
Ein intergalaktischer Krieg tobt im Jahre 1307 NGZ. Angezettelt von den Söhnen des Chaos und geführt von ihren bereitwilligen Helfen, den Imperien Dorgon und Quarterium, sind estartischen Galaxien, Cartwheel, M 100, M 87 und die Lokale Gruppe ins Chaos gestürzt worden.
Denn die Gefahr von MODROR wird von Minute zu Minute größer. Atlan und seine Begleiter erfahren mehr über den Kosmotarchen MODROR und das kosmische Projekt. Rodrom wird gefangen genommen und der Kosmokraten Raumschifftender NESJOR mit 200.000 Kosmokratenschiffen erbeutet. Atlan und seine Gefährten brechen nach Manjardon auf – offenbar dem Sitz von DORGON, während Eorthor mit einer 7-D-Bombe das Kreuz der Galaxien und eine gigantische feindliche Flotte vernichtet.
Derweil schlägt sich Rosan Orbanashol-Nordment in Cartwheel mit ganz anderen Problemen herum. Sie ist Gefangene des Imperatore de la Siniestro und das Objekt seiner Begierde, denn sie soll DIE NEUE IMPERATRICE werden …
Groupievon Cauthon Despair.
Es war ein schöner, sonniger Maitag, an dem die EL CID auf Paxus landete. Gerade war das Flaggschiff von der Sternenportal-Front in der Lokalen Gruppe nach Cartwheel zurückgekehrt.
An Bord befanden sich Cauthon Despair und Orlando de la Siniestro, die mit allen militärischen Ehren auf dem Raumhafen empfangen wurden. Die Quarterialen waren bester Stimmung, da sie von Sieg zu Sieg geeilt waren. Und auch der Sieg über die LFT und die Einnahme der Milchstraße schienen nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Cauthon Despair ließ sich von der allgemeinen Euphorie jedoch nicht anstecken. Er hatte ein unbehagliches Gefühl, was die weitere Zukunft anbelangte, und ließ die obligatorische Parade nur widerwillig über sich ergehen. Etwas wehmütig blickte er auf Orlando de la Siniestro, der von Uthe Scorbit herzlich empfangen wurde. Dabei wurde ihm wieder einmal seine eigene Einsamkeit bewusst. Der silberne Ritter fragte sich allerdings, ob die Liebe der beiden die schweren Zeiten, die zweifellos noch vor ihnen lagen, überstehen würde.
Willkommen auf Paxus, Marschall
, wurden Despairs Gedankengänge unterbrochen.
Die hagere Gestalt von C.I.P-Chef Werner Niesewitz kam auf ihn zu. Der alte Terraner, den es auf Umwegen in die heutige Zeit verschlagen hatte, strahlte über das ganze Gesicht, als er den silbernen Ritter begrüßte.
Ihr Ruhm ist ihnen wieder einmal vorausgeeilt. Sie haben große Siege für das Quarterium errungen.
Andere hatten auch ihren Anteil daran
, entgegnete Despair, der sich fragte, was dieser unsympathische Mann von ihm wollte. Widerwillig nahm er es hin, dass Niesewitz ihm jovial auf die Schulter klopfte, wobei dieser sich ganz schön strecken musste.
Nur keine falsche Bescheidenheit, mein Lieber. Die Heimatfront braucht strahlende Helden wie Sie. Ich bin nicht der einzige, der so denkt. Ich möchte Sie mit jemandem bekannt machen.
Auf eine Wink von Niesewitz kam eine junge, hübsche Frau herangeeilt. Sie war etwa 1,64 Meter groß, hatte lange, rotbraune Haare und ein niedliches Gesicht mit braunen Augen, wie Despair angenehm angetan feststellte. Diese Augen leuchteten regelrecht, als die Cauthon Despair erblickten.
Darf ich Ihnen Miss Nickie Yanes vorstellen? Sie wurde vor kurzem für den C.I.P angeworben und ist Ihnen als Ordonnanz-Offizierin zugeteilt worden, Marschall
, erklärte Werner Niesewitz.
Es ist mir eine große Ehre, sie kennen zu lernen, Sir
, sagte die junge Frau mit samtweicher Stimme ergeben und reichte Despair ihre rechte Hand, die der silberne Ritter erfreut ergriff. Diese Nickie Yanes gefiel Cauthon Despair irgendwie. Er bemerkte, dass sie ziemlich aufgeregt war und führte dies auf seine ungewöhnliche Erscheinung zurück.
Ich hoffe, Sie akzeptieren mich überhaupt, Sir. Ich habe noch nicht viel Erfahrung sammeln können
, sagte Nickie Yanes bescheiden.
Ich bin sehr erfreut, Miss Yanes. Wir alle haben einmal angefangen. Ich freue mich auf Ihre Dienste. Melden Sie sich morgen früh um acht Uhr in meinem Quartier.
Oh, das ist ja toll! Wenn ich das meiner Tante Helga erzähle, wird sie es kaum glauben. Wie schade, dass mein Onkel das nicht mehr erleben kann. Er war ja so ein riesiger Verehrer von Ihnen
, freute sich Nickie Yanes aufgeregt.
Despair war fast ein wenig gerührt über so viel Verehrung; obwohl er sich fragte, ob er das überhaupt verdiente. Diese Nickie Yanes würde jedenfalls gewiss Abwechslung in seinen grauen Alltag bringen.
Dann ist es also abgemacht. Ich überstelle Ihnen hiermit Miss Yanes in Ihre Dienste
, sagte C.I.P-Chef Niesewitz gut gelaunt. Despair fragte sich, warum Niesewitz ihm einen Gefallen erwies. Womöglich wollte er sich beim ihm einschleimen. Der silberne Ritter beschloss, in Zukunft ein Auge auf den C.I.P-Chef zu haben.
Orlando de la Siniestro und Uthe Scorbit nutzten den sonnigen Tag, um durch den Park des Siniestro-Anwesens auf Paxus zu schlendern.
Wie schön doch diese Ruhe und dieser Frieden hier ist. Man könnte meinen, es gäbe nur dich und mich
, sinnierte Orlando versonnen und küsste Uthe zärtlich.
Ich liebe dich
, hauchte er ihr dabei ins Ohr.
Und ich liebe dich, Orly. Aber dieser unsinnige Krieg steht zwischen uns. Ich fürchte, er wird unsere Liebe zerstören
, entgegnete Uthe nachdenklich.
Orlando wurde ernst. Das dürfen wir nicht zulassen. Unsere Liebe ist stärker. Dieser Krieg wird eines Tages wieder vorbei sein und man wird Frieden schließen, glaub mir.
Aber um welchen Preis? Das Quarterium unterwirft eine Galaxie nach der anderen. Wie kann da Frieden herrschen, wenn andere Völker unterdrückt werden?
, fragte Uthe überaus skeptisch.
Von Unterwerfung kann doch keine Rede sein. Mein Vater will Frieden und Freundschaft, aber Perry Rhodan und die anderen verstehen das nicht. Sie fürchten um ihren alten Machtpositionen, die sie mit Gewalt verteidigen wollen
, meinte Orlando etwas verärgert.
