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Dean lehnte sich langsam zurück. Sein Raumschiff driftete ohne Antrieb durch den Leerraum. Außerhalb der schützenden Hülle des Schiffes herrschte das Vakuum und damit die totale Leere, die charakteristisch für den größten Teil des Weltraums war. Sterne funkelten in dieser Schwärze und erhellten sie, allerdings weitgehend bedeutungslos für den einsamen Raumfahrer in seinem Schiff. Einsam fühlte er sich, gleichsam genauso leer, wie der Raum, der sein Schiff umgab. Er seufzte leicht. Dann gab er sich einen Ruck und setzte sich im Kommando- und Pilotensessel des kleinen Raumschiffs auf. Vor seinen Augen sah er die schlanke Gestalt des vogelähnlichen Wesens. Triaz, den er einige Zeit für Sam gehalten hatte, hatte offenbar Verrat an seinem Volk geübt, nicht nur an seinem Volk, sondern an der ganzen Galaxis, denn er hatte dafür gesorgt, daß er, Will Dean, eingesperrt und Sam mit gefälschten Beweisen angeklagt wurde... Er hatte versucht, Sam in Mißkredit zu bringen um somit zu verhindern, daß die Regierung von Siom Som, respektive Salaam Siin, einen Hilfsflotte für die Dorgon-Expedition der Terraner schicken würde. Dabei hatte er es auch kurzzeitig geschafft, Will aus dem Verkehr zu ziehen. Glücklicherweise war es dem Terraner gelungen, mit einem Trick zu entkommen. Kurz nach seiner Flucht konnte er beweisen, daß Triaz Sam eine Falle gestellt hatte. Der Verräter allerdings war entkommen. Noch einmal verfolgte ihn das Geschehen danach. Will Dean hatte sich an die Verfolgung gemacht. Die Jagd durch den Hyperraum war nicht besonders schwierig gewesen, der Verfolgte schien nicht damit zu rechnen, daß jemand hinter ihm her sein könnte, daher fiel es dem dunkelhäutigen Terraner leicht, ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Und dann war es geschehen. Bei einer kleinen weißen Sonne, die keine Planeten besaß, war das Schiff des Somers in eine Parkposition gegangen. Dean hatte sich in der Nähe in einem Asteroidenschwarm versteckt. Elegant hatte er das Schiff auf einem der kleinen Himmelskörper gelandet und seine Ortungen aktiviert. Auch jetzt noch stand das Schiff auf dem Asteroiden. Aber für die Himmelskörper, die seine Space-Jet umschwärmten, hatte der Terraner keinen Blick mehr. Er sah nur noch das Adlerschiff vor sich. Ein Adlerschiff, wie sie es bisher nur bei den Dorgonen gesehen hatten. Diese Schiffe gab es in drei Größen, dieses hier klassifizierte er als eines der mittleren Größe zugehörig. Es war 1500 Meter lang, 2100 Meter breit und immerhin 1400 Meter hoch. Majestätisch schwebte es auf das kleine Schiff des Somers zu. Es sah aus, als würde ein Adler sich auf seine Beute stürzen. Im Gegensatz zu einem Adler bremste das Schiff der Dorgonen allerdings leicht ab, dann jedoch öffnete es eine Schleuse an der Vorderseite. Das Schiff des Somers schwebte in einen Hangar. Es wirkte auf den heimlichen Beobachter wie die Mahlzeit der Karikatur eines Adlers. Ein Lächeln ersparte sich der Terraner allerdings, dazu war die Lage zu ernst. Während dieser Vorgänge fand ein reger Funkaustausch zwischen den Schiffen statt. Dean verfolgte gespannt der Kommunikation, allerdings ohne etwas zu verstehen, denn die Syntronik war noch nicht in der Lage, den Text zu entschlüsseln. In diesem Augenblick kamen die ersten übersetzten Texte herein. Der Verdacht des ehemaligen TLD-Agenten bestätigte sich. In der Tat hatte der abtrünnige Somer eine Verbindung zu den Dorgonen. Offenbar hatten beide Seiten ein Abkommen miteinander. Nun wurde ihm einiges klar, unter anderem, wie der Verräter es geschafft hatte, Beweise in der Kabine des Somers Sam zu plazieren, ohne daß jemand etwas gemerkt hatte. Letztendlich war es reines Glück gewesen, daß er ihn überhaupt bei seinem verbotenen Tun erwischen konnte. Was nun passieren sollte, war dem Terraner nicht ganz klar. Er wartete gespannt auf die weiteren Ereignisse. Seine Geduld wurde nicht gerade auf eine harte Probe gestellt. Das Adlerschiff setzte sich langsam in Bewegung und verließ seine Position. Dean startete die Maschinen des kleinen Schiffes und aktivierte den Antigrav. Er schwebte einige Meter nach oben und beschleunigte dann vorsichtig. Er folgte dem Raumschiff und hängte sich hinter die Wesen von Dorgon. Als das Adlerschiff im Hyperraum verschwand, folgte der Terraner sofort. Er hatte Glück, der Orterreflex des Schiffes war deutlich auf dem Bildschirm der Hyperraumortung zu sehen. Er übergab die Steuerung an den Syntron mit der Order, dem Schiff zu folgen. Dean erhob sich und ging zu einem anderen Pult. Er aktivierte das Aufzeichnungsgerät der Funkanlage und sprach einen Text auf den Speicherchip. Dann raffte und verschlüsselte er den Text. Jetzt mußte er nur noch warten, bis die Dorgonen den Hyperraum verlassen würden, dann würde automatisch ein Funkspruch an die Mitglieder seiner Expedition weitergeleitet werden. Die jeweiligen Koordinaten würden automatisch hinzugefügt werden. So wußten die Freunde, wo er gerade war und was er seitdem herausgefunden hatte. Nun konnte er nur noch warten. Er kehrte zu dem Sessel des Kommandanten zurück und ließ sich darin nieder. Schwungvoll landeten seine Beine auf dem Pult vor ihm. Natürlich hatte er die Sensoren vorher deaktiviert. Im Augenblick konnte er nichts anderes tun als warten. Langsam entspannte er sich. Der ehemalige Agent des TLD beobachtete die Schirme vor sich, als betrachte er einen interessanten Holo-Krimi. Allerdings würde der uneingeweihte Beobachter sich gewundert haben, denn außer dem roten Wabern des Hyperraumes konnte man nichts weiter erkennen. Seit einiger Zeit waren sie nun schon in dieser Galaxis unterwegs und das einzige, was der Terraner klar erkennen konnte, war der Ortungsreflex des Adlerschiffes auf einem der Schirme vor ihm. Noch machte das Schiff keine Anstalten, in irgendeiner Weise aus dem Hyperraum austreten zu wollen. Will Dean nutzte die Gelegenheit, um etwas über seine Situation nachzudenken. Vielleicht war es übereilt gewesen, allein aufzubrechen, allerdings war ihm fast nichts anderes übriggeblieben. Sam hatte auf Som festgesessen, weil man ihm den Prozeß machen wollte und seine Schiffe waren daher auch nicht verfügbar. Dean hatte sich gerade noch eine der Jets schnappen können, bevor man den Raumhafen abgeriegelt hatte. Mittlerweile hatte sich die Situation auf Som mit einiger Sicherheit entspannt. Der Ophaler Salaam Siin war bekannt als tolerantes Wesen. Sicher hatte er mittlerweile erkannt, was sich abgespielt hatte. Sam war wahrscheinlich schon wieder auf freiem Fuße und überlegte sich, wie er ihm zu Hilfe eilen könne. Dazu mußte ihm Will aber mit den nötigen Informationen versorgen. Dies gedachte er, beim nächsten Zwischenstopp zu tun.
Der Elfahder wußte im ersten Moment nicht, wie ihm geschah. Ein harter Schlag traf sein Exoskelett und er taumelte zurück. Mit der mechanischen Unterstützung seiner künstlichen Muskeln konnte er sich gerade noch abfangen, als der Gegner auch schon heran war und ihn massiv mit Hieben attackierte. »Du verdammter elfahdischer Verräter«, knurrte der Pteru. Ein weiterer Schlag traf den Kopf des Wesens. Trotz des Exoskeletts spürte der Elfahder Schmerz. Die Rüstungen waren ausgelegt, Schläge weitestgehend abzufangen, aber sie konnten dem Schlag nicht die Wucht nehmen. Verzweifelt wehrte sich der Elfahder. Schließlich wußte er sich nicht mehr anders zu helfen, als eine Klappe am Kniegelenk zu öffnen und aus seiner Rüstung zu fließen. Der Pteru war so beschäftigt, daß er gar nicht merkte, daß sich sein Opfer inzwischen aus der Rüstung entfernt hatte. Wütend prügelte er weiter auf die nun relativ bewegungslose Rüstung ein. Tory floß einige Meter von seinem künstlichen Skelett weg und riskierte einen Blick zurück. Mit Schrecken erkannte er, daß die Rüstung schon einige Beulen aufwies. Langsam aber sicher würde sie von dem wütenden Pteru in Stücke gehauen werden, da war sich Tory ganz sicher. Der Ophaler, der um die Ecke kam, sah die Sache allerdings anders. Er erkannte die Absichten des Pterus und handelte sofort. Er begann zu singen und setzte seine Stimme auf zerstörerische Weise ein. Der Pteru preßte beide Hände auf seine Ohren und trat einen Schritt von der Rüstung zurück. Tory handelte schnell und floß durch die Schleuse im Kniegelenk zurück in seinen künstlichen Körper. Kaum hatte er die Kontrolle über seinen Körper wiedererlangt, da rannte er auch schon auf den Ophaler zu. Hinter dem kleinen Körper versuchte er seinen wesentlich größeren Körper in Sicherheit zu bringen, was ihm natürlich nicht gelang. Der Pteru hatte sich mittlerweile von der Lärmattacke erholt. Er nahm die Hände von den Ohren und blickte, immer noch wütend, aber merklich abgekühlt, in die Richtung des Ophalers. »Das soll dir eine Lehre sein«, meinte der Ophaler. »Die Zeiten des Kriegerkultes sind vorbei. Verhalte dich friedlich, wie es sich für ein zivilisiertes Wesen gehört.« Der Pteru fixierte den Ophaler für einige Augenblicke. Sein Blick spiegelte Überraschung, aber auch Vorsicht wider. Langsam entfernte er sich von dem Ophaler. Als er merkte, daß der Sänger ihm nicht folgen würde, drehte er sich um. Seine Schritte beschleunigten sich, schnell war er um eine Ecke verschwunden. Die Straße lag nun leer vor ihnen. Der Ophaler drehte sich zu dem Elfahder um. »Mein Name ist Vensalaa Triid. Ich hoffe, es geht dir gut.« Der Elfahder verbeugte sich leicht. Dabei gab eines der Scharniere seines Exoskeletts ein leises Quietschen von sich. Offensichtlich hatte das Skelett die rauhe Behandlung mit dem Schlagstock nicht ganz unbeschadet überstanden. »Mein Name ist Tory. Ich freue mich, dich zu treffen. Mir ist nichts passiert, aber ich fürchte, mein Exoskelett hat einiges abbekommen.« »Das ist kein Problem, da kann ich dir helfen. Folge mir einfach und Hab keine Angst. Niemand wird dir etwas tun.« Der Ophaler drehte sich um und schritt in Richtung der belebteren Straßen davon, die nur einige hundert Schritte von diesem Teil der Stadt entfernt waren. Vasaak war ein gefährlicher Stadtteil, niemand wagte sich da ohne triftigen Grund hinein. Allerdings waren sie hier immer noch in den Randbereichen, daher erreichten sie die belebteren Bereiche der Vergnügungsviertel, auch ohne weiteren Angriffen ausgesetzt zu sein. »Was macht ein Ophaler in einem solchen Teil dieser Stadt?« Der Elfahder hatte sich nach langem Überlegen dazu durchgerungen, diese Frage an den Ophaler zu richten. »Geschäfte«, lautete die lapidare Antwort des Ophalers. Tory wartete gespannt auf eine genauere Erklärung, allerdings vergeblich. Offensichtlich wollte das Wesen keine weiteren Worte darüber verlieren. »Und wohin wirst du mich bringen?« Ein Seitenblick traf ihn. »Du scheinst mir recht neugierig zu sein, Elfahder. Manchmal ist es besser, die Klappe zu halten und einfach schweigend zu folgen. Es gibt Dinge in unserer Galaxis, die nicht so sind, wie sie sein sollen. Seit die Heraldischen Tore wohl für immer verschlossen sind, hat sich eine Menge getan. Und nicht alles war gut. Folge mir nun schweigend und warte auf alles weitere.