
Im August 1307 NGZ herrscht überall Krieg. Das Quarterium zieht eine blutige Spur der Gewalt durch den Kosmos. Kriege in M 87, den estartischen Galaxien, Cartwheel und in der Lokalen Gruppe haben das Leben aller dort existierenden Wesen verändert.
Das Quarterium greift nach Andromeda, doch Perry Rhodan, Aurec und deren Verbündete trotzen der Armada des Regimes.
Doch in den estartischen Galaxien ist ein Ereignis eingetreten, welches weitaus größere Bedeutung haben kann: Die Ankunft des ominösen Riffs steht bevor, während Quarteriale, Dorgonen, Estarten und Saggittonen sich bekriegen. In M 87 werden Gal’Arn und seine Gefährten Zeuge der Wiedergeburt des Herrn des Riffs – Nistant! Und des Todes des Herrn der Bestien – Torsor. Torsors Tod ist eine empfindliche Niederlage für das Quarterium.
Von diesen Ereignissen wissen die Truppen auf Tefrod nichts. Unter dem Kommando von Aurec kämpften vereinte Soldaten um die Hauptstadt Vircho gegen das Quarterium. Buchstäblich in letzter Sekunde gelingt es einer Ersatzflotte aus Terranern, Entropen und Saggittonen die drohende Niederlage auf Tefrod in einen Sieg zu verwandeln. Die geschlagenen quarterialen Verbände fliehen in Richtung Milchstraße. Dort soll die Entscheidung gesucht werden.
Doch Uwahn Jenmuhs greift auch nach der Macht des arkonidischen Imperiums. Er handelt natürlich nur für ARKONS MACHT UND GLORIE …
Das Reich des Bösen wankt! Das finstere, diabolische Quarterium steckte zwei bittere Niederlagen in Folge ein. Der Mythos der Unbesiegbarkeit ist gebrochen! Despair und seine Schergen können geschlagen werden!
Zuerst versetzte der Tod des unheilvollen Bestiengiganten Torsor die Lokale Gruppe und M 87 in große Freude. Mit dem Tod der Bestie ist das Engagement des Quarterium in M 87 gesunken. Den Bestien wurde vom Imperatore de la Siniestro die Kontrolle von M 87 überlassen. Was im ersten Moment großzügig aussieht, ist ein wohl kalkulierter Plan, nicht noch mehr Truppen in M 87 einzusetzen. Da die Divisionen der Bestien zum größten Teil sowieso in Druithora eingesetzt wurden, macht es nach quarterialer Strategie wohl mehr Sinn, auf die wenigen ausserhalb eingesetzten Einheiten zu verzichten, statt vielleicht eine Flotte von Terranern, Arkoniden oder Pariczanern in M 87 zu binden.
M 87 ist vorerst nicht mehr Schauplatz vom intergalaktischen Krieg. Zumindest ist die Schlacht um Druithora nun auf die Bestien und Konstrukteure des Zentrums beschränkt. Ein galaktischer Bürgerkrieg statt ein intergalaktischer Krieg epischen Ausmaßes.
Die zweite Niederlage oder – wenn wir es positiv sehen – der zweite große Sieg unserer Jungs und ihrer Verbündeten geschah vor wenigen Tagen auf der Hauptwelt der Tefroder, Tefrod. Im heiß umkämpften und wochenlang belagerten Vircho sah es so aus, als würden die vereinten Truppen der LFT, Saggittor und Tefrod untergehen, als urplötzlich Schlachtschiffe der 8. Terranischen Armee und der neuen Verbündeten, den Entropen, über Tefrod einfielen und die Quarterialen zum Rückzug zwangen.
Innerhalb weniger Tage zog sich das Quarterium komplett aus Andromeda zurück und schlug einen unbekannten Kurs ein. Trotz des glorreichen Sieges der tapferen Soldaten aus der LFT, Saggittor und Andromeda, schwebt die Gefahr des Quarteriums immer noch wie Damokles Schwert über unseren Köpfen. Mit mehr als 90 000 Schlachtschiffen jagt Uwahn Jenmuhs Raumflotte Perry Rhodan und die Terranische 8. Flotte zwischen Andromeda und der Milchstraße. Nun könnten sogar noch die Einheiten aus Andromeda mit Despair und sogar dem Imperatore an der Spitze den Gos’Shekur verstärken.
Perry Rhodan könnte es bald mit der gesamten quarterialen Elite zu tun kriegen. Doch es besteht Hoffnung durch die Verbände der Saggittonen, LFT und Entropen, jener mysteriösen Verbündeten, die ebenfalls Rhodans Flotte verstärken könnten.
So oder so, ich habe das untrügliche Gefühl, es wird bald zu einer großen Entscheidungsschlacht kommen.
Ihr Roppert »Speaky« Mohlburry im September 1307 NGZ
In den frühen Abendstunden des 7. Septembers hatte die gewaltige quarteriale Flotte unter dem Kommando von Uwahn Jenmuhs die Randbezirke der Zwerggalaxie Draco erreicht.
Diese bislang unbeachtete Vorgalaxie lag 280 000 Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Sie besaß lediglich einen Durchmesser von 3500 Lichtjahren. Die Anzahl ihrer Sterne wurde auf etwa drei Millionen geschätzt. Neuere Untersuchungen der Draco-Zwerggalaxie hatten eine äußerst flache Rotationskurve bis weit nach außen sowie ein großes Masse-Licht-Verhältnis gezeigt und legten nahe, dass die Galaxie von einem großen Halo aus Dunkler Materie umgeben wurde, welcher die Größe ihres sichtbaren Teils signifikant übertreffen durfte.
Dies alles interessierte Uwahn Jenmuhs jedoch herzlich wenig. Er wollte hier seinen größten Triumph erleben: Die Vernichtung von Perry Rhodan, der mit dem Großteil der 8. Terranischen Flotte nach Draco geflohen war. Mit über 90 000 Raumschiffen war ihm Jenmuhs gefolgt und hatte ihn in die Enge getrieben.
Als man dem Gos‘Shekur die Ankunft bei Draco gemeldet hatte, schlurfte er zufrieden in den eigens für ihn eingerichteten Thronsaal, der ihm als Kommandozentrale diente. In der Mitte des dunklen Saales stand ein opulenter Sessel, der Uwahn Jenmuhs Körpermassen genügend Platz bot. Ächzend hievte sich der fette Arkonide auf seinen Thron und betrachtete danach über den Panoramabildschirm die vor ihnen liegende Zwerggalaxie, dann nahm er Kontakt mit der Kommandozentrale auf und befahl Admiral Terz da Eskor und General Mandor da Rohn bei ihm zu erscheinen. Wenige Minuten später traten die beiden Admirale in den Thronsaal ein verneigten sich ehrerbietig.
»Wie lauten Eure Befehle, Gos‘Shekur?«, erkundigte sich Admiral da Eskor.
»Beginnt umgehend mit einem groß angelegten Angriff auf Draco, damit wir so schnell wie möglich das Versteck, in dem sich Rhodan feige verkrochen hat, herausfinden«, gebot Jenmuhs schwärmerisch. »Jagt dieses Gewürm aus seinen Höhlen und vernichtet es, wo ihr es trefft. Perry Rhodan aber will ich lebendig und unversehrt haben. Er soll in Ketten gelegt werden und meine Siegestrophäe werden, wenn ich meinen Triumphzug in Terrania abhalten werde!«
»Bis dahin ist noch ein weiter Weg, Erhabener«, gab Mandor da Rohn zu bedenken.
Jenmuhs winkte ab. »Dies ist nur eine Frage der Zeit. Gegen unsere Flotte kann Rhodan nichts ausrichten. Und wenn wir Rhodan haben, brechen die Terraner zusammen. Ohne ihn sind sie nichts. Außerdem werden wir Imperator Bostich davon überzeugen, dass die Posbis keine Gefahr sind. Wenn er eine zweite Front in der Milchstraße eröffnet, haben wir gewonnen.«
»Aber Seryklya ta Helonk hat vor nicht einmal drei Monaten uns klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass Bostich sich passiv verhalten wird«, erinnerte da Rohn den Gos’Shekur.
»Wir werden Bostich vom Gegenteil überzeugen. Und zwar ihn direkt. Sendet umgehend Boten nach Arkon, um mit ihm darüber zu verhandeln. Der geballten arkonidischen Stoßkraft haben die primitiven Terraner und ihre Verbündeten nichts entgegen zu setzen. Und nun geht und führt meine Befehle aus. Ich muss nachdenken.«
Die beiden hohen Militärs verneigten sich und verließen den Thronsaal, um Jenmuhs’ Befehle in die Tat umzusetzen. Zufrieden lehnte sich der Gos‘Shekur zurück und sinnierte über die Zukunft. Er verfolgte bereits einen weiteren Eroberungsplan. Die Verhandlungen mit Imperator Bostich über ein Bündnis gegen die LFT sollten vor allem dazu dienen, Bostich zu beseitigen. Wenn Bostich aus dem Weg geräumt war, würde es nur einen würdigen Nachfolger für den Kristallthron geben – Uwahn Jenmuhs. Wenn also Bostich und Perry Rhodan erst einmal tot oder in seiner Hand waren, gehörte die Milchstraße ihm.
Zu diesem Zeitpunkt ahnte der Gos‘Shekur jedoch nichts von der Niederlage, die das Quarterium in Andromeda auf Tefrod erlitten hatte. Obwohl es bis zuletzt nach einem weiteren Sieg für die quarteriale Armee ausgesehen hatte, endete die Schlacht durch das überraschende Eingreifen der Entropen mit einer Niederlage für das Quarterium, das sich von Tefrod zurückziehen musste.
Auf Tefrod wurde Aurec als Held gefeiert, doch der Saggittone sah noch keinen Grund zum Jubeln. Der Krieg war noch lange nicht vorbei.
Daher berief er eine Besprechung auf seinem Flaggschiff SAGRITON ein, das über Tefrod schwebte.
Aurec blickte in die Runde. Joak Cascal wirkte gelöst. Der Sieg auf Tefrod hatte ihm gut getan. Das Wiedersehen mit Anya Guuze war hingegen recht kühl gewesen. Aurec fragte sich, ob die beiden noch zueinander finden würden. Der Ritter der Tiefe Gal’Arn wirkte wie immer würdevoll und friedlich. Der hochgewachsene Elare stand in seinem braunen Gewand, die Arme ineinander vor der Brust verschränkt, vor dem Besprechungstisch und sah durch das große Fenster in den Weltraum. Sein Schüler Jonathan Andrews lief unruhig auf und ab und quarzte eine Zigarette nach der anderen. Es roch recht stickig in dem Zimmer, denn Commander Henry »Flakk« Portland schloss sich Jonathans und Cascals Qualmerei an. Der alte terranischen Haudegen wirkte auf Aurec ruhig, besonnen und überaus kompetent. Er war ihm auch zu großen Dank verpflichtet, denn Portland hatte vor einem Jahr auf Kathy und Nataly sowie ihrem Onkel Jaaron Aysl in der LFT-Botschaft in Cartwheel gewährt. Damit hatte er sie vor den Ketten des Quarteriums bewahrt. Sicher hatte Portland Kathy in Aurecs Arme zurückgebracht, doch während der Schlacht am Sternenportal waren ihre Wege erneut getrennt worden.
Elyn spielte geistesabwesend an ihren Haaren und starrte auf den Boden. Obwohl er Kathy liebte, fühlte er sich auch zur Tochter Eorthors hingezogen. Bisher war es nur auf rein platonischer Art gewesen. Sie war eine Freundin, eine Vertrauensperson für ihn. In ihrer Nähe fühlte er sich wohl. Aurec wollte aber keineswegs seine Liebe zu Kathy in Versuchung setzen. Kathy war die einzige Frau für ihn. So sollte es bleiben!
Die beiden Hexen Constance Zaryah Beccash und Katryna Lyta Sharonaa betraten die Kabine. Während Constance alle mit einem freundlichen Lächeln begrüßte, wirkte Katryna gewohnt arrogant. Aurec wurde aus den Entropen nicht schlau.
Als alle etwas leiser wurden, eröffnete der Saggittone die Besprechung. Zuerst wandte er sich an Portland. »Nun, Flakk, was sagen unsere Späher über die quarteriale Flotte?«, fragte Aurec den terranischen Offizier.
»Es hat den Anschein, als hätten sie Tefrod aufgegeben. Vielleicht sogar ganz Andromeda, denn ihre Flotte zieht sich immer weiter in den galaktischen Leerraum in Richtung Milchstraße zurück.«
Aurec wurde nachdenklich. »Das kann eigentlich nur bedeuten, dass sie Uwahn Jenmuhs bei dem Angriff auf Perrys 8. Flotte unterstützen wollen«, meinte der Saggittone beunruhigt.
Portland nickte zustimmend. »So würde ich es auch sehen. Wenn sich die beiden Flotten vereinigen und Rhodan zwischen sie gerät, hat er ohne unsere Hilfe keine Chance.«
»Dann müssen wir nach Draco aufbrechen und ihm zu Hilfe kommen. Wenn das Quarterium Andromeda räumt, haben wir hier ohnehin nichts mehr zu tun«, meinte Aurec.
Wieder nickte Portland. »Korrekt, Sir. Allerdings sind wir dann dem Gegner immer noch deutlich unterlegen.«
»Stimmt, ich habe mit den Tefrodern und den Maahks bereits über ihre Unterstützung für uns gesprochen und sie um Hilfe gebeten, aber sie haben abgelehnt«, bedauerte der Saggittone. »Sie wollen nur innerhalb Andromedas kämpfen. Alles Weitere ginge sie nichts an. Darin waren sich Tefroder und Maahks erstaunlich einig.«
»Das verbessert unsere Lage nicht gerade«, meinte Gal´Arn düster.
»Stimmt, die ist dann so richtig Kacke«, gab Jonathan Andrews seinen Senf dazu, um sich gleich einen strafenden Blick von Gal´Arn einzuhandeln.
Aurec richtete seinen Blick hingegen auf die beiden sogenannten entropischen Hexen. Irgendwie wurde er nicht recht schlau aus ihnen, aber solange sie ihre Verbündeten waren, sollte es ihm recht sein.
»Es scheint, als wären wir weiterhin auf ihre Hilfe angewiesen, meine Damen.«
»Ja, hihi«, kicherte Constance albern.
Katryna gebot ihr mit einer herrischen Handbewegung zu schweigen. Es dauerte jedoch ein paar Sekunden, bis Constance ihr pubertäres Gekichere einstellen konnte.
»Ich werde darauf antworten«, sagte die Hexenmeisterin Katryna kühl. »In der Tat seid ihr auf unsere Hilfe angewiesen. Und ihr werdet sie auch erhalten, denn wir begrüßen deine Entscheidung, Perry Rhodan zu Hilfe zu eilen, Aurec. Daher stellen wir dir und den deinen unsere Flotte von einhunderttausend Kampfschiffen zur Seite. Bei Bedarf können wir weitere fünfzigtausend aufbieten.«
Aurec zeigte sich beeindruckt und erfreut. »Das sind die wahrhaft gute Neuigkeiten. Dann gebe ich Befehl unsere Flotten zusammenzulegen und sobald wie möglich nach Draco aufzubrechen.«
»So soll es geschehen«, stimmte Katryna zu.
Der Saggittone verlor keine Zeit und leitete alle notwendigen Maßnahmen ein. Es dauerte jedoch zwei Tage, um die Terranische 8. Flotte und die Entropen-Flotte zusammenzuziehen, da zunächst noch einige logistische Probleme bei den LFT-Streitkräften behoben werden mussten.
Am Morgen des 10. September verließ die vereinte Raumflotte aus LFT und Entropen Tefrod in Richtung Draco.
Aurec hoffte inständig, dass sie nicht zu spät kommen würden.
Aurecs Sorge war nicht grundlos, denn zur gleichen Zeit war auch der Imperatore de la Siniestro mit seiner 50 000 Einheiten starken Supremo-Flotte in die Draco-Galaxie unterwegs. Uwahn Jenmuhs ahnte noch nichts von den Geschehnissen in Andromeda und musste vor den Entropen gewarnt werden. Daher hatte Cauthon Despair auf eine sofortige Verlegung der Flotte aus Andromeda nach Draco angeordnet.
Despair und sein Herr und Meister de la Siniestro standen im kaiserlichen Musikzimmer und blickten in die Tiefe des Alls. Im Hintergrund lief eine leise Melodie von Mozart. Despair hörte aus ihr eine angenehme Melancholie heraus. Dies passte zu ihm.
»Glauben Sie wirklich, dass Aurec sich mit den Entropen zusammentut, um Perry Rhodan zu Hilfe zu eilen, Despair?«, fragte der Imperatore den Silbernen Ritter.
