidieren. Die TOBRUK flog einfach weiter, die kleinen Brocken verglühten in seinem Schirm. »Die Geschwindigkeit ist viel zu niedrig.« Besorgnis schwang in der Stimme des Somers. »Wir werden es schaffen«, äußerte der Terraner wider besseres Wissen. Erste Schüsse schlugen in der Nähe der Jet ein. Bis jetzt verglühten allerdings nur die Asteroiden im Feuer der TOBRUK. Wieder beschränkten sich die Angreifer auf den Einsatz von Thermokanonen und Desintegratoren. Für das kleine Schiff allerdings würden sie mehr als genug sein. »Noch zwanzig Sekunden.« Immer noch konnte nichts die Stimme des Syntrons ins Schwanken bringen, das wäre allerdings auch sehr verwunderlich gewesen. Langsam zählte sie die Sekunden herunter. Ein Treffer lies das Schiff leicht erzittern, die Belastung sprang sofort auf 98 Prozent. Noch ein Treffer und die Zukunft der beiden Agenten war besiedelt. Ohne Vorwarnung löste der Terraner das Schiff aus der Steuerung des Syntrons. Er zwang die Jet in eine scharfe Kurve, umkreiste zwei der Asteroiden und übergab das Schiff dann wieder. Zwei Sekunden später sprang der Antrieb an und riß die Jet in den Hyperraum. Beide Agenten hielten den Atem an, erwarteten jeden Augenblick ein Zurückfallen des Schiffes, aber nichts geschah. Die Geschwindigkeit der Jet war gefährlich niedrig gewesen. Es war gerade noch einmal gutgegangen. »Wir erreichen Holiday in wenigen Minuten«, verkündete der Syntron. »Willkommen auf der schönsten Welt der Galaxis. Wir wünschen einen fröhlichen Aufenthalt.« Will drehte sich grinsend in seinem Sessel um. Sam schüttelte nur den Kopf, stieß dann auch ein meckerndes Lachen aus. Dieser Terraner verlor wohl nie seinen Humor. »Das war verdammt knapp«, stöhnte er. Will nickte. Fünf Sekunden später und das Schiff wäre – mitsamt den beiden Passagieren – nur eine verwehende Energiewolke im All gewesen. Hoffentlich ergab sich auf Holiday eine Möglichkeit, die Verfolger abzuschütteln.
Der Oberst hieb wütend auf die Armlehne, nur knapp einen roten Knopf verfehlend, der eine Breitseite der TOBRUK ausgelöst hätte. Schnell deaktivierte er alle Funktionen, die eine Katastrophe auslösen könnten. Das hätte gerade noch gefehlt, daß er durch einen solchen Fehler den Unmut des Generals auf sich gezogen hätte. Verstohlen warf er einen Blick auf die Tür zum Bereitschaftsraum des Generals, die immer noch geschlossen war. Hier hätte sich für ihn eine Gelegenheit ergeben, sich auszuzeichnen. Leider war sie verstrichen. Willoch beherrschte sich mühsam. Die TOBRUK war wieder hinter der Jet her, diesmal jedoch schien sich ein Ende der Verfolgung abzuzeichnen. Der Syntron hatte gemeldet, daß sich ganz in der Nähe ein Sonnensystem befand. Eine bekannte Urlaubswelt umkreiste die Sonne und es sah ganz so aus, als wäre dieser Planet das Ziel der Agenten. Auf Holiday hatten sie hoffentlich endlich die Gelegenheit, die Verfolgung zu einem Ende zu bringen. Blieb nur abzuwarten, ob eine Entscheidung gelingen würde, bevor die beiden Agenten einen Funkspruch nach Camelot auf den Weg bringen konnten. Wenn das schiefging, konnte sich der Oberst an einem Finger abzählen, wie das Resultat seiner Bemühungen aussehen würde. Wie hatte der General zu Beginn ihrer Jagd so schön gesagt? Ein einziges Urteil kam für Versagen in Frage. Und dieses Urteil würde das Leben des stellvertretenden Kommandanten beenden. Besorgt lehnte er sich im Kommandosessel zurück. Die Zukunft sah ziemlich düster aus und damit meinte er nicht einmal die Zukunft der MORDRED. Er dachte nur an seine eigene Zukunft.
Adams beobachtete den hellen Punkt, der im Orbit über Port Arthur erschienen war. Die SOL? Er drehte sich halb um und sprach seinen Syntron an. »Ein Objekt mit einer Länge von 8000 Metern ist in einen stationären Orbit über Camelot gegangen. Es handelt sich um ein Raumschiff. Die Kennung lautet THOREGON SECHS.« Ein Lächeln stahl sich auf die Lippen des Unsterblichen. Rhodan war endlich wieder da. Ein großer Teil der Verantwortung würde von ihm genommen werden. Er ließ sich die Anzeigen der Orter auf die Scheibe vor seinen Augen projizieren und verfolgte, wie sich die SOL aus ihrer Umlaufbahn löste uns in einen Sinkflug überging. Ein Mythos war in die Galaxis zurückgekehrt und hatte einen anderen Mythos aus den Weiten des Alls zurückgebracht. Homer G. Adams fragte sich für einen Moment, wie lange Perry diesmal in seiner Heimat sein würde, bevor ihn das Fernweh und sein Verantwortungsgefühl wieder ins Universum hinausziehen würden. Die Bahn des Schiffs näherte sich immer mehr dem Planeten. Schließlich verriet die Ortung, daß es auf dem Raumhafen niedergegangen war. Es war ein gewaltiger Anblick. Das goldene Hantelraumschiff schwebte langsam auf den fast zu klein wirkenden Landeplatz hinab und stützte sich mit den Antigravfeldern ab. Die SOL schimmerte in einem glorreichen Antlitz voller Pracht und zeigte den Stolz der Menschheit. Kein Schiff war wie die SOL. Sie war einzigartig. Sie gehörte zur Menschheit, nur sie war würdig das Flaggschiff des Erben des Universums zu sein. Perry Rhodan war heimgekehrt und der Unsterbliche erwartete das Erscheinen des Freundes in seinem Büro. Versonnen blickte er auf die Lichter der Stadt, die jetzt mehr geworden waren, trotz der späten Stunde. Viele Menschen hatten von der Heimkehr des Terraners gehört und waren von dieser Nachricht um ihren Schlaf gebracht worden. Trotzdem blieben sie in ihren Häusern, keiner der Menschen, die alle nur wegen der Organisation der Unsterblichen auf diesen Planeten gekommen waren, ging zum Raumhafen um den Freund und sechsten Boten zu begrüßen. Auf den Straßen der Stadt blieb es sehr ruhig. Die Zeit verging und Adams ließ sich einen Drink bringen. Langsam leerte er das Glas, immer noch durch das Fenster nach draußen schauend. Vor dem Gebäude landete jetzt ein Gleiter. Nicht mehr lange und er würde die Hand des Freundes schütteln können. Ein Geräusch an der