« Der Elfahder verstummte verblüfft. Eine Antwort auf seine Frage hatte er nicht erhalten, allerdings hatte er den Eindruck, daß sein Begleiter mehr gesagt hatte, als er eigentlich wollte. Jedenfalls waren seine Andeutungen mehr als nebulös gewesen. Was wollte er mit diesen Worten sagen? Schweigend trottete der Elfahder neben dem Ophaler her. Ein merkwürdiger Anblick – der kleine Sänger, der offensichtlich die Richtung bestimmend, den großen Elfahder geleitete. Langsam, gemessenen Schrittes, bewegten sie sich durch die Hauptstadt von Trenyra II, einer Welt in der Westside von Siom Som. Kenyon war ein Ort, an dem sich viele Völker dieser Galaxis vereinigten. Vor allem Elfahder, Somer und Ophaler waren hier keine Seltenheit. Weit seltener allerdings traf man auf Pterus, denen man als Überbleibsel der Upanishad immer noch sehr zweifelnd gegenüber stand. Immerhin wußte man inzwischen, wer die zwölf ewigen Krieger gewesen waren. Sie waren heute sicher alle tot. Aber Pterus waren immer noch Wesen, denen man lieber nicht begegnen wollte. Offensichtlich zurecht, wie der Zusammenprall Torys mit dem Pteru bewies. Tory sagte nichts mehr. Schweigend folgte er dem Ophaler, obwohl ihm eigentlich eine Menge Fragen auf der Zunge brannten. Aber ihm blieb wohl nichts anderes übrig, als den Wunsch Vensalaa Triids zu respektieren. Und so bewegten sich die beiden ungleichen Gestalten durch die Straßen Kenyons, ohne ein Wort zu wechseln. An einer Straßenecke blieb der Ophaler plötzlich stehen. Er deutete auf den Eingang eines Hauses, das für den Elfahder verdächtig nach einem Ort aussah, wo man seine Gelüste gegen Bezahlung befriedigen konnte. Sein flüssiger Körper begann, sich unruhig zu bewegen, was seinen leicht lädierten künstlichen Körper noch mehr zum quietschen brachte. »Keine Angst«, meinte der Ophaler. »Die tun dir nichts. Wir treffen uns da drin. Geh einfach rein und setz dich an einen Tisch. Bestell dir ein Beron und warte, bis du gerufen wirst. Ich werde dein Erscheinen ankündigen.« »Was heißt ankündigen? Kann ich nicht einfach mit dir mitkommen? Dem Elfahder war der Gedanke, allein in dieses Etablissement zu gehen, wohl nicht sehr geheuer. Der Ophaler wedelte mit einigen seiner Tentakel. Unwirsch wies er auf die Tür. »Stell dich nicht so an, Elfahder. Geh da hinein und warte. Es wird nicht lange dauern.« Damit wandte er sich ab. Er ging in einen schmalen Durchgang zwischen zwei der Häuser und betrat eines durch eine Seitentür. Er blickte sich nicht mehr um. Tory betrachtete für einige Augenblicke die Tür und fragte sich, was wohl als nächstes auf ihn zukommen würde. Offenbar wäre er heute morgen lieber im Bett geblieben, jedenfalls hatte sich der Tag bisher nicht gerade zu einem der Besten entwickelt. Als er aufgestanden war, hatte ihn seine Mutter zu sich gerufen. Sie lebte in Vasaak, daher hatte er diesen Bezirk betreten müssen. Nicht jeder, der in diesem Stadtteil lebte, machte ihn zu einer Gefahr. Nur half ihm das auch nichts. Den ganzen Tag hatte er sich das Gejammer seiner Mutter anhören müssen. Das Exoskelett tauge nichts mehr, ihr Körper mache auch langsam schlapp und überhaupt sei alles so teuer geworden, seit die ewigen Krieger nicht mehr über sie wachten und wie heruntergekommen doch seither alles war. In diesem Sinne hatte sie immer weiter und weiter gemacht. Als sie genug gejammert hatte, war er wieder nach Hause aufgebrochen und dabei über diesen Pteru gestolpert. Für einen Moment überlegte Tory, einfach umzudrehen und wegzugehen. Jemanden, der sein Exoskelett reparierte, würde er schon finden. Wie kam er überhaupt dazu, dem Wesen zu folgen und seiner Aussage vertrauen, es könne ihm helfen? Eigentlich gab es keinen Grund, so leichtgläubig zu sein. Andererseits hätte der Ophaler ihm sicher nicht geholfen, wenn er eine Gefahr für ihn wäre. Tory entschloß sich, dem Wesen zu vertrauen. Er betrat die Bar.
Will Dean schreckte hoch, als er den Alarm des Syntrons hörte. Für einen Moment wußte er nicht, wo er war, dann aber kehrte die Erinnerung zurück. Offenbar war er eingeschlafen. Das Beste, was er hatte tun können. Wenn es zur Konfrontation mit den Dorgonen kommen sollte, war es sicher von Vorteil, ausgeschlafen zu sein. Offenbar war etwas geschehen, sonst hätte ihn der Syntron nicht geweckt. »Was ist los, Syntron?« »Die Dorgonen sind aus dem Hyperraum ausgetreten. Vierzehn Lichtstunden vor uns befindet sich eine Sonne mit drei Planeten. Offenbar wollen sie dorthin fliegen. Eine Station kann ich allerdings noch nicht orten.« »Dranbleiben. Ist der Funkspruch mit unseren Koordinaten abgesetzt worden?« »Positiv. Eine Bestätigung von Som ist allerdings noch nicht eingetroffen.« »Bestätigung abwarten. Den Dorgonen folgen.« Gespannt beugte sich der Terraner in seinem Sitz vor, als sich das Schiff langsam dem Sonnensystem näherte. Offenbar war es unbewohnt. »Syntron, Daten über das System und unseren genauen derzeitigen Standort!« Der Syntron nannte die Koordinaten. »Das System befindet sich auf der Westseite von Siom Som. Wir sind genau 2412,2148454 Lichtjahre von Som entfernt. Es besteht aus eine Sonne vom Sol-Typ und insgesamt drei Planeten. Der erste weist eine Oberflächentemperatur von 120 Grad auf.« »Vielleicht würden sich einige Oxtorner dort wohl fühlen«, murmelte der Terraner grinsend. »Der zweite Planet ist mit einer Durchschnittstemperatur von 40 Grad für Menschen etwas zu warm, weißt allerdings angenehme Lebensbedingungen auf. Der dritte Planet hat keine Atmosphäre. Er hat eine Oberflächentemperatur von durchschnittlich minus 180 Grad.« »Und wohin wenden sich die Dorgonen?« Dean fixierte den Orterreflex und versuchte, eine Richtung daraus abzulesen. Das Schiff näherte sich den Planeten von »oben«, jedenfalls wenn man sich an den Umlaufbahnen der drei Welten orientierte. »Eine Hochrechnung der Flugbahn läßt vermuten, daß die Dorgonen auf dem zweiten Planeten landen werden. »Na wunderbar. Jetzt könnte ich einige Arkoniden gut gebrauchen, die würden sich sicher auf dieser Welt recht wohl fühlen.« Dean überlegte einen Augenblick. »Syntron, die Landung abwarten. Danach in der Nähe der Basis der Dorgonen einen Landeplatz suchen. Wir wollen nicht entdeckt werden, wenn wir landen.« »Verstanden.« Der Syntron folgte dem Schiff der Dorgonen und verfolgte genau dessen Flugbahn. Er bestätigte noch einmal die Wahrscheinlichkeit der Landung auf dem zweiten Planeten, dann beschleunigte er langsam. Als die Dorgonen gelandet waren, betrug die Entfernung für Will Deans Schiff noch eine Lichtstunde von zweiten Planeten. Schnell näherte er sich der Welt, die er in Gedanken schon Dune getauft hatte, nach einer alten terranischen Geschichte, wo man eine Wüstenwelt genauso genannt hatte. Die Geschichte war entstanden, als die Menschheit noch nicht ins All fliegen konnte, aber Wüstenwelt war nun einmal Wüstenwelt. Eine halbe Stunde später schwebte die Space-Jet über einem kleinen Talkessel, der von einem Sandüberhang überschattet wurde. Langsam und vorsichtig parkte der Syntron das Fluggerät darunter.
Vier Soldaten gruppierten sich um den Somer, der sich in seiner Haut nicht sehr wohl fühlte. »Du hast es also nicht geschafft, diesen Sam aus dem Verkehr zu ziehen. Ich bin enttäuscht, eigentlich hätte ich mir mehr von dir erhofft.« Der Somer öffnete seinen Schnabel, konnte sich aber einen Kommentar gerade noch verkneifen, als der Dorgone wütend mit einer Hand eine waagrechte Bewegung machte. Es war deutlich genug, was er damit sagen wollte – Unterbreche mich nicht, wenn dir dein Leben lieb ist, Somer – das sollte die Bewegung ausdrücken und Triaz wußte sehr genau, daß sein Leben in diesem Moment an einem seidenen Faden hing. Er war vielleicht ein Verräter, aber er war nicht dumm. »Sag mir, Somer, welcher Wert hat eine Kreatur wie du, wenn sie nicht die Erwartungen erfüllt, die man in sie setzt? Keinen, nicht wahr? Welchen Wert solltest du also für mich noch haben, kannst du mir das sagen?« Der Dorgone verstummte. Er hatte beide Hände in die Hüften gestemmt und blickte dem Somer genau in die kleinen schwarzen Augen, die so tückisch funkeln konnten. »Nun, ich warte auf eine Antwort.« Triaz wunderte sich nicht über die Sprunghaftigkeit des Dorgonen. Wenn man mit dem Teufel paktierte, dann konnte man sich eben leicht das Gefieder verbrennen, wie jeder Somer wußte. Er öffnete wieder den Schnabel, allerdings kam nichts heraus. Angst erfaßte ihn, wie ein kalter Hauch strich sie über sein Rückgrat und verharrte in der Nähe seines Herzens. Es begann schneller zu schlagen. Ein Somer konnte nicht schwitzen, aber es bildete sich Schaum in seinem Mund, der weiß aus seinem Schnabel tropfte. »Ich kenne mich auf Som sehr genau aus, daran hat sich nichts geändert. Auch wenn mir die maßgeblichen Leute dort nicht mehr vertrauen, kenne ich zu viele Geheimnisse. Du kannst mich nicht töten...« Im gleichen Augenblick wußte er, daß er einen Fehler begangen hatte. Einem Wesen, das sich als absoluter Herrscher fühlte, sollte man besser nicht sagen, was er nicht tun kann. »Du wagst es... ?« Die Stimme von Zaracus, dem Oberbefehlshaber aller Dorgonen in Siom Som, hörte sich verwundert an, allenfalls noch etwas belustigt. Ernsthaft wütend schien er aber nicht zu sein. »Verzeihung, Herr.« Eiserne Faustregel, wenn es gefährlich wird, immer Unterwürfigkeit zeigen. »Ich wollte nicht... ich meine...« Zaracus winkte ab. »Schon gut. Schafft mir diesen Wurm aus den Augen, ich kann seinen Anblick nicht mehr ertragen. Ich werde später entscheiden, was wir mit ihm machen. Bis dahin, Geschmeiß, kannst du dir überlegen, warum wir einen Verräter besser nicht töten sollen. Raus mit dir.« Mit diesen Worten drehte er sich um und wandte sich von den Soldaten ab. Diese salutierten. Er nahm die Ehrenbezeigung nicht einmal zur Kenntnis. Mit wütenden Schritten stapfte er auf seinen Kommandantensessel zu, der erhöht in der Mitte der Zentrale stand. Sechs Stufen führten bis ganz nach oben und sorgten so dafür, daß Untergebene auch dann zu ihm aufschauen mußten, wenn er saß. Gemessenen Schrittes ging er über die kurze Treppe nach oben und ließ sich auf seinem Sitz nieder. Sein Blick fiel auf die Anzeigen in seiner Armlehne. Seine Augen weiteten sich, als er den Ausschlag an Energie erkannte. »Etwas stimmt hier nicht«, brüllte er. »Das Schiff ist doch schon längst gelandet. Woher kommen diese Energieausschläge? Ortung!« Er drehte sich in seinem Sessel. Ein drohender Blick traf einen der Anwesenden, der sich erschreckt duckte und sofort die Ortungen überprüfte. Nichts zu sehen. Der Ortungsoffizier überprüfte die Aufzeichnung der letzten fünf Zeiteinheiten und erkannte, daß sein Kommandant recht hatte. »Energieausschlag bei 130 Grad West. Energiequelle unbekannt. Es handelt sich nicht um eine Energiequelle der Dorgonen, es handelt sich auch nicht um planetare Energie. Wir haben einen Eindringling.« »Sofort Alarmbereitschaft. Jemand ist uns gefolgt. Dieser somerische Trottel hat uns eine Laus in den Pelz gesetzt.« Sirenen heulten auf, Lichter begannen zu blinken. Bisher allerdings nur blaue Lichter, die bei den Dorgonen ein Problem minderer Schwere anzeigten. Gleiter wurden bemannt, Besatzungen machten sich bereit. Auf einen Befehl des dorgonischen Kommandanten lösten sich die Gleiter aus ihren unterirdischen Hangars. Die Suche begann.