»Ja, das glaube ich nicht nur, sondern ich weiß es«, antwortete Despair überzeugt. »Ich kenne Aurec gut genug, um ihn einschätzen zu können. Er wird sich eine solche Chance nicht entgehen lassen.«
»Und diese Entropen?«
»Über die wissen wir immer noch zu wenig. Wie stark sind sie wirklich und was sind ihre Pläne? Auf jeden Fall bedeuten sie eine unangenehme Überraschung für uns. Dies kann den ganzen Kriegsverlauf zu unseren Ungunsten beeinflussen«, fürchtete der Quarteriums-Marschall.
»Glauben Sie das wirklich?«, fragte der Imperatore unbehaglich.
»Wir müssen uns vorsehen. Unsere Niederlage in Andromeda sowie der Tod Torsors wird unseren Feinden Auftrieb geben und ihren Widerstandswillen stärken. Wie Sie es bereits vor Monaten angedeutet haben, wird Jenmuhs uns nicht den Sieg bringen. Aber noch haben wir alle Chancen. Wenn wir Rhodans Flotte vernichten und ihn in unsere Hand bekommen, ist die LFT so gut wie geschlagen. Vielleicht können wir sie sogar dazu zwingen, mit uns zu kämpfen.«
»Das wäre wunderbar. Wir müssen alles auf eine Karte setzen und uns mit Jenmuhs vereinigen.«
»Wir müssen unsere Kräfte endlich wieder bündeln. Wir haben uns zu sehr überdehnt«, meinte Cauthon Despair. »Wie dem auch sei. Ich habe Höchstgeschwindigkeit für die Flotte angeordnet. Wir müssen Aurec zuvorkommen und Perry Rhodan zum Kampf stellen – und diesen Kampf gewinnen.«
Der Imperatore lachte und nickte. Dann ließ Despair den alten Spanier allein und begab sich über den langen, hell erleuchteten Korridor in sein Quartier. Die Kabinen des Imperatores, seiner Familie und der hochrangigen Offiziere waren auf einem Deck und gesondert abgeschottet. Sie glichen nicht den typischen Militärquartieren der Mannschaften, sondern waren luxuriös und ausgesprochen groß. Despair machte sich wenig daraus, wohl aber seine Ordonnanz Nickie Yanes, die neben seiner Kabine Quartier bezogen hatte.
Als Despair seine Kabine betrat, hüpfte Nickie bereits jubelnd auf ihn zu. »Hey!«, rief sie laut und umarmte ihn, als hätten sie sich Jahre nicht gesehen.
Despair teilte ihre Euphorie nicht. Er schob sie beiseite und dachte an die bevorstehende Auseinandersetzung gegen Rhodan und Aurec. Stand die Entscheidung nun endgültig bevor?
Während der Imperatore und Cauthon Despair Schlachtpläne schmiedeten, versuchten Orlando de la Siniestro und Uthe Scorbit in ihrem Quartier die freie Zeit miteinander zu genießen. Lächelnd erhob Orlando ein Glas Wein.
»Auf uns beide und darauf, dass dieser Krieg bald siegreich zu Ende geht.«
Uthes Reaktion war jedoch eher verhalten.
»Auf das Ende des Krieges trinke ich gern, nicht aber auf den Sieg des Quarteriums …«, erwiderte die Terranerin.
»Wieso nicht? Wäre es so nicht die beste Lösung?«, wollte Orlando wissen.
»Die beste Lösung? Für wen? Für diese Verbrecher, mit denen sich dein Vater umgibt.«
»Wir haben den Terranern einen ehrenvollen Frieden angeboten. Aber sie wollen ja keinen Frieden, also müssen wir leider gegen sie kämpfen«, meinte Orlando gereizt.
»Einen Frieden zu euren Bedingungen, den das Quarterium diktiert? Was ist ein solcher Friede wert? Ohne Freiheit gibt es keinen dauerhaften Frieden. Und wir Terraner sind nun mal freiheitsliebend. Wir werden immer gegen Unterdrückung kämpfen, sei es gegen die Eigene oder die anderer Völker«, erklärte Uthe energisch.
»Ich hoffe trotzdem, dass wir die Offensive bald siegreich beendet haben. Ein schlechter Frieden ist immer noch besser, als jeder Krieg mit vielen Opfern.«
»Und wie viele Opfer unter den Terranern gedenkst du noch zu verursachen? Wie viele willst du noch von ihnen töten. Was ist, wenn Remus zu deinen Opfern gehört?«, fragte Uthe anklagend.
Orlando erhob sich abrupt vom Tisch und ging zur Tür.
»Wo willst du hin?«, wollte Uthe wissen.
»In die Planungszentrale. Es gibt noch vieles für den bevorstehenden Einsatz vorzubereiten. Jede Raumschlacht ist mir lieber, als ein Scharmützel mit dir«, antwortete Orlando verärgert und ließ Uthe allein.
Die Terranerin war ziemlich frustriert. Sie wollte Orly nicht weh tun, denn sie wusste, dass er sich alle Mühe gab und dass er diesen Krieg nicht gewollt hatte. Aber er stand leider loyal zu seinem Vater und dem Quarterium. Damit befand sich Uthe Scorbit in einer schwierigen Situation, denn es fiel ihr immer schwerer, in der Gegenwart der quarterialen Würdenträger gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Außerdem machte sie sich Sorgen um ihren Ex-Mann Remus, der aufseiten der LFT kämpfte und damit ständig in Gefahr war. Uthes Gefühle für Remus waren noch immer sehr stark, und so hoffte sie innig, dass ihm nichts geschah.
Eine Stunde später suchte Uthe Brettany und Rosan auf, um ihnen ihr Leid zu klagen. Sie berichtete ihren Freundinnen über ihre frustrierende Situation.
»Am liebsten würde ich wieder nach Hause zurückkehren«, jammerte sie.
Rosan winkte sarkastisch ab.
»Das dürfte ein bisschen schwierig werden. Wir befinden uns ja nur mitten im Leerraum zwischen zwei Galaxien, inmitten von 50 000 feindlichen Schiffen.«
»Träumen wird man ja wohl noch dürfen«, seufzte Uthe resigniert.
»Das muss kein Traum bleiben, denn manchmal können Träume auch Wirklichkeit werden«, meinte Brettany vieldeutig.
»Wie meinst du das?«, wollte Rosan neugierig wissen.
»Wir nähern uns immer weiter der Milchstraße. Wenn wir nur noch 280 000 Lichtjahre von dort entfernt sind, könnte ich euch helfen, an eine Space-Jet zu kommen. Deren Reichweite würde dann genau ausreichen. In einem günstigen Moment macht ihr euch mit der Jet aus dem Staub und fliegt in Richtung Milchstraße. Von dort aus könnt ihr Kontakt mit der LFT aufnehmen«, erklärte Brettany ihren Plan.
»Klingt ziemlich abenteuerlich«, wandte Uthe skeptisch ein. »Wie sollen wir denn unbemerkt mit der Space-Jet von Bord kommen? Und wenn die unsere Flucht bemerken, werden sie uns verfolgen und wieder einholen – oder gleich abschießen.«
»Also, ich wäre dabei. Alles ist besser, als hier herumzusitzen und darauf zu warten, dass wir so enden, wie die arme Yasmin«, meinte hingegen Rosan kämpferisch.
»Wir müssen natürlich alles genau planen«, räumte Brettany ein. »Aber wenn sich eine Chance ergibt, sollten wir sie nutzen.«
Uthe blieb skeptisch.
»Ich weiß nicht so recht. Das klingt mir alles zu unsicher. Ich muss darüber in Ruhe nachdenken.«
Während die drei Damen ihre Pläne schmiedeten, ging auch eine weitere Dame an Bord der EL CID ihren Strategien nach. Stephanie de la Siniestro war unzufrieden mit dem Verlauf der Dinge. Noch immer waren die verhasste Rosan und die ebenso überflüssige Uthe Scorbit am Leben. Auch Cauthon Despair war ihr im Weg, Er wurde ihr allmählich zu mächtig und drohte sich auch noch in ihre Familie zu drängen, da ihre Schwester Brettany in dieses Monster verliebt war.
Außerdem konnte Stephanie es nicht verwinden, dass Despair ihr gegenüber völlig gleichgültig war. Kein normaler Mann konnte ihr widerstehen, geschweige denn ihre langweilige Schwester reizvoller finden als sie. Allein diese Tatsache würde sie Despair niemals verzeihen. Je länger Stephanie nachdachte, desto verlockender erschien ihr der Gedanke, alle drei zu beseitigen. Doch das konnte sie nicht allein schaffen. Dazu brauchte sie Verbündete.
Daher ließ sie zunächst Oberst Helge von Hahn zu einer »Besprechung« in ihr Quartier kommen. Es war nicht schwer für Stephanie den ungeschlachten Militaristen zu verführen und in ihr Bett zu locken. Hingebungsvoll versicherte der Oberst Stephanie seiner Loyalität.
Zufrieden wandte sich Stephanie anschließend ihrer nächsten Besprechung zu. Sie traf sich mit Generalmarschall Alcanar Benington zu einer weiteren »Konferenz«. Benington war ihr schon seit Längerem zugeneigt, sodass es ihr nicht schwer fiel, Benington für sich einzunehmen. Als sie später am Abend zusammen im Bett lagen, ließ sich Benington über Stephanies Bruder Orlando aus.
»Schade, dass dein Bruder nicht auch so vernünftig ist wie du«, meinte er frustriert.
»Wieso? Hat dich der liebe, brave Orly geärgert?«, wollte sie wissen.
»Ohne diesen Idioten hätten wir Tefrod rechtzeitig eingenommen und Aurec und sein Gesindel zur Hölle geschickt«, ereiferte sich Benington. »Wenn ich rechtzeitig gewarnt gewesen wäre, hätte ich diese verdammten Entropen zurückgeschlagen.«
Stephanie strich ihm beruhigend über den Arm. »Natürlich hättest du das. Ich bedaure es, dass du nicht Quarteriums-Marschall bist, sondern dieser entsetzliche Despair.«
Benington nickte zustimmend. »Ja, das ist einfach ungerecht. Ein Mann von meinem militärischen Genie hätte es verdient an der Spitze zu stehen. Dieser Despair ist ein Narr, genau wie Orlando. Ständig behindern uns diese Leute mit ihrem altmodischen Ehrenkodex. Das ist doch einfach nicht mehr zeitgemäß. Wenn man Krieg führt, muss man es rücksichtlos und ohne Pardon tun. Der Feind muss vollständig vernichtet werden. Und jeder aus den eigenen Reihen, der nicht pariert, ebenso.«
Stephanie frohlockte innerlich. Dieser Benington war genau der Mann, den sie brauchte. Er war so von sich eingenommen, dass ihm jedes Mittel recht sein würde, um in der Karriereleiter weiter aufzusteigen. Wenn er ihr aus der Hand fraß, konnte sie über ihn Einfluss auf das Militär nehmen. Daher hielt es Stephanie für sinnvoll, seine militärische Laufbahn voranzubringen.
»Da denke ich genau wie du, Darling«, stimmte sie Benington zu. »Wir können uns zu viel Humanität nicht mehr leisten. Bisher waren wir viel zu nachsichtig mit unseren Feinden. Wir müssen härter durchgreifen.«
»Ganz richtig. Ich wäre der richtige Mann für diese Aufgabe.«
»Ja, das glaube ich auch«, meinte Stephanie lächelnd und küsste ihn.
Stephanie war zufrieden mit dem bisher Erreichten. Wenn es ihr gelang, nicht nur Rosan und Uthe zu beseitigen, sondern auch noch Cauthon Despair, konnte sie dafür sorgen, dass Benington sein Nachfolger wurde und somit über ihn Einfluss über die quarteriale Armee erlangen. Alles, was sie brauchte, war eine günstige Gelegenheit und die geeigneten Werkzeuge.
Zu diesem Zweck hatte sie vom C.I.P wiederum die beiden Top-Agentinnen Utha und Maryna Zubarov angefordert. Sie hatte sie direkt von C.I.P-Chef Niesewitz geordert. Treffpunkt war die quarteriale Hauptbasis in NGC 185, welches 350 000 Lichtjahre von Andromeda entfernt lag.
NGC 185 war inzwischen, neben dem Sternenportal, die quarteriale Hauptbasis. Hier legte die Flotte noch einmal einen Zwischenstopp ein, bevor es weiter nach Draco ging. Einige quarteriale Einheiten schlossen sich der Flotte des Imperatores an, darunter auch ein Schiff, welches die Zubarov-Schwestern an Bord hatte. Stephanie hoffte, dass die beiden Killer-Schwestern diesmal erfolgreicher waren, als beim ersten Mal auf Siniestro. Immerhin hatten sie diese widerliche Yasmin Weydner entsorgt, aber ihre Hauptziele waren zu Stephanies größtem Bedauern mit dem Leben davongekommen, was allerdings die Schuld des Haushofmeisters Martyn Hubba und seiner grenzdebilen Söhne war.
Allerdings hatte auch ihre Schwester Brett viel dazu beigetragen, dass ihr schöner Plan gescheitert war. So wartete Stephanie auf eine neue, günstige Gelegenheit, um zuzuschlagen, und sie war überzeugt, dass sie bald kommen würde.
Während der Imperatore mit seiner Flotte aus Andromeda nach Draco unterwegs war, hatten die Kämpfe dort bereits begonnen. Die Flotte von Jenmuhs war in die Zwerggalaxie vorgedrungen, hatte jedoch noch keinen Feindkontakt gehabt und Perry Rhodans Flotte noch nicht ausfindig machen können. Ungeduldig wartete der Gos’Shekur in seinen Thronsaal auf neue Meldungen. Immerhin war es schon Mitte September und man war noch keinen Schritt vorangekommen.
Das Schott öffnete sich und die Admirale Terz da Eskor und Mandor da Rohn traten ein und verbeugten sich.
»Was ist? Sprechen Sie!«, knurrte Jenmuhs schlecht gelaunt.
»Erhabener Gos Shekur, unsere Späher sind zurückgekehrt. Sie haben mehrere, kleine LFT-Stützpunkte gefunden, aber …«, begann Mandor da Rohn, wurde aber von Jenmuhs unwirsch unterbrochen.
»Aber was? Reden Sie!«
»Die Stützpunkte waren allesamt verlassen und von den Terranern bereits selbst zerstört worden«, ergänzte Terz da Eskor.
»Verbrannte Planeten! Eine gute Taktik, das muss man ihnen lassen. Würde ich genauso machen. Aber wo ist Rhodan, dieses Schwein? Und wo ist seine verdammte Flotte?«, wollte Jenmuhs wissen.
»Unsere Aufklärer haben keinerlei Spuren der terranischen 8. Flotte finden können. Möglicherweise haben sie Draco längst verlassen. Ich rate Ihnen Gos‘Shekur, so schnell wie möglich zur Milchstraße zu fliegen und dort den Angriff zu beginnen«, meinte Terz da Eskor.
»Nein, ich bin davon überzeugt, Rhodan ist noch hier!«, lehnte Jenmuhs den Rat des Admirals ab. »Wir müssen ihn zuerst vernichten, damit er uns nicht in den Rücken fällt, wenn wir in der Milchstraße aufräumen. Außerdem ist es eine Frage der Ehre. Wir sind Quarteriale! Wir wanken nicht und wir weichen nicht. Niemals soll in den Geschichtsbüchern stehen, dass Uwahn Jenmuhs – der genialste Stratege des Quarteriums – einem Kampf ausgewichen wäre.«
Ein arkonidischer Offizier trat ein und überreichte General da Rohn eine Meldung. Dann salutierte er und ging wieder.
»Was gibt es?«, fragte Jenmuhs ungehalten.
»Unsere vordersten Einheiten hatten soeben Feindberührung«, meldete da Rohn. »Es gab ein kürzeres Feuergefecht mit Posbi-Boxen und einigen Pyramidenschiffen. Doch der Feind zog sich sofort ins Innere der Galaxie zurück und wich dem Kampf aus.«
»Ha! Ich wusste doch, dass dieser elende Rhodan noch hier ist«, meinte Jenmuhs. »Ich ahne, was er will. Er will uns immer wieder angreifen, um uns zu zwingen ihn zu verfolgen und uns zum Verbrauch unserer Ressourcen zwingen.«
»Ein wirklich kluger Plan, wenn es sein Plan ist«, meinte da Rohn.