Tür ließ ihn innehalten. Langsam stellte er das Glas auf das schwebende Tablett neben sich, dann drehte er sich um. Hochgewachsen, in einen blauen Raumanzug gehüllt, stand der Freund aus Jahrhunderten in der Tür des Raumes. Seine Augen hatten immer noch den gleichen Glanz, die Narbe an seiner Nase trat in diesem Moment deutlich hervor. Der Freund lächelte nicht als er Adams vor sich sah. Mit bedächtigen Schritten näherte sich Adams seinem Schreibtisch, Rhodan kam ihm langsam entgegen. Nur noch ein Schritt trennte die beiden Männer. Wenige Augenblicke vergingen in Schweigen, dann streckte Perry die Hand aus. Adams ergriff sie und drückte sie fest. Immer noch schweigend wies Adams auf den Sessel vor seinem Schreibtisch. Er selbst ließ sich schwer in seinen eigenen Stuhl fallen und lehnte sich für einen Moment zurück. »Willkommen zu Hause«, sprach Adams die ersten Worte. Rhodan nickte ernst, dann war die Begrüßung zu Ende. Ein unspektakulärer Moment, bedachte man, wie lange der Freund unterwegs gewesen war und welche Abenteuer er in den Tiefen des Universums erlebt hatte. Ohne auf Rhodans Schilderung seiner Erlebnisse zu warten, drückte Adams auf einen Knopf und ließ eine Grafik als Hologramm über seinem Schreibtisch entstehen. Dargestellt wurden die Verluste, die sie durch die MORDRED erlitten hatten. Er kommentierte die Grafik nicht. Dann ließ er sie wieder verschwinden. Das Bild wurde durch ein Neues ersetzt, das das Symbol der MORDRED zeigte. Dann wurde ein kurzer Bericht über die Organisation abgespielt. Gespannt beobachtete Adams das Gesicht seines Freundes, dem nicht die geringste Regung abzulesen war. Für einen Augenblick verschleierte Trauer den Blick des Terraners, als er das Ausmaß der Gefahr erkannte und die Zahl der Toten realisierte, dann wurde der Gesichtsausdruck des Freundes undurchdringlich. »Du kommst damit alleine zurecht«, äußerte der Terraner. »Wie?« Für einen Moment kennzeichnete Unverständnis das Gesicht von Adams, dann verstand er. »Wohin geht es diesmal?« Bitterkeit schwang in seiner Stimme mit, die Perry sehr wohl erkannte. Er ignorierte die Gefühle des Freundes. Jahrhundertelang hatte Adams Erfahrungen sammeln können, er konnte mit der Situation leben. Er würde nicht lange brauchen, um seine deutlich sichtbare Enttäuschung zu überwinden und sich wieder seiner Verantwortung zu stellen. Rhodan verzichtete darauf, ihn durch zusätzlich Worte zu ermutigen. Ein Adams brauchte das nicht. »Ich vertraue dir vollkommen in dieser Angelegenheit.« »laß mich raten. Du gehst mal wieder das Universum retten, oder?« »Dieser Zynismus steht dir nicht sehr gut, Homer. Ich habe meine Verantwortung, du hast die deine. Beide müssen wir damit leben. Ich werde an Bord der SOL zurückkehren. Eine neue Gefahr ist aufgetaucht. Eine Station namens MATERIA bedroht uns und ich hoffe, Shabazza dort zu treffen. Vielleicht kann ich ihn endlich einmal zu Gesicht bekommen. Bisher ist er mir immer entkommen. Oder ich ihm, wenn man es genau nimmt.« Perry verstummte. Adams erkannte die Last, die auf den Schultern des Unsterblichen ruhte. Verständnis bahnte sich seinen Weg an die Oberfläche seines Bewußtseins, dennoch machte es sich Rhodan zu leicht. »Ich werde versuchen gegen die MORDRED vorzugehen. Doch eines solltest du verstehen! MATERIA mag von kosmischer Gefährlichkeit sein, doch wenn die MORDRED so weitermacht, wird MATERIA zu spät Unheil anrichten, weil dann bereits die Galaxis im Chaos steckt.« Rhodan sah ihn vorwurfsvoll an. »Es gibt noch etwas, was ich dir zeigen wollte, Perry!« meckerte Adams fast seinen Freund an. Mit Wucht schlug er auf die Startleiste des Trivid. Die Gestalt des silbernen Ritters wurde sichtbar. Seine Ansprache nach dem Angriff auf Olymps Camelotbüro wurde gezeigt, unterlegt mit Bildern aus Sverigor. Rhodan stand auf und blickte dem Hologramm starr entgegen, als er den Namen Cauthon Despair hörte. Viele Gefühle für den ehemaligen jungen Freund, der eine Art Sohnersatz für ihn darstellte, wurden wach. Rhodan begriff schnell, daß Cauthon nicht gestorben war, doch irgend etwas war mit ihm passiert. »Bleibt ihr noch eine Weile auf Camelot, oder werdet ihr sofort wieder verschwinden?« fragte Adams provozierend. »Wir fliegen in ein paar Stunden. Doch vorher muß eine Konferenz einberufen werden. Folge mir in das Schiff und rufe die wichtigsten Leute zusammen, dann besprechen wir alles. Komm schon, einige Freunde erwarten dich schon.« Zum ersten Mal seit Adams den Freund gesehen hatte, erschien ein Lächeln auf seinen Lippen. Die Augen lachten allerdings nicht mit. Diesmal war es anscheinend wirklich schlimm. »Dich auch, dich auch!« grinste Adams trotzdem. Sie durften den Mut nicht verlieren. Langsam erhoben sich beide Männer und verließen den Raum. Das Licht erlosch hinter den Männern. Die Dunkelheit dieser Nacht erfüllte den Raum. Wenige Minuten später erschien auf dem Orterbild, das immer noch auf dem Fenster lag, eine neue Bahn. Ein Schiff näherte sich dem Raumhafen von Port Arthur. Perry Rhodan und Homer G. Adams waren unterwegs zur SOL. Nach langen Jahren würde Adams wieder seinen Fuß in das Schiff setzen, sich wieder mit SENECA unterhalten können. Dann würde wieder die Last seiner Aufgabe auf ihn warten. Die SOL kam Adams viel gewaltiger vor als vor knapp 1000 Jahren. Rhodan klärte seinen Freund darüber auf, daß Shabazza die SOL vergrößern ließ. Ebenso wurde das ehemals vorhandene Triebwerk durch ein Hypertakttriebwerk ersetzt und die Außenhaut mit einer Legierung bedeckt, die den ultimativen Stoff beinhaltete. Daher die goldene Farbe, die die SOL wahrlich wie eine Perle des Universums aussehen ließ. Rhodan rief einen seiner Adjutanten auf Camelot an und bat ihn darum, einige persönliche Gegenstände in die Kabine auf die SOL kommen zu lassen. Er wollte sich heimisch auf dem Legendenschiff fühlen – wie damals, als er damit knapp 40 Jahre durch das Universum streifte.