Unbehaglich blickte sich der Elfahder in dem dunklen Raum um. Dann steuerte er die schmutzige Theke an. Er stützte den Ellbogen seines Exoskeletts auf und zog ihn sofort zurück. Eine riesige Kakerlake wanderte direkt vor seinen Augen über die Theke. Auch in Siom Som war dies ein abstoßender Anblick. Ein Drall drehte sich zu ihm um und sah die entsetzt geöffneten Augen des Elfahders. Der insektoide Bartender wirkte einen Augenblick lang verärgert, dann aber grinste er. Er ging hinüber zu dem Elfahder und nahm die Kakerlake vor seinen Augen mit den Fingern auf. Seine Kieferzangen öffneten sich und schlossen sich, dann war der primitive Artgenosse für immer von dieser Welt verschwunden. »Was darf es sein?« fragte der Bartender und griff nach einem Glas, das nicht eben sauber war. Der Elfahder preßte eine Hand vor seine Eßöffnung und schüttelte den Kopf. »Für mich in den nächsten Stunden nichts, danke«, meinte er. Der Drall zuckte nur mit den Schultern und wandte sich einem anderen Gast zu. Tory löste sich von der Theke und drehte sich um. Ein Rundblick zeigte ihm eine Vielzahl von zwielichtigen Gestalten, offensichtlich aus allen Teilen Siom Soms stammend. Wenn Vasaak einer der gefährlichsten Stadtteile war, dann mußte dieses Loch hier eine der gefährlichsten Bars in der Stadt sein, so jedenfalls kam es ihm vor. Schmutz wohin man auch schaute, und zwar sowohl was den Schmutz auf den Tischen und Bänken anging, als auch was den Schmutz anging, der sich an den Tischen niedergelassen hatte. Es war furchterregend. Eine leicht bekleidete Mandinka tanzte auf einem der Tische. Sie ließ nach und nach ihre Hüllen fallen, was der an ein Exoskelett gewöhnte Elfahder doch eher ungewöhnlich fand. Sie enthüllte gerade ihre dritte Brust, als eine Hand sich auf die Schulter Torys legte. Der Elfahder wandte sich langsam um. Er erwartete, das Gesicht des Ophalers hinter sich erkennen zu können, aber es war nicht der Ophaler. Ein Pteru stand hinter ihm. Der humanoide öffnete den Mund und entblößte eine Reihe schiefer Zähne. »Hey, Elfahder, was machst du denn hier?« lallte die Gestalt. »Ich dachte, ihr Mistkerle hättet euch in eine andere Galaxis abgesetzt...« Der betrunkene Pteru lachte wiehernd, dann hatte er Tory schon wieder vergessen. Fasziniert starrte er auf die dritte Brust der Mandinka, dann plumpste er auf einen Barhocker, der zufällig gerade hinter ihm stand. Er wandte sich um. Der Drall stellte einen Krug einheimischen Alkohol vor ihm auf die Theke und der Pteru nahm einen tiefen Schluck. Im nächsten Moment verriet ein lautes Schnarchen, daß der Betrunkene eingeschlafen war. Tory war zutiefst entsetzt. Normalerweise hielt sich der Elfahder nicht in solchen Etablissements auf. Er war ein wohlerzogener Elfahder, der von seiner Mutter im Geiste der ehemaligen Upanishad erzogen worden war. Natürlich hatte er keine Stufen der Upanishad erfüllt, eine solche Lehre gab es in Siom Som eigentlich nicht mehr. Nur einige der Standards von damals hatten sich erhalten. Daher konnte der Elfahder ein solches Verhalten nicht nachvollziehen. Unglücklicherweise hatte Tory nie zu den Geschicktesten gehört. Schon als Kind hatte man ihn liebend gerne gehänselt, er hatte sein Exoskelett mehrfach kaputt gemacht und damit seinen Eltern nicht eben Freude bereitet, die immer wieder für nicht ganz billigen Ersatz sorgen mußten. Das war auch der Hauptgrund, warum er die quälenden Tage bei seiner Mutter widerspruchslos über sich ergehen ließ. Vorsichtig ließ sich Tory in seinem Exoskelett auf einen anderen Barhocker sinken. Wartend verharrte er dort einige Minuten, geschockt in die Runde schauend, bis er aus einer Tür an der Seite die Gestalt eines Ophalers treten sah. Ein kurzer Wink nur, dann verschwand die Gestalt wieder. Wie auf Kommando erhob sich der Elfahder und folgte dem Wesen. Er gelangte in einen Korridor, der zu den Naßzellen führte. In einer der Zellen erwartete ihn der Ophaler. Wiederum winkte er, der Elfahder trat zögernd in die enge Zelle. Er wollte gerade fragen, was das solle, als sich der Boden in Nichts auflöste. Es war nur eine Projektion gewesen und sie standen nun über einem dunklen Schacht, der sich als Antigravschacht entpuppte. Langsam sanken sie nach unten. Über ihnen stabilisierte sich wieder die Projektion eines Fußbodens und sie konnten von unten die leere Zelle erkennen. Tory sagte nichts mehr. Er starrte nur beharrlich in die Dunkelheit. Er wünschte sich, nicht mitgegangen zu sein. Aber nun war es leider zu spät. Die Dunkelheit wich einer grauen Dämmerung. Ein Gang wurde unter ihnen sichtbar, der nur in eine Richtung führte. Am anderen Ende des Ganges erkannte der Elfahder ein Licht. »Dort ist unser Ziel. Dort wirst du erfahren, warum ich dich hierher geführt habe. Aber zuerst werden wir dein Exoskelett versorgen. Komm.«
Die Space-Jet lag unter dem Sand begraben, der die Wüste beherrschte. Will Dean hatte den Syntron angewiesen, den Überhang zum Einsturz zu bringen. Gleichzeitig hatte er alle Energieanlagen deaktivieren lassen. Die Oberfläche der Jet war so beschaffen, daß Ortungsstrahlen einfach um sie herum abfließen würden und sich im Nichts verlieren würden, so war er gegen eine Entdeckung optimal geschützt, sollte man seine Landung doch geortet haben. Da auch der Syntron als energieverbrauchende Anlage deaktiviert war, begab sich Will Dean an die Ortungen und aktivierte die passiven Orter. Er setzte sich in den Sessel und beobachtete die Anzeigen, gespannt abwartend, ob sich etwas tun würde. Er mußte nicht lange warten. Ein Gleiter tauchte in seiner Nähe auf, gleich darauf ein zweiter und dritter. Insgesamt erschienen zehn Gleiter, die mit Soldaten Dorgons besetzt waren. Einer nach dem anderen ging nieder. Bewegungslos verharrten sie dort, niemand verließ die Fahrzeuge. Nach einer halben Stunde hob der erste der Gleiter ab, gleich darauf ein weiterer. Nach und nach waren alle Gleiter gestartet, bis der Platz über der Space-Jet so leer und verlassen war, wie zuvor. Niemand würde vermuten, daß nur einen Augenblick zuvor noch Gleiter dort oben gestanden hatten. Erleichtert aktivierte Will den Syntron und überließ ihm alles weitere. Er selbst kletterte in einen SERUN und machte sich zum Ausstieg bereit. »Syntron, ich werde die Jet verlassen. Ich werde versuchen, in die Station der Dorgonen einzudringen und dort für etwas Unruhe zu sorgen. Sollte mir etwas passieren, dann mußt du die Hilfsflotte über alles informieren, was hier geschehen ist. Wenn ich nicht zurückkomme, dann hängt alles von dir ab. Sei also vorsichtig, niemand darf die Jet betreten – abgesehen von mir oder den Mitgliedern unserer Expedition.« »Ich habe verstanden. Ich wünsche dir viel Glück, Will Dean.« Obwohl der Terraner wußte, daß der Syntron keine Gefühle kannte, hatte er für einen Augenblick den Eindruck, die Recheneinheit meine es ernst. Vielleicht deshalb, weil sie mit weiblicher Stimme zu ihm sprach, akzeptierte er den Syntron nur zu gerne als seinen Weggefährten. Einer der Gefahren in der heutigen Raumfahrt war, daß man auf langen Flügen, wenn man zu sehr alleine war, seltsame Marotten entwickelte. Eigentlich war Will noch nicht lange genug allein unterwegs um Gefühle für seinen Syntron zu entwickeln. Er schob diese Gedanken weit von sich und konzentrierte sich auf das vor ihm liegendes Problem. Zuerst einmal mußte er die vergrabene Jet verlassen. Er begab sich zu einem der Ausstiege und ließ ein Prallfeld direkt davor entstehen. Dann öffnete er das Schott. Seinen eigenen Schirm synchronisierte er mit den Werten des Prallfeldes, dann durchschritt er einfach das Schutzfeld vor dem Schott. Auf diese Weise verhinderte er ein Eindringen des Sandes in die Jet. Sein eigenes Prallfeld verdrängte genug von dem Sand, um ihn aus dem Schiff treten zu lassen. Will Dean aktivierte seinen Antigrav und ließ sich von ihm nach oben tragen, unterstützt von leichten Schüben aus seinem Triebwerk. Der Pikosyn synchronisierte diese Art der Befreiung aus dem Sand und so perlte der Sand vom Schirm des Terraners ab wie Wasser von einem Körper, wenn man aus dem Wasser auftaucht. Es dauerte nicht lange und in der glatten Sandoberfläche bildete sich ein kleiner Hügel, der nach oben von einer kugelförmigen Sphäre durchstoßen wurde. Der Terraner tauchte aus einer Düne auf wie eine Erscheinung. Kaum stand er auf der Oberfläche, als er auch schon das Prallfeld in sich zusammenfallen ließ. Die Abstrahlungen seines Pikosyns waren so schwach, daß sie in wenigen Metern Entfernung schon nicht mehr anzumessen waren. Er ließ sich von seiner Recheneinheit eine Karte auf die Scheibe seines Raumhelms projizieren. Den Anzug ließ er geschlossen, innerhalb des SERUNs herrschten angenehme 20 Grad, während das Außenthermometer derzeit 48 Grad anzeigte. Langsam machte sich der Terraner auf den Weg, immer der Anzeige auf der Innenseite seinem Raumhelm folgend. Dabei half ihm der Servomechanismus seines Anzugs, der seine Muskelbewegungen genau umsetzte und ihm so ermöglichte, einigermaßen ermüdungsfrei eine lange Distanz zu gehen. Der SERUN war sogar so gut, daß sich seine Beine bewegen ließen, ohne daß der Terraner selber bewußte Muskelbewegungen machen mußte. Wenn er also aus irgendwelchen Gründen das Bewußtsein verlieren sollte, dann würde sein Anzug auch ohne seine bewußte Steuerung laufen können. Ein langer Marsch lag vor im. Die Hitze flimmerte, der gelbe Ball der Sol-ähnlichen Sonne brannte auf ihn herab. Noch machte ihm das nichts aus, aber wenn er sich der Station nähern würde, dann würde er wohl oder übel die Klimatisierung einstellen müssen und ohne die Unterstützung seines Anzugs weitergehen müssen. Der Afroterraner verdrängte diese Gedanken aus seinem Kopf. Dank