Dein Vater ist doch einer der Hauptdrahtzieher dieser Kriege. Selbst wenn er wirklich Frieden wollte, verhindert er dies, indem er mit Verbrechern und Mördern wie Uwahn Jenmuhs und Leticron gemeinsame Sache macht. Warum verbündet er sich nicht stattdessen mit Perry Rhodan?
Orlando wurde noch ärgerlicher. Das wollte er doch, aber Rhodan lehnte ab. Er will sich der neuen Ordnung nicht beugen, weil er eifersüchtig auf meinen Vater ist.
Das bezweifle ich. Und ich bezweifle den Sinn dieser so genannten
neuen Ordnung
, wenn sie auf Krieg und Leid beruht.
Uthe drehte sich nachdenklich um und sah auf einen vorbeirauschenden Bach.
Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, Cartwheel wieder zu verlassen.
Orlando legte seine Hände auf ihre Schultern.
Komm mit mir nach Siniestro auf unser Schloss. Mach dir dort unvoreingenommen dein Bild von meinem Vater. Gib uns eine Chance.
Uthe dachte einen Moment nach, dann fasste sie einen Entschluss.
Also gut. Ich und Yasmin begleiten dich nach Siniestro. Dir zuliebe.
Erfreut umarmte Orlando Uthe.
Ich danke dir. Du wirst es sicher nicht bereuen
, meinte er. Doch Uthe hatte da so ihre Zweifel.
Am nächsten Tag reiste Orlando zusammen mit Uthe Scorbit und Yasmin Weydner nach Siniestro. Nachdem er die beiden Damen gut im Familienschloss untergebracht hatte, rief ihn sein Vater zu sich in sein Arbeitszimmer. Dort waren auch seine Geschwister Brettany, Stephanie und Peter anwesend.
Wie schön, dass ich endlich mal wieder alle meine Kinder um mich habe!
, freute sich der Imperatore.
Wir freuen uns auch, Vater
, versicherte Orlando.
Du freust dich immer nur, wenn Orlando da ist. Ich bin ja unwichtig
, stichelte Peter giftig.
Ich sagte doch: Ich freue mich, alle meine Kinder zu sehen. Musst du zum Ohrenarzt, Peter?
, fragte der Imperatore ungehalten. Also Schluss jetzt mit den Kindereien, Kinder. Ich habe euch hergerufen, um euch eine wichtige Nachricht mitzuteilen.
Aufgeregt sprang Peter aus seinem Sessel auf.
Ich bekomme endlich den Oberbefehl über die Flotte!
, rief er enthusiastisch.
Der Marquese verdrehte genervt seine Augen.
Nein, Peter. Es geht dabei um etwas persönliches. Also setz dich wieder hin.
Sichtlich enttäuscht warf sich Peter in seinen Sessel und verschränkte beleidigt die Arme. Der Imperatore fuhr fort.
Nach jahrelanger Einsamkeit und reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, noch einmal den Bund der Ehe einzugehen.
Die vier Geschwister waren zunächst sprachlos. Dann brach Orlando das Schweigen.
Das freut mich für dich, Vater. Wer ist denn die Glückliche?
Ihr kennt sie. Es ist Rosan Orbanashol, verwittwete Nordment.
Entsetzen machte sich auf den Gesichtern von Stephanie, Peter und auch Brettany breit.
Was? Diese billige Arkonidenschlampe? Ich höre wohl nicht recht!
, regte sich Stephanie auf.
Auch Peter konnte es nicht fassen. Sein Gesicht lief rot an vor Zorn.
Du willst diese Verräterin heiraten? Die gehört doch erschossen. Übergib sie meinen Soldaten und ich lasse sie füsilieren.
Und was sagst du, Brettany?
, fragte der Imperatore sichtlich enttäuscht.
Wenn Rosan dieser Hochzeit zustimmen würde, wäre ich dafür. Ich weiß aber, dass dem nicht so ist. Daher kann ich es nicht gutheißen
, antwortete Brettany.
Der Imperatore winkte ungehalten ab.
Sie wird sich schon fügen und einsehen, dass es so das Beste für sie ist. Auch aus politischen Gründen halte ich diese Heirat für richtig, um ein Zeichen zu setzen. Abgesehen davon gefällt sie mir.
Hast du dir das auch gut überlegt, Vater?
, fragte Orlando.
Sein Vater nickte entschlossen.
Allerdings! Mein Entschluss ist unumstößlich. Schon im nächsten Monat werde ich Rosan heiraten, ob es euch nun passt oder nicht.
Als Cauthon Despair am nächsten Morgen sein Büro betrat, traute er seinen Augen nicht. Sein schlichter Arbeitsraum hatte sich deutlich verwandelt. Mehrere Vasen mit frischen Blumen zierten die Schränke und den Schreibtisch. Am Fenster hingen jetzt Gardinen.
Bin ich hier richtig?
, fragte Despair erstaunt.
Guten Tag, Sir. Wie schön, Sie hier zu sehen. Haben Sie gut geschlafen?
, hörte der silberne Ritter Nickie Yanes hervorsprudeln.
Äh, ja, danke gut
, stammelte Despair etwas verlegen, da er solche Fragen überhaupt nicht gewohnt war.
Wie fühlen Sie sich? Geht es Ihnen gut, Sir?
Despair staunte ob der Energie der jungen Dame. Er empfand es aber durchaus als angenehm. Etwas Abwechslung konnte ihm nur gut tun.
Danke, es geht mir gut. Haben Sie das alles gemacht?
, fragte der Marschall und deutete auf die Blumen und die Gardinen.
Ja, Sir. Ich fand ihr Büro irgendwie so traurig und dachte ein bisschen Frische und Farbe könnten ihm ganz gut tun. Mögen Sie sie es nicht, Sir? Soll ich alles wieder wegbringen?
, fragte Nickie Yanes nervös.
Oh nein, keineswegs. Es gefällt mir alles sehr gut. Es gehört ja auch durchaus zu Ihren Aufgaben, für ein angenehmes Umfeld zu sorgen
, meinte Despair versöhnlich.
Das freut mich, Sir. Heute Nachmittag kommen übrigens die Maler-Roboter, um das Büro zu neu zu streichen. Ich finde dieses Grau einfach deprimierend. Sie nicht auch, Sir?
Ich? Äh … ja
, stimmte Despair zu, obwohl er dieses deprimierende Grau immer passend gefunden hatte.
Setzen Sie sich doch, Miss Yanes.
Die beiden nahmen Platz an Despairs Schreibtisch, wobei sich der silberne Ritter erst an die Blumenvase, die auf dem Tisch stand, gewöhnen musste.
Erzählen Sie mir doch etwas über sich, Miss Yanes. Woher kommen Sie?
, wollte der silberne Ritter wissen.
Gerne, Sir.
Nickie berichtete Despair, dass sie auf Terra, genauer gesagt in Terrania-City, geboren und aufgewachsen war. Ihre Eltern arbeiteten bei der Kosmischen Hanse, sodass sie nur wenig Zeit für ihre Tochter hatten. Daher lebte sie oft bei ihrer Tante Helga und ihrem Onkel Herbert Meyerlein. Ansonsten verlebte sie eine normale Kindheit. Im Alter von 16 Jahren nahmen sie ihre Eltern mit nach Cartwheel. Sie gehörten zu den ersten Pionieren, doch Nickie hatte es schwer, sich an die neue Heimat zu gewöhnen. Eine große Erleichterung für sie war es, als auch ihre Tante und ihr Onkel nach Cartwheel zogen. Beide arbeiteten in der Administration des Terra-Blocks.