Tek Cyrus zog seine Tochter auf den breiten Schoß. Das Mädchen sträubte sich nur für einen Moment, aber dann ließ sie sich kichernd hochnehmen. Entspannt lehnte sie sich an den muskulösen Körper ihres Vaters. »Daddy, wann kommen die Ritter?« »Gleich, mein Engel«, meinte der große Mann gutmütig. Er tätschelte sanft das Knie des Mädchens. Die Stärke des Tätschelns hätte jeden menschlichen Oberschenkel gebrochen, aber der Körper der kleinen Ertruserin konnte die zärtliche Berührung des Vaters auch als solche empfinden. In diesem Moment kündigte ein Fanfarenstoß den Beginn des Schauspiels an. Als es wieder ruhig wurde, preschte ein schwarzes Roß in die Mitte der Arena und der böse Held des Schauspiels gab sich zu erkennen. »Ich bin Mordred, Sohn von Morgana. Ich werde meinen Vater töten«, kündigte die Gestalt an. Ihre Stimme klang dumpf unter dem Helm. Dann riß der Android sein robotisches Pferd herum und preschte wieder aus der Arena. Ein weißes Pferd erschien, es gehörte Artus, dem König der Briten. Dann erschien Lanzelot, und so stellten sich nach und nach die Figuren des Schauspiels vor. Simone Cyrus klatschte begeistert und bejubelte die Helden des Stückes. Bei den Bösewichtern beschränkte sie sich auf ein wütendes Pfeifen. Sie begleitete so die Vorstellung mit einer mächtigen Geräuschkulisse, die sogar einige der Nachbarn, die doch eigentlich an Ertruser gewöhnt sein sollten, zu einem erstaunten Seitenblick veranlaßte. Vor den Augen der beiden Urlauber spielte sich eine bunte Geschichte ab, von einem König, der seine Legitimation offensichtlich aus der Tatsache bezog, daß er ein Schwert aus einem Stein gezogen hatte. Jeder Ertruser hätte das mit dem kleinen Finger gemacht, dachte Cyrus. König Artus suchte sich dann erst einmal eine Frau und anschließend noch eine Horde von Spießgesellen, die er als Ritter der Tafelrunde um sich versammelte. Die ganze Bande siedelte sich in einem Schloß namens Camelot an, und genau da begann das Schauspiel, den Ertruser zu interessieren. Camelot? Saßen da nicht diese Unsterblichen unter der Führung Perry Rhodans? Gespannt beugte sich der Ertruser vor, nachdem er seine Tochter auf den Sitz neben sich plaziert hatte. Offensichtlich begann dieser König eine Affäre mit einer Hexe namens Morgana und war so der Erzeuger seines schlimmsten Widersachers, Mordred. Gleichzeitig begann die Königin eine Affäre mit einem der Ritter, einem gewissen Lanzelot. Was für ein Unsinn, dachte der Ertruser. Mit solchen Seitensprüngen kann man doch heute niemanden mehr schockieren. Am Ende jedenfalls konnte Artus seinen Widersacher in einer gewaltigen Schlacht besiegen. Er selbst wurde in dieser Schlacht tödlich verletzt und ließ daraufhin sein bestes Schwert in einem See versenken, wo es von einer geisterhaften weißen Hand aufgefangen wurde. Dann kamen einige merkwürdige Gesellen, schafften den König auf ein Boot und schifften mit ihm davon. Angeblich wollten sie ihn an einen Ort namens Avalon bringen, allerdings wußte keiner, wo er lag. Das galt allerdings auch für Camelot, den Planeten der Unsterblichen. Gab es da irgendwelche Parallelen? Als das Boot mit dem heldenhaften König im Nebel verschwand und in der Arena nur noch blutüberströmte Androiden zurückblieben, begannen sich die ersten Besucher zu erheben. Nur wenige Augenblicke danach erhoben sich die scheinbar toten Androiden und verließen die Arena. Simone saß immer noch auf ihrem Platz und applaudierte heftig. »Komm«, meinte der Ertruser. »Fliegen wir ein bißchen in der Natur herum.« Seine Tochter schaute nicht sehr begeistert. Offensichtlich wollte sie eher noch einmal ein solches Schauspiel erleben. Aber sie erhob sich wortlos und verließ an der Hand ihres Vaters die Arena, deren Sand von Maschinen vollautomatisch geglättet wurde. Eine weitere Aufführung der Artus-Sage wurde vorbereitet. Die beiden Ertruser verließen die Arena und betraten den Gleiter-Parkplatz. Ein Android fragte sie nach dem Gleiter, den sie mitgebracht hatten und forderte das Gefährt dann von einem nahegelegenen unterirdischen Großparkplatz an. Nur wenige Augenblicken dauerte es, dann senkte sich ihr Gefährt vor ihnen nieder, ein weitere Android stieg aus und übergab ihnen den Schlüssel. Schweigend nickte der Ertruser, setzte seine Tochter in den Gleiter und sank dann selbst auf den Fahrersitz. Der Gleiter hob sich auf das Prallfeldkissen und verließ den Schauplatz, der Teil eines größeren Komplexes war, in dem noch weitere solcher abenteuerlicher Stücke aufgeführt wurden, aber auch bekannte Theaterstücke wurden dort von Androiden vorgespielt und antike Filme aus der Frühzeit terranischen Filmschaffens konnte man dort auch sehen. Der Ertruser lenkte den Gleiter aus dem Stadtgebiet und fuhr in die Richtung einige künstliche Landschaften, die allerdings sehr natürlich aussahen. Ein riesiger Garten mit Pflanzen aus allen Teilen der Galaxis erwartete sie. Der Ertruser steuerte den Gleiter unter die ersten Bäume.
Paola Daschmagan stand an einem Fenster des Regierungsgebäudes von Terrania. Sie schaute auf die Hauptstadt der Erde, ließ sich aber ihre Gefühle nicht anmerken. Hinter ihr lief ein Hologramm ab, in dem der amtierende Finanzminister ihrer Regierung zu sehen war. Er war umgeben von Robotkameras und Mikrofonen, die alle nach einem Statement riefen. Vor wenigen Minuten erst hatte ihr Syntron Alarm gegeben. Die Regierungschefin hatte sich gerade erst ins Bett gelegt, um endlich mal wieder einige Stunden schlafen zu können. Aber wieder sollte ihr keine komplette Nacht vergönnt sein, denn kaum eine Stunde, nachdem sie eingeschlafen war, riß sie das Zeichen des Syntrons aus ihren Träumen. »Probleme, Paola. Der Finanzminister wurde verhaftet.« Nichts weiter. Paola schwang ihre Beine aus dem Bett und brauchte einige Sekunden, um endgültig aufzuwachen und sich zu erheben. Dann verschwand sie im Badezimmer und duschte kurz, um sich von dem kalten Wasser aufwecken zu lassen. Erst dann war sie bereit, sich die neuesten Nachrichten zuspielen zu lassen. Inzwischen hatte es der Anwalt des Finanzministers bereits geschafft, ihn wieder auf freien Fuß zu bekommen, aber eine Gerichtsverhandlung hatte auch er nicht vermeiden können. Eine Steuerhinterziehung war die Ursache für den ganzen Skandal. Für einen Moment wünschte sich die Erste Terranerin einen integren Mann wie den Unsterblichen Homer G. Adams auf dieser Position. Aber dann schüttelte sie doch den Kopf, einen solchen Mann konnten sie derzeit nicht gebrauchen. Das würde die Erde nur früher oder später wieder in die Abhängigkeit einer Clique von Unsterblichen bringen, und im Moment gab es nichts, was die Menschen auf der Erde weniger haben wollten. Eine andere Alternative war allerdings schwer zu finden, und daß sie eine solche brauchen würde, war ihr im ersten Moment klar geworden. Da bedurfte es gar nicht der Stimme ihres bisherigen Mitarbeiters, der in die Kameras blickte und mit verbissener Miene seinen Rücktritt ankündigte. »Natürlich werde ich die Konsequenzen meines Tuns auch selber tragen«, meinte der Mann. »Ich habe einen schweren Fehler begangen und damit gegen die Interessen der Menschheit und der Wähler meiner Partei gehandelt. Hiermit kündige ich meinen Rücktritt an.« Typisch, dachte die Erste Terranerin. Jetzt, wo das Kind im Brunnen liegt, kann er moralischen Ansprüchen gerecht werden. Wenn er das vorher getan hätte, dann hätten wir ein Problem weniger. Als ob wir nicht schon genug Ärger hätten. Wütend drehte sie sich von dem Fenster weg und bereitete eine Erklärung vor, in der sie den Rücktritt des Finanzministers akzeptierte. Der Hyperkom aktivierte sich und Cistolo Khan meldete sich. »Paolo, ich nehme an, du kommst heute nicht zum Golfen?« wollte der LFT-Kommissar wissen. »Nein, leider nicht. Ihr müßt heute ohne mich auskommen«, stöhnte sie laut und widmete sich wieder der Arbeit. Wenn doch bloß alle so arbeiten würden wie ich... dachte sie selbstlobend. Gleichzeitig suchte sie die Datenbanken nach einem Namen ab, den sie als neuen Finanzminister vorschlagen konnte. Das war gar nicht so einfach. Nach dieser Entgleisung brauchte man einen verläßlichen Menschen, der für alle akzeptabel sein würde. Nach langem Suchen stieß sie auf einen Namen.