»Aber nicht klug genug für Uwahn Jenmuhs! Ich durchschaue seinen Plan. Wir lassen uns nicht auf Scharmützel ein. Wir suchen weiter nach seiner ganzen Flotte und wenn wir sie finden, vernichten wir sie.«
Schnaufend wuchtete sich Uwahn Jenmuhs aus seinem Sessel und trat auf das große Panoramafenster zu. Er sah hinaus auf die Sterne und hob drohend eine Faust.
»Diese Galaxie ist nicht groß genug für uns beide, Perry Rhodan!«
Doch Uwahn Jenmuhs irrte sich in der Annahme, Rhodans Flotte würde sich noch in der Zwerggalaxie Draco aufhalten. In Wahrheit befand sich die Terranische 8. Flotte zehntausend Lichtjahre außerhalb der Galaxis in Warteposition. Nur gelegentlich ließ Perry Rhodan schnelle Einheiten der Posbis oder kemetische Pyramidenschiffe nach Draco ausrücken, um dort für Verwirrung zu sorgen und die Quarterialen glauben zu lassen, man befände sich noch dort.
Rhodan hatte eine bunte Flotte um sich versammelt. Sie bestand aus Einheiten der LFT, republikanischen Akonen, Blues, Posbis, Halutern und Saggittonen sowie tausend Pyramiden-Schlachtschiffe der Kemeten. Diese tausend Schiffe, die unter dem Kommando von Horus und Anubis standen, waren aufgrund ihrer überlegenen Technologie zehnmal soviel wert. Insgesamt verfügte die Flotte über 72 000 Schiffe. 20 000 weitere waren unter dem Kommando von Henry Portland zusammen mit den Entropen nach Andromeda aufgebrochen, um dort Aurec zu Hilfe zu eilen. Der Terranische Resident wartete nun auf eine Nachricht aus Andromeda, bevor er über weitere Schritte entschied. Rhodan hielt eine Lagebesprechung ab, an der neben den beiden Kemeten Horus und Anubis noch Reginald Bull, General McHenry und Admiral Higgins teilnahmen.
»Gestern hatten einige kemetischen Einheiten und Posbi-Boxen Feindkontakt bei einem Erkundungsflug innerhalb Dracos«, berichtete Admiral Higgins. »Es gab keine Verluste, da sich die Schiffe befehlsgemäß wieder zurückzogen. Sonst keine weiteren besonderen Vorkommnisse in der Zwerggalaxie.«
»Die Quarterialen werden sich nicht ewig täuschen lassen«, meinte General McHenry und schlug mit einer Faust auf den Tisch. »Wir können sie nicht bis in alle Ewigkeit hinhalten. Wir sollten jetzt angreifen und knallhart zuschlagen. Das würde sie völlig überrumpeln.«
»Ganz meine Meinung. Treten wir Jenmuhs in seinen fetten Schwabbelhintern«, ereiferte sich Reginald Bull und lief dabei im Gesicht rot an.
Rhodan schmunzelte über die blumige Ausdrucksweise seines alten Freundes. Das war eben typisch Bully. Am liebsten immer mit dem Kopf durch die Wand.
»Auch ich bin dieser Ansicht«, stimmte der Kemete Anubis zu. »Wir sollten den Feind vernichten, wo wir ihn treffen können.«
»Das würde uns aber auch viele Opfer kosten und der Ausgang der Schlacht wäre ungewiss. Wir müssen unsere Kräfte sparen«, gab Rhodan zu bedenken.
General Scott C. McHenry winkte unwirsch ab. »Der Soldat ist zum Sterben da, das ist nun mal sein Los. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.«
Perry Rhodan dachte wehmütig an Zeiten zurück, als Militaristen wie McHenry nicht mehr gebraucht wurden. Doch mittlerweile hatten sich die Zeiten zum Leidwesen des Unsterblichen wieder geändert. Man brauchte wieder Leute wie General McHenry, um einen Krieg wie diesen zu gewinnen. Von seinem Standpunkt aus hatte der General vielleicht sogar recht, aber Perry Rhodan war das Leben heilig, auch das seiner Feinde und er versuchte Opfern aus dem Wege zu gehen, wo immer er konnte.
»Mag sein, General. Aber ich würde einer großen Massen-Vernichtungsschlacht gerne aus dem Weg gehen«, erklärte er deshalb seinen Standpunkt. »Außerdem möchte ich die Entwicklung in Andromeda abwarten. Wenn es dort gelingt, den Quarterialen eine Niederlage beizubringen, überlegen sie es sich vielleicht noch einmal die Milchstraße anzugreifen. Und selbst wenn nicht, könnten wir die Streitkräfte der Entropen sehr gut zu unserer Unterstützung gebrauchen.«
»Ich teile Perry Rhodans Standpunkt«, pflichtete Horus dem Terraner bei. »Außerdem könnte unsere Hinhalte-Taktik dazu dienen, dass der Feind aus Ungeduld Fehler begeht, die uns zum Vorteil gereichen.«
So beschloss man vorerst die Hinhalte-Taktik bei zu behalten.
Zwei Tage später, am 21. September, gab es jedoch interessante Neuigkeiten. Anubis suchte Perry Rhodan und Reginald Bull auf deren Flaggschiff auf.
»Ich bringe Neuigkeiten«, erklärte er. »Einem unserer Erkundungsschiffe ist es gelungen, ein quarteriales Kurierschiff aufzubringen. Der gefangene Bote sagte aus, Uwahn Jenmuhs hätte ihm befohlen Kontakt mit dem arkonidischen Imperator Bostich aufzunehmen und ihm um militärische Unterstützung zu ersuchen. Der Bote sollte geheime Gespräche zwischen Bostich und dem Quarterium arrangieren.«
Reginald Bull stieß einen Pfiff aus. »Das ist ja interessant. Die Quarterialen brauchen also neue Verbündete«
»Ja, und wenn sich Jenmuhs und Bostich verbünden, dann sieht es schlecht für uns aus«, meinte Perry Rhodan düster.
»Also sollten wir doch sofort losschlagen«, meinte Bully.
»Es gibt noch weitere Informationen«, fuhr Anubis fort.
Rhodan und Bull blickten den Kemeten erwartungsvoll an.
»Der Kurier berichtet, dass er den Auftrag erhielt, Kontakt mit der verbotenen Opposition auf Arkon Kontakt aufzunehmen. Offenbar besteht schon länger Kontakt zwischen Uwahn Jenmuhs und dieser arkonidischen Opposition.«
Perry Rhodan und Reginald Bull waren höchst erstaunt über diese Entwicklung.
»Jenmuhs steckt voller Überraschungen. Offenbar will er nicht nur uns an den Kragen, sondern auch den guten alten Bostich über die Klinge springen lassen«, folgerte der Terranische Resident.
»Und er wird dann natürlich Bostichs Nachfolger als Imperator«, ergänzte Bully. »Wenn er uns dann erledigt hat, hat er die ganze Milchstraße im Sack. Gegen den war Iwan der Schreckliche ein freundlicher Mensch.«
»Das müssen wir verhindern!«
»Und wie, Perry? Wie sollen wir denn von hier aus Kindermädchen für Bostich spielen? Selbst wenn wir ihn warnen, würde er uns womöglich gar nicht glauben.«
»Wir selbst können natürlich von hier aus nichts tun. Aber wir können unseren besten TLD-Agenten schicken: Stewart Landry. Er soll nachforschen, was wirklich an der Sache dran ist und, wenn nötig, ein Attentat auf Bostich verhindern.«
»Gut, ich werde das sofort veranlassen. Soviel ich weiß, befindet er sich auf Zalit«, sagte Bull.
Rhodan wandte sich an den Kemeten Anubis, der noch immer im Raum stand.
»Wir danken dir für die Informationen, Anubis. Sie sind sehr wertvoll für uns.«
»Ihr braucht mir nicht zu danken. Allerdings hätte ich noch gerne eine Information von euch.«
»Ja, und die wäre?«
»Wer ist dieser Iwan der Schreckliche?«
Auf Zalit waren die Nächte lang.
Stewart Landry streichelte durch das kupferfarbende Haar seiner Gespielin. Sie stöhnte lustvoll auf, als er ihren rotbraunen Hals küsste. Landry ging eigentlich nur seiner Agententätigkeit im Vold-Sonnensystem nach. Seine Aufgabe war es, militärische und wirtschaftliche Informationen über das Kristallimperium zu sammeln.
Dazu gehörten auch die Stützpunkte auf Zalit. Als Geschäftsmann getarnt, unterhielt er regen Kontakt zu einer wohl proportionierten Zaliterin, der ihn bis in das Schlafzimmer seines Hotelzimmers führte. Er ließ kurz von der Dame ab und genoss einen Schluck des exzellenten zalitischen Weins. Wein von Zalit war sehr beliebt in der Milchstraße.
Erst jetzt bemerkte er die runde Spürsonde, gespickt mit unzähligen Antennen, die durch das offene Fenster des Bungalows flog. Die Sonde bahnte sich ihren Weg durch die Hotelsuite und hielt direkt auf das Bett zu. Landry ließ von der Zaliterin ab, die mürrisch einen Laut von sich gab und ihn aufforderte, weiterzumachen.
Die Sonde gab ein Piepen von sich. Landry zog den Thermostrahler unter dem Kopfkissen hervor und war entschlossen, die Sonde zu vernichten, doch der Schuss wurde mühelos von dem fremden Gerät absorbiert.
»Hören Sie gefälligst auf mit diesem Unfug, Landry!«, schnarrte eine Stimme aus der Sonde.
Das war zu viel für die Zaliterin, die einen Schrei ausstieß, eiligst ihre Sachen vom Fußboden aufsammelte und schleunigst aus dem Bungalow verschwand. Stewart Landry erhob sich indessen aus dem Bett und ging, mit der Waffe im Anschlag, langsam und erstaunt auf die Sonde zu.
»Nun machen Sie schon«, schnarrte die Sonde erneut.
Landry ließ die Waffe sinken und wirkte noch erstaunter.
»Sir, ähm … Mister Bull, sind Sie das?«, fragte er unsicher.
Die Sonde öffnete eine Außenklappe und brachte einen kleinen Bildschirm zum Vorschein. Auf diesem erschien das Gesicht von Reginald Bull. »Allerdings, wie Sie nun unschwer erkennen können. Würde es Ihnen etwas ausmachen, sich etwas anzuziehen?«
»Ähem, natürlich nicht, Sir. Sofort, Sir«, versicherte Landry und zog sich rasch an.
»Tut mir leid, dass wir Sie bei Ihrem Schäferstündchen unterbrochen haben, Landry, aber es gibt wichtige Neuigkeiten«, erklärte Bully.
»Das war rein dienstlich, Sir.«
»Sicher, für Resident und Vaterland. Wie auch immer – Sie bekommen einen neuen Auftrag. Da dieser vordringlich ist, benutzten wir diese Sonde, die uns die Kemeten freundlicherweise zu Verfügung gestellt haben, um sie schnellstmöglich zu finden«, erklärte Reginald Bull.
»So viel Aufwand wegen mir, Sir? Ich fühle mich geschmeichelt«, meinte Landry trocken.
»Bilden Sie nur nicht zu viel ein, Landry. Sie sind nun mal in der Nähe des Einsatzortes.«
»Worum geht es, Sir?«
»Was wissen sie über die verbotene arkonidische Opposition?«
»Da gibt es mehrere Splittergruppen«, erklärte Stewart Landry. »Die Bedeutendste ist die sogenannte Gos´Shekur-Faust. Sie ist eine militante Sonderorganisation, die im Geheimen operiert. Ihr Ziel ist ein Bündnis zwischen Arkon und dem Quarterium. Wir vermuten, dass sie Uwahn Jenmuhs treu ergeben ist. Finanziert wird sie sicherlich von Jenmuhs selbst, aber auch von einflussreichen arkonidischen Adligen und durch die nicht unbeträchtlichen Gewinne einer Scheinfirma. Beweisen ließ sich das bislang aber nicht. Der TLD hatte auch wenig Anlass, sich darum zu kümmern.«
»Das wird sich nun ändern. Die Kemeten haben vor der Milchstraße einen quarterialen Kurier abgefangen, der im Auftrag von Jenmuhs mit Imperator Bostich über ein Bündnis mit dem Quarterium verhandeln sollte. Sein Auftrag war aber auch Kontakt mit der Opposition aufzunehmen. Daher vermutet Perry Rhodan, dass Jenmuhs doppeltes Spiel treibt. Finden Sie heraus, was hinter dieser Gos´Shekur-Faust steckt und was Jenmuhs wirklich vorhat.«
»Ich breche sofort nach Arkon I auf, Sir.«
»Gut, wir können nur hoffen, dass Sie etwas herausfinden, was einen Keil zwischen Arkon und dem Quarterium treibt, denn wenn die beiden Reiche sich miteinander verbünden, sitzen wir in der Falle«, beendete Reginald Bull das Gespräch.
Stewart Landry machte sich sofort an die Arbeit und flog – als Geschäftsmann getarnt – bereits am nächsten Tag nach Arkon I. Die Reise dauerte nicht einmal eine halbe Stunde in das drei Lichtjahre entfernte Nachbarsystem. Die Kontrollen auf dem Raumhafen Shuluk waren jedoch nicht zu unterschätzen. Landry stieg aus der Raumfähre aus und sah sich um. Langsam ging er auf das Kontrolltor zu, welches von drei grimmig drein blickenden Arkoniden bewacht wurde.
Die Menschen und Extraterrestrier standen in einer Schlange und wurden nacheinander durch das Tor gewinkt. In der kemetischen Sonde hatte Bull einige technische Spielereien der Kemeten versteckt. Angeblich waren sie sicher vor jeglicher Ortung. Die Teile waren in Landrys tragbaren Rechner eingebaut. Er hoffte, dass dieser Ortungsschutz wirklich so gut war.
Als er an der Reihe war, ging er ohne zu zögern durch den Abtastungsbogen. Nichts geschah. Es funktionierte. Er ließ sich die Erleichterung nicht anmerken und ging gemessenen Schrittes zum Ausgang der großen Raumhafenhalle. Die Stadt Shulukai wartete auf ihn.
Shuluk war ursprünglich nur ein kleines Landefeld gewesen, war inzwischen aber mit einem Durchmesser von rund 120 Kilometern der größte Raumhafen auf Arkon I. Er lag auf der westlichen Seite Laktranors am inneren Bogen des sichelförmigen Sha'shuluk-Binnenmeeres.
Landry blickte auf den imposanten Ringwall, der 2000 Meter hoch war. Der Raumhafen wirkte aus der Luft wie ein gigantischer Krater. Shulukai lag außerhalb des Ringwalls. Landry war hier schon öfters gewesen. Es gefiel ihm in dieser Stadt, denn sie war nicht typisch arkonidisch. Die Architektur der 35 Millionen Metropole war zweckmäßiger und erinnerte ihn sogar an die Bauweise auf Terra.
Nachdem Landry im Hotel Zoltral eincheckte, begab er sich zu seiner ersten Spur.
Er knüpfte erste Kontakte mit der Gos´Shekur-Faust, indem er sich einen Termin bei dem Börsenspekulanten Mad Mukkel verschaffte. Mukkel war halb Arkonide, halb Plophoser und als Anhänger des Quarteriums bekannt. Er unterhielt Glücksspieleinrichtungen in der ganzen Milchstraße und war auch dank der Unterstützung arkonidischer Adliger besonders in Shulukai Besitzer etlicher Casinos. Der TLD vermutete schon länger, dass Mukkel Kontakte zur Gos´Shekur-Faust unterhielt.
Da Landry sich als schwer reicher Geschäftsmann ausgab, wurde er schon bald in Mukkels luxuriöses Büro vorgelassen. Mad Mukkel, ein schlanker Mann von durchschnittlicher Erscheinung, musterte Landry mit rot unterlaufenden Augen.
»Willkommen, Mister …«
»Moore, Sean T. Moore«, antwortete Landry. Dies war ohnehin sein Tarnname seit seinem letzten Auftrag auf Zalit. Er übergab Mukkel lächelnd eine gefälschte Visitenkarte. »T steht für Timothy.«
»Aha«, machte Mukkel und sah missmutig drein. Dabei tränten seine Augen heftig.
»Ich hoffe, das ist kein Grund zum Weinen. Stimmt etwas nicht?«, fragte Landry irritiert, für den es aussah als würde sein Gegenüber anfangen zu weinen.
»Nein, nein. Nur eine Allergie«, murmelte Mukkel und griff zu einem Nasenspray, das er ausgiebig inhalierte.
»Ja, die Nasennebenhöhlen, die können einem trotz aller medizinischen Fortschritte zu schaffen machen. Meine Tante Alma zu Beispiel …«
»Setzen Sie sich, Mister Moore!«, unterbrach ihn Mukkel emotionslos.