Mein Onkel Herbert war ein großer Bewunderer von Ihnen, Sir. Durch ihn wurde auch ich zu Ihrem Bewunderer. Mein Onkel war der Ansicht, dass Sie und der Imperatore die Zukunft der Menschheit sind.
War?
, fragte Despair.
Er ist leider kürzlich verstorben
, sagte Nickie und machte ein trauriges Gesicht.
Das tut mir leid, Nickie
, sagte Despair einfühlsam.
Naja, meine Tante Helga ist ja noch da. Sie arbeitet bei der C.I.P und hat mich Mister Niesewitz vorgestellt. Als ich ihm von meiner Bewunderung für Sie erzählte, hat er mich Ihnen zugeteilt. Ist das nicht nett von ihm?
Hm, in der Tat
, meinte Despair und fragte sich nochmals, warum der unsympathische Niesewitz so etwas für ihn tat. Das Summen des Interkoms unterbrach seine Überlegungen. Am anderen Ende der Leitung war der Imperatore höchstpersönlich.
Was kann ich für Sie tun, Imperatore?
, fragte Despair.
Cau Thon ist in Cartwheel eingetroffen. Er wünscht uns sofort zu sprechen. Wir treffen ihn an Bord der EL CID
, berichtete Don Philippe.
Ich bin schon unterwegs
, sagte der silberne Ritter und erhob sich.
Ich muss leider gehen, Nickie. Die Pflicht ruft. Ich bin bald wieder zurück
, verabschiedete er sich.
Gut, ich halte hier die Stellung
, sagte Nickie Yanes mit leuchtenden Augen.
Despair fragte sich, ob so viel Heldenverehrung nicht etwas zu viel des Guten war, aber er hatte keine Zeit länger darüber nachzudenken, da er sich umgehend zum Raumhafen begab. Kurz darauf hob die EL CID ab und nahm in der Nähe von Siniestro den Imperator, der ihnen mit einer Space-Jet entgegen kam, an Bord. Dann erwarteten sie Cau Thon, der mit seinem Schiff auch schon bald darauf am vereinbarten Treffpunkt ankam.
Der mächtige Sohn des Chaos kam zusammen mit dem furchterregenden Goshkan an Bord der EL CID. Der Imperatore verbeugte sich knapp.
Ich heiße sie an Bord der EL CID herzlich willkommen
, sagte der alte Spanier höflich.
Cau Thon nickte wohlwollend, während Goshkan nur verächtlich grunzte.
Was verschafft uns die Ehre eures Besuches, Brüder?
, erkundigte sich Cauthon Despair leicht beunruhigt, denn wenn Cau Thon kam, musste es einen wichtigen Grund geben.
Ich bringe schlechte Neuigkeiten, Cauthon
, berichtete der Sohn des Chaos emotionslos. Der Feind hat unsere Flotte im Kreuz der Galaxien fast restlos vernichtet. Nur die Raumstation Urungaar hat diese Apokalypse überstanden. Rodrom wurde gefangen genommen.
Rodrom gefangen? Und seine Flotte vernichtet? Wie war das möglich?
, fragte Despair entsetzt.
Indem das ganze Kreuz der Galaxien mit einer 7-D-Bombe zerstört wurde und mit ihm unsere Flotte.
Alle Galaxien? Das ist ja unglaublich
, sagte der Imperatore erschrocken.
Aber es ist wahr.
Dafür werden ihnen ihre Gedärme herausreißen und auffressen
, grölte Goshkan dazwischen und gestikulierte wild.
Sicher, aber alles zu seiner Zeit
, beruhigte ihn Cau Thon. Doch vorläufig, bis MODROR ein neues Heer aufstellen kann, fällt die Unterstützung für das Quarterium vorübergehend weg. Auch die Station Urungaar wird an anderen Fronten benötigt.
Das traf den silbernen Ritter hart. Die Nachschublinien des Quarteriums waren weit überdehnt und die Armee war an die Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt. Das Quarterium drohte nun, dem Gegner unterlegen zu sein. Despair teilte Cau Thon seine Bedenken mit.
Es wird sicher nicht einfach für euch, aber ihr müsst durchhalten. Wir sind in der entscheidenden Phase angelangt. Außerdem habt ihr am Sternenportal einen hervorragenden Sieg errungen. Das Quarterium muss notfalls seine letzten Reserven mobilisieren. Was allein zählt, ist der Sieg. MODRORs Dank ist euch gewiss dafür
, sagte Cau Thon beschwörend.
Natürlich
, murmelte Despair, obwohl er alles andere als zuversichtlich war, denn er war sich nicht sicher, wie lange man noch auf die Dorgonen zählen konnte. Wenn diese auch noch wegfielen, drohte dem Quarterium ein Vielfrontenkrieg ohne jede Unterstützung.
Sagen Sie MODROR, dass er auf das Quarterium zählen kann
, versicherte der Imperatore ehrerbietig.
Das werde ich. Ich muss nun wieder aufbrechen
, entgegnete Cau Thon und begab sich mit Goshkan wieder auf sein Schiff. Kurz darauf verließ er die EL CID mit unbekanntem Ziel.
Beunruhigt kehrte Cauthon Despair nach Paxus in sein Hauptquartier zurück. Irgendwie fühlte er etwas, dass er schon seit langer Zeit nicht mehr gefühlt hatte – Angst vor der Zukunft. Hatte er sich da auf etwas eingelassen, was ihm über den Kopf zu wachsen schien? War er in dem, was er tat, zu weit gegangen?
Fast dankbar registrierte Despair das Chaos, das er in seinem Büro vorfand. Nickie Yanes leitete die Renovierungsarbeiten und scheuchte die Arbeitsroboter hin und her.
Oh, Sie sind ja schon zurück, Sir! Ach, und wir sind noch gar nicht fertig
, sagte Nickie erschrocken.
Was soll das werden, wenn es fertig wird?
, fragte der silberne Ritter ratlos als er die rosa Farbe an der Wand betrachtete.
Gefällt es Ihnen nicht, Sir? Rosa ist jetzt der letzte Schrei
, meinte Nickie Yanes.
Allmählich fing diese Frau an, den Quarteriums-Marschall zu nerven.
Davon kriege ich Kopfschmerzen.
Aber es ist doch viel schöner als diese ewige Grau in Grau.
Nehmen Sie eine andere Farbe oder lassen Sie es wie es ist. Das ist mein Quartier und keine Schwulenbar. Ich mache mich zum Gespött des Oberkommandos
, brüllte Despair die Frau an.
Erschrocken kämpfte Nickie Yanes mit den Tränen, um dann doch zu weinen.
Es tut mir so leid, Sir. Das habe ich nicht gewollt. Ich habe es doch nur gut gemeint. Was soll nur Onkel Herbert von mir denken?
Despair bekam nun wieder Mitleid mit ihr. Er hatte schließlich kein Recht, seine schlechte Laune an ihr auszulassen.
Tut mir Leid, war nicht so gemeint. Einigen wir uns doch auf Blau. Das halte ich für standesgemäß.
Nickie Yanes strahlte wieder.