Die SOL hatte inzwischen wieder abgehoben und lag im Orbit Phönix'. Adams stand in der Zentrale und schaute auf den Planeten Camelot, der groß auf dem Zentralbildschirm des Schiffes dargestellt wurde. »Hallo SENECA«, flüsterte er. »Erkennst du mich noch, oder hast du mich in all den Jahren vergessen?« Natürlich konnte der Computer so etwas nicht so einfach vergessen, das war auch dem Unsterblichen klar. Aber er wollte eine bestimmte Reaktion provozieren und die Recheneinheit tat ihm auch den Gefallen. »Das wüßte ich aber«, äußerte SENECA pikiert. Wenn die Maschine ein Gesicht gehabt hätte, dann hätte sie sicher die rechte Augenbraue nach oben gezogen und äußerst mißbilligend geschaut. Adams grinste zufrieden und gab sich dann für einige Augenblicke seinen sentimentalen Gefühlen hin. Der Unsterbliche erinnerte sich noch, wie er nur wenige Momente zuvor das Schiff nach so langer Zeit wieder betreten hatte. Seine Freunde, allen voran Reginald Bull, hatten ihn schon erwartet, und die Wiedersehensfreude war groß gewesen. Aber auch Gucky und Icho Tolot waren an Bord. Rhodan war vorher also im Solsystem gewesen. Schnell hatten auch Julian Tifflor, Joak Cascal, Sandal Tolk und Aurec die SOL erreicht. Besonders Cascal, Tolk und Aurec zeigten sich vom Legendenschiff beeindruckt. Rhodan wäre beinahe umgefallen, als er den Veteran des Solaren Imperiums vor sich sah. Erst das dumpfe Grunzen von Sandal Tolk warf ihm aus seinem Zustand. Bull machte den ersten Schritt und umarmte Cascal. »Mann! Wer hätte das gedacht? Wie bist du denn hierhergekommen? Keiner konnte eine bessere Mischung Whiskey-Cola wie Cascal machen!« grinste Bull breit. »Alter Säufer, reicht dir dein Bierbauch nicht schon? Willst du noch 'nen Whiskeyansatz dazubekommen?« hänselte Gucky seinen alten Freund. Cascal und Tolk erzählten in Stichworten von ihrer Geschichte. Während Rhodan den beiden lauschte, bemerkte er auch den Saggittonen. Mit einem herzlichen Lächeln trat er seinem Freund aus M 64 entgegen und drückte ihn. »Ich bin froh, dich wiederzusehen, mein Freund Aurec!« sprach er gerührt. Trotz all der Sorgen, um MATERIA, die MORDRED, Shabbazza, Tor Samaho und auch dem Gesundheitszustand seines Sohnes fühlte sich Rhodan für ein paar Momente zufrieden, erleichtert und optimistisch. Es waren seine Freunde, die ihm Mut gaben. Mit solchen Gefährten kann mir nichts passieren, dachte er still. Jetzt stand der Mann mit dem schütteren Haar nur einfach stumm in der Zentrale und lauschte der munteren Konversation seiner Freunde. Währenddessen erzählte SENECA Adams jede Einzelheit der Abenteuer in DaGlausch. Es schien, als haben die neuen Besitzer zeitweilig einen anderen Rechner installiert, jedenfalls konnte sich SENECA nicht an alles erinnern. Vielleicht wollte er auch einfach nicht. Ein Geräusch hinter ihm ließ ihn herumfahren. Aurec sah sich begeistert auf der SOL um. Er ging quer durch die gewaltige Kommandozentrale des Mittelteils und machte eine beeindruckte Geste. »Was für ein Raumschiff«, schwärmte er. »Mit dem werden wir die MORDRED sicher bald besiegt haben.« Adams senkte für einen Moment den Blick. »Hast du ihm noch nicht gesagt...« Der Blick, den er Rhodan zuwarf, konnte man nur als vorwurfsvoll bezeichnen. »Nein, ich habe ihn bisher nur begrüßt. Wir haben uns lange nicht gesehen.« Dann wandte er sich dem Freund zu. »Kommt bitte in den Besprechungsraum. Wir müssen uns schnell einiges einfallen lassen...« Zuerst schilderten Rhodan und Bully die Ereignisse in DaGlausch und erklärten die Zusammenhänge zwischen Thoregon, MATERIA und dem Feind der Koalition und Menschheit Shabazza, der jedoch auch nur einfacher Handlanger eines Torr Samaho war. Gucky, Tifflor und Tolot berichteten von der – im Gegensatz zu den anderen Abenteuern – relativ harmlosen Mission in Puydor und der Vernichtung Jii'Nevevers. Zuletzt hielt Adams ein trauriges Dossier über die Attacken der MORDRED, die, abgesehen vom Angriff auf Sverigor, lautlos geschahen. Rhodan und Bull hörten lange zu. Reginalds Kopf lief rot an, als er die Bilder von der Zerstörung Sverigors sah. Wut und Haß gegen Despair und die MORDRED kamen in dem Zellaktivatorträger auf. »Wir sollten MATERIA erst einmal links liegen lassen und diesen Bastarden in den Hintern treten!« meinte der dicke Terraner zu den anderen. »MATERIA ist die größere Gefahr, Bully. Die SOL kann sich nicht darum kümmern...« erklang Rhodans Stimme wehmütig. Es entbrannte eine Diskussion. Besonders Cascal war sehr aufgebracht. Die Bilder Sverigors steckten ihm immer noch tief in den Knochen. Schließlich zuckten alle zusammen, als eine laute Stimme um Ruhe bat. Es war der Haluter Icho Tolot, der bis jetzt still der Konferenz gefolgt war. »Beide Gefahren sind nicht zu unterschätzen, Freunde!« sprach er eindringlich. Seine drei rot leuchtenden Augen blickten durch die Runde. »Wir müssen unsere Aktionen koordinieren und uns nicht nur stur auf eine Sache konzentrieren. Wir müssen geballt gegen MORDRED und MATERIA vorgehen können. Aber im Moment müssen wir auf den nächsten Schritt der MORDRED warten. Bis dahin sollten wir aber auch keine Zeit vergeuden und uns um MATERIA kümmern.« Es lag viel Wahrheit in Tolots Worten. »MATERIA liegt noch ruhig nahe dem schwarzen Loch Dengajaa Uveso. Ich glaube allerdings nicht mehr lange«, sagte Rhodan. Icho Tolot lenkte auf ein anderes Thema. »Mein Volk scheint ebenfalls etwas zu planen. Was es genau ist, kann ich nicht sagen, aber ich bin mir sicher, daß die Haluter uns helfen werden«, erklärte der Gigant ruhig. »Du solltest vielleicht das Galaktikum um Hilfe bitten, Perry! Nur so können wir gegen MATERIA vorgehen – vereint! Dennoch, erwarte nicht zuviel...« meinte Julian Tifflor eindringlich. Perry erklärte sich mit einer Rede einverstanden. Er hatte sowieso ähnliches im Sinn gehabt. »Also gut, wir behandeln MATERIA vordringlich! Daran gibt es keinen Zweifel. Ich werde alle Kraft auf MATERIA konzentrieren... solange die MORDRED nicht eine Großoffensive startet oder Systeme bedroht. Ich werde nicht zusehen, wie die Milchstraße von außen durch MATERIA oder durch innen durch die MORDRED vernichtet wird!« Die Worte Rhodans klangen hart und endgültig. Es gab nichts hinzuzufügen. Die Ereignisse überschlugen sich in den letzten Tagen, daher mußte man schnell handeln. Alle Beteiligten einigten sich auf diesen Kompromiß. Cascal und Tolk wurden eingeteilt, um Sam zu suchen, währenddessen Aurec Aufgabe war, Hilfe aus Saggittor zu holen. Tolot und Gucky sollten quasi als Springer fungieren, immer dort in Aktion treten, wo es am brenzligsten war. Tolot wandte sich jedoch erst einmal der Aufgabe zu, Blo Rakane zu suchen, um mehr über das Vorgehen der Haluter herauszufinden. Die SOL flog wieder in das Solsystem und wartete die neuesten Ereignisse ab. Der Abschied verlief kurz und optimistisch. Rhodan versuchte seine Mitstreiter zu motivieren, obwohl er es sicher auch nötig hatte, von ihnen motiviert zu werden.