seiner Hautfarbe mußte er sich wenigstens über einen Sonnenbrand keine großen Sorgen machen. Aber diese Erwägungen lagen noch einige Kilometer vor ihm. Eine Sekunde lang dachte er daran, die Entfernung mit dem Flugaggregat zurückzulegen. Aber dann entschied er sich dagegen. Die Anwesenheit der Gleiter bewies, daß man ihn schon während des Anflugs geortet hatte. Er wollte nicht riskieren, daß man ihn aufgrund einer solchen Nachlässigkeit finden konnte. Vor ihm lag nur Sand. Hinter ihm der gleiche Anblick. Sams Gedanken schweiften ab. Er konzentrierte sich nicht mehr auf seinen Weg, nur insoweit, als er die Anzeige in seinem Helm verfolgte. Die Ortung überließ er dem Pikosyn. Nachdenklich wanderte er weiter. Zaracus lauschte den Meldungen der ausgeschickten Gleiter. Man hatte nicht gefunden. Nichts auffälliges weit und breit. Es schien, als hätte sich der Eindringling perfekt getarnt. Wenn Sie ihn aufspüren wollten, wäre eine ständige Überwachung der ganzen Anlage angebracht gewesen. Zaracus verschwendete einige Gedanken daran, auf eine Überwachung zu verzichten. Sie hatten wahrlich anderes zu tun. Schließlich waren sie der Brückenkopf Dorgons in einer fremden Galaxis. Wenn er keine Fehler machte und die Galaxis erobern konnte, dann würde er es sicher zum Statthalter bringen. Der Statthalter eine ganzen Galaxis, das war schon etwas. Damit konnte er zu Hause Eindruck schinden, denn noch hatte Dorgon nie den Versuch unternommen, sich eine andere Galaxis einzuverleiben. Siom-Som und dessen Nachbargalaxien, die den Bund ESTARTU bildeten und die geheimnisvolle Sterneninsel Galaxia waren von Dorgon auserkoren worden, als erstes in das Imperium aufgenommen zu werden. Sollte Zaracus tatsächlich Statthalter der gesamten Galaxis werden, würde er zum Senator aufsteigen und ungeahnten Ruhm erlangen. Andererseits war ein solcher Posten so weit vom kaiserlichen Hof entfernt nun wirklich nicht auf Dauer erstrebenswert. Als Sprungbrett nach oben war er aber durchaus geeignet. Zaracus rief sich zur Ordnung. Wenn er das akute Problem eines Eindringlings nicht in den Griff bekam, dann brauchte er sich über alles weitere keine Gedanken machen. Versager waren im Reiche Dorgon nicht willkommen. »Alarmbereitschaft für die Station bleibt bestehen. Achtet auf alles Außergewöhnliche. Patrouillen außerhalb der Station sollen auf alles achten, was sich nähern könnte. Und ich meine wirklich Patrouillen. Ich weiß selber, daß es da draußen heiß ist. Ausführen!« Der vor ihm stehende Soldat salutierte, dann wandte er sich zackig um und verließ den Raum. Seines Kommandos schallten bis zu Zaracus herein, der zufrieden vor sich hin lächelte, allerdings nur den Bruchteil einer Sekunde lang. Dann wurde er wieder ernst. Die Besatzung sollte ihn nicht lächeln sehen.
Tory näherte sich dem Licht auf der anderen Seite des Ganges mit gemischten Gefühlen. Langsam aber sicher bekam er es immer mehr mit der Angst zu tun. Der Ophaler wurde ihm immer unheimlicher und er fragte sich, wie er es geschafft hatte, in diesen Schlamassel hinein zu geraten. Der Ophaler überholte ihn, um mit dem Tempo Torys schritthalten zu können. Der Elfahder blieb stehen und verharrte einen Augenblick lang vor dem Durchgang. Dann atmete er tief durch und machte den entscheidenden Schritt. Das erste, was er zu sehen bekam, war ein Exoskelett. Offensichtlich ein weiterer Elfahder. Er wollte schon erleichtert aufatmen, als er auch noch das Gesicht eines Pterus zu sehen bekam. Erschrocken wollte er sich schon wieder umwenden, als er die freundliche Grimasse erkannte. Dieser Pteru würde ihm offensichtlich nichts tun. Zusätzlich saßen noch zwei Drall und ein Versone in dem Raum, aber sie waren es nicht, die ihn erschreckten. Besonders furchterregend fand er eine humanoide Gestalt, die ebenfalls anwesend war – wohl die ungewöhnlichste Erscheinung, die er jemals gesehen hatte. Offensichtlich stammte dieses Wesen nicht einmal aus dieser Galaxis. Der Fremde war fast 2 Meter 50 groß, dazu aber auch fast ebenso breit. Sein Gesicht war weiß und haarlos, auf dem Kopf hatte er Haare, welche die Gestalt einer Bürste hatten. Der Elfahder hütete sich zu grinsen. Der Fremde sah viel zu groß aus, als daß er sich mit ihm angelegt hätte. »Wer sind diese Leute, und was soll das ganze überhaupt?« Diese Frage gehörte sicher nicht zu den intelligentesten, die er stellen konnte, aber es war die erste, die ihm einfiel. Der Ophaler winkte ab und wies auf eine Schale. »Leg erst einmal dein Exoskelett ab. Tray wird sich darum kümmern. Du kannst so lange in dieser Schale herumschwimmen. Dort wird dir nichts passieren. Und hab keine Angst vor diesem Ertruser hier. Er kommt aus der Galaxis Milchstraße und ist schon lange hier. Ein Reisender, der sich entschieden hat bei uns zu bleiben. Sein Name ist Tronk Rudo.« Der Riese nickte ihm kurz zu. Tory nickte unbehaglich zurück. »Während du dich in dieser Schale befindest und dein Exoskelett repariert wird, werden wir dir erklären, wer wir sind und was wir von dir wollen.« Tory erklärte sich nach einigem Zögern einverstanden und öffnete die Schleuse an seinem Kniegelenk. Sein geleeartiger Körper floß nach außen in die Schale, während sich der Elfahder an die Reparatur der Schäden machte. Tory fragte sich, warum er den Fremden so sehr vertraute. Eigentlich gründete sich sein Vertrauen nur auf die Tatsache, daß der Ophaler auf seiner Seite in einen Kampf eingegriffen hatte, der ihm üble Verletzungen oder gar den Tod hätte bringen können. Ob das wohl ausreichend war? Angesichts der Tatsache, daß die Fremden offenbar etwas von ihm wollten, konnte er nicht einmal sicher sein, ob diese Leute gute Absichten hatten. Aber das würde er sicher bald erfahren. Er entschloß sich, erst einmal abzuwarten und zu hören, was man ihm zu sagen hatte.
Sam war erleichtert, als ihm der Funkspruch gereicht wurde. Will Dean lebte offensichtlich noch. Bei der Verfolgung, so der Funkspruch, hatte er die Auftraggeber des Verräters getroffen und er folgte ihnen nun, um ihren Stützpunkt zu finden. Die Koordinaten der Basis würden sie aus dem gleichen Spruch aus einer dem Spruch angehängten Datei erfahren. Sam las weiter und schlug die erwähnten Koordinaten nach. Daraufhin ließ er die SIOM SOM startklar machen. Erst als er den Funkspruch noch einmal in die Hand nahm, stutze er. Beim ersten Durchlesen hatte er die Informationen nur kurz überflogen. Jetzt aber schaute er sie sich genauer an und das erste, was ihm ins Auge fiel, war das Wort Dorgonen. »Triaz hat sich mit einem Adlerschiff der Dorgonen getroffen. Ich werde ihnen folgen«, stand da zu lesen. Unglaublich, dachte der Somer. Diese Leute sind aber auch überall schon vorher. Haben die in jeder Galaxis einen Brückenkopf, eine geheime Station errichtet? Er traf den Entschluß, sich sofort an Salaam Siin zu wenden, der immer noch etwas reserviert ihm gegenüber war. Der Somer verstand seine Beweggründe sehr gut. Nicht er selbst war das Problem, es war wohl eher die Tatsache, daß ihm der Ophaler mißtraut hatte, obwohl es eigentlich keinen Grund gegeben hatte. Andererseits hatte es einen Augenblick lang auch tatsächlich so ausgesehen, als wäre er schuldig. Alles hatte gegen ihn gesprochen, Will war verhaftet worden und man glaubte schon, das wäre das Ende ihrer Mission gewesen. Aber dann war Will doch noch entkommen, hatte den Verräter enttarnt und nachdem Triaz die Flucht ergriffen hatte, hatte jeder erkannt, wo das eigentliche Problem lag. Jedenfalls nicht bei ihm, Sam. Nein, das Problem war jemand ganz anderes gewesen. Und dieser andere war nun bei den Dorgonen und verriet ihnen alle Geheimnisse, die er im Umfeld des Dreizehnerrates aufgeschnappt hatte. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rates mußte Salaam Siin unbedingt erfahren, was sich hier abspielte. Schnell ließ Sam eine Funkverbindung von seinem Schiff zum Regierungspalast herzustellen. Salaam Siin meldete sich sofort. Offensichtlich war er für Sam derzeit immer zu erreichen. Der Somer informierte den Ophaler über das neu aufgetauchte Problem. »Die Dorgonen sind in Siom Som? Das kann ich nicht glauben!« Der Ophaler verstummte sofort. Sam war zurückhaltend genug, um ihn nicht darauf hinzuweisen, daß genau diese Haltung sie alle erst in Probleme gebracht hatte. »Na, wenigstens geht es dem Terraner gut«, meinte der Ophaler. »Ich werde so schnell wie möglich alle verfügbaren Kräfte zusammenziehen und losschicken. Willst du sie mit der SIOM SOM begleiten?« »Das ist meine Absicht. Ich bitte außerdem darum, daß du uns begleitest. Dann kannst du das Ausmaß der Gefahr gleich am eigenen Leib erleben.« Man konnte Salaam Siin ansehen, daß er von dieser Idee nicht sehr angetan war. Aber er hielt sich zurück und nickte nur sehr zögerlich. Dann unterbrach er die Verbindung. Sam deaktivierte ebenfalls sein Terminal und lehnte sich zurück. Dann raffte er sich auf und ließ die SIOM SOM klarmachen. Niemand würde sie am Start hindern. Diese Zeiten waren vorbei. Es war an der Zeit, daß man sich auf den Weg machte, den stellvertretenden Kommandanten zu retten. Dieser Will konnte es aber auch nie lassen, sich in Gefahr zu bringen. Andererseits mußten sie deshalb ganz froh sein, denn ohne seinen überstürzten Aufbruch hätten sie nie von der Anwesenheit Dorgons in dieser Galaxis erfahren. So jedenfalls hatten sie gleich einen guten Beweis in der Hand, wenn es darum ging, Salaam Siin und dem Rat vor Augen zu führen, wie gefährlich und akut die Bedrohung eigentlich war. Klarmeldungen erreichten den Kommandanten. Sam nickte nur mechanisch, dann konzentrierte er sich aber doch auf die anstehende Rettungsmission. Langsam wurde es Zeit, daß sie das Raumschiff wieder ins All bekamen.