Natürlich, Sir. Ich hätte Sie vorher fragen sollen. Aber wo Sie doch so wichtige Dinge für Cartwheel zu regeln haben, wollte ich Sie nicht mit solch einer Lappalie behelligen. Mein Onkel Herbert sagte auch immer zu mir, dass ich zu vorschnell sei.
Hm, da könnte er recht haben
, murmelte Despair.
Sind Sie hungrig, Sir? Möchten Sie etwas zu essen?
Nein, danke.
Sind Sie durstig? Möchten Sie etwas zu trinken?
Nein.
Möchten Sie auch wirklich nichts? Möchten Sie einen Mittagsschlaf machen?
Nein, ich gehe jetzt in mein Büro
, murmelte Despair konsterniert. Als er jedoch das Chaos und die vielen Arbeitsroboter sah, gab er dieses Vorhaben auf.
Ich glaube, ich gehe jetzt doch was essen.
Schön, Sir. Apropos Essen. Morgen Abend sind Sie zu einem Abendessen bei den de la Siniestros eingeladen
, berichtete Nickie Yanes.
Auch das noch. Mir bleibt aber auch nichts erspart.
Am nächsten Abend fand also ein Abendessen im Hause de la Siniestro statt. Neben der gesamten Familie de la Siniestro und Cauthon Despair waren noch Rosan Orbanashol, Uthe Scorbit und Yasmin Weydner sowie der Posbi Diabolo anwesend. Der Imperatore hatte Yasmin mit den Hintergedanken eingeladen, sie möglicherweise mit seinem skurrilen Sohn Peter zusammen zu bringen, da er fürchtete, Peter könnte sonst niemals mehr eine Frau abbekommen. Nachdem sich alle an der üppigen Tafel versammelt hatten, erhob sich der Imperatore.
Meine lieben, hoch verehrten Gäste! Ich habe Sie hier versammelt, um ein höchst erfreuliches Ereignis mitzuteilen: Meine Hochzeit mit der bezaubernden Rosan Orbanashol, die schon bald eine de la Siniestro sein wird. Der Hochzeitstermin wurde von mir auf den 4. Juni dieses Jahres gelegt.
Rosan Orbanashol erbleichte zusehends, schwieg aber.
Ich erwarte, dass ganz Cartwheel mein Glück teilt. An diesem Tage soll Feiertag sein und die Unterschicht, ähem, die sozial Schwachen bekommen extra Mahlzeiten. Ein alter Brauch meiner Familie. Veranlasse alles, Diabolo
, sagte der alte Spanier zu seinem Posbi-Berater.
Sehr wohl, Imperatore
, entgegnete dieser.
Ich freue mich für dich, Vater. Ich hoffe, deinem Beispiel schon bald folgen zu können
, sagte Orlando und sah verliebt zu Uthe Scorbit herüber.
Wer weiß
, entgegnete die Terranerin und lächelte zurück.
Sehr schön, meine lieben Kinder. Das freut mich. Wir alle tragen Verantwortung für den Namen de la Siniestro und für den Fortbestand unserer Dynastie
, erklärte der ehemalige Marquese feierlich.
Seine Tochter Stephanie war alles andere als feierlich zumute. Das kann doch wohl alles nicht wahr sein! Bin ich hier im falschen Film? Erst diese Arkonidenschlampe und nun noch diese terranische, graue Maus. Wie tief soll denn unsere Familie noch sinken?
Stephanie! Auf der Stelle entschuldigst du dich bei unseren Gästen!
, schrie Orlando seine Schwester an.
Ja, Orlando hat recht. Das geht zu weit!
, pflichtete der Imperatore seinem Sohn bei.
Okay, Entschuldigung
, gab Stephanie nach. Ihr Gesichtsausdruck sah jedoch alles andere als reumütig aus.
Im Übrigen tätest du gut daran, dir endlich einmal einen Ehepartner auszuwählen. Ich erwarte von dir, das du innerhalb eines Jahres heiratest, ob es sich dabei nun um Toran Ebur, Leticron, Uwan Jenmuhs oder Elgalar handelt, ist mir dabei gleich. Hauptsache, es ist von Nutzen für uns
, erklärte der alte Spanier streng. Stephanie zog es vor, lieber zu schweigen.
Ich erwarte natürlich auch viele Enkel. Ansonsten muss ich selbst wieder für Nachwuchs sorgen
, fuhr der Imperatore fort, wobei Rosan Orbanashol noch etwas bleicher wurde.
Was? Aber wir sind doch deine Kinder! Das darfst du nicht!
, rief Peter entsetzt.
Ich darf alles, mein Sohn. Auch du solltest dir endlich mal eine Freundin suchen. Wie wäre es mit dieser entzückenden, jungen Dame?
Don Philippe deutete dabei auf Yasmin Weydner.
Die hat ja nicht mal eine Uniform
, maulte Peter.
Du kannst ihr doch eine schenken
, meinte sein Vater.
Die angesprochene Yasmin Weydner erhob sich abrupt von der Tafel.
Ich glaube, ich muss mich übergeben
, murmelte sie.
Ich begleite dich
, bot Rosan Orbanashol und begleitete die Terranerin hinaus.
Ihre Wirkung auf Frauen ist sehr interessant
, meinte Diabolo trocken zu Peter, der ihn böse ansah.
Ja, das ist in der Tat ein Problem. Vielleicht sollte ich dich auf eine Benimmschule schicken
, meinte der Imperatore.
Bloß nicht! Im Moment wird jeder fähige Soldat an der Front gebraucht
, lehnte Peter ab.
Cauthon Despair gab einen undefinierbaren Laut von sich. Daraufhin fühlte sich fälschlicherweise Brettany angesprochen.
Wo wir gerade dabei sind: Findet ihr nicht, dass Cauthon und ich ein gutes Paar abgeben würden?
, fragte sie in die Runde.
Daraufhin herrschte erst einmal betretenes Schweigen. Cauthon Despair schwieg dazu. Er wollte Brettany keinesfalls verletzten.
Die Schöne und das Biest. Wie romantisch
, spottete Peter gehässig.
Pass bloß auf, Kleiner. Du kannst von mir gerne noch eine Abreibung haben
, drohte Despair in Anspielung auf ihren letzten Zusammenstoß in M 87 an Bord der EL CID.
Ich muss Peter leider diesmal zustimmen. Das ist doch völlig absurd
, erregte sich auch Orlando.
Warum? Cauthon ist genauso ein Mensch wie wir alle. Er ist besser, als so mancher hier
, meinte Brettany erbittert.
Dieser Mann ist kein Umgang für ein so zartes Geschöpf wie dich
, gab Orlando zu Bedenken und warf Despair einen strengen Blick zu.
Ach, tatsächlich? Das sagt mir ausgerechnet jemand aus dieser Sippschaft!
, reagierte der silberne Ritter beleidigt.
Wenn ich kein Umgang für die hohen Herrschaften bin, kann ich mich ja verabschieden.
Despair erhob sich und verließ schnellen Schrittes die Villa. Brettany versuchte vergeblich, ihn zurückzuhalten und blieb weinend zurück. Uthe Scorbit versuchte, sie zu trösten. Auch Orlando, Peter und Stephanie verließen den Raum. Zurück blieben nur der Imperatore und Diabolo, die auf die verlassene Tafel starrten.