Die Space Jet taumelte bedenklich, als sie – ganz in der Nähe der Atmosphäre des Planeten Holiday –- aus dem Überraum stürzte. Mittlerweile waren noch ganz andere Maschinen ausgefallen und der Zustand des Gefährts war nur noch als bedenklich zu bezeichnen. Will Dean machte auch keine großen Umstände, er sendete einfach mit den nicht sehr leistungsfähigen Anlagen der Anzüge, die immerhin noch auf kurze Entfernungen zuverlässig funktionierten, Notrufe auf allen Frequenzen. Das Schiff tat sowieso, was es wollte, es näherte sich der Atmosphäre des Planeten in einem viel zu steilen Winkel. Wahrscheinlich würde das Schiff explodieren, bevor sie überhaupt in der Atmosphäre waren. »Wir müssen das Schiff verlassen. Hoffentlich reichen die Anlagen der Schutzanzüge, um uns sicher auf den Planeten zu bringen. Komm schon, Sam, wir müssen hier raus.« Er stieß den Somer aus dem Sessel, in dem dieser wie angewachsen gesessen hatte. »Ich will nicht«, wimmerte der Somer. Was soll das? dachte der Terraner. Wortlos packte er den Terraner, aktivierte den Antigrav seines Anzugs und schob ihn einfach wie ein Frachtstück vor sich her. Der Somer wehrte sich nicht, er wimmerte einfach weiter. Sie erreichten die Schleuse. Will wies den Syntron an, den unteren Ausstieg zu öffnen. Nach der üblichen Warnung, das Schiff befinde sich noch im Raum und man möge doch bitte die Anzüge schließen, bequemte sich der Syntron endlich, das Außenschott aufgleiten zu lassen. Der Sauerstoff entwich sofort. Mit ihm verließen die beiden Wesen das Schiff. Sam gab keinen Ton mehr von sich, er taumelte einfach durch die Schwerelosigkeit des Raumes. »Piko, aktiviere den Antrieb und stabilisiere den Anzug des Somers«, befahl Dean. Das Taumeln hörte auf. »Bring uns in die Atmosphäre von Holiday«, meinte Will Dean und registrierte, wie sich die Anzüge in Bewegung setzten. Er steuerte neben den Freund. Gemeinsam steuerten sie auf den Planeten zu, von dem sich die ersten Raumschiffe lösten. Holiday war eine Urlaubswelt, daher waren hier keine Kriegsschiffe stationiert. Einige Space-Jets verließen die Oberfläche der Welt, um zu versuchen, das Raumschiff abzufangen. Dean ignorierte die Versuche der Besatzungen einfach, er hatte genug damit zu tun, die Anzüge zu stabilisieren. Auf den Somer konnte er sich nach wie vor nicht verlassen. Die Atmosphäre wurde erreicht, die sich steigernde Hitze der Reibungsenergie von den Anzügen ausgeglichen. Fasziniert beobachtete Dean den Effekt, der immer dann entstand, wenn man in eine Atmosphäre eintrat. Das Nachtdunkel des Himmels wurde nach und nach durch die Helligkeit eines richtigen Himmels ersetzt, wohl der schönste Moment jeden Starts und jeder Landung. Obwohl die schützende Hülle eines Schiffes diesmal fehlte und die Kräfte der Natur wesentlich unmittelbarer an den Gestalten rüttelten, konnte der Agent die Augenblicke des Eintritts in die Atmosphäre von Holiday trotzdem genießen. Will Dean war schon immer ein Mensch gewesen, den Gefahren nicht schrecken konnten. Jauchzend fiel er der Oberfläche des Planeten entgegen. Da fiel der Antrieb am Anzug des Somers aus. Dean hörte einen lauten Schrei in seinem Kopfhörer und sah, wie der Körper des Freundes schneller zu fallen begann. Glücklicherweise waren beide Körper inzwischen so langsam, daß sie von der Reibung nicht mehr zerstört werden konnten. Trotzdem schwebte der Somer in höchster Gefahr, die Oberfläche kam rapide näher. Dean schaute dem Freund entsetzt hinterher.
Cyrus steuerte den Gleiter durch die üppig blühende Natur. Die künstlichen Gärten waren eine besondere Attraktion, allerdings waren sie um diese Zeit nicht sehr gut besucht. Langsam ließ er den Gleiter über die schmalen Wege gleiten und ließ die Pflanzen einfach auf sich wirken. Ein Überschallknall ließ ihn für einen Moment aus seiner Beschaulichkeit hochschrecken, aber es blieb bei dem einen Knall, und so entschloß er sich, ihn zu ignorieren. Er schloß die Augen und atmete tief ein. Die Gerüche betäubten ihn fast. Akazien von der Erde standen da, ein Rhododendron stand auch dazwischen. Ein Bild seiner Frau entstand in seinem Kopf. In solchen Momenten kamen ihm immer wieder sentimentale Gefühle in die Quere. Er sollte eigentlich endlich den Schmerz abgeschüttelt haben, aber immer wieder mußte er erkennen, daß der Weg dahin doch noch sehr weit war. So ließ er sich für einige Minuten dahintreiben. Aber dann wurde die Idylle des Augenblicks jäh gestört.