Landry lächelte höflich und nahm Platz. Sonderlich höflich war dieser Mukkel nicht. Aber die Anhänger des Quarteriums waren auch nicht gerade für ihre guten Manieren bekannt.
»Was wollen Sie von mir?«, fragte Mukkel gerade heraus. Landry spürte sein Misstrauen.
»Ich bin Geschäftsmann. Ich handle mit Waffen und Maschinen.«
»Vernichtung und Wiederaufbau, das war stets eine lukrative Kombination«, stimmte Mad Mukkel etwas höflicher an.
»Gewiss, Mister Mukkel. Doch dies allein füllt mich nicht aus. Ich möchte mich auch politisch engagieren. Ich habe großen Respekt vor dem Quarterium. Männer wie der Imperatore, Cauthon Despair und nicht zuletzt Uwahn Jenmuhs sind es, die die Menschheit wirklich voranbringen. Perry Rhodan und seine Clique haben abgewirtschaftet. Sie sind schwach und viel zu tolerant den Aliens gegenüber, die uns immer mehr auf der Nase herumtanzen und unsere Gutmütigkeit ausnutzen«, redete sich Landry in Rage. Er hoffte damit, Mukkels Misstrauen zu zerstreuen.
Tatsächlich hellte sich Mukkels Miene ein wenig auf. Landry meinte sogar, die Andeutung eines Lächelns entdecken zu können.
»Das stimmt in der Tat. Auch ich finde das Quarterium durchaus sympathisch. Nur die Stärksten können überleben, das Schwache muss vernichtet oder unterworfen werden. So sind nun einmal die Naturgesetze«, erklärte Mukkel, der Landry dadurch noch unsympathischer wurde, aber das durfte er natürlich nicht zeigen.
»Richtig, das Quarterium hat das erkannt. Leider sträubt sich die LFT noch dagegen.«
»Ganz meiner Meinung. Doch was kann ich für sie tun?«, kam Mukkel wieder auf den Punkt.
»Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie gewisse Kontakte zum Quarterium unterhalten sollen. Ich möchte das Quarterium tatkräftig unterstützen, und zwar mit einer Spende von mehreren Millionen Galax. Da Arkon noch neutral ist, erscheint es mir sinnvoll, die Angelegenheit hier abzuwickeln. Ich hoffe, Sie können mir dabei behilflich sein«, erklärte Landry. Damit war der Köder ausgeworfen, aber würde Mukkel auch anbeißen?
Mukkel schien angestrengt zu überlegen. Er blickte Landry mit seinen roten, Tränen unterlaufenden Augen, skeptisch an.
»Das klingt ziemlich gut. Sie werden jedoch verstehen, dass ich Sie zunächst überprüfen muss. Außerdem muss ich meine Vorgesetzten kontaktieren.«
Damit hatte Landry gerechnet. Es war alles vom TLD vorbereitet. Die Überprüfung von Sean T. Moore würde Mukkel gegenüber ein positives Ergebnis bescheinigen.
»Das erwarte ich sogar von Ihnen, als gewissenhaften Angestellten. Da Sie allerdings nur ein Mittelsmann sind, werden Sie verstehen, dass ich dann direkt mit Ihren Vorgesetzten sprechen möchte. Immerhin handelt es sich um eine stattliche Summe«, versetzte Landry seinem Gegenüber einen kleinen Seitenhieb.
Mukkel lächelte säuerlich. »Gewiss, Mister Moore. Und nun entschuldigen Sie mich, ich habe noch viel zu tun.«
Landry verabschiedete sich und verließ das Gebäude. Der TLD-Agent hatte sich einen Gleiter gemietet, mit dem er in den Bungalow des Hotels Zotral, in dem er standesgemäß auf Kosten des TLD abgestiegen war, zurückkehrte.
Der Bungalow lag direkt am Sha’Shuluk-Binnenmeer und bot eine herrliche Aussicht. Die reichen und schönen tummelten sich hier am angelegten Strand und verpraßten ihr Geld.
Landry fiel auf, dass ihm ein Gleiter folgte, und zwar schon seit er Mukkels Gebäude verlassen hatte.
Der TLD-Agent stieg aus, ging ein Stück und bemerkte, dass zwei Arkoniden, die aus dem anderen Gleiter gestiegen waren, ihm folgten. Ließ Mukkel ihn beschatten? Landry beschloss vorsichtig zu sein. Er tat so, als hätte er seine Verfolger nicht bemerkt und betrat seinen Bungalow.
Einige Stunden tat sich nichts. Doch als es dunkel wurde, bemerkte er, wie sich jemand an der Tür zu schaffen machte. Landry ging in das Badezimmer und aktivierte die Nasszelle. Dann versteckte er sich in einer dunklen Ecke und wartete. Es dauerte nicht lange, bis sich die Eingangstür öffnete und die beiden Arkoniden den Bungalow betraten. Sie begannen sein Zimmer zu durchsuchen.
»Kann ich Ihnen behilflich sein, meine Herren?«, unterbrach Landry ihre Betätigung.
Ohne zu zögern, stürzten die beiden Arkoniden auf ihn zu. Den Ersten konnte Landry paralysieren, doch der Zweite packte ihn am Arm und wollte ihm den Paralysator entreißen, dabei fiel die Waffe zu Boden. Es gelang Landry jedoch, den Gegner mit einem Dagorgriff zu Fall bringen, dann warf er sich auf ihn und betäubte ihn mit einem gezielten Schlag auf den Kopf. Zu Sicherheit paralysierte er den Angreifer zusätzlich.
»Arkonidische Gastfreundlichkeit«, murmelte Landry und durchsuchte die beiden Betäubten.
Dabei fand er ihre Ausweise. Die Beiden kamen nicht von Mad Mukkel, wie Landry vermutet hatte, sondern gehörten dem arkonidischen Geheimdienst Tu-Ra-Cel an. Landry stieß einen leisen Fluch aus. Das bedeutete, die Tu-Ra-Cel wusste Bescheid, dass er hier agierte. Landry beschloss den Bungalow zu verlassen und sich ein anderes Domizil zu suchen. Er hoffte, dass Mukkel schon bald mit ihm Kontakt aufnahm, damit er vorankam, bevor sich die Tu-Ra-Cel zu sehr einmischte.
Die 50 000 Schiffseinheiten des Imperatore hatten die Draco-Galaxie erreicht. Schnell trafen sie auf den Flottenverband von Uwahn Jenmuhs. Don Philippe ersuchte den Arkoniden sofort um ein Gespräch an Bord der EL CID. Der Gos’Shekur hatte jedoch keine beruhigenden Nachrichten. Nach wie vor hatte er Perry Rhodans Flotte, die man inzwischen bei den Quarterialen die »Geisterflotte« nannte, nicht gefunden und zum Kampf stellen können.
»Diese feigen Schakale weichen mir aus, weil sie meine Macht und meine strategischen Fähigkeiten fürchten«, versicherte der fette Arkonide seinem Vorgesetzten. Dabei schwabbelte sein ganzer feister Körper vor Erregung. »Doch ich versichere Ihnen, Imperatore, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich sie aus ihren Rattenlöchern jage, und wenn es Monate dauern sollte!«
»Wir haben aber nicht monatelang Zeit, verehrter Jenmuhs«, meinte der Imperatore pessimistisch. »Unsere Lage hat sich seit dem Tod von Torsor und der Niederlage bei Tefrod leider verschlechtert. Es ist zu befürchten, dass uns Aurec mit diesen verdammten Entropen bald nachsetzt. Dann könnten wir zwischen zwei Fronten geraten.«
»Ach was, wir sind Quarteriale. Wir haben jetzt 140 000 Schiffe. Damit sind wir unschlagbar«, wischte Jenmuhs die Bedenken des Imperatores weg.
Doch dieser blieb skeptisch und sah Cauthon Despair, der ebenfalls zugegen war, fragend an.
»Was meinen Sie, Despair?«
»Rhodan ist ein alter Fuchs. Er hat Jenmuhs drei Wochen lang aufgehalten und dabei wertvolle Zeit gewonnen. Wir haben zwar jetzt eine vereinigte Flotte, die ausreicht, um Rhodans Flotte zu schlagen, aber unsere Kräfte genügen nicht, um die Milchstraße anzugreifen, da der Großteil der LFT-Flotte die Kolonien und das Sol-System schützen wird. Außerdem müssen wir in der Tat damit rechnen, dass uns Aurec und die Entropen in den Rücken fallen. Das müssen wir unbedingt verhindern.«
»Ach Unsinn! Wir müssen Rhodan sofort angreifen und vernichten«, ereiferte sich Jenmuhs.
»Ach nein! Was Sie nicht sagen! Warum haben Sie es dann nicht schon längst getan? Wegen Ihrer Inkompetenz sitzen wir jetzt hier fest, anstatt neue Operationen vornehmen zu können«, gab Despair kalt zurück.
Der fette Arkonide sah in hasserfüllt an. »Dafür sollte ich von Ihnen Genugtuung fordern, Blechmann!«
»Ach ja, bitte! Tun Sie mir doch den Gefallen«, gab Despair unbeeindruckt zurück und fasste an sein Schwert.
»Aber, meine Herren!«, schritt der Imperatore mit einer gebieterischen Geste ein. »Ich muss doch sehr bitten! Wir haben schon genug Feinde. Wir müssen nicht auch noch aufeinander losgehen.«
»Nun gut, dann will ich mal nicht so sein und die Sache auf sich beruhen lassen«, lenkte Uwahn Jenmuhs ein.
Despair schwieg und dachte sich seinen Teil.
»Im Übrigen stimme ich Marschall Despair zu«, fuhr der Imperatore fort. »Ohne Unterstützung durch MODROR müssen wir mit unseren Kräften haushalten. Daher stoppe ich hiermit alle Militäraktionen innerhalb von Draco. Stattdessen werden wir unsere Flotte hier an dieser Stelle zusammenziehen, bis wir wissen, wo sich Rhodans Flotte befindet. Wir werden ihm nicht den Gefallen tun und unsere Kräfte zersplittern.«
Uwahn Jenmuhs war davon nicht begeistert, stimmte aber widerwillig zu.
»Ich hoffe, dass wir schon bald das Kristallimperium auf unserer Seite haben«, erklärte der fette Arkonide schnaufend. »Ich habe Unterhändler zu Bostich gesandt, um Verhandlungen über ein Bündnis aufzunehmen.«
»Und?«
»Ich habe noch keine Nachricht von diesem Schwachkopf von Unterhändler. Man ist nur von unfähigen Gefolgsleuten umgeben.«
»Womöglich ist er von den Terranern abgefangen worden«, mutmaßte Cauthon Despair.
»Möglich, ich hab ihn schon vor Wochen losgeschickt«, räumte Jenmuhs widerstrebend ein.
»Dann werden wir einen weiteren Boten entsenden«, entschied der Imperatore. »Aber diesmal jemand von hohem Rang, damit der Imperator sieht, wie ernst uns die Angelegenheit ist. Ich werde meine Tochter Stephanie schicken. Sie soll Bostich alle vertretbaren Zugeständnisse machen. Wir müssen uns mit den Arkoniden verbünden. Wenn Bostich in der Milchstraße losschlägt und sich mit unserer Flotte vereinigt, ist Perry Rhodan erledigt und wir gewinnen diesen Krieg.«
Da niemand Einwände hatte, wurden alle Vorbereitungen getroffen. Don Philippe kehrte in sein Quartier zurück, in dem sich auch Rosan befand und rief seine Tochter Stephanie zu sich, um ihr seinen Plan zu unterbreiten.
Stephanie war durchaus angetan von dem Vorhaben und traute sich die schwierige diplomatische Aufgabe durchaus zu. Außerdem witterte sie eine Chance sich ihrer unliebsamen Gegner zu entledigen.
»Eine höchst delikate Angelegenheit, lieber Vater. Ich schlage vor, dass mich Rosan begleitet. Sie als Halbarkonidin kennt sich gut aus mit den Gepflogenheiten der Arkoniden und könnte sicherlich bei dieser Mission von großem Nutzen sein«, schlug sie daher zur großen Überraschung der Anwesenden vor.
»Rosan nach Arkon? Also, ich weiß nicht. Mir wäre es lieber, sie bleibe bei mir«, meinte Don Philippe skeptisch.
Auch Rosan war ziemlich erstaunt. Was hatte Stephanie vor? Sie versuchte das überfreundliche Grinsen ihrer Stieftochter zu interpretieren, doch es misslang ihr. Wieso sollte Rosan mitkommen? Gut, sie war Halbarkonidin und aus edlem Hause, doch sicher keine Freundin von Bostich und seinem Hofe. Zurück nach Gos’Ranton. Rosan hatte keine schönen Erinnerung an ihre alte Heimat, auf der sie ihre ersten 21 Jahre ihres Lebens verbrachte. Erinnerungen an ihre Stieffamilie, die Orbanashols, kamen hoch. Mit Schaudern dachte sie an ihren tyrranischen Stiefvater Spector, ihre lieblose Mutter Thorina und ihren Verlobten Attakus zurück.
Sie alle waren schon lange tot. Spector und ihre Mutter waren auf der LONDON I vor 22 Jahren verstorben und Attakus hatte auf der zweiten LONDON vor 17 Jahren den Tod gefunden. Rosan hatte nie den Kontakt zu ihren Verwandten gesucht. Sie verabscheute die arkonidische Etikette des Adels zutiefst. Dumme, reiche und verwöhnte Snops, die sich für etwas besseres hielten! Sie sah sich um. Bei den de la Siniestros war es nicht viel besser.
Sie dachte an ihre nur hypothetischen Fluchtpläne. Nun hatte sie die Chance, ganz leicht in die Milchstraße zu gelangen. Von dort aus war eine Flucht möglich. Sie kannte sich auf Gos’Ranton natürlich gut aus. Das könnte ihr zum Vorteil gereichen.
Wenn es ihr gelang zu fliehen und in die terranische Botschaft zu kommen, war sie wieder frei. Sie beschloss diese Gelegenheit zu nutzen. Lächelnd stand sie auf und schmiegte sich an den Imperatore an.
»Ich finde Stephs Idee großartig, lieber Phili. Endlich kann ich beweisen, dass ich zu Recht die neue Imperatrice bin und etwas Gutes für mein Volk tun. Ich kenne mich mit dem arkonidischen Hochadel aus. Vor Jahren hätte ich beinahe dort eingeheiratet und meine Mutter unterhielt beste Beziehungen zu einigen hoch angesehenen arkonidischen Familien. Ich bin sicher, ich kann Stephanie gut beraten. Außerdem wird Imperator Bostich beeindruckt sein, wenn du ihm deine Tochter und deine Frau als Unterhändler schickst. Wenn dein Plan gelingt, wird bald Frieden sein und wir können uns endlich unserer Ehe widmen und die Ruhe genießen.«
Dies alles überzeugte Don Philippe letztendlich. »Nun gut, dann soll es so sein. Wir wollen zusammenhalten wie eine Familie, dann überwinden wir auch alle Schwierigkeiten. Es freut mich, dass ihr zusammenarbeiten wollt.«
Rosan bekam fast ein wenig Mitleid mit dem alten Mann, weil sie ihn bitter enttäuschen würde, aber ihr blieb keine andere Wahl. Ganz allein wollte sie mit Stephanie aber nicht reisen. Daher dachte sie an Uthe und Brettany, die vielleicht auch die Chance zur Flucht nutzen wollten.
»Ich kann aber unmöglich allein reisen, Philippe. Ich möchte, dass mich Brettany und Uthe als Hofdamen begleiten.«
»Das ist eine gute Idee«, pflichtete Stephanie Rosan zu deren Erstaunen bei. »Außerdem sollte Cauthon Despair uns als militärischer Berater begleiten.«
»Nun gut, diese Entscheidung ist aber freiwillig. Jeder soll für sich selbst entscheiden. Die Mission könnte gefährlich werden«, meinte der Imperatore.
»Am arkonidischen Hof sind wir sicher. Die Terraner werden es nicht wagen, dort etwas zu unternehmen«, glaubte Stephanie.
Don Philippe traf sich mit Cauthon Despair, um ihm Stephanies Vorschlag zu unterbreiten.