War wirklich eine tolle Party, Imperatore. Die bevorstehende Hochzeit dürfte überaus interessant werden
, meinte der Posbi sarkastisch.
Ach, halt die Klappe
, meinte der Imperatore konsterniert.
Doch nicht nur im Hause der de la Siniestros wurde gefeiert. Auch C.I.P-Chef Werner Niesewitz hatte Gäste zu sich nach Hause eingeladen. Zu den Gästen zählten Reynar Trybwater, Reinhard Katschmarek und Diethar Mykke.
Keine Frauen?
, fragte der feiste Mykke enttäuscht.
Ich habe noch zwei Mitarbeiterinnen eingeladen. Meine Sekretärin und ihre Nichte. Außerdem bist du ja glücklich verheiratet, Diethar
, hielt ihm Niesewitz entgegen.
Wie? Ach so! Ja, natürlich
, versicherte Mykke, etwas zu hastig für Niesewitz Geschmack.
Eine gute, reinrassige Familie ist das wahre Glück eines jeden anständigen Mann
, schwärmte Reinhard Katschmarek. Unsere Frauen und unsere Familien geben uns den Rückhalt für unsere schweren Aufgaben und das Gefühl, das Richtige für Zukunft zu tun.
Wenn du meinst
, sagte Mykke gelangweilt.
Darauf wollen wir trinken
, sagte Reynar Trybwater und erhob dabei sein volles Glas, um es in einem Atemzug zu leeren. Die anderen taten es ihm begeistert nach. Kurz darauf läutete es an der Eingangstür.
Das müssen die Damen sein
, meinte Werner Niesewitz und öffnete. Herein traten Helga Meyerlein und ihre Nichte Nickie Yanes.
Je später der Abend, desto schöner die Gäste
, bemühte sich Niesewitz charmant zu sein.
Oh, vielen Dank
, zeigte sich Helga Meyerlein beeindruckt.
Auch Nickie Yanes war bewegt in einem Raum mit so vielen prominenten Persönlichkeiten des Quarteriums zu sein, wenngleich natürlich keiner von ihnen es mit ihrem Cauthon Despair aufnehmen konnte. Die abendliche Gesellschaft nahm Platz zum Diner. Das Essen verlief recht harmonisch, wenngleich der Alkohol bei den Männern in Strömen floss, was Nickie Yanes nicht sonderlich gefiel. Sie wusste, dass Cauthon Despair keinen Alkohol trank und bewunderte dies an ihm ebenso wie seine Erhabenheit, die sie bei den Anwesenden nicht feststellen konnte. Werner Niesewitz erzählte Anekdoten aus seiner Jugendzeit aus der prästellaren Zeit Terras und was für ein imposanter, tapferer Kämpfer er in seiner Jugendzeit gewesen war. Nach dem Essen musste sich Helga Meyerlein verabschieden, da sie einen Anruf aus dem Büro erhielt und dort noch einige Dinge regeln musste. Nickie Yanes blieb mit den vier Männern noch dort, da Werner Niesewitz darauf bestand. Diethar Mykke zeigte sich von seiner charmanten Seite und machte Nickie Komplimente.
Sie sind ja eine ganz Flotte. Aber ich bin ja auch nicht ohne
, sagte er selbstbewusst.
Wenn Sie das sagen, wird es schon stimmen, Sir
, meinte Nickie diplomatisch. Irgendwie war ihr dieser Mykke nicht geheuer.
Interessieren Sie sich für historische Bücher?
, fragte er.
Ja, durchaus
, sagte Nickie in der Hoffnung, auf ein anderes Thema zu kommen.
Werner hat da hinten eine Bibliothek. Ich kann Sie Ihnen zeigen
, bot sich Mykke an.
Ja, gerne
, stimmte Nickie zu und folgte ihm. So kulturell interessiert hatte sie Mykke gar nicht eingeschätzt. Vielleicht war er doch recht sympathisch. Niesewitz, Katschmarek und Trybwater kicherten eigenartig, was Nickie nicht so ganz verstand.
Sie arbeiten also für Despair?
, erkundigte sich Mykke.
Ja, aber erst seit ein paar Tagen. Es macht mir jedoch schon viel Spaß. Marschall Despair ist so eine eindrucksvolle Persönlichkeit
, antwortete sie mit leuchtenden Augen.
Mykke glotzte sie aus seinen Schweinsaugen nur verständnislos an.
Ach tatsächlich? Der ist doch kein richtiger Mann.
Damit hatte er sich die letzten Sympathien bei Nickie verspielt.
Das können Sie wohl kaum beurteilen. Wo sind nun die Bücher? Das hier sieht aus wie ein Schlafzimmer
, meinte sie, als sie in dem Raum angekommen waren.
Tatsächlich befand sich dort ein großes Bett. Darüber befand sich ein Regal mit Büchern, die von eher freizügiger Literatur handelten.
Da. Wir können uns ja mal vorher die Bilder angucken, bevor wir anfangen. Mit Kamasutra wollte ich es schon immer machen
, grunzte Mykke in lüsternen Tonfall.
Anfangen womit? Und wer ist Kamasutra?
, fragte Nickie verwundert.
Es wird Zeit, dass du es mal mit einem richtigen Mann zu tun kriegst. Einem Mann wie mir und nicht so eine lächerliche Blechdose.
Mykke packte Nickie grob an den Schultern und wollte sie küssen. Sein Atem stank nach Alkohol. Nickie musste würgen. Als der fettleibige Mann versuchte, ihre Bluse zu öffnen, trat sie ihm instinktiv zwischen die Beine. Jaulend ging Mykke in die Knie.
Das wirst du bereuen, du Biest
, quetschte er hervor.
Sie werden es bereuen, wenn Marschall Despair von diesem Vorfall erfährt
, gab Nickie barsch zurück. Dann können Sie froh sein, wenn mein Cauthon Ihnen nicht Ihren fetten Wanst aufschneidet. Ich bin sehr enttäuscht von Ihnen. Ich hätte nicht gedacht, dass es im Führungsstab des Quarteriums solche Leute wie Sie gibt. Außerdem sind Sie verheiratet!
Diethar Mykke wurde bleich. Er fürchtete Cauthon Despair und wollte keinen Ärger mit ihm. Hätte er geahnt, das Despair Interesse an dieser Frau hatte, hätte er die Finger von ihr gelassen.
Nickie verließ wutentbrannt Niesewitz Wohnung. Verwundert ging der Gastgeber in das Schlafzimmer und fand dort Mykke in gebückter Haltung vor.
Nanu, was ist denn hier los? Und wo ist Miss Yanes? Ich wollte sie doch noch über Cauthon Despair befragen
, zeigte sich der alte Terraner verwundert.
Den Namen Despair will ich heute nicht mehr hören
, meinte Mykke kleinlaut.
Niesewitz lachte hämisch. Bist wohl abgeblitzt? Spricht eigentlich für ihren Geschmack, hähä! Naja, was soll’s? Dann bestelle ich uns bei der Agentur ein paar Callgirls, dann wird der Abend doch noch lustig.
Für den nächsten Tag hatte Cauthon Despair eine Konferenz des OKQ einberufen. Neben dem Imperatore waren noch Uwahn Jenmuhs und die Generäle Sizemore und Mandor da Rohn anwesend. Cauthon Despair berichtete über die Neuigkeiten, die Cau Thon gebracht und die daraus resultierenden Folgen.