Will Dean hatte sich bis auf einen Kilometer der Station genähert und somit die kritische Distanz unterschritten, in der er sich noch einigermaßen sicher bewegen konnte, ohne eine Ortung befürchten zu müssen. Er deaktivierte alle energieerzeugenden Anlagen seines Anzugs, baute allerdings eine Notfallschaltung ein. Die Passivortung war mit dem Pikosyn gekoppelt. Sollte etwas geortet werden, was sein Leben bedrohen würde, würde sich zunächst der Pikosyn aktivieren und danach alles weitere, was der Piko für erforderlich hielt, um das Leben seines Trägers zu schützen. Natürlich mußte Will nach der Deaktivierung sein Visier öffnen, was aber vorerst kein Problem war, da die Luft atembar war. Nur betrug die Außentemperatur fast 50 Grad und es war kein Vergnügen für ihn, ohne die Klimaanlage seines Anzugs in der Hitze schmoren zu müssen. Wenigstens konnte er in der Mulde, die vor ihm im Boden war und die Ausmaße eines Meteoriteneinschlags hatte, alles gut überblicken. Einige Anlagen waren zu sehen, die Zugang versprachen. Die meisten Stationen waren sicher unterirdisch angelegt. Das konnte man aber von hier oben nur schlecht beurteilen und eine aktive Ortung wollte Will nicht unbedingt riskieren. Schwitzend kauerte er am Rande des Kraters und beobachtete die Gegend. Er erkannte Wachen, die zwischen den Bauwerken der Anlage patrouillierten. Sicher waren das Dorgonen, erkennen konnte er dies allerdings nicht genau. Langsam arbeitete er sich auf das Areal, immer darauf bedacht, nicht aufzufallen. Wenn die Wachen mit Wärmesensoren ausgestattet waren, dann würden sie ihnen hier in der Hitze ohnehin nicht sehr viel helfen. Daher bewegte sich Will relativ sicher über den gelben Wüstenboden. Er erreichte einen Schacht, der offensichtlich der Klimatisierung diente. Er war nicht verschlossen und Will entschied sich, das Risiko einzugehen und den Deckel zu öffnen. Wenn Alarm ausgelöst werden sollte, dann würde er das sicher gleich hören. Langsam hob er den Schachtdeckel an, dann kletterte er über eine Leiter in den Versorgungsschacht. Er hatte Glück, denn kein Alarm ertönte. Zaracus zuckte zusammen, als er das Licht in seiner Armlehne blinken sah. Stiller Alarm – jemand hatte soeben den Zugang zu einem Entlüftungsschacht geöffnet. Offensichtlich war doch jemand auf der Welt gelandet und es war richtig gewesen, einen Teil der anwesenden Besatzung zur Bewachung abzustellen. »Alarm«, meldete nun auch einer der anwesenden Ortungsoffiziere. Zaracus verkniff sich einen giftigen Kommentar. Er nickte nur und beorderte die Wachen in das Gebiet, in dem der Eindringling den Alarm ausgelöst hatte. Weit würde er hier in der Station nicht kommen, dafür würden seine Leute schon sorgen.
Vor einigen hundert Jahren waren die Elfahder noch Anhänger eines Kriegerkultes, der in der Milchstraße als der Permanente Konflikt bekannt war. Initiiert wurde der Kriegerkult von den Ewigen Kriegern, die als Beauftragte der Superintelligenz ESTARTU die gleichnamige Mächtigkeitsballung verwalteten. Mit der Zeit entarteten allerdings die Pterus, welche die Ewigen Krieger stellten. Sie wandten sich immer mehr von der reinen Lehre ESTARTUs ab, die einen dritten Weg propagierte, und einem pervertierten permanenten Konflikt zu, der in der Upanishad gipfelte. Die Elfahder waren die treuesten Gefolgsleute der 12 ewigen Krieger. Eines Tages aber erschienen die Gänger des Netzes in ESTARTUs Mächtigkeitsballung. Ziel der Gänger des Netzes war es hauptsächlich gewesen, den moralischen Kode des Universums kennenzulernen. Durch die Tätigkeit der Ewigen Krieger wurde allerdings das psionische Netz in Gefahr gebracht. Daher bekämpften die Ewigen Krieger und die Netzgänger sich. Die Netzgänger versuchten, Schäden des Netzes auszubessern und gleichzeitig die Lehre vom permanenten Konflikt in Mißkredit zu bringen. Durch das Wirken einiger Galaktiker, vor allem Perry Rhodans, wurden die Hintermänner der ewigen Kriegern enttarnt. Es waren Pterus vom Animateur-Typ, die eigentlich die Ewigen Krieger unter Kontrolle halten sollten. Da die ewigen Krieger Unsterbliche waren und alle 62 Jahre eine Zelldusche benötigten, war es recht einfach, sie zu beeinflussen. Während der Zelldusche wurden jegliche Zweifel, die sich in ihnen eventuell gebildet haben könnten, einfach eliminiert. Am Ende allerdings flog alles auf. ESTARTU war in einem fremden Universum gefangen und die Völker ihrer Mächtigkeitsballung erkannten, daß sie von den Ewigen Kriegern zu Unrecht unterdrückt worden waren. Gleichzeitig wurde durch die spontane Deflagration von 4 Milliarden Tonnen Paratau im Tarkanium eine Reaktion DORIFERs provoziert. DORIFER senkte die PSI-Konstante auf das Niveau des übrigen Universums, wodurch die Raumfahrt mit Enerpsi-Antrieb unmöglich wurde. Das bedeutete das Ende des Kriegerkultes. Anfangs wollten die beeinflußten ewigen Krieger nicht wahrhaben, daß eine neue Zeit angebrochen war. Dies gipfelte in einer Expedition Pelyfors, dessen Einflußbereich die Galaxis Muun war. Er flog in die Milchstraße, um den Galaktikern zu zeigen, wer die Macht hat. Er fand bei dieser Expedition den Tod und zerstörte damit den Nimbus der Unbesiegbarkeit, welcher die Ewigen Krieger umgab. In der Folge konnten die noch zweifelnden Krieger umgestimmt werden. Der erste, der den verderblichen Weg des permanenten Konflikts verließ, war Ijarkor, der einstmals der Galaxis Siom Som vorstand. Ijarkor widmete sich in der Folgezeit dem Wiederaufbau der Mächtigkeitsballung und stellte die letzten Jahre seines Lebens in den Dienst der Wesen, die er im Laufe der letzten Jahrhunderte unterdrückt hatte. Wann er gestorben ist, und wo, wissen wir bis heute nicht. Wir jedenfalls sind die Nachfolger von Ijarkors Ideen. Wir sind die Vertreter der Organisation ›Ijarkors Helfer‹ auf dem Planeten Trenyra II. Willst du uns helfen, dann bist du herzlich willkommen. Wenn nicht, werden wir dich zurückbringen. Du wirst dann von nichts mehr wissen. Entscheide dich!«
Er hörte das Stampfen von schweren Stiefeln und hielt sich in der engen Röhre der Entlüftung verborgen. Niemand entdeckte ihn, er hatte wiederum Glück. Als keine Schritte mehr zu hören waren, löste er vorsichtig einige der Befestigungen und ließ sich durch eine Luke in der Decke auf den Boden des Korridors herab. Die Station der Dorgonen schien sehr groß zu sein. Es sah so aus, als sei sie groß genug um ihm zu ermöglichen, hier einige Zeit unentdeckt operieren zu können. Vorsichtig blickte er sich um, dann machte er sich auf den Weg. Ein Blick auf die Passivortungen zeigte ihm, daß ihn genug Energien umgaben. Daher entschloß er sich, zuerst den Pikosyn zu reaktivieren und dann einen Deflektorschirm zu erzeugen. Unsichtbar schritt er durch die Korridore der Station der Dorgonen. Seinen Translator hatte er eingeschaltet, um die Funkbotschaften abhören zu können. Diese ließ er von seinem Pikosyn auswerten. So wurden ihm nur die wichtigsten Nachrichten zur Verfügung gestellt. Auf diese Art erfuhr er, daß sein Eindringen scheinbar doch einen Alarm ausgelöst hatte. Außerdem erhielt er ein ungefähres Bild davon, wo sich die Suche der Dorgonen konzentrierte. Langsam aber sicher konnte er sich so tiefer in die Station hineinarbeiten. Der Pikosyn arbeitete daran, eine Übersicht der Station aus den Funknachrichten zu erstellen. So erhielt er eine grobe Karte, die immer übersichtlicher wurde, je länger der Pikosyn die Nachrichten abhören konnte. Will Dean überlegte. Die wichtigsten Bereiche der Station waren sicher besonders gut bewacht, als einzelner sollte er sich besser von dort fernhalten. Aber es gab doch auch sicher weniger wichtige Bereiche, oder besser Bereiche, die als weniger wichtig angesehen wurden, bei denen sich immer noch eine Menge Schaden anrichten ließ. Er beriet sich mit seinem Pikosyn, der ihm eine Abbildung der Station zeigte mit den wahrscheinlichen Standorten ihrer Besatzung. Sicher waren nicht alle darauf verzeichnet, aber aus den Funknachrichten ließ sich zumindest ableiten, in welchen Bereichen sich gerade Dorgonen aufhielten. Das Ziel war es, Sektoren zu finden, die für Anschläge und Sabotageakte geeignet erschienen und kaum bewacht waren. Diese Aktionen würden ihm durch den so entstehenden Tumult etwas Freiraum verschaffen. Und tatsächlich wurden sie fündig. Der Pikosyn projizierte die Ansicht eines Bereiches, den er als die Recyclingstation erkannt hatte. Hier wurde Nahrung für die Dorgonen aufbereitet, ein Bereich, der sicher wichtig war, aber nicht genug Geheimnisse enthielt um eine umfangreiche Bewachung zu erfordern. Daran angeschlossen waren mehrere Wassertanks, die auf diesem Wüstenplaneten sehr wichtig waren. Will Dean konnte die Dorgonen schwer treffen, wenn er es schaffen sollte, hier eine oder mehrere Bomben zu plazieren. Er überprüfte seine Bewaffnung. Einige Granaten waren Bestandteil der Ausrüstung. Aber wenn er auf dem Weg ein Waffenlager der Dorgonen finden sollte, dann wäre das sicher sehr hilfreich. Nur waren diese Waffenlager sicher gut bewacht. Er ließ sich von dem Pikosyn einen Weg vorschlagen und bewegte sich vorsichtig durch die Station. Wo waren diese Eindringlinge nur? Erkennen konnte man sie nirgends, auf allen Schirmen war außer den eigenen Leuten niemand zu sehen. Auch orten konnte man niemanden. Entweder strahlten die Eindringlinge keine Emissionen ab oder sie waren nicht stark genug, um zwischen den eigenen geortet zu werden. Blieb also nur eine manuelle Suche. Vorsichtshalber ließ Zaracus die Wachtruppen mir Suchgeräten ausstatten, mit denen auch geringere Energiemengen noch geortet werden konnten. Falls sich der Eindringling mit technischen Hilfsmitteln unsichtbar gemacht hatte, dann würde man ihn sicher finden. Inzwischen gedachte der Kommandant, sich mit dem Verräter zu beschäftigen. Er ließ Triaz in die Zentrale bringen. Der Somer zitterte leicht, als er vor dem Kommandanten stand, riß sich aber zusammen und blickte Zaracus direkt in die Augen. »Nun, Verräter, wie gedenkst du dich herauszureden?« »Gar nicht«, versetzte Triaz. »Du weißt selber, über welches Wissen ich noch immer verfüge. Entscheide, was es dir wert ist.« Zaracus nickte. Die Haltung des Verräters war fast dazu angetan, ihn zu beeindrucken. Wenn er kein Verräter wäre, dann hätte er sicher eine gewisse Achtung verspürt. So aber... »Verräter sind nirgends gerne gesehen. Sie sind nützlich. Das dumme ist nur, wenn Verräter auf eurer Seite sind, dann ist nie auszuschließen, daß nicht auch auf unserer Seite welche sind. Man braucht Leute eures Schlages, aber man liebt sie nicht. Du kannst dir sicher denken, was das bedeutet. Wir haben genug Informationen erhalten, mittlerweile ist man uns in dieser Galaxis auf der Spur. Nur um sicherzustellen, daß du uns nicht in die Quere kommen kannst, wünsche ich dir einen angenehmen Tod. Schafft den Verräter fort und werft ihn in den Konverter!« Die Wachen nickten und zogen den wie gelähmt dastehenden Triaz hinter sich her. Als er die Hände seiner Bewacher an seinen Armen spürte, begann er heftig zu strampeln und fing an zu schreien. Zaracus verzog das Gesicht. Offensichtlich hatte diese Kreatur doch kein Rückgrat. Angewidert wartete er, bis sich die Tür hinter ihm schloß. Das letzte, was er von dem Somer hörte, war die Nachricht seines Todes. Danach war für ihn das Kapitel Triaz abgeschlossen. Er wandte sich wieder dem akuten Problem der Eindringlinge zu. »Verstärkt die Raumabwehr. Ich vermute, er hat seine Freunde benachrichtigt. Sicher werden wir bald Besuch erhalten. Wir wollen vorbereitet sein, wenn der Feind kommt.« Die Männer nickten und lauschten noch angespannter ins All hinaus. Noch rührte sich nichts. Dean schlich sich in die Versorgungsstation. Niemand begegnete ihm. Nur wenige Menschen waren in diesem Teil der Station unterwegs, also konnte sich der Saboteur unbemerkt an die Arbeit machen. Zunächst versteckte er zwei Granaten an einer der Maschinen, die das Recycling der Nahrung steuerte. Dann suchte er sich einen Platz für die restlichen acht Granaten, die er mit sich führte. Er verteilte sie auf die Wassertanks. Wenn sie in die Luft flogen, dann würde dieser Bereich der Station unter Wasser stehen. Es war besser, wenn er sich dann in einem anderen Bereich aufhielt. Vielleicht konnte er die Verwirrung nutzen. Er stellte die Zünder auf 20 Minuten ein, dann machte er sich auf den Weg. Sein Pikosyn führte ihn zu einem Waffenlager in der Nähe der Zentrale, wo er sich mit neuen Granaten versorgen konnte, wenn die Wachen erst einmal abgelenkt waren. Dann konnte er sicher in der Zentrale der Station einiges an Schäden anrichten. Gespannt duckte er sich in eine Nische, ganz in der Nähe der Station. Noch drei Minuten, zeigte ihm der Chronometer an, die auf den Zünder eingestellt war. Geduldig wartete er. Kurz vor der Explosion machte er sich bereit zum Angriff.