Der Silberne Ritter war jedoch alles andere als begeistert. »Ich werde hierbleiben. Erstens bin ich für diplomatische Missionen wenig geeignet und zweitens will ich hier bei Flotte bleiben, für den Fall, dass Rhodan oder Aurec uns angreifen sollten.«
»Das sehe ich ein, Despair«, erklärte Don Philippe. »Ich brauche Sie hier dringender. Stephanie ist erfahren genug in diplomatischen Verhandlungen. Ich wäre allerdings beruhigter gewesen, wenn sie auf Rosan aufgepasst hätten.«
»Ich halte es für keine gute Idee, sie dorthin zu schicken. Sie wird wohl kaum für das Quarterium sprechen, wenn sie mit Bostich zusammentrifft.«
»Sie hätten Sie sehen sollen, Despair. Sie war so begeistert, ich glaube, dass sie endlich akzeptiert hat, die Imperatrice des Quarteriums zu sein und das sie sich der Verantwortung für das quarteriale Volk bewusst geworden ist.«
Despair war völlig anderer Meinung, aber er schwieg, denn mit Verliebten sachlich zu diskutieren wäre ein sinnloses Unterfangen.
Stephanie frohlockte. Endlich waren ihr Rosan und Uthe Scorbit ausgeliefert. Am Abend vor der Abreise traf sie sich heimlich mit den beiden Zubarov-Schwestern, um sie zu instruieren. Sie hatte sich die beiden C.I.P-Agentinnen als Leibwächterinnen für Rosan und Brettany offiziell zuteilen lassen.
»Ich hoffe, Sie haben den Auftrag auch begriffen. Noch einmal: Die arkonidische und die terranische Schlampe müssen sterben. Meiner Schwester darf aber nichts passieren. Außerdem muss es aussehen, als würde es sich um ein Attentat der Terraner handeln. Das dürfte Bostich ziemlich empören und ihn leichter an unsere Seite treiben. Alles klar?«, fragte sie die beiden Zubarov-Schwestern, die schweigend und unbeweglich vor ihr standen.
»Völlig klar«, meinte Utha Zubarov und strich sich über ihren Schnurrbart.
»Wenn uns nicht wieder irgendein Dilettant dazwischen funkt, wird es gelingen«, versicherte ihre jüngere Schwester Maryna.
»Gut, dann ist Rosan Nordment bald nur noch Geschichte«, hoffte Stephanie und lächelte kalt.
Doch auch Uwahn Jenmuhs hatte Pläne für die Konferenz. Er befand sich allein in seinen Thronsaal und kommunizierte mit zwei Hologrammen, während er ein fettiges Hühnchen in sich hinein schob.
»Es ist eine Fügung des Schicksals, dass Sie die Mission begleiten«, sprach er seine Gegenüber an. »Sie wurden bereits über Ihre Aufgabe informiert. Bei dieser Konferenz muss Imperator Bostich sterben. Lassen Sie es so aussehen, als ob die Terraner dahinter stecken, dann wird das empörte Kristallimperium sich uns mit Freuden anschließen und schon bald wird ein neuer Imperator das Reich regieren. Alles klar?«
»Völlig klar«, meinte Utha Zubarov und strich sich über ihren Schnurrbart.
»Wenn uns nicht irgendein Dilettant dazwischen funkt, wird es gelingen«, versicherte ihre jüngere Schwester Maryna.
Zufrieden unterbrach Uwahn Jenmuhs die Verbindung und stieß einen herzhaften Rülpser aus. Sein Hunger war jedoch noch längst nicht gestillt. Er riss die Keule aus dem Brathühnchen heraus und biss herzhaft hinein. Schmatzend lehnte er sich in seinen Sessel zurück. Der ewige Nörgler de la Siniestro würde bald eines besseren belehrt werden. Jenmuhs würde Rhodans Flotte vernichten und selbst über Arkon regieren. Seine Getreuen der Gos’Shekur-Faust würden nach dem Tod von Bostich den Putsch komplettieren, eine Interimsregierung bilden und Terra und seine Verbündeten angreifen. Nach dem endgültigen Sieg würde Jenmuhs der unumschränkte Begam und Gos’Shekur über die ganze Milchstraße werden. Und dann würde er de la Siniestro und seine Brut ausradieren, bis ihm niemand mehr im Wege stand. Dann würde er der Herrscher alle Menschen sein! Er würde alle Aliens aus der Galaxis deportieren und dafür Sorge tragen, dass der Mensch der Herr des Universums sein würde!
Jenmuhs fiebte fröhlich bei dem Gedanken, bald der Beherrscher der ganzen Milchstraße zu sein.
Beide hatten lange auf diesen Moment gewartet. Aurec und Perry Rhodan standen sich nach Monaten wieder gegenüber und schüttelten sich die Händ. Rhodan, Aurec und die entropische Hexenmeisterin Katryna waren in der Kabine versammelt.
Der Saggittone berichtete dem Terraner von dem Sieg über das Quarterium im Tefra-System und der Rückkehr von Gal'Arn und dessen Gefährten sowie deren Erlebnisse in M 87, einschließlich Torsors Tod.
»Ich hatte bereits von Torsors Tod erfahren. Damit sind wir zumindest eine Sorge los. Dies sind sehr ermutigende Nachrichten«, meinte Perry Rhodan optimistisch.
»Freut euch nicht zu früh, Terraner«, meinte die Entropin Katryna jedoch. »Schon bald wird das Riff Siom-Som erreichen. »Nistant ist wiedergeboren! Wisst ihr überhaupt, was das bedeutet? Das Ende des Universums steht bevor!«
Perry Rhodan verdrehte die Augen. Schon oft hatte man ihm das Ende des Universums prophezeit, doch es existierte immer noch.
»Und was schlägst du vor, Katryna?«, fragte er die Hexe.
»Das Riff mit allem, was wir haben, angreifen und Nistant und seine Anhänger vernichten, falls das überhaupt noch möglich sein sollte.«
»Schon wieder Krieg? Es muss doch einen anderen Ausweg geben«, meinte der Unsterbliche wenig begeistert.
»Es gibt keinen anderen Weg als die völlige Vernichtung der Riffaner. Wenn ich es dir sage, dann stimmt das auch, Terraner«, erwiderte Katryna pikiert.
Rhodan schüttelte ablehnend den Kopf. »Bevor ich erneut Hals über Kopf in einen weiteren Krieg ziehe, möchte ich mir erst selbst ein Bild von den Riffanern machen.«
Rosan Orbanashol de la Siniestro und Uthe Scorbit wechselten einen vielsagenden Blick als das Supremoschlachtschiff aus dem Hyperraum fiel und vor ihnen die Planeten des arkonidischen Sonnensystems sichtbar wurden.
Rosan blickte auf ihr Chronometer. Gerade war der 29. September 1307 NGZ angebrochen. Brettany schlief tief und fest im Sessel. Aus Sicherheitsgründen wollten alle drei Frauen gegenseitig auf sich aufpassen. Sie alle misstrauten Stephanie gewaltig. Selbst die sonst so gutgläubige Brett schenkte ihrer eigenen Schwester kein Vertrauen mehr. Zu offensichtlich war ihre Ablehnung gegenüber Uthe und Rosan und zu aufgesetzt war ihre freundliche Art im Moment, die sie beiden zur Zeit entgegen brachte.
Rosan nutzte es aus, dass Brettany schlief, um mit Uthe über ein ernstes Thema zu sprechen.
»Bist du sicher, dass du mit mir kommen willst, sollte es zu einer Flucht kommen?«, fragte Rosan ihre alte Freundin unverblühmt.
Uthe sah sie aus ihren grünen Augen entschlossen an. »Ja! Ich weiß, es ist nicht fair gegenüber Orly, doch wir beide gehören nicht hierher. Der Unterschied zwischen dem Quarterium und der LFT ist zu groß. Ich kann unter diesen Mördern nicht mehr leben.«
Rosan war erleichtert. Sie hatte eine Zeit lang die Befürchtung gehabt, Uthe hätte die Seiten gewechselt aus Liebe zu Orlando. Doch offenbar war ihre Freundin nur aus Enttäuschung zu Orlando gegangen. Rosan glaubte, dass Uthe tief in ihrem Herzen immer noch Remus liebte. Vielleicht war das auch ein Grund, wieso sie lieber wieder zur LFT zurück wollte.
Abgesehen vom moralischen Kampf, den beide führten, mussten sie sich auch vor einem erneuten Attentat in Acht nehmen. Noch immer wussten sie nicht, wer dahinter steckte. Doch beide hatten einen gemeinsamen Feind: Uwahn Jenmuhs! Er hatte ihnen niemals den Tod seines Bruders Hajun auf der LONDON II vor 17 Jahren vergeben. Offenbar war er auch nicht schuldlos am Mord an Wyll gewesen. Despair hatte bestimmt in seinem Auftrag gehandelt, hatte Brettany erzählt. Das entlastete den Mörder zwar nicht, aber zeigte, wie sehr Jenmuhs sie hasste.
Dutzende arkonidische Raumschiffe umgaben inzwischen das quarteriale Schiff. Rosan fuhr ein kalter Schauer über den Rücken. Sie waren vom Regen in die Traufe gekommen. Bostich handelte nur im Interesse des Kristallimperiums und war weder ein Freund Rhodans noch de la Siniestros. Den Bündnispakt 1305 NGZ hatte er doch nur geschlossen, um sich abzusichern. Sie waren keineswegs sicher auf Gos’Ranton.
Stephanie betrat ihr Quartier und klatschte laut in die Hände. Brettany schreckte hoch.
»Och, hab ich dich geweckt? Der Schönheitsschlaf hat nichts genutzt, meine Liebe«, sagte Steph süffisant. »Geh und mach dich hübsch, damit unsere Gastgeber nicht erschrecken.«
Brett schüttelte fassungslos den Kopf, stand wortlos auf und ging ins Bad. Rosan musterte Stephanie mit Abscheu.
»Der Imperator erwartet uns. Lassen wir ihn nicht warten«, sagte die de la Siniestro und blickte beide Frauen seltsam an. »Ach ja, benehmt euch, in Ordnung? Ein Mischling und eine Landpomeranze am kaiserlichen Kristallhof. Köstlich. Doch ich will nicht, dass ihr die Gespräche vermasselt, klar?«
Rosan lächelte überlegen. »Keine Sorge, Bostich wird sich in unserer Gesellschaft wohl fühlen. Sicherlich um einiges Wohler als in der einer Giftschlange.«
Steph wurde kurz ernst, dann lachte sie aufgesetzt. »Sicher! Dann los!«
Ohne Zwischenfälle gelangte das quarteriale Botschaftsschiff nach Thek’Laktran, dem Regierungssitz des Kristallimperiums.
Hier tagten schon vor Existenz des Kristallpalastes der Zwölferrat und der Große Rat. Auf einem Hochplateau mit einer Fläche von 2000 km² – einem Quadrat von etwa 45 Kilometern Seitenlänge - breiteten sich die wichtigsten Einrichtungen des Imperiums aus.
Das Zentrum bildete der Kristallpalast mit seiner Parklandschaft. Um diesen herum gruppierten sich Ministerien, Botschaften, Verwaltungszentren und Geheimdienstzentralen. Es waren gewaltige Gebäudekomplexe in der typischen Trichterbauweise Arkons. Bis zu 500 Meter ragten sie in den Himmel, die subplanetaren Anlagen reichten bis zu acht Kilometern in die Tiefe. Hier lagen alte Tiefbunkeranlagen – zum Teil noch aus der Zeit des Methankrieges – und gewaltige Syntroniken, die alle Gebäude auf dem Hügel der Weise miteinander vernetzen und an Leistungsfähigkeit nur dem alten Robotregenten nachstanden.
Hier befanden sich auch die Wohnungen der höchsten Würdenträger des Imperiums, hier werden die Botschafter und Gesandten befreundeter bzw. integrierter Völker untergebracht. Vermutlich würden Rosan und ihre Begleiter auch dort residieren. Was jedoch viel wichtiger war: Es befand sich auch die terranische Botschaft in diesem Komplex.
In den Hängen des Hügels lag die She'Huhan-Grotte, im Volksmund auch als Tempel bezeichnet. In späteren Jahren, deutlich entmythologisiert, war sie auch als die Hallen der Geschichte bekannt. Hier standen unter anderem auch die Statuen der Zwölf Heroen, sowie die Götterstatuen der She'Huhan, der Sternengötter.
Zentrum des Thek-Laktran ist das Gos'Khasurn, der Kristallpalast des Imperators, Hirn und Nervenzentrum der Regierung. Der Bau des Palastes begann um 17 529 v. Chr. unter Zakhagrim III.. Seitdem wurde immer wieder an ihm gebaut. Seit Jahrtausenden erfolgten unter allen Imperatoren Umbauten, innenarchitektonische Umgruppierungen, Einbauten neuer Techniken und Anlagen. Dies führte dazu, dass in späteren Jahrtausenden noch nicht mal der Robotregent einen kompletten Plan des Gebäudes und seiner Einrichtungen verfügbar hatte.
Abtastungen und Durchleuchtungen, sollte es einer überhaupt wagen, scheiterten aufgrund unzähliger Absicherungen, Tarnungen, Kraft- und Deflektorfeldern. Zahlreiche Geheimgänge durchzogen den Bau, die sowohl mit modernster Technik aber auch mit klassischen mechanischen Systemen und Fallen gesichert waren. Obwohl im Grunde unübersichtlich und aufgrund seiner unbekannten Elemente auch nicht den höchsten Sicherheitsanforderungen entsprechend, kam für die arkonidischen Imperatoren ein Neubau aus Gründen der Tradition nicht in Frage.
Die funkelnde, kristalline Mauerwerkstruktur des Palastes war fast 1000 Meter hoch. Allein der Sockel des Palastes besaß einen Durchmesser von 500 Metern, das Rund des Innenhofes 1500 Meter. Die Terrassen stiegen vom zentralen Garten bis zur 800 Meter höher gelegenen Oberkante an. Der Palast wurde auch Perle Arkons genannt. Der Palast war mehr als nur der Wohnsitz des Imperators. Hier tagten auch der Große Rat und der Zwölferrat. Er war Stätte prunkvoller Empfänge, die die unumschränkte Macht des Imperiums symbolisieren sollten.
Im Palast gab es drei, allein dem Imperator vorbehaltene Operationssäle. Jedes Zimmer verfügte über eine Verbandsstation für erste Hilfe, die regelmäßig von Medorobotern versorgt und ergänzt wurden. Der Festsaal, eine gewaltige Prunkhalle für Empfänge, fasste mehr als 10 000 Gäste. Gleichzeitig war der Palast Zentrum der Tradition und eine Art lebendes Museum. In einem Konferenzsaal neben dem Saal der Weisen fand sich beispielsweise ein 20 Meter langer Tisch, der aus einem ursprünglich 25 Meter durchmessenden Bmerasath, einem blau schimmernder Halbedelstein, geschliffen wurde. Diesen brachte der Arkonide Petesch einst aus der Öden Insel als Geschenk für den Imperator mit. So fanden sich zahlreiche Zeugnisse arkonidischer Expansion in den weiten Hallen des Palastes.
Imperator Bostich war der hohe Besuch bereits angekündigt worden und er erwartete seine erlauchten Gäste mit einer Mischung aus Misstrauen und Neugier. Zunächst empfing der Herrscher des Kristallimperiums Stephanie und ihr Begleiterinnen offiziell mit dem üblichen Pomp, dann wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt. Bostich bot seinen Gästen Platz an und setzte sich an den Kopf eines Konferenztisches.
»Ich bin beeindruckt von der Schönheit der quarterialen Delegation«, schmeichelte er den vier Frauen. »Seien Sie jedoch versichert, dass dies keinesfalls meine Urteilskraft trüben wird.«
»Eure Majestät ist weit ins Universum für seine Klugheit bekannt. Ich bin sicher, Ihr werdet die richtige Entscheidung treffen«, gab Stephanie ebenso einschmeichelnd zurück.
»Nun, wir werden sehen. Lassen Sie hören, was das Quarterium dem Kristallimperium vorzuschlagen gedenkt.«
»Mein Vater, der Herrscher von Cartwheel, schlägt euch ein Bündnis vor. Wir zusammen gegen die LFT und ihre Verbündeten. Zusammen werden wir die Macht der Terraner in der Milchstraße endlich brechen. Mein Vater bittet Euch, mit mindestens 200 000 Schiffen Terra und die LFT zu attackieren, während unsere Flotte Perry Rhodan in der Draco-Galaxie angreift.«
Bostich schien angestrengt nachzudenken. »Gewiss, die Aussicht die LFT und Perry Rhodan ein für alle Mal loszuwerden, klingt verlockend«, meinte er. »Doch die Kämpfe könnten verlustreich für Arkon werden. Vergesst nicht die Drohung der Posbis vor wenigen Monaten. Bis jetzt wäre ein Kriegseintritt mit zu vielen Risiken verbunden.«
»Das Quarterium wird Euch großzügig bei euren Wünschen entgegenkommen«, versicherte Stephanie, »und Euch ebenfalls im Kampf gegen die Posbis unterstützen. Zerstören wir sie zuerst, dann gibt es keine Gefahr mehr.«
Sie war bereit alles zu versprechen, um Bostich zu überzeugen. Später, wenn die Terraner geschlagen waren, konnte man dann weitersehen.