Durch den Wegfall der versprochenen Verstärkung ergibt sich für uns eine neue Situation. Unsere Ressourcen sind bald erschöpft, wir stoßen an unsere Grenzen. Durch die Überdehnung und die zahlreichen Fronten können wir keine großen Reserven mehr mobilisieren. Wir müssen mit einer Gegenoffensive des Feindes rechnen und sollten uns darauf vorbereiten. Ich schlage daher vor, unsere Truppen in Defensivposition zu bringen um das eroberte Terrain zu sichern. Notfalls müssen einzelne Systeme aufgegeben werden
, schloss Despair seinen Bericht.
Während der silberne Ritter redete, wurde das aufgedunsene Gesicht des Arkoniden Uwahn Jenmuhs zusehends röter. Ächzend erhob sich aus seinem Sessel.
Höre ich recht? Reden Sie von Rückzug?
, echauffierte sich der fette Arkonide. Wir sollen jetzt kneifen, da wir den Feind an der Gurgel gepackt haben und dabei sind, sie ihm herauszureißen? Nicht mit mir!
Wir können unmöglich in dieser Situation einen Frontalangriff auf Terra durchführen. Dazu haben wir nicht mehr die Reserven
, hielt ihm Cauthon Despair entgegen.
Unsinn! Wir sind Cartwheeler! Einer von uns ist mindestens soviel wert wie zehn von denen. Zur Not muss eben jeder, der eine Waffe halten kann, eingezogen und an die Front geschickt werden. Notfalls auch Kinder und Alte.
Wir haben nicht mehr so viele Schiffe. Unsere Feldzüge haben auch Verluste gebracht
, meinte Despair.
Jenmuhs winkte barsch ab.
Pah! Die, die wir haben, genügen. Wir greifen Terra an und jagen Rhodan so lange, bis wir ihn haben. Dieser Mann ist der Kopf der Terraner. Wenn wir ihn haben, haben wir die Terraner enthauptet. Ich werde ihn persönlich in einem Triumphzug durch die Straßen von Terrania schleifen. Dann wird ihr Wille gebrochen sein
, meinte der fette Arkonide inbrünstig.
Ich hoffe, Sie erinnern sie noch an Ihr Versprechen, das Sie mir gaben, Imperatore?
Gewiss. Die Hälfte der Milchstraße geht in Ihrem Privatbesitz über. Außerdem werden Sie Protektor über die andere Hälfte – vorausgesetzt es gelingt Ihnen, die Milchstraße zu erobern
, sagte Don Philippe.
Es wird mir gelingen! Glauben Sie mir, es wird mir gelingen. Wenn ich erst Rhodan erledigt habe, unterwerfe ich das Kristallimperium und stürze diesen elenden Bostich vom Thron. Dann bin ich der mächtigste Mann der Milchstraße
, schwärmte Jenmuhs.
Vorausgesetzt Sie dienen MODROR weiterhin treu
, ermahnte ihn Despair.
Selbstverständlich
, versicherte Jenmuhs ehrerbietig.
Nun gut. Bliebe nur die Frage, wie wir Terra einnehmen
, meinte der silberne Ritter.
Generalmarschall Sizemore meldete sich zu Wort.
Unter den gegebenen Umständen wäre ich für einen schnellen Blitzangriff auf Terra, außerdem wäre es klüger, sich mit dem Kristallimperium zu verbünden, denn Feinde haben wir schon genug
, meinte der Generalmarschall.
Ich unterstützte Generalmarschall Sizemores Vorschlag
, pflichtete Mandor da Rohn seinem Kollegen bei.
Blödsinn! Ich will die ganze Milchstraße beherrschen. Außerdem kann man Bostich nicht trauen. Er sieht auf mich herab, und dafür soll er büßen
, lehnte Uwahn Jenmuhs ab. Wir werden Rhodan quer durch die Milchstraße jagen, solange bis wir ihn in die Enge getrieben haben. Wir greifen mit allem an, was wir haben. Die benötigten Ressourcen holen wir uns aus den erbeuteten Kolonien.
Das ist ziemlich kühn
, gab Cauthon Despair zu bedenken.
Nur dem Kühnen gehört das Universum. Die Galaxis ist nicht genug, war schon von jeher der Wahlspruch meiner Familie.
Na fein, dann wäre das ja geklärt. Arbeiten Sie die Pläne dazu aus, meine Herren
, entschied der Imperatore ungeduldig und sah auf die Uhr.
Es wird Zeit für mich zu gehen. Ich habe noch viel für meine bevorstehende Hochzeit zu tun, zu der Sie alle selbstverständlich herzlich eingeladen sind.
Der Imperatore verabschiedete sich und ging mit den anderen hinaus. Zurück blieb Cauthon Despair, den das ungute Gefühl beschlich, dass die anderen den Sinn für Realität verloren hatten.
Uwahn Jenmuhs verlor keine Zeit. Der Start seiner 55 000 Einheiten starken Flotte wurde auf den 1. Juni festgelegt. Diese Flotte sollte sich mit den weiteren 75 000 Schiffen in NGC 404 vereinigen und die Führungsspitze bilden. Ziel von Jenmuhs war es, mit dieser Flotte die LFT ein für alle mal auszuradieren. Zu den Bodentruppen dieser Invasionsarmee zählte auch die 32. Shift-Division unter dem Kommando von Generaloberst Alcanar Benington und Oberst Wolf Linker.
Doch auch Orlando de la Siniestro gehörte als rechte Hand von Uwahn Jenmuhs dazu. Er sollte darauf achten, dass es Jenmuhs nicht übertrieb.
Orlando war alles andere als begeistert über seinen Einsatzbefehl, zumal er erst wenige Tage wieder in Cartwheel weilte. Traurig machte er sich auf den Weg zu Uthe Scorbit, um ihr die Nachricht mitzuteilen.
Du musst schon wieder weg? Das kann nicht sein, du bist doch gerade erst gekommen
, klagte Uthe enttäuscht.
Die Pflicht ruft. Ich kann mich dem nicht entziehen
, sagte Orlando tapfer, obwohl ihm ganz anders zumute war.
Pflicht? Ist es deine Pflicht, an der Seite dieses Monsters Jenmuhs andere Welten zu überfallen und zu unterjochen?
, fragte Uthe anklagend.
Fang bitte nicht wieder damit an
, wehrte Orly ab.
Dieser Krieg wird immer zwischen uns stehen, solange er dauert
, befürchtete Uthe traurig.
Orlando nahm sie tröstend in den Arm.
Nein, das lasse ich nicht zu. Nach meiner Rückkehr heiraten wir und dann lasse ich mich in den Planungsstab versetzen oder quittiere den Dienst
, versprach er.
Dann werde ich auf dich warten
, versprach Uthe.
Etwa zur gleichen Zeit empfing Cauthon Despair einen Hyperkomspruch. Er kam von Cau Thon persönlich, der sich ihm als Hologramm präsentierte.
Ich grüße dich, Cauthon.
Despair nickte ihm zu.
Auch ich grüße dich, Cau Thon. Wie kann ich dir zu Diensten sein?
Bei meinem letzten Besuch spürte ich, dass du beunruhigt bist
, stellte Cau Thon fest.