Ich bin bereit«, sagte der Elfahder spontan. Der Ophaler nickte. »Willkommen im Club. Du wirst alles weitere erfahren.« In diesem Augenblick wandte sich der Ertruser um, der bisher sehr schweigsam gewesen war. Offenbar war er sehr beschäftigt gewesen, zurecht, wie sich in diesem Moment erwies. Er überwachte die Funkanlagen. »Eine Nachricht«, meinte er ruhig. Ein Bildschirm erhellte sich. Wie Tory später erfuhr, handelte es sich um ein System, über das die Mitglieder der Organisation ihre Einsätze zugeteilt bekamen. Normalerweise fanden diese Einsätze auf dem Planeten statt. Es ging im wesentlichen darum, den Nachkommen der Opfer des Kriegerkultes zu helfen. Diesmal jedoch nicht. Auf dem Bildschirm wurde ein Pteru sichtbar. Er trug schwarzes, glattes Haar, hatte ein pockennarbiges Gesicht und hellblaue Augen. Er nickte in die Kamera, dann begann er zu sprechen. »Diese Nachricht geht an mehrere meiner Organisationen. Ich fordere euch auf, unverzüglich zu diesen Koordinaten zu fliegen. Galaktiker sind dort in Gefahr. Helft ihnen, denn ich bin ihnen noch was schuldig.« Die Kamera erlosch. »Ich habe die Koordinaten«, meldete sich Rudo. Schweigen herrschte im Raum. Tory blickte sich unbehaglich um. Etwas war geschehen, er wußte nur nicht, was. Unbehaglich sahen sich die Mitglieder der Gruppe in die Augen. Der Ophaler öffnete den Mund und gab ein melodisches Klingen von sich. »Das war er.« »Das kann nicht sein. Er ist tot.« »Von wem redet ihr?« Die anderen Mitglieder der Gruppe warfen ihm nur einen kurzen Seitenblick zu. »Er war es. Ich habe sein Bild gesehen. Er war es ganz sicher.« »Er kann es nicht gewesen sein. Er ist schon seit mehreren hundert Jahren tot. Er hat seine Zelldusche nicht bekommen.« »Wer auch immer es war, wir sollten endlich losfliegen und keine Zeit verlieren. Schließlich ist das unsere Aufgabe, oder nicht?« Tory unterbrach die aufkeimende Diskussion und ignorierte die verunsicherten Blicke, die ihn trafen. »Er hat recht«, grollte der Baß des Ertrusers. »Wir sollten keine Zeit mit unnötigen Diskussionen verschwenden. Er kann es nicht gewesen sein, aber wenn er es doch war, werden wir es nie erfahren. Also kommt!« Die Gruppe machte sich an den Aufbruch. Durch unterirdische Gänge und die Kanalisation marschierten sie in einen Teil der Stadt, von dem aus man gefahrlos zum Raumhafen kommen konnte. Dort begaben sie sich an Bord der IJARKORS DRACHEN, eines Kreuzers, der sie sicher an ihren Bestimmungsort bringen sollte. Das Schiff war eine Spezialkonstruktion, die schwer bewaffnet war, was man aber nicht so ohne weiteres sehen konnte. Tory fragte sich, wie es die Mitglieder der Organisation schafften, das schwer bewaffnete Schiff vor den Offiziellen zu verstecken. Ruhig setzte er sich in einen Sessel und erwartete seinen ersten Einsatz im Auftrag von Ijarkor. Nur noch wenige Stunden, bis das Schiff die Koordinaten erreichen würde, die in dem Funkspruch genannt worden waren. Hoffentlich war Will Dean noch am Leben. Sam saß im Kommandantensessel der SIOM SOM. Salaam Siin folgte in einem anderen Schiff mit einer Flotte von zehn Schiffen. Das sollte wohl für einen Stützpunkt ausreichen, so der Ophaler. Die Proteste des Somers hatten nichts genutzt. Nun blieb ihnen nur noch die Hoffnung, daß sie es mit den wenigen Schiffen wirklich schaffen konnten. Sam konnte nicht ahnen, was sich in diesem Moment in großen Teilen der Westside abspielte. Insgesamt 1000 Schiffe auf 517 Planeten stiegen in den Himmel ihrer Welt und machten sich auf den Weg zu einem Stern, der in nur sechs Lichtjahren Entfernung vom Stützpunktplaneten der Dorgonen gelegen war. Eine ganze Flotte war auf dem Weg, um einen einzigen Terraner zu helfen. Niemand in Siom Som hatte auch nur die geringste Ahnung von der Flotte, abgesehen von ihrem geheimnisvollen Auftraggeber. Tory hatte sich einen freien Platz in der Zentrale des kleinen, aber kampfstarken Schiffes gesucht. Schweigend verbrachte die Trenyra II-Gruppe die Zeit, die verging bis sie den Sammelpunkt erreichten. Als sie endlich bei der kleinen roten Sonne angekommen waren, erwartete sie bereits eine Ansammlung von an die 400 Raumschiffen und in jedem Augenblick wurden es mehr und mehr. Als die Anzeigen endlich zum Stillstand kamen, waren 1000 Schiffe gezählt worden, die mittlerweile im Aufmarschgebiet eingetroffen waren. In der Zentrale war die Stille fast greifbar geworden. Jeder schien zu fürchten, daß das leiseste Wort diesen unglaublichen Augenblick zerstören könne. Schon lange nicht mehr war es in dieser Galaxis vorgekommen, daß die einzelnen Völker in solcher Einigkeit zusammenarbeiteten. In diesem Fall war es möglich geworden. Einige Stunden vergingen, dann meldete sich plötzlich über den Lautsprecher die schon bekannte Gestalt, die in der Tat verblüffend an den totgeglaubten Ijarkor erinnerte. »Meine Freunde, vor vielen Jahrhunderten waren es die Terraner, die dieser Mächtigkeitsballung die verlorengeglaubte Superintelligenz ESTARTU wiedergaben. Heute sind wir an der Reihe, ihnen etwas wiederzugeben. Einer ihrer Vertreter ist auf der Welt, die uns als Ochymon bekannt ist, gefangen, im Einsatz gegen eine Horde von Dorgonen, die aus einer fremden Galaxis nach Siom Som gekommen sind und langsam aber sicher ihre Hand ausstrecken, um ein neuerliches Schreckensregime in Siom Som zu errichten. Wer auch immer Zweifel hatte, ob wir wirklich einem Fremden aus der Milchstraße helfen sollen, sei gewarnt. Die Gefahr, die von diesen Fremden ausgeht, ist für alle Völker in diesem Universum gleich groß. Daher macht euch auf den Weg nach Ochymon – eure Hilfe wird dringend erwartet.«
Will Dean duckte sich, als er die Explosion hörte. Totenstille herrschte unmittelbar nach dem Knall, der die Bewohner der Station aus ihrer Ruhe gerissen hatte. Alarmsirenen gellten und immer mehr Dorgonen rannten an dem Terraner vorbei. Als sein Syntron eine Klarmeldung gab, rannte der Terraner, immer noch unsichtbar, das kurze Stück zum nächsten Waffenlager und versorgte sich mit den Waffen, die ihm nützlich erschienen. Danach machte er sich auf den Weg in Richtung der Zentrale dieser Station, in der das Chaos ausgebrochen war. Für einen Augenblick herrschte in der Zentrale der Station geradezu gespenstische Ruhe. Dann brach das Chaos aus. »Was ist geschehen?« brüllte der Kommandant. Dann erkannte er, wie dumm die Frage eigentlich war und er korrigierte sich. »Schadensmeldung!« »Die Versorgungseinrichtungen sind schwer beschädigt. Wasser dringt in die Station ein, mehrere der Tanks sind gesprengt worden. Außerdem ist die zentrale Recheneinheit für das Recycling betroffen. Einige Millionen Liter Wasser sind auf dem Weg hierher.« »Sektion abriegeln«, brüllte Zaracus, wohl wissend, daß er damit einige seiner Leute zum Tode verurteilte. »Macht die Raumschiffe klar, vielleicht werden wir bald angegriffen. Wenn der Eindringling aktiv wird, kann das eigentlich nur bedeuten, daß die Einheiten, die er sicher angefordert hat, bald hier eintreffen.« »Vielleicht kommen sie auch gar nicht. Vielleicht will er uns nur abzulenken, bis er eine Möglichkeit gefunden hat, um seine Leute zu rufen.« Zaracus blickte den Offizier wütend an. Im ersten Moment wollte er nicht akzeptieren, daß man ihm einfach widersprach. Dann jedoch nickte er. »Sie haben recht. Wir machen die Schiffe klar, konzentrieren uns aber auf die Suche nach dem Eindringling. Wir können die Schiffe starten, wenn wir wirklich angegriffen werden. Solange kümmern wir uns um die Vorgänge in der Station.« Der Offizier nickte, froh, noch einmal davon gekommen zu sein. Er wußte nicht, was ihn geritten hatte, dem Kommandanten zu widersprechen. Es war besser, wenn er sich in nächster Zeit etwas zurückhielt. Ansonsten konnte er nur hoffen, daß der Kommandant bis zum Ende der Kämpfe seine Insubordination vergessen würde. Mittlerweile hatten sich die Schotten geschlossen, die Wassermassen waren vorläufig gestoppt worden. Aber auch der Wassernachschub war damit für einige Zeit versiegt und solange man den Eindringling jagte, würde sich daran auch nichts ändern. Und auch die ihnen verbliebenen Nahrungsvorräte würden nicht ewig reichen. Zaracus war alles andere als entspannt, als er sich wieder in seinen Kommandosessel fallen ließ. Irgendwo lauerte der Eindringling. Raumschiffe waren möglicherweise auf dem Weg hierher. Alles in allem hatte er die Station mit diesem Verräter unnötig in Gefahr gebracht. Wenn das der Kaiser erfahren würde, dann würde er ihn sicher gleich erschießen lassen. Oder auf einen bedeutungslosen Außenposten verfrachten, was fast noch schlimmer war. Über Ochymon fielen zehn Raumschiffe aus dem Hyperraum. Ungefähr eine Stunde, bevor die Flotte von Ijarkors Helfern losfliegen sollte, erreichten Sam und Salaam Siin mit ihren Schiffen das System, das in dem Funkspruch Will Deans beschrieben war. Sofort steuerten sie den zweiten Planeten an, von wo Energieausbrüche unbekannter Herkunft gemeldet wurden. Die Schlinge um die Dorgonen zog sich zu. Will Dean griff nach einer der erbeuteten dorgonischen Granaten, die er mittlerweile wieder an seinem Gürtel befestigt hatte. Sicher wäre es interessant gewesen, einige der Granaten mitzunehmen, um sie genauer zu untersuchen. Im Augenblick beschränkte er sich aber darauf, dem Pikosyn die Anweisung zu geben, die Funktionsweise der Granaten zu entschlüsseln. Als er an einem offenen Schott vorbeikam, blieb er abrupt stehen. Außerhalb der Station konnte er drei Adlerraumschiffe erkennen. Er zögerte einen Augenblick lang, dann huschte ein Grinsen über sein Gesicht. Die Zentrale konnte noch warten, vielleicht konnte er hier etwas für seine Freunde tun. Schnell huschte er durch das offenen Schott ins Freie. Er erkannte, daß alle drei Schiffe startklar waren, also ging er kein Risiko ein. Er ließ vom Syntron die Zünder scharfmachen und schlich sich in den Hangar und von dort aus in den gegenüberliegenden Reaktorraum. Die dorgonischen Soldaten waren in Hektik, niemand schien damit zu rechnen, daß ein Feind im »Bauch der Stahlbestie« herumschlich. Dean befestigte eine Granate an einer der Maschinen und beeilte sich unentdeckt aus dem Adlerschiff zu entkommen. Kaum war er aus der Schleuse, schloß sie sich bereits. Dean wandte sich um und huschte zurück in die Station. Alarm!