Bostich lächelte verschlagen. »Nun, ich denke die Hälfte der Milchstraße wäre ein angemessener Preis.«
Rosan hörte dem Ganzen mit unbeteiligter Miene zu. Innerlich brodelte es in ihr. Sie musste eine Möglichkeit finden, die Terraner zu warnen, doch zurzeit sah sie keine Möglichkeit dazu. Ständig waren Leibwächter um sie herum. Sie hoffte, dass sich eine günstige Gelegenheit ergeben würde.
An anderer Stelle auf Arkon I traf sich Stewart Landry erneut mit Mad Mukkel, der ihm das Wohlwollen seiner Auftraggeber signalisierte und ihm ein Treffen mit dem Anführer der Organisation Gos'Shekur-Faust vorschlug. Landry nahm selbstverständlich an. Er hoffte, nun einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen. Das Treffen fand in einer abgelegenen, stillgelegten Fabrikanlage statt. Ein Ort, der für ein geheimes Treffen geradezu geschaffen war, fand Landry.
Mukkel führte Landry quer durch die Anlage in eine große Halle. Dort stand ein halbes Dutzend Arkoniden. Einer aus der Gruppe, ein bieder aussehender Mann mittlerer Statur, trat auf sie zu und begrüßte Landry.
»Guten Abend, ich habe Sie bereits erwartet, Mister …?«
»Moore, Sean T. Moore«, stellte sich Landry mit einem charmanten Lächeln vor. Er wollte dem Mann die Hand schütteln, doch der Arkonide reagierte nicht.
»Und mit wem habe ich die Ehre?«, wollte Landry von den Arkoniden wissen.
»Ich bin der Mann, den Sie suchen, der Anführer der Gos'Shekur-Faust. Mein Name ist Maryn da Hamanol. Merken Sie sich diesen Namen gut, denn es wird das Letzte sein, was Sie sich merken können, Mister Sean T. Moore, oder sollte ich lieber sagen: Mister Stewart Landry?«
Landry gefror das Lächeln. Er sah, wie die Begleiter des Arkoniden ihre Waffen zückten und auf ihn anlegten.
»Aber ich bitte Sie, Mister da Hamanol, dies muss ein Missverständnis sein«, versuchte Landry sich zu retten, doch der Blick des Arkoniden gefiel ihm gar nicht.
»Sparen Sie sich Ihre plumpen Versuche, Landry«, sagte da Hamanol kalt. »Auch wir haben unsere Verbindungen. Ihre Kollegen vom C.I.P wissen ziemlich gut über Sie Bescheid. Die Frage ist jetzt nur, wie viel Sie wissen.«
»Tja, wer weiß das schon«, murmelte Landry konsterniert. Dann bekam er einen Schlag auf den Kopf und es wurde schwarz um ihn herum.
*
Als er wieder aufwachte, konnte er sich nicht bewegen. Er lag ausgestreckt auf einem Tisch, Arme und Beine waren mit Metallriemen gefesselt. Maryn da Hamanol und Mad Mukkel betrachteten ihn mit kalter Freude.
»Wieder erwacht, doch wie es aussieht nur für einen kurzen Moment. Nun, Mister Landry, da ihr Terraner ja wohl ein Faible für alte Filme habt, habe ich mich entschlossen, Ihnen einen Abgang zu verschaffen, der Sie sicher beeindrucken wird.«
Maryn da Hamanol deutete auf einen Energiestrahler, der über Landry an der Decke schwebte. Der Arkonide gab ein Zeichen und der Strahler wurde aktiviert. Langsam bewegte er sich mit seinem tödlichen Strahl auf Landrys Unterseite zu.
»Okay danke. Ich bin beeindruckt. Sie können aufhören«, sagte Landry beunruhigt.
»Oh, wie geistreich ihr Terraner immer seid. Euer Mundwerk war schon immer größer als euer Verstand. Wie dem auch sei: Schon bald wird eine neue Macht über die Milchstraße herrschen. Aber das braucht Sie nicht weiter zu bekümmern, denn Sie werden es nicht mehr miterleben. Eigentlich schade, aber im Gegensatz zu euren lächerlichen Filmhelden, wird es für Sie kein Entrinnen geben.«
Landry suchte fieberhaft nach einer Möglichkeit, um Zeit zu gewinnen.
»Ich nehme an, dass Sie dann der neue Machthaber über die Milchstraße sein werden?«, fragte er da Hamanol, während der Energiestrahl bedrohlich näher rückte.
»Ich bin nur ein bescheidener Diener meines Herren«, antwortete der Arkonide ruhig. »Ich wurde lediglich dafür ausersehen für eine Übergangsphase auf Arkon für Ordnung zu sorgen.«
»Sie sind also nur ein Lakai von Uwahn Jenmuhs. Wir dachten uns schon, dass er dahinter steckt. Sie vergessen nur, dass Ihnen mein Tod gar nichts nutzt. Was ich weiß, das weiß auch der TLD. Andere werden mir folgen.«
»Die werden zu spät kommen«, warf Mad Mukkel hämisch ein und erntete dafür von Hamanol einen bösen Blick.
Nun wusste Landry, dass schon sehr bald etwas von der Gos'Shekur-Faust geplant war. Vermutlich wollte da Hamanol Bostich stürzen oder beseitigen und dann selbst als Marionette für Uwahn Jenmuhs und somit für das Quarterium den Thron besteigen. Diese Erkenntnis nutzte dem TLD-Agenten allerdings nichts mehr, denn er würde schon in kurzer Zeit in zwei Hälften gespalten sein.
Hamanol sah auf sein Chronometer. »Es wird Zeit zum Ende zu kommen. Sterben Sie wohl, Mister Landry.«
Stewart Landry schloss bereits mit seinem Leben ab, als plötzlich eine Detonation die Halle erschütterte. Ringsherum tauchten unvermittelt arkonidische Soldaten auf, die das Feuer auf da Hamanol und seine Leute eröffneten. Die Rebellen erwiderten das Feuer und zogen sich ins Innere der Halle zurück. Landry hatte jedoch nur den Energiestrahl im Sinn der immer näher kam und einen Teil der Tischplatte zerfressen hatte und sich nun seinem Körper näherte. Aus dem Augenwinkel registrierte Landry, dass eine Arkonidin vor ihm auftauchte und mit einem Schuss den Thermostrahler zerstörte. Der Energiestrahl erlosch. Dankbar betrachtete Stewart Landry die schöne Frau, die ihren Strahler wieder einsteckte.
»Das muss ein Traum sein, ein rettender, schöner Engel, der mir zu Hilfe kommt«, sagte er freundlich.
Die Arkonidin blickte ihn jedoch nur voller Verachtung an. »Mein Name ist Seryklya ta Helonk. Ich bin kommandierende Mascantin der Tu-Ra-Cel und für die persönliche Sicherheit des göttlichen Imperators verantwortlich. Sie werden mir alles sagen, was ich wissen will oder ich werde mit der Prozedur fortfahren«, sagte sie mit klirrender Kälte in der Stimme.
Landry sah ein, dass es keinen Sinn hatte, Spielchen mit der arkonidischen Geheimpolizei zu machen, denn die Zeit drängte. Daher berichtete er Seryklya ta Helonk ausführlich.
»Ich vermute, Maryn da Hamanol und seine Leute wollen Imperator Bostich stürzen«, schloss er. »Hamanol soll dann als Interimskaiser gekrönt werden. Anschließend sackt das Quarterium das Kristallimperium ein und verfügt dann über die arkonidische Flotte.«
Die Arkonidin nickte zustimmend. »Das deckt sich mit meinen Informationen.«
Landry rüttelte an seinen Fesseln. »Könnten Sie mich vielleicht aus meiner misslichen Lage befreien?«
»Eigentlich sollte ich Sie als terranischen Spion liquidieren lassen. Da wir aber – dank Ihrer Hilfe – das lang gesuchte Versteck der Gos'Shekur-Faust gefunden haben, will ich ausnahmsweise großzügig sein«, sagte Seryklya ta Helonk gönnerhaft und ließ Landry losmachen.
»Zu gütig, Gnädigste.«
Die Arkonidin ging zu einem ankommenden Soldaten und ließ sich von ihm unterrichten. Anschließend kehrte sie wieder zu Landry zurück.
»Wir haben alle, bis auf zwei, getötet. Raten Sie, wer entkommen konnte.«
»Da Hamanol und Mad Mukkel«, seufzte Landry.
»In der Tat. Sie sind durch einen geheimen Transmitter im Innern der Anlage entkommen. Der Transmitter zerstörte sich daraufhin selbst. Damit haben wir sie aus den Augen verloren«, meinte die Arkonidin.
»Das würde ich nicht unbedingt sagen. Ich bin überzeugt, dass schon in den nächsten Stunden oder gar Minuten ein Anschlag auf Imperator Bostich geplant ist. Wo hält er sich zur Stunde auf?«
»Im kaiserlichen Palast. Er konferiert mit der quarterialen Delegation. Die würden es doch nicht wagen, etwas zu unternehmen, solange die Quarterialen dort sind, oder doch?«
»Doch, die würden. Darauf können Sie wetten. Wir müssen sofort los. Kann ich Sie begleiten?«, fragte Landry.
»Da die Zeit drängt, bin ich ausnahmsweise bereit mit einem primitiven Terraner zusammenzuarbeiten«, war Seryklya einverstanden. »Der primitive Terraner bedankt sich.«
Im Kristallpalast des Imperators fand zur gleichen Zeit eine prunkvolle Feier zu Ehren der quarterialen Gäste statt. Stephanie de la Siniestro verstand sich gut mit Bostich und es schien nur eine Frage der Zeit, bis das Bündnis abgeschlossen werden konnte. Stephanie rechnete schon für den nächsten Tag damit. Als Krönung des Ganzen sollten dann Rosan und Uthe sterben, dann war ihre Mission perfekt. Rosan suchte indessen verzweifelt immer nach einer Möglichkeit aus dem Palast heraus zu kommen, doch da sie auf Schritt und Tritt überwacht wurde, schien dies undurchführbar. Sie saß am selben Tisch mit Stephanie und Imperator Bostich. Nicht gerade die Gesellschaft, die sie bevorzugte. Unbehaglich stellte sie fest, dass der Kristallimperator sie neugierig musterte.
»Es ist erstaunlich, dass der Imperatore eine halbblütige Renegatin zu seiner Gemahlin macht. Wenn ich Sie mir aber so ansehe, kann ich seine Gründe wiederum nachvollziehen«, sagte Bostich und lachte als hätte er einen guten Witz gemacht. Sein Gefolge stimmte in das Gelächter ein.
Rosan hatte Mühe sich zu beherrschen, aber sie machte gute Miene zum bösen Spiel.
»Rosan Orbanashol de la Siniestro«, sagte Bostich nachdenklich. »Eine angeheiratete Orbanashol und doch vom arkonidischen Adel. Der Tod von Spectre hat mich damals sehr traurig gestimmt. Er war ein guter Mann gewesen.«
Rosan lächelte verlegen. Was sollte sie sagen? Dass sie ihren Stiefvater gehasst hatte? Vielleicht nicht so direkt, doch ihr kam eine Idee.
»Ich sah ihn damals sterben, Imperator.«
Bostich sah sie neugierig an.
»Er ertrank in den Fluten als die LONDON sank. Ein Gitter hatte seinen Fluchtweg versperrt. Ist es nicht seltsam, mein Herr?«
»Was?«
»Dass derjenige, der für das Grauen verantwortlich war, nun ein Verbündeter des Quarteriums ist? Rodrom hat Ihren Freund und meinen Stiefvater auf dem Gewissen und nun kooperieren wir mit ihm und seinem Meister.«
Stephanie blickte Rosan kalt an. Innerlich jubelte Rosan, als sie das verdutzte Gesicht des Kaisers sah. Bostich schien darüber nachzudenken. Er nippte an seinem Glas jagryllianischen Weins. Rosan bevorzugte den Nettoruna-Wein. Genüßlich nahm sie einen großen Schluck, als sie bemerkte, wie Stephanie nach Worten rang, um Bostich von seinen unangenehmen Gedankenspielereien abzuhalten.
»Wie Wege einer Entität sind unergründlich«, warf die de la Siniestro nun ein und lachte laut.
Bostich lehnte sich zurück und schien Stephanie mit seinem Blick zu durchdringen. Er lächelte nicht, sah sehr ernst aus.
»Ich bin kein Freund von Entitäten, seitdem SEELENQUELL das Kristallimperium besetzte. Einzig ES scheint vernünftig zu sein, denn er hat mir einen Zellaktivator verliehen.«
»Nur großen Persönlichkeiten wird diese Ehre zu teil. Meinem Vater auch. Sehen Sie es denn nicht, Bostich? Sie und mein Vater sind die neue Führung der Menschen. Rhodan und Atlan haben ausgedient! Jetzt ist die Ära von Bostich und de la Siniestro angebrochen!«
Stephanies Augen glänzten im Fanatismus. Nun hatte sie den Kristallimperator wieder auf Kurs gebracht. Er lächelte. Rosan musste schnell handeln und lenkte vom Thema ab.
»Vielleicht könnte ich meinen Freundinnen morgen einmal die Schönheit von Gos’Ranton zeigen«, machte sie einen weiteren Versuch auf diese Weise aus dem Palast hinauszukommen.
Von Stephanie erntete sie dafür einen bösen Blick, doch Bostich sagte zu Rosans Überraschung: »Sicher, warum nicht? Von Arkons Glanz und Glorie können alle anderen nur träumen. Nirgendwo gibt es soviel zu bewundern wie hier.«
»Davon bin ich überzeugt, Zhdopanthi«, erwiderte Rosan und witterte eine Chance, vielleicht mit Brettany und Uthe entfliehen zu können.
»Wir werden sehen, ob die Zeit es der Imperatrice gestattet«, mischte sich Stephanie mit giftigem Unterton ein.
Rosan fragte sich immer noch, warum Stephanie sie und Uthe unbedingt dabei haben wollte, denn mit den Verhandlungen hatte sie nur wenig zu tun.
»Die Imperatrice ist eigene Herrin ihrer Zeit und muss der Außenministerin sicher keine Rechenschaft ablegen, wenn sie ihre alte Heimat wiedersehen möchte.«
Bostich lachte amüsiert.
»Entschuldigung, ich muss mir mal das Näschen pudern«, säuselte Stephanie und verließ die Tafel.
Stephanie begab sich zur Toilette. Dort aktivierte sie einen Interkom und nahm Verbindung mit Utha Zubarov auf.
»Rosan und ihre Freundin müssen verschwinden. Noch heute Nacht«, befahl sie den beiden C.I.P-Agentinnen, die sich als quarteriale Leibwächterinnen relativ frei im Palast bewegen durften.«
»Verstanden, wir haben bereits Vorkehrungen getroffen. Meiden Sie die Nähe der Imperatrice«, antwortete Utha.
Als Stephanie abgeschaltet hatte, wandte sich Utha an ihre Schwester Maryna.
»Sehr günstig. Wir erledigen beide Aufträge zusammen. Dann können wir uns absetzen. Hast du die Bombe bereit?«
Maryna deutete auf einen Servierwagen neben ihr. Auf ihm befanden sich allerlei Delikatessen. In der Mitte stand eine große, weiße Torte. Maryna nahm das Oberteil ab. Darunter befand sich ein Sprengsatz. Mit ihm sollten sowohl Bostich als auch Rosan und Uthe Scorbit ins Jenseits befördert werden.
»Gut, das wird unser Meisterstück«, meinte Utha.
Die beiden C.I.P-Agentinnen hatten die Unübersichtlichkeit des Palastkomplexes ausgenutzt. Dank alter Pläne von Jenmuhs und der Gos’Shekur-Faust war es ihnen gelungen, den Sprengsatz unbemerkt in den Hauptteil des Palastes zu bringen. Die Gos’Shekur Faust hatte in Bostich Reihen Freunde. Diese ermöglichten den beiden C.I.P-Assasinen auch in nächster Nähe ungestört und unkontrolliert zu operieren. Der Putsch war bestens vorbereitet. Niemand ahnte, dass sich zwei Killer direkt vor ihrer Nase befanden.
Die beiden C.I.P-Agentinnen positionierten den Servierwagen in der großen Halle. Über eine installierte Fernsteuerung dirigierten sie den Wagen auf die Tafel von Bostich zu. Unter den vielen Servos fiel er nicht weiter auf.
»Ah, das Dessert. Endlich«, freute sich Bostich.