Die unerwartete Niederlage hat unseren Plänen geschadet. Ich bin nicht sicher, ob das Quarterium allein in der Lage ist, den immer zahlreicher werdenden Feinden standzuhalten
, erklärte Despair.
Dieser Rückschlag ist nur von kurzer Dauer. Ich begebe mich persönlich nach Barym und Seshonaar, um dort die Arbeiten voran zu treiben. So schnell, wie möglich wird MODROR eine neue Flotte aufstellen, um das Quarterium zu unterstützen
, versprach Cau Thon.
Wäre es dann nicht klüger, den Angriff auf die Milchstraße bis dahin zu verschieben?
Nein! Der Feind darf nicht wissen, dass MODRORs Offensivkraft vorübergehend geschwächt ist
, erklärte Cau Thon eindringlich. Wenn ihr jetzt angreift, wird es ihn für ihn auch ein psychologischer Rückschlag sein. Bis MODRORs neue Flotte einsatzbereit ist, muss das Quarterium die Aufgabe übernehmen Perry Rhodan anzugreifen und, wenn möglich, zu vernichten. Der Feind darf nicht zu Atem kommen und die Gelegenheit haben Gegenoffensiven zu starten. MODROR zählt auf dich, Cauthon. Er weiß, dass es eine schwere Aufgabe ist, doch er ist überzeugt, dass du sie lösen kannst.
Despair war nicht wohl dabei zumute, aber er nickte zustimmend.
Ich werde tun, was in meiner Macht steht
, versprach er.
Davon bin ich überzeugt. Ich werde dich in Zukunft häufiger kontaktieren und dir über die Fortschritte in Barym und Seshonaar berichten.
Das Hologramm erlosch und Cauthon Despair wandte sich nachdenklich wieder seiner Arbeit zu. Er hatte nach wie vor ein ungutes Gefühl.
Voller Unbehagen blickte Rosan Orbanashol auf den Kalender. Es war der 3. Juni 1307 NGZ. Nur noch einen Tag, und ihr Albtraum würde wahr werden. Sie würde wieder heiraten, aber einen Mann, den sie zutiefst verabscheute. Ein Klopfen an der Tür riss sie abrupt aus ihren düsteren Gedanken. Der Haushofmeister Martyn Hubba trat ein und sah sie mit einem unsympathischen Grinsen aus seinen Schweinsäuglein an.
Was wollen Sie denn hier?
, fragte sie barsch, da ihr Hubba zutiefst unsympathisch war.
Der Imperatore wünscht Sie umgehend in seinem Salon zu sprechen
, verkündete Hubba wichtigtuerisch.
Ich komme gleich
, sagte Rosan ruhig.
Ich soll Sie zu ihm bringen
, stellte Hubba grinsend klar.
Na schön. Gehen wir.
Widerwillig folgte Rosan dem Plophoser. Auf der Treppe begegneten sie einer Gataserin, die die Treppe wischte. Sie gehörte zu den extraterrestrischen Sklaven, die als Bedienstete ihm Schloss arbeiteten. Hubba war Haushofmeister und Vorarbeiter für die Sklaven zuständig. Als die Blue-Frau nicht rechtzeitig mit ihrem Eimer Platz machen konnte, wurde Hubba wütend und trat sie. Daraufhin fiel die Blue die Treppe hinunter und verschüttete dabei den Wassereimer.
Pass doch auf, du dumme Alien-Sau!
, schrie Hubba und schlug mit einem Rohrstock, den er stets bei sich trug, auf die Dienerin ein.
Aufhören! Sofort!
, befahl Rosan und beugte sich über die Gataserin und half ihr auf.
Das ist doch bloß eine Blue-Schlampe. Die versteht doch keine andere Sprache und bekommt nur das, was sie verdient
, meinte Hubba uneinsichtig.
Sie sind nichts weiter als ein elender Schwachkopf!
, wies ihn Rosan zurecht und tröstete die Gataserin.
Hasserfüllt blickte Martyn Hubba die Halbarkonidin an. Einen Moment lang fürchtete Rosan, er würde auf sie einschlagen.
Sie wagen es, mich einen Schwachkopf zu nennen?
, zischte er bedrohlich.
Ich wüsste nicht, was daran ein Wagnis ist
, entgegnete sie tapfer, obwohl ihr nicht wohl dabei zumute war.
Was ist denn hier los? Warum muss ich denn so lange warten?
, hörte Rosan den Imperatore rufen. Zum ersten mal war sie froh darüber, den alten zerknitterten Spanier zu sehen.
Hubba hat diese arme Frau geschlagen
, erklärte er.
Ist das so?
, erkundigte sich Don Philippe bei seinem Haushofmeister.
Ich tue nur meine Pflicht. Die Sklavin stand im Weg
, verteidigte sich der feiste Plophoser.
Er lügt!
, rief Rosan.
Sie haben meine zukünftige Gemahlin, die neue Imperatrice, erschreckt. Entschuldigen Sie sich bei ihr!
, befahl der Imperatore.
Widerwillig entschuldigte sich Martyn Hubba, aber sein hasserfüllter Blick ließ Rosan keinen Zweifel daran, dass sie einen neuen Feind hatte.
Ich bitte um Verzeihung, Imperatrice.
Don Philippe war zufrieden.
So ist es recht. Sie können sich entfernen. Die Sklavin bekommt für den Rest des Tages frei. Ich hoffe, du bist damit zufrieden, liebe Rosan.
Gewiss
, lenkte Rosan ein. Für den Augenblick war sie froh, aus der Gegenwart dieses widerwärtigen Haushofmeister wegzukommen.
Als meine Frau wird es ohnehin bald deine Aufgabe sein, dich um den Haushalt des Schlosses zu kümmern. Dazu gehört natürlich auch die Dienerschaft. Aber das hat Zeit bis nach den Flitterwochen
, erklärte der Imperatore gut gelaunt.
Rosan wurde übel bei dem Gedanken, Flitterwochen mit dem Imperatore verbringen zu müssen. Aber es sah alles danach aus, als würde dieser Albtraum Wirklichkeit werden.
Der Grund, weshalb ich dich rief, ist folgender: Dein Hochzeitskleid ist fertig. Du kannst es also schon mal anprobieren. Es soll ja morgen alles passen.
Rosan fiel es schwer, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, aber es blieb nichts weiter übrig.
Natürlich, ich werde es gleich mal anprobieren.
Der Imperatore entblößte zufrieden seine vergilbten Zähne zu einem Lächeln.
So ist es brav. Ich möchte dir noch jemanden vorstellen. Aber vielleicht kennt ihr euch ja schon.
Don Philippe deutete auf eine hagere Frau, die ihre besten Jahre bereits deutlich hinter sich hatte, und die im Salon wartete. Rosan erkannte die Frau, sie hatte sie schon mal auf einem Empfang gesehen. Es war Judta Mykke, die Ehefrau des Ministers Diethar Mykke.
Guten Tag, Imperatrice
, sagte Judta Mykke kühl und musterte Rosan abschätzend. Sie machte auf Rosan einen wenig sympathischen Eindruck.
Frau Mykke kümmert sich um das Protokoll und die Organisation der Hochzeit. Sie wird dir sagen, wann du dich morgen bereit halten musst und was du zu tun hast. Wir wollen doch einen guten Eindruck auf die Öffentlichkeit machen
, erklärte der Imperatore.