« Die Stimme des Offiziers überschlug sich, als die Massetaster plötzlich mehrere Raumschiffe in unmittelbarer Nähe des Planeten anzeigten. »Was ist nun schon wieder?« Zaracus verdrehte die Augen, wandte sich dann aber an den Orter. »Ich orte zehn Raumschiffe, die sich unserem Standort nähern. Es ist ein Raumschiff dieser Terraner, außerdem sind noch einige Schiffe aus Siom Som mit dabei.« »Bloß zehn? Ignorieren. Wir müssen diesen Eindringling finden.« »Aber Kommandant...« »Was?« »Ich meine, wir sollten vielleicht einige der Schiffe losschicken.« »Das war nun schon das zweite Mal, Offizier.« Der Mann zuckte zusammen. »Nehmen Sie sich einige Leute und starten sie mit einem der Schiffe. Sicher werden Sie in der Lage sein, die paar Angreifer damit zu erledigen. Wenn nicht, dann wagen sie es nie wieder, mir unter die Augen zu treten. Verschwinden Sie!« Der Mann salutierte stumm und rannte aus dem Raum. Wenige Minuten später liefen die letzten Vorbereitungen zum Start. Eines der drei Adlerschiffe, die auf dem Stützpunkt zur Verfügung standen, war kurz davor, abzuheben. Dean rannte unsichtbar durch den Korridor. Als er die Zentrale erreichte, verharrte er nur kurz um einige der Granaten von seinem Pikosyn einstellen zu lassen. Da diesmal ein Inneneinsatz geplant war, war die Einstellung naturgemäß anders. Was er plante, war eigentlich Wahnsinn. Aber wenn die Zentrale ausgeschaltet war, dann war es kein Problem mehr, ihn von Weltraum aus zu erobern. Seinen Berechnungen zufolge konnte eine Flotte bald eintreffen. Hoffentlich überlebte er so lange. Er atmete tief durch, dann schritt er auf die Tür zu, die sich vor ihm öffneten. Gesichter wandten sich in seine Richtung, allerdings ohne ihn zu sehen. Natürlich war es verdächtig, wenn sich einfach so eine Tür öffnete. Hände griffen nach Waffen. Bevor sie gezogen werden konnten, warf Dean die Bomben und rannte durch den Gang davon. Sie waren auf Aufschlagzündung eingestellt. Daher hörte Dean auch nur noch entsetzte Schreie und danach eine heftige Explosion. Die Druckwelle fegte durch den Gang, erreichte ihn und riß ihn von den Beinen. Der Helm schloß sich sofort, ein Prallfeld aktivierte sich automatisch und fing seinen Sturz ab, als er gegen die Wand prallte und danach auf den Boden krachte. Unverletzt erhob er sich. Ein Blick zurück zeigte eine Rauchwolke, die aus der Tür wallte, hinter der sich bis vor kurzem noch die Kommandozentrale befunden hatte. Husten erklang von dort, dann schoben sich einige der Gestalten ins Freie. Dean zögerte kurz, dann zog er seine Waffe. Er stellte sie auf Paralyse und feuerte auf die Gegner, die getroffen zusammenbrachen. Schreie zeigten ihm, daß einige sich immer noch in der Zentrale aufhielten. Ein Adlerschiff löste sich vom Boden der Wüstenwelt und stieß in den Weltraum vor. Sam rieb sich die Hände und befahl, in Angriffsposition zu gehen. Die zehn Schiffe formten eine Art Halbkugel, mit der sie den Gegner empfangen wollten. Dann eröffneten sie das Feuer auf das startende Raumschiff. Nichts passierte, die schnell aufgebauten Schirme hielten dem Angriff mühelos stand. Dafür war das Schiff nun von den Ortungsschirmen verschwunden. Nur eine deutlich meßbare Verzerrung des Raumes, die Kugelform hatte, war an der Stelle der Schiffe zu orten. Das Phänomen war schon bekannt, die Schutzschirme dieser Dorgonen waren von besonderer Qualität. Was genau dahinter stand, wußten sie noch nicht. »Transformkanonen Breitseite«, brüllte der Kommandant Regan Horus. Der Sicherheitsoffizier reagierte schnell, wie man es von dem Ertruser gewohnt war. Er betätigte das Sensorfeld und schickte zehn Transformbomben aus den Geschützen. Das Adlerschiff erzitterte kurz, folgte aber weiterhin den Kurs auf die Schiffe. »Ortung?« »Die Leistung der Schirme hat sich nicht im geringsten verändert. Zwar haben wir einige Verzerrungen in dem geschaffenen Energiegefüge angemessen, das war aber auch schon alles.« Schweigen herrschte in der Zentrale. Die Piloten der zehn Schiffe lösten die Formation auf, als das gegnerische Schiff das Feuer eröffnete. Eines der zehn Schiffe verging in einer Explosion, als es genau in einen Strahl hineinflog. »Formation komplett auflösen. Taktischer Rückzug. Verschwindet in verschiedene Richtungen!« Die Schiffe flogen in alle möglichen Richtungen davon, das Adlerschiff setzte zur Verfolgung an. Zwei weitere Schiffe vergingen in einer Explosion, dann hatten sich die Schiffe weit genug voneinander entfernt. Das Adlerschiff entschied sich dazu, die SIOM SOM zu verfolgen. Der Kommandant des fünfhundert Meter durchmessenden Kugelraumer entschloß sich, vorerst nicht in den Hyperraum zu wechseln. »Jetzt brauchen wir ein Wunder«, flüsterte Sam. Niemand antwortete. Die Besatzung der Zentrale blickte sich mit wächsernen Gesichtern an. Dean arbeitete sich wieder an die Zentrale heran, zog sich aber sofort wieder zurück, als ihm das Feuer aus mehreren Waffen entgegenschlug. Er kroch über den Boden, um den Gegner ein möglichst kleines Ziel zu bieten. Vorsichtig arbeitete er sich wieder an die offene Tür heran. Er hörte wütendes Geschrei, eine Stimme versuchte, in der Sprache der Dorgonen Anweisungen zu brüllen und noch so etwas wie Kontrolle über die Situation zu behalten. Dean unterbrach diesen Versuch ziemlich brutal, indem er mit der Waffe im Anschlag in die Zentrale sprang und mit breit gefächerter Wirkung zu feuern begann. Die meisten Gestalten stürzten zu Boden. Einige wenige, die hinter Konsolen gelegen hatten, entkamen seinem Sperrfeuer. Aber das war Will egal. Er schoß mit seinem Thermostrahler auf einige der Kontrollen und zerschmolz so unter anderem die Funkaggregate. Sein Angriff auf die Versorgungsanlagen erwies sich im nachhinein als durchschlagender Erfolg. Mit diesem Manöver hatte er sich gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, die Zentrale der Dorgonen weitestgehend auszuschalten. Er schaute auf einen der wenigen noch funktionsfähigen Monitore, und sah, daß im System Raumschiffe miteinander kämpften. Wütend mußte er feststellen, daß es für die Angreifer leider nicht sehr gut aussah. Es kämpften dort lediglich sieben Schiffe der seiner Freunde gegen das Adlerschiff, welches sie nach Belieben vor sich her trieb. Als auch der letzte noch verbliebene Monitore seinen Geist aufgab, konnte er noch einen Blick auf die Situation im All erhaschen. Ein Adlerschiff verfolgte einen Kugelraumer, der von der Bauart her mit der SIOM SOM identisch war. Sie waren in Schwierigkeiten. Schnell verließ er die Zentrale. Er wußte nicht, ob er den Kommandanten erwischt hatte. Wenn nicht, dann war Schnelligkeit das einzige, was ihm helfen konnte. Und Hoffnung, daß die Granate explodieren würde. Zaracus hustete. Er richtete sich hinter dem Kommandantensessel auf, der ihm Deckung gegen den wütenden Eindringling geboten hatte. Jetzt hatte der Angreifer die Zentrale verlassen. Der Dorgone war sich nicht sicher, ob es sich um einen oder mehrere Angreifer gehandelt hatte. Angesichts der Zustände in der Zentrale ging er von einer ganzen Armee aus, aber wie die in seine Station gekommen sein sollte, war ihm schleierhaft. Es mußten nur wenige sein. Und sie waren mit Tarnfeldern versehen, denn gesehen hatte er niemanden. »An alle«, brüllte er in ein Mikrofon an seinem Armband. »Die Eindringlinge haben die Zentrale überfallen. Suchmannschaften in der Umgebung der Zentrale konzentrieren. Sucht sie und setzt Detektoren ein; sie benutzten Tarnfelder.« Er deaktivierte das Funkgerät und ließ sich keuchend hinter dem Sessel zu Boden sinken. Ihm wurde schwindelig und für einen Moment bekam er keine Luft mehr. Er winkte einem Medoroboter, der in der Nähe gerade einen Kameraden behandelte. Die Maschine erkannte den höheren Dienstgrad, ließ den Verwundeten liegen und ging zu dem Kommandanten, der keuchend gegen den Sessel gelehnt auf der Erde saß. Schnell und gründlich untersuchte er den Kommandanten und stellte eine leichte Rauchvergiftung fest. Er injizierte ein Gegenmittel, das den Mann schnell wieder auf die Beine brachte. Als der Kommandant keine Hilfe mehr benötigte, suchte er sich einen neuen Patienten. »Habt ihr endlich was?