Nur für eine Sekunde gab sich der Agent seinem Schrecken hin, aber diese Sekunde war fast schon zu lang. Dann schlug seine Hand auf die Kontrolle des Rückenantriebs, er richtete seinen Kopf nach unten und folgte dem Freund. »Pikosyn, was ist los?« »Ausfall sowohl des Antriebs als auch des Antigravs. Systemversagen.« Der Syntron verstummte angesichts der Ausweglosigkeit seiner Situation. Will gab nicht auf, er schoß hinter dem Freund her, der immer schneller wurde. Ein Blick auf den Höhenmesser, der auf die Innenscheibe seines Helmes gespiegelt wurde, verriet ihm, daß nur noch 2000 Meter fehlten, bis er auf den Boden aufschlagen würde. Noch zwanzig Meter fehlten zu seinem Kameraden. Er beschleunigte noch einmal stark, erreichte den Körper des Somers, der bewußtlos zu sein schien und synchronisierte seine Bewegungen. Dann schloß er die Arme um den Somer. Nun durfte er nicht zu schnell abbremsen, sonst würde ihm der Körper des Freundes wieder aus den Armen gerissen. »Syntron«, keuchte er. »Bremse uns so vorsichtig ab, daß ich den Halt nicht verliere. Mach schon!« Diesen letzten Hinweis hätte er sich sparen können. In seinem Helm erschien eine weitere gespiegelte Anzeige, die ihre Geschwindigkeit anzeigte. Langsam, fast quälend, wurden sie immer langsamer. Der Boden kam immer näher, langsam konnte der Somer schon Einzelheiten erkennen. Unter ihnen waren viele Pflanzen. Einen Augenblick schoß ihm der Gedanke durch den Kopf, daß viele dieser Pflanzen auf Holiday nichts zu suchen hatten, aber dann machte er sich doch wieder Sorgen, ob sie es schaffen würden. Er traute sich nicht, den Syntron zu fragen. Die Recheneinheit gab allerdings auch keine Warnung von sich, also würden sie es wahrscheinlich schaffen. Ein Gleiter tauchte unter ihnen auf. Will Dean konnte verschwommen zwei Gestalten darin erkennen, aber er hatte keine Zeit, näher hinzuschauen. Mittlerweile hatten sie es fast geschafft. Aber sie waren immer noch sehr schnell. »Achtung, Aufprall in drei Sekunden ab jetzt...« Der Syntron war erbarmungslos, als...
...der Aufschlag erfolgte. Der Somer rutschte aus der Hand des Terraners, Dean kugelte von der weichen Oberfläche, auf der sie gelandet waren, und fand sich zwischen den Sitzen des Gleiter wieder. Glücklicherweise hatte der Absturz auf der Rückbank des Gleiters geendet, den Will Dean gesehen hatte. Das weiche Polster hatte den harten Aufprall abgefangen, auch das Prallfeld des Gleiters hatte dafür gesorgt, daß die Landung nicht ganz so hart ausgefallen war. Stöhnend richtete sich der Terraner auf, als er eine große Hand in seinem Nacken verspürte. »Was ist denn das?« Die Stimme hörte sich verwundert an, weniger erschrocken. Der harte Griff tat dem Terraner weh, aber er hatte nicht die Kraft, sich zu wehren. Der Mann hatte eine Kraft eines Ertrusers. Ein erster Blick auf die fast quadratische Gestalt des Mannes zeigte dem Terraner, daß er es auch mit einem solchen zu tun hatte. Auch das kleine Mädchen auf dem Beifahrersitz hätte ihn ohne weiteres vom Boden der Rückbank hochheben können. »Hilf uns. Wir sind abgestürzt.« »Ich informiere die Behörden«, meinte der Ertruser. »Nein!« Will Dean hielt die Hand des Mannes fest. Wenn der Ertruser nicht freundlicherweise stillgehalten hätte, dann wäre er über die Rückenlehne der Vordersitze geschleudert worden. »Warum nicht?« »Nun, das ist etwas kompliziert. Zuerst einmal sollten wir von hier verschwinden.« »Erst einmal erzählt ihr mir eine Geschichte. Was habt ihr gegen die Behörden?« »Nun, eigentlich nichts. Aber sie arbeiten vielleicht mit der MORDRED zusammen, das wäre unser Ende. Frag nicht, flieg' einfach los. Bring' uns doch bitte von hier weg.« »Na gut.« Der Gleiter beschleunigte, die Pflanzen huschten an dem Gefährt vorbei. »Mein Name ist übrigens Tek Cyrus. Ich mache hier eigentlich Urlaub.« »Will Dean. In geheimer Mission, aber da inzwischen sowieso jeder Bescheid weiß, kann ich dir auch gleich davon erzählen. Ich arbeite für den TLD.« »Der Dienst? Was will denn der auf Holiday? Sicher keinen Urlaub machen, oder?« Der Ertruser brach in brüllendes Gelächter aus. Dean grinste, der Mann war ganz nach seinem Geschmack. »Nein, Urlaub kann man das nicht nennen. Da du uns schon hilfst, werde ich dir was erzählen. Wir werden von einem Raumschiff verfolgt, das einer Organisation namens MORDRED gehört. Diese Organisation hat die Absicht, die Unsterblichen zu vernichten, den Planeten Camelot zu finden und die Bewohner zu töten. Im Augenblick haben sie sich auf uns eingeschossen.« Der Terraner brach ab, als er erkannte, daß er gerade dabei war, alles auszuplaudern. Schließlich kannte er den Ertruser nicht, ebensogut konnte er selbst zu MORDRED gehören. Aber dann hätte er sie wahrscheinlich schon umgebracht. Er zögerte einen Augenblick, dann entschloß er sich allerdings, dem Ertruser doch Vertrauen entgegenzubringen. Cyrus aktivierte einen kleinen Syntron und stellte die Nachrichten ein. Berichte wurden verlesen, die den Terraner allerdings nicht interessierten. Dann allerdings horchte er auf. »...zu einem Unfall im All gekommen. Eine Space-Jet ist dort havariert, die Besatzung rief über Funk um Hilfe. Einheiten der planetaren Raumüberwachung konnten den Absturz der Jet verhindern. Von der Besatzung fehlt jede Spur. Offensichtlich hat sie den Planeten erreicht. Falls jemand aus der Bevölkerung die Insassen gesehen hat, soll er sich bei den Behörden melden. Die Jet wurde sichergestellt und zum Raumhafen gebracht.« Das Schiff war also noch verfügbar. Dean speicherte die Infomation, dann konzentrierte er sich wieder auf den Ertruser. »Du willst uns doch hoffentlich nicht doch verraten?« »Eigentlich sollte ich es tun. Aber ich werde euch helfen. Ich halte meine Versprechen.« Dean glaubte ihm merkwürdigerweise immer noch, obwohl er einem Unbekannten sonst nicht so schnell vertraute. Aber seine Instinkte sagten ihm, daß er Cyrus nicht fürchten mußte. Der Terraner hatte gelernt, seinen Instinkten zu vertrauen. Endlich konnte er sich auch um den Freund kümmern. Der Somer saß neben ihm. Bisher hatte er sich nicht gerührt. Als Will Dean sich ihm zuwandte, senkte er verschämt den Blick. »Was war da oben los?« »Einer meiner Verwandten ist bei einem Raumunfall ums Leben gekommen. Ich hatte Angst...« Er warf dem Terraner einen Seitenblick zu, um zu sehen, ob er ihn auslachen würde. »Das ist nur natürlich. Ich habe auch meistens Angst. Die Kunst ist nicht, furchtlos zu sein, es ist nur wichtig, seine Furcht irgendwann zu überwinden. Du bist Diplomat. Niemand erwartet, daß du dich wie ein Supermann aufführst.« Damit war das Thema für ihn erledigt. Der Terraner atmete erleichtert auf.
Verdammt, die waren schon wieder entkommen. Wütend ballte der Oberst die Fäuste. Ein Seitenblick auf die Tür verriet, daß der General immer noch nicht die Absicht hatte, sie zu beehren. Sie hatten das Erreichen von Holiday gemeldet, aber der General hatte nur knurrend bestätigt und dann befohlen, nicht mehr gestört zu werden. »Findet diese Kerle!« knurrte der Oberst. Er verhielt sich schon genauso unfreundlich wie sein Vorgesetzter, aber er konnte es nicht ändern. Im Augenblick stand er derart unter Druck, er würde die beiden Agenten mit Freuden erwürgen, wenn er es könnte. »Sie sind auf dem Planeten gelandet«, meinte einer der Ortungsoffiziere melden zu müssen. »Ich weiß, verdammt. Schickt einige unsere Außenagenten los. Es muß doch eine Möglichkeit geben, die beiden zu finden.« Wortlos wandte sich der Orter wieder seiner Anlage zu, während die Funker mit dem Planeten Kontakt aufnahmen. Verschlüsselte Nachrichten wurden auf den Planeten geschickt. Hoffentlich änderte sich bald etwas an dieser Situation. Lange würde der General sicher keine Geduld mehr haben. Verstohlen äugte der Oberst zur Tür. Sie rührte sich immer noch nicht.