Nachdem sich Utha vergewissert hatte, dass sich der Servo-Wagen am richtigen Platz und unmittelbarer Nähe von Bostich, Rosan und Uthe Scorbit befand, aktivierte sie den Zeitzünder. Sie stellte ihn auf fünf Minuten ein. Dann drehten sich die beiden Schwestern um, da sie die Halle verlassen wollten. Doch vor ihnen stand jemand, den sie nicht erwartet hatten.
»Gut Abend, meine Damen. So sieht man sich wieder. Je später der Abend, desto schöner die Gäste«, sagte Stewart Landry. Neben ihm stand eine bewaffnete Arkonidin mit zwei Soldaten.
Sofort brach ein Raunen und Gemurmel unter den Gästen los. Naats stellten sich vor Bostich, der aufstand und auf Landry und die Zubarovs zu ging. Seine Leibgarde eskortierte ihn.
»Was ist hier los? Wer sind Sie?«, wollte Imperator Bostich wissen.
Bevor jemand antworten konnte, überstürzten sich die Ereignisse. Utha und Maryna Zubarov reagierten blitzschnell, als sie erkannt hatten, dass Landry sie identifizieren konnte. Sie hatten schon vor Jahren eine Auseinandersetzung mit ihm gehabt. Die beiden Agentinnen zogen ihre Waffen und begannen sofort zu feuern. Dabei töteten sie die beiden Begleitsoldaten von Seryklya ta Helonk. Utha warf sich auf die Arkonidin und streckte sie mit einem Hieb zu Boden. Panik brach im Saal aus. Alle liefen durcheinander, nur Imperator Bostich reagierte anders. Er ging langsam zum Tisch zurück und setzte sich wieder auf seinen Platz. Als ginge ihn das nichts an, nahm er einen Schluck aus seinem Weinglas, während Rosan aufstand und weg lief.
Seryklya versuchte den Imperator zu schützen, doch Utha warf sie wieder zu Boden, während Maryna auf Bostich anlegte. Im letzten Moment warf sich Stewart Landry auf sie, sodass der Schuss fehlging.
Inzwischen hatte sich die Arkonidin auf die Füße gekämpft und dirigierte eine Spezialeinheit der Tu-Ra-Cel zwischen Bostich und die beiden Attentäterinnen. Wenig später wurde ein Schutzschirm aktiviert, der den gesamten Bereich um Bostichs Thron umschloss.
Maryna Zubarov umklammerte Landry und nahm ihn einen Würgegriff. Dem TLD-Agenten blieb die Luft weg. Er sah, wie Utha Zubarov auf ihn zukam und ein Vibratormesser zückte. Landry nahm alle Kraft zusammen und richtete sich mit Maryna Zubarov auf dem Rücken auf und versetzte ihrer Schwester einen so heftigen Tritt, dass sie zu Boden fiel. Dabei wurde jedoch die Fernsteuerung des Servierwagens, die Utha bei sich trug, beschädigt. Der Servowagen setzte sich mit Höchstgeschwindigkeit in Bewegung und erfasste Landry und Maryna Zubarov, die beide auf seine Ladefläche fielen. Der Servo raste auf den gegenüberliegenden, groß angelegten Balkon. Noch immer rangen Landry und Maryna Zubarov miteinander. Die C.I.P-Agentin setzte dem TLD-Agenten schwer zu. Im Eifer des Gefechts merkten jedoch bei nicht, dass sie der Servowagen dem Balkongeländer näherte. Als Landry es bemerkte, war es fast zu spät. Maryna schrie entsetzt auf und ließ von Landry ab. Dieser versetzte ihr einen Stoß und sprang vom Wagen, der mit Maryna Zubarov gegen das Geländer prallte, es durchbrach und mit Maryna Zubarov in die Tiefe fiel und explodierte.
»Maryna!«, hörte Landry Utha Zubarov brüllen, dann sah er ihre hasserfüllte, wütende Fratze vor sich. Ungläubig sah er wie Utha einen ihrer Schuhe auszog und damit auf ihn zielte.
»Vorsicht vor dem Schuh! Das Ding ist tödlich!«, rief eine Stimme.
Sie gehörte Brettany de la Siniestro, die mit Rosan und Uthe Scorbit auf den Balkon geeilt kam.
Utha Zubarov warf schon mit dem Schuhe nach Landry, der in letzter Sekunde auswich. Der Schuh flog gegen eine Fensterscheibe und zertrümmerte sie. Utha Zubarov versetzte Landry einen heftigen Tritt in den Unterleib, der ihn zu Boden gehen ließ. Dann zog sie ihren zweiten Schuh aus und wollte ihn auf den TLD-Agenten werfen. Brettany de la Siniestro begriff, dass Landry das gleiche Schicksal drohte wie Yasmin Weydner. Sie wusste, dass sie der Mörderin Yasmins gegenüberstand, die auf dieselbe skurrile Art und Weise getötet worden war. Blitzschnell griff sie nach dem ersten Schuh, der auf dem Boden herumlag, zielte, warf ihn auf die C.I.P-Agentin und traf sie am Kopf. Ungläubig blickte Utha Zubarov Brettany an, torkelte noch ein paar Schritte und fiel dann vom Balkon in die Tiefe. Stewart Landry rappelte sich langsam wieder auf und sah nach unten, wo die beiden Leichen der Zubarov lagen.
»Das war für Yasmin«, rief Brettany den toten Zubarovs zu. Seryklya ta Helonk kam zu Landry.
»Sind Sie in Ordnung, Terraner?«, erkundigte sie sich.
»In Ordnung wäre übertrieben, aber ich spüre meine Knochen noch.«
»Was waren das für Kreaturen der Unterwelt? Noch nie sah ich solche Frauen!«, staunte die Arkonidin.
»Ob das weibliche Wesen waren, sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall arbeiteten Utha und Maryna Zubarov für den C.I.P. Auf ihr Konto gehen zahlreiche Morde«, erklärte Landry ihr.
»Der Imperator wünscht, Sie zu sehen.«
»Dann wollen wir seine Majestät nicht warten lassen.«
Als sie wieder hineingingen, fiel ihnen Uthe Scorbit auf, die sich über einen Kuchen beugte.
»Schon toll, dass dieser Kuchen gar nicht zermantscht ist. Das Rezept hätte ich gerne. Nur komisch, dass der so seltsam piept.«
Landry wurde bleich.
»Weg da!«, rief er Uthe Scorbit zu und schubste sie weg.
Dann packte er den angeblichen Kuchen, rannte wieder auf den Balkon und warf ihn über das Geländer. Noch während des Falls explodierte die Sprengladung. Die Detonation warf Landry und einige der Gäste zu Boden. Als sich einige Augenblicke später der Staub und die Aufregung langsam legten, stand Landry wieder auf. Einige Arkoniden wollten Landry festnehmen, doch Imperator Bostich gebot ihnen Einhalt. Bemüht seine restliche, würdevolle Haltung zu wahren, schritt er langsam auf Landry zu.
»Ich muss schon sagen, ich bin überaus erstaunt. Agenten des Quarteriums versuchen mich umzubringen, während ein Agent des TLD mir das Leben rettet.«
»Ich tat meine Pflicht, Imperator«, klärte Landry den Imperator auf. »Utha und Maryna Zubarov handelten im Auftrag von Uwahn Jenmuhs. Jenmuhs ist auch der Drahtzieher der Gos'Shekur-Faust, deren Ziel es war, nach eurem Tod die Macht über das Kristallimperium zu übernehmen und sich dann dem Quarterium zu unterstellen.«
»Ist das so?«, fragte Bostich, noch immer schwer beeindruckt.
»Wir können seine Angaben bestätigen, Imperator. Wir haben das Versteck der Gos´Shekur Faust gefunden und ausgehoben. Nach dem Anführer Maryn da Hamanol wird noch gefahndet«, berichtete Seryklya ta Helonk.
Der Imperator drehte sich um und sah Stephanie de la Siniestro kommen.
»Euer Majestät, ich bin total überrascht und erschüttert über diesen terroristischen Anschlag. Ich bin sicher, all dies ist eine terranische Intrige«, versuchte sie die Wogen zu glätten.
»Ach wirklich? Behandelt das Quarterium so seine Verbündeten? Auf solch ein Bündnis legt Arkon keinen Wert. Ich kündige das Bündnis daher auf. Stattdessen ziehe ich eher ein Bündnis mit der LFT in Erwägung, um gegen das Quarterium vorzugehen.«
»Aber, Majestät …« Doch Bostich schnitt Stephanie das Wort ab.
»Schweigen Sie! Sie haben schon genug geredet. Seien Sie froh, dass Sie diplomatischen Schutz genießen. Ich befehle Ihnen und Ihrer Delegation Arkon und das Kristallimperium umgehend zu verlassen.«
»Aber wir würden gerne bleiben«, meldete sich Rosan zu Wort, in der Hoffnung so dem Quarterium entkommen zu können.
»Mein Befehl gilt auch für das Weib dieses verräterischen Imperatores«, machte Bostich ihre Hoffnung zunichte. »Euch Orbanashols kann man nicht mehr trauen! Geht oder ihr seid alle des Todes!« Er wandte sich an seine Männer. »Wache! Geleitet die Damen und ihr Gefolge zum Raumhafen. Lasst sie nicht aus den Augen, bis sie ihr Schiff bestiegen haben.«
Völlig verstört verließ Stephanie mit Rosan, Brettany und Uthe Scorbit den Palast. Rosan wollte sich noch wehren, sah Hilfe suchend zu Landry, doch die arkonidischen Wachen schoben sie aus dem Palast.
Rosan stieß sich von den Wachen ab. Es hatte keinen Sinn mehr. Bostich würde nicht auf sie hören. Sie sah zu Uthe und Brettany und erkannte die Enttäuschung in ihren Gesichtern.
»Dann hat Uwahn Jenmuhs also Yasmin auf dem Gewissen. Er wollte meinen Tod, um seinen Bruder zu rächen«, hörte Stephanie Rosan zu ihrer Erleichterung sagen.
Doch dies war im Moment zweitrangig. Sie wusste nicht, wie sie diese diplomatische Katastrophe ihrem Vater erklären sollte.
Schon wenige Stunden später verließ die quarteriale Delegation Arkon I und flog zurück zur Draco-Galaxie. Imperator Bostich ließ über die Medien verkünden, dass Uwahn Jenmuhs zur Person Non Grata im Kristallimperium erklärt wurde. Mit Schimpf und Schande wurde er als Essoya bezeichnet.
Als Perry Rhodan von Stewart Landry den Bericht über das gescheiterte Bündnis und den dramatischen Vorfällen am Hof des Kristallimperiums erhielt, war er erleichtert und sah sich gestärkt.
»Das sind wirklich gute Neuigkeiten«, meinte Rhodan zu Reginald Bull, General McHenry und der Entropin Katryna, die mit ihm konferierten. »Dass die Quarterialen jetzt noch einen Angriff auf die Milchstraße wagen, bezweifle ich sehr. Ohne die Hilfe des Kristallimperiums wäre das ein zu großes Wagnis für sie.«
»Dann ist der Zeitpunkt gekommen, um in die Offensive zu gehen. Wir sollten das Quarterium angreifen«, schlug Katryna vor.
»Ganz richtig«, pflichtete ihr General McHenry bei. »Reißen wir diesen verdammten Hundesöhnen den Arsch auf.«
Rhodan schüttelte den Kopf. »Nein, dies würde noch immer zu schweren Verlusten auf unserer Seite führen. Vielleicht werden die Quarterialen jetzt einsichtiger und lassen mit sich verhandeln.«
»Eher friert die Hölle zu«, meinte McHenry martialisch.
Doch Perry Rhodan blieb bei seiner Haltung. Er wollte wachsam sein und abwarten, was die Gegenseite unternahm.
An Bord der EL CID war der Imperatore sichtlich geschockt von den Neuigkeiten, die ihm seine Tochter überbrachte.
»Ist das auch alles wahr?«, fragte er entgeistert.
»Leider ja, Vater. Dieser dumme Fettsack hat mit seinen Flintenweibern alles verdorben. Dabei war das Bündnis schon so gut wie gesichert. Jenmuhs hat alles kaputt gemacht«, berichtete Stephanie ihre Sicht der Dinge. Welche Rolle sie dabei gespielt hatte, verschwieg sie natürlich.
Don Philippe nahm Kontakt mit Jenmuhs Flaggschiff auf und stellte den Gos Shekur zur Rede.
»Ich erwarte, dass Sie sich dazu erklären, Jenmuhs«, verlangte der Imperator wütend, nachdem er ihn mit den Fakten konfrontiert hatte.
»Das kann bis später warten«, wiegelte der Arkonide ab. »Meine Flotte hat ein Signal von Rhodans Flotte außerhalb Dracos aufgefangen. Das bedeutet, wir haben ihn! Ich fliege mit meiner Flotte hin und schnappe ihn mir. Dann haben wir wieder alle Trümpfe in der Hand. Ich melde mich dann später bei Ihnen.«
Bevor Don Philippe etwas entgegnen konnte, schaltete Uwahn Jenmuhs ab. Der Imperatore bekam allmählich das Gefühl, dass etwas gegen Jenmuhs unternommen werden musste. Dieser Mann nahm sich allmählich zu viel heraus. Doch noch war er ein wichtiger Machtfaktor innerhalb des Quarteriums. Dies musste gut überlegt werden.
Ohne eine Reaktion des Imperatores abzuwarten, setzte Uwahn Jenmuhs sich mit seinen 91 000 Schiffen in Marsch. Ziel war die 8. Terranische Flotte in der Nähe der Draco-Galaxie. Der schwabbelige Arkonide war nervös. Dass sein Plan, die Macht auf Arkon zu übernehmen, gescheitert war, bedeutete für ihn einen herben Rückschlag. Doch endlich, nach der langen Wartezeit, hatten seine Späher Rhodans Flotte lokalisiert. Wenn Jenmuhs nun Rhodan und seine Flotte vernichtete, konnte der Krieg in der Milchstraße noch gewonnen werden. Mit Bostich und seinem Imperium konnte man dann noch immer fertig werden. Jenmuhs würde dafür sorgen, dass ein Bürgerkrieg im Kristallimperium ausbrach und dass das Volk ihn dann als seinen Retter begrüßen würde. Doch zuvor gedachte er, einen glorreichen Sieg bei der Draco-Galaxis zu erringen. Diesen konnte er dann dem Imperatore vorzeigen, wenn er ihm gegenübertrat.
Der Imperatore hatte inzwischen Cauthon Despair über die Lage informiert.
Der Silberne Ritter war außer sich vor Wut. »Was hat dieser Wahnsinnige getan? Der Fettsack gehört an die Wand gestellt und als Saboteur erschossen!«
Oberst Tantum trat herein und salutierte.
»Was gibt es?«, fragte der Imperatore nervös.
»Wir erhielten soeben die Meldung, dass Uwahn Jenmuhs und seine Flotte die Terraner lokalisiert hat und soeben zum Angriff angetreten ist«, meldete der Kommandant der EL CID.
»Was? Ohne meine Erlaubnis? Wie kann er es wagen?«, echauffierte sich der alte Spanier.
Auch Despair konnte es nicht fassen.
»Ohne unsere Unterstützung? Ich hätte dieses Schwein aufspießen sollen, wie ein Spanferkel. Rhodan hat sich doch jetzt garantiert mit Aurec und den Entropen vereinigt. Damit sind sie Jenmuhs weit überlegen. Ein Angriff unter diesen Umständen ist heller Wahnsinn. Befehlen Sie Jenmuhs den sofortigen Rückzug auf die Ausgangsposition!«
»Ja, Sir.«
Tantum kehrte um, kam jedoch nach einigen Minuten wieder zurück.
»Nun, was ist?«, fragte Despair gereizt.
»Wir haben Kommunikationsschwierigkeiten«, erklärte Tantum. »Wir bekommen keine Antwort von Jenmuhs Flotte.«
Die anrückende Flotte blieb den Terranern nicht lange verborgen.
»Sieht nicht so aus, als wollten die verhandeln«, spottete General McHenry.
Perry Rhodan überging diese Bemerkung des Generals. Ihm war klar, dass sich nun eine Schlacht nicht mehr vermeiden ließ.
»Treffen Sie alle Vorbereitungen zur Abwehr, General. Informieren Sie die Entropen, dass wir ihre Hilfe brauchen«, ordnete der Terranische Resident an.
»Mit Vergnügen, Sir. Den ziehen wir die Hosen stramm«, freute sich der General.