« Zaracus wurde ungeduldig. Aber eine Erfolgsmeldung ließ nach wie vor auf sich warten. Sam saß nervös im Sessel der SIOM SOM. Er ließ Ausweichmanöver fliegen und hatte dem ertrusischen Sicherheitsoffizier Handlungsvollmacht erteilt. Verunsichert beobachtete er das Außenholo. Die Waffensysteme des Adlerschiffes hatten ein neues Ziel gefunden. Ein weiteres Schiff verging in einer Explosion, als es in den Ausläufer eines Strahls hineinflog. Geschockt schloß der Somer die Augen. Die Wesen, die in diesen Schiffen waren, waren seine Artgenossen, zusammen mit einigen Ophalern und Elfahdern. Wesen seiner Galaxis starben, nur weil die Beherrscher Dorgons ihre Hände nach anderen Galaxien ausstreckten, ihr Eroberungsdrang sie dazu trieb, in andere Galaxien zu fliegen. Sie hatten nicht die geringste Chance gegen die Dorgonen. Eine Strukturerschütterung ließ ihn zusammenfahren. Ein Schiff war aus dem Hyperraum gefallen, ein weiteres folgte. Immer mehr Schiffe materialisierten über der Wüstenwelt. Ohne sich zu identifizieren, flogen sie auf das Adlerschiff zu und eröffneten das Feuer. Einige der Schiffe vergingen in den Strahlen des Adlerschiffes, aber insgesamt war die Übermacht erdrückend. »Die Belastung der Schirme liegt immer noch bei null«, brüllte der Orter, »aber die Verzerrungen schwanken stärker.« »Transformbeschuß«, befahl der Somer geistesgegenwärtig. Die mächtigste Waffe der Menschheit begann damit, Bomben im eigenen Schiff in Nichts aufzulösen und sie in das Schiff des Gegners abzustrahlen. Der angeschlagene Energieschirm konnte den ersten Salven standhalten. Die Belastung lag immer noch bei null Prozent. Die Granate, die Dean versteckt hatte, begann immer stärker zu pulsieren. Der Pikosyn hatte ermittelt, daß die Granaten der Dorgonen in der Lage waren, die Stärke eines Beschusses und die Raumfluktuationen, die dadurch entstanden, zu erkennen. Obwohl die Energieschirme kaum auf Beschuß reagierten, ging natürlich ein Beschuß auch an einem Adlerschiff nicht spurlos vorüber. Energieerzeugende Aggregate waren in Betrieb und damit beschäftigt, das extradimensionale Feld aufrecht zu halten. Bei zunehmendem Beschuß begannen die Energieerzeuger in vernachlässigbarem Rahmen zu pulsieren. Diese Pulsation im Maschinenraum hatte zwar keinerlei Auswirkungen, aber er sie war ausreichend, um die Granate zu aktivieren. Sie paßte sich dem langsam pulsierenden Rhythmus an und näherte sich so immer mehr der kritischen Grenze. Der Beschuß zeigte Wirkung auf eine Weise, die sich weder Will Dean noch einer der Raumfahrer an Bord der Schiffe vorstellen konnten. Dorgonische Technologie sorgte dafür, daß ein Schiff der Dorgonen vernichtet wurde. Die Granate explodierte und riß ein riesiges Loch in die Maschinenhalle, die sich im unteren Teil des Adlerbauches befand. Es dauerte auch nicht lange, bis die Anlagen zur Erzeugung der Schutzschirme explodierten. Das künstliche extradimensionale Feld zerplatzte wie eine Seifenblase, die Energien konnten plötzlich ungehindert in die Außenhülle des Schiffes einschlagen. Da der Beschuß entsprechend stark war, verging das Schiff der Dorgonen fast unmittelbar in einer gewaltigen Explosion. Das Adlerschiff verwandelte sich in einen Feuerball, der langsam größer wurde, an den Rändern zerfaserte und schließlich in der Dunkelheit des Alles verblaßte. Ein atemberaubender Anblick, dachte der Somer. Und doch so tödlich. Wer aber waren die Helfer?
Energiestrahlen schlugen auf den kleinen Raumhafen der Station ein, verfehlten die beiden Schiffe, die immer noch dort standen, nur knapp. Eines der Schiffe verging in einer Explosion, als sich mehrere der Strahlen darauf konzentrierten. Das andere wurde lediglich leicht beschädigt, als die Einheiten der Befehl erreichte, das Feuer einzustellen und Truppen auszuschleusen. Elfahder, Pterus, Ophaler, Drall, Versonen, sogar einige Schneckenwesen von Drynion rannten Seite an Seite auf die Station der Dorgonen zu und erkämpften sich einen Weg ins Innere. Die Macht der Dorgonen in Siom Som begann zu wanken. Zaracus sah ein, daß sie der Übermacht der Angreifer nicht gewachsen waren. Er war sich darüber im klaren, daß er durch den Verlust des Brückenkopfes nicht nach Dorgon zurückkehren konnte. Man würde sein Leben verlangen. Um dieser Schmach zu entgehen setzte er sich seinen Strahler an den Kopf und wählte den Freitod. Die jetzt führungslosen Dorgonen leisteten kaum noch Widerstand und ergaben sich schnell. Wer sich nicht ergab, wurde kurzerhand erschossen. Es dauerte nur wenige Stunden, dann war die Station der Dorgonen vollständig besetzt, Will Dean unverletzt befreit und sämtliche Dorgonen entweder gefangen oder tot. Jubelgeschrei erfüllte die Korridore. Ein Bildschirm vor Salaam Siin und Sam erhellte sich. »Eine Funkbotschaft«, informierte der Sicherheitsoffizier der SIOM SOM. »Herkunft unbekannt.« Zuerst war nur ein graues Rauschen auf dem Schirm zu sehen, dann stabilisierte sich das Abbild eines Pterus. Salaam Siin sprang mit einem Schrei auf. »Ijarkor«, brüllte er. Die Gestalt auf dem Bildschirm lächelte und begrüßte die Anwesenden mit einem freundlichen Lächeln. »Ijarkors Helfer entbieten euch ihre Grüße«, meinte die Gestalt auf dem Bildschirm, die eigentlich schon seit vielen hundert Jahren tot sein mußte. War es wirklich der ehemalige Ewige Krieger, oder handelte es sich nur um eine Projektion, die ein Unbekannter benutzte, um seine wahre Identität zu verschleiern? Die Wesen auf den Schiffen verstummten, alle lauschten gespannt auf die Worte des Pterus. »Seit mehreren hundert Jahren helfen Wesen aus Siom Som ihren Mitgalaktikern, über die Folgen der Schreckensherrschaft der ewigen Krieger hinwegzukommen. Ausgerechnet der Name eines Ewigen Kriegers steht heute für die Hilfe in Siom Som. Jedoch unsere Freunde aus der fernen Galaxis Milchstraße benötigen heute unsere Hilfe viel dringender. Daher fordere ich jedes Mitglied der Organisation Ijarkors Helfer auf, sich bei Som mit einem Raumschiff einzufinden und als Hilfsflotte mit Sruel Allok Mok und der SIOM SOM nach Dorgon zu fliegen und unseren Freunden zu helfen. Die Organisation des Ewigen Kriegers Ijarkor wird auf diese Weise ihre Schuld gegenüber den Freunden aus einer fernen Galaxis wenigstens zu einem kleinen Teil abtragen können. Möge der Friede ewig mit euch sein.« Die Gestalt verstummte. Für wenige Augenblicke waren die Gesichtszüge des Pterus noch zu erkennen, dann wurde das Bild wieder durch das Rauschen ersetzt. In den Schiffen kehrte für einige Augenblicke Stille ein, dann räusperte sich Salaam Siin. Der Sänger wandte sich an Sam und nickte ihm zu. »Ich glaube, du hattest recht. Die Völker der Galaxis Siom Som haben sich auf deine Seite gestellt und die Gefahr für Siom Som ist ebenfalls akut. Solange dieser Gegner existiert und seine machtgierigen Fühler nach allen Galaxien ausstreckt, die für ihn erreichbar sind, können wir die Augen vor der Gefahr nicht verschließen. Ich werde daher nach Som zurückfliegen, mich dort mit dem Rat besprechen und sie mit den heute gewonnenen Erkenntnissen konfrontieren. Ich bin sicher, wenn sie die Bilder des kämpfenden Schiffes sehen und das tapfere Eingreifen der Helfer Ijarkors erleben, dann werden sie ihre Hilfe nicht verweigern. Sam, ich verspreche dir, mich für das Anliegen der Galaktiker einzusetzen. Allerdings sollten wir erst herausfinden, wie wir es geschafft haben, das Schiff überhaupt zu vernichten. Jetzt laß' uns nach Hause fliegen.« »Moment«, ertönte plötzlich eine Stimme. Es war der Terraner Will Dean, der grinsend in die Zentrale trat. »Will«, äußerte der Somer Sam mit einem leisen Grinsen. »Ich wußte, daß sie dich nicht erwischen.« »Oh, es war knapp genug, mach dir darum keine Sorgen. Aber bevor wir abfliegen, müßt ihr mich noch in die Wüste fliegen. Ich würde gerne meine Space-Jet wieder mitnehmen.« Grinsend klopfte er dem Piloten auf die Schulter, der sofort begeistert nickte und die SIOM SOM auf die angewiesene Position brachte. Dean stieg aus und holte sein Schiff zurück. Als sich die Hangartore hinter ihm schlossen, meldete er sich in der Zentrale. »Alles klar, wir können«, meinte er nur trocken. Nebenbei enthüllte er auch das Geheimnis, warum das Schiff explodiert war. Sein Pikosyn ergänzte den Bericht noch zusätzlich mit seinen Analysen der dorgonischen Granaten. Leider hatte der ehemalige TLD-Agent keine der Granaten retten können. Für den Moment war die Technologie den Terranern verschlossen. Vielleicht hatten sie in Dorgon selber mehr Glück. Sam schüttelte den Kopf, dann nickte er dem Piloten zu. Die SIOM SOM verließ als letztes Schiff die Umlaufbahn von Dune. Schnell versank die Wüstenwelt hinter ihnen. Mit der SIOM SOM fest verbunden war das Wrack des leicht beschädigten Adlerschiffes, das Salaam Siin zur Untersuchung mitnehmen wollte. Einige Erschütterungen waren noch im System der Wüstensonne zu orten. Dann beruhigte sich das Energiegefüge wieder. Zurück blieben die Ruinen der Station der Dorgonen. Für lange Zeit blieben sie ungestört. ENDE Die Gefahr der Dorgonen in der Mächtigkeitsballung ESTARTU konnte vorerst durch Sam und Will Dean gebannt werden. Ob die Somer, Ophaler und Elfadher nun den Galaktikern helfen, steht immer noch in den Sternen. Im nächsten Roman blenden wir wieder nach Dorgon um. Dort befindet sich Mathew Wallace immer noch in der Hand der Dorgonen, doch man versucht dem Ziel näher zu kommen. Erste Schritte ist der Titel von Heft 20, geschrieben von Dominik Hauber.
Der DORGON-Zyklus - M~100-Zyklus - ist eine nicht kommerzielle Publikation des PERRY RHODAN ONLINE CLUBs. Heft 19 von Ralf König. Titelbild: Gerd Schenk. Technischer Berater: Sebastian Schäfer. Versand: PROC. Lektorat, Nachbearbeitung: Klaus Wiehoff. DORGON-Kommentar: Martin Schuster. Umsetzung in Endformate: Alexander Nofftz. Satz: Xtory (SAXON, LaTeX). Internet: http://www.dorgon.de. eMail: dorgon@proc.org. Adresse: PROC c/o Nils Hirseland, Redder 15, 23730 Sierksdorf. Copyright © 2001. Alle Rechte vorbehalten! | ![]() | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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