Agenten trafen sich, versuchten, den Landeort der feindlichen Agenten ausfindig zu machen. Besonders schwierig war das nicht, sie zogen einfach eine Linie von dem gesicherten Raumschiff bis zur Oberfläche des Planeten. Aber als Agenten in dem künstlichen Garten angekommen waren, konnten sie niemanden finden. Die Suche begann. »Bring uns zum Raumhafen!« forderte Will Dean. »Warum?« »Unser Schiff steht dort. Wir werden es uns zurückholen. Dann setzen wir unsere Flucht fort. Ach ja, ein Hyperfunkgerät könnten wir auch noch brauchen. Unseres wurde bei der Flucht leider zerstört.« »Ich habe eines in meiner Unterkunft. Ich werde es euch geben.« Cyrus begann, Spaß an der ganzen Situation zu haben. Endlich einmal ein Abenteuer und ich bin nicht nur Zuschauer in einem Film, sondern daran beteiligt, dachte er. Außerdem, wenn es gegen die MORDRED geht... Cyrus hatte das Theaterstück noch sehr gut in Erinnerung. Er steuerte seinen Gleiter in Richtung seines Ferienhauses und brachte erst einmal seine Tochter darin in Sicherheit, dann suchte er nach der Hyperfunkanlage. Er übergab die Anlage und verließ dann mit den beiden Agenten sein Haus. Die Agenten der MORDRED hatten unterdessen die Kontrolle der Gleiterüberwachung angezapft und beschafften sich Informationen über die Gleiter, die zum fraglichen Zeitpunkt in dem künstlichen Garten gewesen waren. Genauere Auswertungen kreisten den Kreis der Verdächtigen ein, bis nur noch ein Gleiter übrig war, der in der Nähe der vermuteten Absturzstelle zu finden war. Oberst Willoch rieb sich befriedigt die Hände. Er koordinierte die Aktionen der Agenten auf der Oberfläche von der Brücke der TOBRUK aus. Auf seinem Bildschirm erschien der Name eines Mannes, auf den der fragliche Mietgleiter zugelassen war. »Tek Cyrus, Heimatwelt Ertrus«, stand da zu lesen. Außerdem die Adresse eines Miethauses, in dem der Ertruser, zusammen mit seiner Tochter, abgestiegen war. »Schnappt ihn euch und bringt mir die Agenten!« funkte der Oberst nach Holiday. Die Agenten der MORDRED machten sich auf den Weg. In dem Haus fanden sie allerdings keinen der Gesuchten. Nur die Tochter war dort, die aber von den Agenten unbehelligt blieb. Einige der Agenten wurden abgestellt, um das Haus zu überwachen. Falls die Gesuchten zurückkehren würden, würde sofort Alarm gegeben werden. Nach dem Gleiter wurde eine planetenweite Fahndung ausgegeben, die sehr schnell von Erfolg gekrönt war. Der Gleiter befand sich auf dem Weg in die Hauptstadt des Planeten, wo sich auch der Raumhafen befand. Offensichtlich wollten die feindlichen Agenten von Holiday verschwinden. Die MORDRED setzte ihre Leute in Bewegung, der Standort des Gleiters wurde langsam, aber sicher, eingekreist. Irgendwas stimmt hier nicht.« Will Dean blickte sich unbehaglich um, konnte aber nichts entdecken, was seinen Verdacht erhärten konnte. »Was ist los?« Sam blickte unruhig auf den Freund, dann aus dem Fenster. »Ich glaube, wir werden bald Ärger bekommen.« Entschlossen wandte er sich an den Ertruser. »Lande auf dem Parkplatz. Wir nehmen einen Umweg und gehen durch den Vergnügungspark.« »Ancient Worlds«, stand da zu lesen. Ein Themenpark, der sich mit den Geschichten verschiedener Welten befaßte, lag direkt vor den Fliehenden. Cyrus reagierte sofort und steuerte den Gleiter auf den Parkplatz. Die drei Männer verließen den Gleiter und betraten den Park. Dean hielt die Augen offen und beobachtete mindestens drei Gleiter, die ihm verdächtig vorkamen. Sie landeten ebenfalls auf dem Parkplatz, jeweils zwei Männer verließen die Fahrzeuge. »Sie sind uns auf den Fersen«, meinte er. Dann folgte er den Männern in den Park. Wir haben sie.« Diese drei Worte aus dem Funkempfänger erlösten den Oberst. Er lehnte sich in dem Kommandosessel zurück. Zum ersten Mal, seit er die Verantwortung übertragen bekommen hatte, entspannte sich der Mann. Ein Erfolg war in greifbare Nähe gerückt. »Schnappt sie euch. Nehmt keine Rücksicht. Ich will Erfolge sehen«, mahnte er seine Mitarbeiter. Die Männer gehorchten und folgten den Flüchtigen in den Park. Sie hielten noch einen gewissen Sicherheitsabstand ein, arbeiteten sich aber immer näher an die drei Männer heran. Der Ertruser war zwar nicht der einzige seiner Art, aber ein Ertruser in Begleitung eines Terraners und eines Somers waren in dem Park nicht sehr oft anzutreffen. So gelang es den Agenten, den flüchtigen Männern auf den Fersen zu bleiben. Rein da«, meinte Dean. Direkt vor ihnen war der Eingang in ein Fahrgeschäft zu sehen. Eine Art Achterbahn, die an bedeutenden geschichtlichen Ereignissen aus der Vergangenheit vorbei führte. Das Hauptaugenmerk des Fahrgeschäfts lag allerdings auf Dinosaurier. Schnell drängten sich die drei an einigen wenigen wartenden Kunden vorbei, die nicht einmal böse waren. Wenn man Urlaub machte, wollte man sich nicht aufregen. Dementsprechend ließen die Wartenden die drei Fliehenden passieren. Schnell erreichten sie die Achterbahn und ließen sich in eine der Kabinen fallen. Das Fahrgeschäft setzte sich in Bewegung. In der nächsten Bahn allerdings waren einige der Verfolger. Es wurde immer knapper. Mitten auf der Strecke hielt die Bahn an. Einige der anderen Passagiere lachten, als sie zum Stillstand kamen. Offensichtlich warteten sie auf ein besonderes Vergnügen. Das wurde ihnen auch geliefert, allerdings anders, als sie es sich vorgestellt hatten. Aus einer Ansammlung von Schachtelhalmen löste sich ein Energiestrahl. Erste Entsetzensschreie waren zu hören. Einer der Passagiere wurde getroffen. Dean ließ sich aus der Bahn fallen, der Somer folgte sofort. Mit Hilfe der Flugaggregate stoppten sie ihren Sturz nur wenige Meter über dem Boden und verschwanden in der Sicherheit der urwüchsigen Natur. Sam und Dean griffen nach ihren Strahlern und machten sich auf die Suche nach dem Gegner. Erst jetzt merkte der Terraner, daß Cyrus ihnen nicht gefolgt war. Er warf einen Blick auf die stehende Bahn über ihnen und erkannte die breite Gestalt des Ertrusers, der sich gerade über die Rückenlehne mehrerer Kabinen schwang und sich zu der Frau hin bewegte, die von dem Schuß getroffen worden war. »Nein«, wollte Dean rufen, aber erstens würde ihn sein Helfer nicht hören können und zweitens gab es kaum eine bessere Möglichkeit, sich zu verraten. Irgendwo vor ihnen mußte sich der Schütze befinden. Wenn er