Schon kurze Zeit später wurden die Terranische 8. Flotte und die kemetischen Schiffe von den quarterialen Streitkräften angegriffen und in schwere Kämpfe verwickelt. Die Quarterialen bemerkten nicht die Flotte der Entropen, die mittlerweile auf 150 000 Schiffe angewachsen war und die sich abseits von der LFT-Flotte formiert hatte, um so im Notfall flexibel eingreifen zu können. Während Jenmuhs mit all seinen Einheiten im Gefecht mit Terranern, Posbis, Galaktikern und Saggittonen stand, formierten sich die Entropen im Rücken der quarterialen Flotte und schlossen sie ein. Dann griffen sie an.
Nervös wartete Jenmuhs auf die Meldungen seiner Offiziere.
»Das wird ein Schlachtfest. Diesmal jage ich dich aus dem Universum, Perry Rhodan«, frohlockte er siegessicher.
Als sich niemand bei ihm meldete, schaltete Jenmuhs zur Kommandozentrale.
»Nun, was ist los? Wieso werde ich nicht auf dem Laufenden gehalten, Admiral?«, fragte er bei Terz da Eskor an.
Der Admiral wirkte sichtlich nervös und rang nach Worten.
»Was ist denn? Reden Sie oder degradiere Sie zum gemeinen Soldaten!«, brüllte Jenmuhs aufgebracht.
»Gos'Shekur, wir müssen uns sofort zurückziehen!«, berichtete da Eskor bleich. »Wir werden überall von zahllosen Einheiten der Entropen angegriffen. Wir stehen zwischen ihnen und den Terranern. Sie sind uns weit überlegen. Wir haben bereits mehrere hundert Schiffe verloren!«
Jenmuhs konnte es nicht fassen. »Was? Aber das ist völlig unmöglich. Das gibt es doch nicht«, brabbelte er. »Wir sind Arkoniden. Wir sind die Krönung der Schöpfung. Wir können nicht verlieren.«
»Wir müssen uns sofort von hier absetzen und versuchen zum Imperatore durchzubrechen«, beschwor ihn Mandor da Rohn.
»Niemals! Wir kapitulieren nie! Wir kämpfen und siegen, denn einer von uns ist mehr wert als zehn von denen!«, befahl Jenmuhs.
So kämpfte die quarteriale Flotte auf verlorenen Posten. Sie wehrten sich tapfer und so gut sie konnten, doch die Übermacht aus Terranern, Posbi, Kemeten, Saggittonen und Entropen war zu groß. Die Quarteriale Flotte verlor 21 000 Supremo-Schiffe durch Vernichtung. Weitere 33 000 waren manövrierunfähig geschossen worden, sodass ihre Besatzungen kapitulieren mussten. Außerdem waren 17 000 Schlachtschiffe stark beschädigt und nicht mehr voll einsetzbar. Als Admiral da Rohn Uwahn Jenmuhs diese Zahlen überbracht, sackte der in seinem Sessel ächzend zusammen.
»Mein Gos'Shekur, wir müssen uns sofort zurückziehen«, warnte da Rohn Jenmuhs eindringlich. »Noch haben wir genug Schiffe, um die Umklammerung durchbrechen zu können. Aber wenn wir nicht sofort handeln, kann ich für euer Leben nicht länger garantieren.«
Der fette Arkonide bekam es mit der Angst zu tun. »Mein Leben gefährdet?«, kreischte er. »Das Wertvollste von allen? Das darf nicht sein! Rufen Sie den Imperatore um Hilfe. Er muss mich retten!«
»Das haben wir bereits getan. Der Imperatore befiehlt den sofortigen Rückzug. Wir müssen seiner Order folgen, bevor es zu spät ist.«
»Ja! Ja, mobilisieren Sie alles, was nötig ist, um mich zu retten. Wir brechen durch und vereinigen uns mit der Flotte des Imperatores«, befahl Jenmuhs panikartig, der nun endlich begriffen hatte, dass er die Schlacht verloren hatte.
Mit einer taktischen Meisterleistung gelang es Terz da Eskor und Mandor da Rohn den Gegner abzulenken und sich mit dem Rest der Flotte vom Kampfgeschehen abzusetzen. Da Perry Rhodan auf eine weitere Verfolgung verzichtete, gelang dies ohne weitere große Verluste. Insgesamt hatte das Quarterium bei dieser Schlacht 54 000 Schiffe mit fast allen Besatzungen verloren. Am 15. Oktober gelang es der restlichen Flotte von Uwahn Jenmuhs, sich mit der Flotte des Imperatore zu vereinigen. Reumütig musste der fette Arkonide den Gang zum Imperatore antreten und seine schwere Niederlage eingestehen.
Don Philippe und Cauthon Despair blickten Jenmuhs voller Verachtung entgegen.
»Uwahn Jenmuhs, ich bin entsetzt und zutiefst enttäuscht über Ihr eigenmächtiges Verhalten. Durch Ihre Schuld hat das Quarterium nicht nur eine schwere Niederlage erlitten, sondern auch einen lebenswichtigen Verbündeten verloren«, sagte Don Philippe bitter. »Da Sie offenbar nicht in der Lage sind, meine Autorität anzuerkennen und darüber hinaus schwere taktische Fehler begangen haben, entziehe ich Ihnen hiermit das Kommando über Ihre Flotte sowie alle weiteren militärischen Befugnisse. Bis auf Weiteres übernimmt Marschall Despair das Oberkommando über die Flotte.«
»Nein! Das dürfen Sie nicht! Das können Sie nicht tun!«, begehrte Jenmuhs auf.
»Doch, das kann er. Seien Sie froh, dass der Imperatore so gnädig ist, Sie am Leben zu lassen. Aber bitte, tun Sie mir doch den Gefallen und verweigern Sie auch diesen Befehl«, sagte Cauthon Despair kalt und griff zu seinem Schwert.
Resigniert senkte Jenmuhs den Kopf. »Ich weiche der rohen Gewalt und gehe. Aber nur unter Protest.«
»Reichen Sie Ihren Protest auf dem Dienstweg ein«, spottete Despair. »Bedanken Sie sich beim Imperatore, dass Sie nicht tranchiere, so wie Sie es verdient hätten.«
Ohne ein weiteres Wort verließ Uwahn Jenmuhs die Kabine. Despair sah ihm finster hinterher.
»Wegen diesem Narren ist die Eroberung der Milchstraße gescheitert. Jetzt können wir nur noch eines tun – Rückzug!«
Don Philippe nickte zustimmend. »Ja, ich erteile sofort den Rückzugsbefehl zum Sternenportal der Lokalen Gruppe. Außerdem müssen wir NGC 185 räumen. Ich befürchte, dass uns bald eine Invasion Cartwheels bevorstehen könnte.«
Despair war derselben Ansicht. »Ja, wie ich Perry Rhodan und seine Leute kenne, werden sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.«
Als der Rückzug der restlichen quarterialen Flotte bekannt wurde, herrschte an Bord von Perry Rhodans Flaggschiff große Erleichterung.
»Wir haben es mal wieder geschafft, Perry«, freute sich Reginald Bull.
»Ja, Bully. Die Milchstraße hat erst einmal Ruhe. Nun sollten wir dafür sorgen, dass es auch so bleibt«, meinte Rhodan.
»Was hast du vor?«
»Wir gehen nun in die Offensive. Auch wenn ich kein Freund großer Militäraktionen bin, so möchte ich doch sicher gehen, dass die quarteriale Flotte nicht noch einmal vor den Toren der Milchstraße aufkreuzt. Informiere Aurec und die Militärführer, dass wir eine Operation starten, um das Sternenportal zurückzuerobern.«
Ende
Alles deutet nun auf eine Entscheidungsschlacht am Sternenportal hin, da die Alliierten unter Perry Rhodan nun in die Offensive gegangen sind. Gelingt es ihnen, das Quarterium aus der Lokalen Gruppe zu drängen oder überschätzt Rhodan seine Flotte?
Im nächsten Band wechseln wir jedoch mal wieder zuerst den Schauplatz, in der Galaxie Manjardon kommt es zum Finale. Atlan, Osiris und Icho Tolot kämpfen immer noch gegen Prosperoh und Rodrom hat noch ganz andere, finstere Pläne.
Jürgen Freier schildert in Heft 164 den Kampf um DORGONs Existenz. Der Titel des Romans lautet:
Im Reich der Hölle
Die Gefahr für die Lokale Gruppe scheint endgültig abgewendet worden sein – durch den Größenwahn und die rassistische Überheblichkeit von Uwahn Jenmuhs ist das Quarterium plötzlich in die Defensive gedrängt worden und muss sich zum Sternentor der Lokalen Gruppe zurückziehen. Allerdings, und das sei hier bemerkt, von einer endgültigen Niederlage kann noch keine Rede sein.
In dieser Situation ist für mich äußerst interessant, welche Taktik die LFT unter der Führung des Terranischen Residenten weiter verfolgen wird. Wird Perry Rhodan tatsächlich den Imperatore direkt in Cartwheel angreifen oder kommt es zu einem, meiner Meinung nach, scheinheiligen Kompromiss mit dem Despoten der Insel?
Jürgen Freier
Das Oberkommando über die Terranische 8. Flotte hat der terranische Admiral Nepomuk Nathaniel Higgins und General Scott C. McHenry. Das Flaggschiff der T8F ist die MONTGOMERY, ein 1800 Meter Raumer der ENTDECKER-Klasse. Die T8F wird in fünf Verbände unterteilt mit je einem Oberbefehlshaber im Rang eines Admirals oder Generals.
Anzahl der Einheiten:
Gesamtstärke: 36.003 Schiffe
Hinzu kommen diverse Spezial-Einheiten, Space-Jets und Minor-Globes. Die Terranische 8. Flotte wird durch Spezialstreitkräfte der Alliierten ergänzt.
Anzahl der Einheiten:
Gesamtstärke der Alliierten: 30 000 Schiffe
Zusammensetzung der Kampfgruppen:
Taktische Einschätzung
Die Terranische 8. Flotte gegen Mitte des Jahres 1307 NGZ ist nur noch bedingt mit der 8. Flotte vergleichbar, die im Frühjahr MODROR am Sternentor der Milchstraße gegenüberstand. Die Vorgänge um den falschen Planeten WANDERER und der Massenmord an Millionen friedliebenden Wesen rufen endgültig das Zentralplasma der Hundertsonnenwelt auf den Plan. Terras treuester und wertvollster Verbündeter kann, wenigstens teilweise, die fehlenden schweren Einheiten ausgleichen und ein Gegengewicht zu der überragenden Kampfkraft der SUPREMO-A- und SUPREMO-B-Schlachtschiffe bilden. Dazu kommt, dass die mit Relativschirmen ausgerüsteten BOXEN für die quarterialen Schiffe faktisch unangreifbar sind.
Als besonderer Glücksfall erweist sich die Indienststellung der INVINCIBLE II-Klasse. Diesem neu konzipierten überschweren Angriffskreuzer hat das Quarterium faktisch nichts entgegenzusetzen. Nun erweist es sich als entscheidender Vorteil für die LFT, dass es der quarterialen Rüstungsindustrie nicht gelungen war, die Prototypen der FOG- und VIPER-Klasse zur Serienreife zu entwickeln.
Als weiterer entscheidender Vorteil der LFT-Streitkräfte erwies sich die Überlegenheit der Raumjäger. Sowohl die in der Milchstraße und Andromeda eingesetzte NIMROD II-Klasse, als auch vor allem die in M 87 eingesetzten SAPHYR II-Raumjäger waren ihren quarterialen Gegenstücken weit überlegen. Die Kämpfe in Andromeda, der Milchstraße und M 87 sollten zeigen, dass sich Masse letztendlich nicht gegen Klasse durchsetzen konnte.
Auch bei den Raumlandeeinheiten erweist sich die Konzeption der REDs als überlegen. Die 5er-Einheiten aus MODULA-Roboter und vier Raumsoldaten/innen ist im direkten Kampf entsprechenden quarterialen Einheiten überlegen. Mit zunehmender Dauer des Krieges verschiebt sich dieses Kräfteverhältnis weiter zugunsten der LFT, da die quarterialen Truppeneinheiten immer weniger bereit sind, sich von der Militärführung des Quarteriums als Kanonenfutter verheizen zu lassen. Auf der Seite der LFT dagegen wurde mit allen Mitteln versucht, das Leben der Raumlandeeinheiten zu sichern.
Bemerkungen:
Die T8F verfügt neben den Flotteneinheiten auch über 100 Raumeingreifdivisionen (RED) für planetarische Einsätze. Jede RED hat eine Stärke von 50.000 Soldaten. Insgesamt stehen der T8F also fünf Millionen Bodentruppen zur Verfügung. Die Bezeichnungen der RED ist nicht von 1–100, es wurden die terranischen Nummerierungen übernommen. Da der LFT knapp 1000 REDs mitsamt ihren Kolonien zur Verfügung steht (Reservisten eingeschlossen), sind die Nummerierungen quer Beet.
Besonders ist zu bemerken, dass jedem Teilverband 3000 BOX-Schiffe der 3000 m-Klasse angehören, von denen ein Drittel mit Relativschirmen ausgerüstet ist. Diese Schiffe ersetzen innerhalb der T8F die nicht vorhandenen Großkampfschiffe.
Der IV. Verband Saggittor besteht aus nur 5000 Schlachtschiffen der Saggittonen. Dies sind versprengte Einheiten von Vorposten in der Lokalen Gruppe und der Schutztruppe vom Sternenportal, die über den »Normalweg«, also nicht durch das Sternenportal, von Etustar in die Lokale Gruppe geflogen sind. Admiral Rendera, Kommandant der SAGRITON, hat offiziell das Kommando. Wenn jedoch Kanzler Aurec an Bord ist, geht das Kommando auf ihn über.
Der V. Verband besteht aus den Einheiten der Alliierten, den Posbis, Halutern, Akonen und den Blues. Oberbefehl hat der Exil-Regent der akonischen Republik in Cartwheel, Mirus Traban und der persönliche Bevollmächtigte des Zentralplasmas der Hundertsonnenwelt Quohlfahrt.
Als Raumeingreifdivisionen werden die Raumlandetruppen an Bord von Kriegsschiffen bezeichnet. Diese Truppen sind für den Bodenkampf im Falle eines planetarischen Konflikts vorgesehen. Insgesamt gibt es innerhalb der 8. Terranischen Flotte 100 sogenannte REDs. Jede RED hat eine Stärke von 50 000 Mann. Eine RED wird mit je vier Kompanien á 250 Mann Truppenstärke auf 50 INVINCIBLE-Kreuzer aufgeteilt.
Die besondere Schlagkraft der REDs ist auch darin begründet, dass zu jeweils 4 RED-Kompanien von 1000 Mann 300 MODULA-Roboter gehören. Diese werden nach dem HOST-Prinzip durch jeweils 10 Kommando-Roboter geführt, die als vollwertige Posbis ausgeführt sind. Diese Konzeption geht auf die enge Zusammenarbeit mit dem Zentralplasma zurück, da dieses die Bedrohung durch MODROR auch für sich als existenzgefährdend ansieht.
Die Auswahl der INVINCIBLE-Kreuzer ist absichtlich gewählt, da man kleine, wendige Schiffe den großen Schlachtschiffen vorzieht, um schneller auf einem Planeten landen zu können. Die INVINCIBLE-Kreuzer sind für dieses taktische Konzept mit entsprechenden Landungsbooten ausgestattet. Zur Deckung der Landungsboote sind zusätzlich jeweils 5 Staffeln NIMROD II-Raumjäger an Bord. Eine Staffel besteht aus 10 Jägern.
Oberbefehlshaber der Raumeingreifdivisionen ist General Scott C. McHenry. Ihm stehen 100 Generäle, Oberste und Majore als Kommandanten ihrer jeweiligen Divisionen zur Verfügung. Populärster Kommandant einer Raumeingreifdivision ist General Manuel Joaquin »Joak« Cascal, der auf eigenen Wunsch den Befehl über die 777. RED übernommen hat. Flaggschiff des 50 Kreuzer starken und 50 000 Mann großen Verbandes ist die DERINGHOUSE.
Die DORGON-Serie – Das Riff – ist eine nicht kommerzielle Publikation des PERRY RHODAN ONLINE CLUB e.V.. Band 163 zuletzt geändert am 2007-10-08. Autor: Jens Hirseland. Titelbild-Zeichner: Gaby Hylla. Korrekturleser: Jürgen Freier und Alexander Nofftz. Generiert mit Xtory 3.1 von Alexander Nofftz. Homepage: http://www.dorgon.net/. E-Mail: dorgon@proc.org. Adresse: PROC e.V.; z. Hd. Nils Hirseland; Redder 15; D-23730 Sierksdorf; Deutschland. Copyright © 1999–2007. Alle Rechte vorbehalten!