jetzt rufen würde, dann hatten sie gute Chancen, zu sterben. Wenn er den Ertruser retten wollte, dann mußte er den Gegner schnell finden. Eine weitere Strahlbahn löste sich und diesmal erwischte es einen der fliehenden. Cyrus stieß einen Schrei aus und kippte nach vorn. Einen Augenblick hing er noch über einer Rückenlehne, dann verlor er den Halt. Er stürzte in die Tiefe und schlug mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden auf. »Kümmere dich um ihn«, wies er Sam an, dann schlug er sich tiefer in die Büsche und suchte nach dem Schützen. Sam erreichte den Ertruser, konnte aber nur noch seinen Tod feststellen. Entsetzt wandte er sich ab und folgte Will Dean, der irgendwo vor ihm war. Einige Schreie alarmierten ihn, er beeilte sich, dem Freund zu helfen. Als er eine kleine Lichtung erreichte, mußte er sich erst einen Überblick verschaffen. Da waren einige robotische Dinosaurier. Weiter hinten konnte er Bewegung erkennen. Er kam gerade zurecht, um mitzubekommen, wie Dean einen Gegner außer Gefecht setzte. Ein weiterer der Verfolger lag schon auf dem Boden. Ob sie tot waren oder noch lebten, konnte er nicht erkennen. Schnell folgte er dem Wink des Freundes und rannte mit ihm durch das Dickicht. »Cyrus?« »Tot«, keuchte er. Dean hielt sich nicht auf. Schnaufend erreichten sie einen der Ausgänge aus der Vergnügungswelt, die für sie so wenig Vergnügen geboten hatte. Sie rannten ins Freie, keiner der Verfolger war zu sehen. Hatten sie sie abgehängt? Ohne Verzögerung erreichten sie einen anderen Ausgang aus dem Themenpark. Mit seiner Ausrüstung hatte Dean keine Probleme, einen Gleiter aufzubrechen und in Gang zu setzen. Er nahm direkten Kurs auf den Raumhafen. Mittlerweile war Dunkelheit über diesen Teil Holidays hereingebrochen. Vielleicht schafften sie es im Schutze der Nacht, ihre Jet zu entführen. Der Raumhafen lag unter ihnen. Erstaunlicherweise trafen sie keine Wächter an. Nach den Ereignissen der letzten Zeit hatten sie das nicht erwartet, aber offensichtlich hatten die Agenten der MORDRED die Verwaltung des Planeten so in die Irre geführt, daß das Schiff weitgehend unbewacht war. Die Jet selbst allerdings war durchaus gesichert gewesen, aber das war kein Problem. Den Instrumenten eines TLD-Agenten konnte die Sicherung nicht standhalten. Gegen die drei Wachen, die im Schiff waren, halfen allerdings keine Instrumente. Die drei Agenten, die vermutlich der MORDRED angehörten, merkten erst, was passierte, als Sam und Dean im Schiff angekommen waren. Gegen die Strahlwaffe Will Deans hatten sie allerdings keine Chance. Wenige Augenblicke später hatte Dean das Schiff in Bewegung gesetzt. Nun befanden sie sich wieder im Weltraum, glücklicherweise auf der Seite des Planeten, wo sich die TOBRUK nicht befand. So schafften sie es wieder einmal, den Schergen der MORDRED zu entkommen. Fast schon zuviel des Zufalls, dachte Dean. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, und so nutzte der TLD-Agent einfach die Chance zur Flucht. »Wir müssen dafür sorgen, daß sich jemand um die Kleine kümmert.« Dean schüttelte traurig den Kopf. Nun hatte Simone Cyrus auch noch ihren Vater verloren. Agenten von Camelot oder dem TLD würden sich um das Kind kümmern. Hoffentlich würde sie jemals darüber hinwegkommen. Wütend blickte er auf die Welt, die im Heckbildschirm noch zu sehen war. Dann tauchten sie in den Hyperraum ein und verließen das Sonnensystem. Wieder einmal meldete der Syntron Probleme mit dem Antrieb. Das kannten sie schon. Davon unberührt schaltete der Agent. Urlaubsparadies? Vielleicht. Aber nicht für jeden.
Zitternd blickte der Oberst auf die noch immer verschlossene Tür. Die Nachricht über das Scheitern ihrer Mission wollte immer noch nicht richtig in seinen Kopf, aber offensichtlich hatten die Fliehenden auf Holiday einige der Agenten getötet und waren dann mit dem eigentlich schon gesicherten Raumschiff, das sie aus der TOBRUK gestohlen hatten, ins All verschwunden. Im Moment hatte er nicht einmal eine Spur der Agenten, aber er hoffte, daß wenigsten die Ortung bald eine gute Nachricht für ihn haben würde. Er betrat den Raum des Generals und erstattete Meldung. Das Urteil war klar, er wartete nicht einmal, bis der General etwas sagte. Nachdem er ausgesprochen hatte, griff er nach seiner Waffe. »Ich habe versagt«, meinte er, und richtete die Waffe auf seine Schläfe. Er drückte langsam auf den Auslöser, kurz bevor er den Kontakt erreichte, riß er allerdings die Waffe herum und zielte auf den General. Triumphierend drückte er ab. Den Energiestrahl, der aus dem Schreibtisch kam, sah er schon nicht mehr. Langsam brach er zusammen. Er hatte es nicht einmal geschafft, den Kontaktpunkt zu erreichen. Kein Schuß löste sich aus seiner Waffe. Mit einem ungläubigen Ausdruck in den Augen lag er auf den Knien, dann kippte er vornüber. Oberst Willoch war tot. Nelder übernahm nun den Posten des Ersten Offiziers.
Paola Daschmagan lehnte sich zurück. Gerade war die Sondersitzung des Parlaments zu Ende gegangen. Die Erste Terranerin hatte einen Nachfolger für den Finanzminister vorgeschlagen, einen Mann, der bisher für die Finanzen einer Kolonialwelt verantwortlich gewesen war. Dennis Harder war bereits im ersten Wahlgang bestätigt worden. Terra hatte einen neuen Finanzminister. Ein Problem weniger, dachte die Daschmagen, nicht ahnend, daß sie sich ausgerechnet ein Mitglied des inneren Zirkels der MORDRED ausgesucht hatte. ENDE Rhodan ist zurückgekehrt, kann jedoch Adams nicht so unterstützen, wie er möchte, da die Gefahr durch MATERIA noch größer ist. Doch der Unsterbliche läßt nichts unversucht. Mehr darüber und wie es mit Sam und Dean weitergeht erfahrt ihr in von Dominik Hauber in Heft 9 mit dem Titel Duell über Stiftermann III Der DORGON-Zyklus - MORDRED-Zyklus - ist eine nicht kommerzielle Publikation des PERRY RHODAN ONLINE CLUBs. Heft 8 von Ralf König. Titelbild: Tomas Kaube. Technischer Berater: Sebastian Schäfer. Versand: PROC. Lektorat, Nachbearbeitung: Klaus Wiehoff. DORGON-Kommentar: . Umsetzung in Endformate: Alexander Nofftz. Satz: Xtory (SAXON, LaTeX). Internet: http://www.dorgon.de. eMail: dorgon@proc.org. Adresse: PROC c/o Nils Hirseland, Redder 15, 23730 Sierksdorf. Copyright © 2001. Alle Rechte vorbehalten! | ![]() | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() | ![]() | ![]() |