Sicher
, meinte Rosan wenig enthusiastisch.
Judta Mykke begleitete Rosan hinauf auf ihr Zimmer und half ihr bei der Anprobe.
Sie können sich glücklich schätzen, einen Mann den Imperatore heiraten zu dürfen
, schwärmte die Frau. Wenn ich nicht glücklich verheiratet wäre, könnte ich direkt neidisch werden. Eigentlich hat ein Mann seiner Reife und Klasse eigentlich etwas besseres verdient, als so ein junges, unerfahrenes Ding.
Wir können den Imperatore ja mal fragen. Vielleicht lässt sich da was arrangieren
, gab Rosan frech zurück.
Diese Mykke war ihr unsympathisch. Sie spürte deren Verachtung. Judta Mykke lachte nur hysterisch auf und fuhr mit ihrer Arbeit fort. Sie erklärte Rosan akribisch das Protokoll der bevorstehenden Hochzeit.
Am nächsten Tag war es schließlich soweit. Mit großem Pomp im barocken Stil wurde die Hochzeit in der Kathedrale von New Madrid abgehalten. Sämtliche Trivid-Sender waren live dabei und übertrugen in jeden Winkel Cartwheels. Hunderttausende Schaulustige waren gekommen und säumten die Straßen New Madrids. Der Imperatore ließ sich und seine Braut in einer alten Pferdekutsche zur Kathedrale kutschieren. Kleine Mädchen streuten Blumen den Gang in die Kathedrale, die im mittelalterlichen Stil erbaut war, hinein. Rosan fühlte sich wie in einem falschen Film. Einerseits war es eine Hochzeit, wie sie sich jede Frau erträumte, andererseits war ihr Bräutigam ein einziger Albtraum. Der Imperatore nahm sie bei der Hand, die zitterte und sie traten vor den Altar. Der Raum war gefüllt mit den Honorationen des Quarteriums. Auch Uwahn Jenmuhs war da, der Rosan mit hasserfüllten Blicken bedachte. Der oberste Kirchenführer von Siniestro nahm die Trauung vor. Nach den üblichen Redeformeln kam er zur Sache und fragte den Imperatore:
Wollt Ihr, Don Philippe de la Siniestro, Imperatore von Cartwheel, die Euch angetraute Rosan Orbanashol zur Frau nehmen, sie lieben und sie ehren, bis das der Tod euch scheidet?
Ja, ich will
, sagte der alte Spanier feierlich und bedachte Rosan mit einem liebevollen Blick.
Der Kardinal wandte sich nun Rosan zu und stellte ihr die gleiche Frage.
Rosan zögerte. Am liebsten wäre sie weggelaufen, aber als der Imperatore sie drohend ansah, wusste sie, dass keine andere Wahl hatte, wenn sie überleben wollte.
Ja, ich will
, hauchte sie deshalb.
Dann erkläre ich euch, Kraft meines Amtes, hiermit zu Mann und Frau. Ihr dürft die Braut jetzt küssen
, erklärte der Kardinal. Der Imperatore kam dieser Aufforderung, zu Rosans Entsetzen, nur zu gerne nach. Dann überreichte er ihr einen prachtvollen, goldenen Ring, den er ihr an den Finger steckte.
Ich freue mich schon auf unsere Hochzeitsnacht
, flüsterte er seiner neuen Frau ins Ohr. Rosan wurde übel bei dem Gedanken.
Mit der Kutsche ging es anschließend unter Fanfaren und Trommelklängen zurück zum Schloss der de la Siniestros. Jubelnde Menschenmengen säumten die Straßen, sodass es nur langsam voranging. Rosan war erstaunt wie beliebt der Imperatore nach wie vor beim Volk war. Am Abend fand im Schloss eine große Feier statt, an der alle Honorationen des Quarteriums teilnahmen. Judta Mykke überwachte streng und akribisch, dass sich Rosan an die Etikette und das Protokoll hielt. Auch ihr Mann Diethar Mykke war mit seiner aufreizenden Sekretärin Sylke Stabum anwesend. Rosan fragte sich, wozu der fette Minister eine Sekretärin bei einer Feier braucht und auch Judta Mykke schien davon nicht angetan zu sein und bedachte ihren Mann mit argwöhnischen Blicken. Zu allem Überfluss schlich auch noch Martyn Hubba ständig in ihrer Nähe herum und blickte sie böse an. Rosan kam sich vor wie in einem Käfig. Die Hochzeitsparty kam immer mehr in Gang und der Alkohol floss in Strömen, wobei Werner Niesewitz und Reinhard Katschmarek wieder an vorderster Front zu finden waren. Rosan sah sich das bunte Treiben gelangweilt an, als sie ein Seufzen neben sich hörte. Ein alte Frau setzte sich ächzend neben sie und schenkte sich ein Glas Cognac ein. Rosan erkannte sie wieder, es war Ottilie Braunhauer, die sie vor Jahren auf der LONDON II kennengelernt hatte.
Frau Orbanashol, ich wünsche Ihnen alles, alles Gute zu Ihrer Hochzeit
, sagte sie schleppend.
Vielen Dank
, erwiderte Rosan zaghaft und sah, wie die alte Dame ihren Cognac in einem Atemzug leerte und sich ein neues Glas einschenkte.
Und wie geht es Ihnen? Naja, mir geht es ja auch so schlecht. Mein Rücken tut weh, meine Beine tun weh, meine Arme tun weh und schwindelig ist mir auch
, erzählte Ottilie Braunhauer ausführlich.
Das tut mir Leid. Vielleicht sollten sie besser nach Hause gehen und sich hinlegen
, meinte Rosan, die Ottilie Braunhauers Tiraden noch in bester Erinnerung hatte. Doch die alte Frau winkte ab und trank noch einen Schluck.
Ich bin ein Stehaufmädchen
, seufzte Ottilie. Aber mein Mann, der steht nicht mehr auf. Der ist tot. Naja, was soll's? Ich kann mich noch am meine Hochzeit erinnern. Das waren noch Zeiten. Damals war ich natürlich noch jünger. Hach, mein armes Vatichen!
Die Alte fing an zu weinen. Betroffen reichte Rosan ihr ein Taschentuch. Diethar Mykke kam dazu. Ihm war sichtlich peinlich, dass sich seine Schwiegermutter mal wieder daneben benahm.
Was machst du denn wieder für ein Theater, Mutter? Willst du nicht lieber wieder gehen?
Ottilie schüttelte den Kopf.
Nein, nein. Ich will mich heute auch mal amüsieren. Ich bin ja eh bald tot
, lehnte sie ab.
Mykke zuckte mit den Schultern und wandte seine Aufmerksamkeit wieder seiner Sekretärin zu. Rosan fiel auf, dass er mit ihr den Saal verließ und in einem der Zimmer verschwand.
Habe ich Ihnen schon meinen Hammerzeh gezeigt?
, fragte Ottilie die neue Imperatrice allen Ernstes.
Bevor Rosan in Verlegenheit kam, darauf antworten zu müssen, erschien der Imperatore und forderte sie zum Tanz auf. Rosan war direkt froh von der seltsamen Schwiegermutter der Mykkes wegkommen zu können. Sie fühlte sich nur von Verrückten und Kriminellen umgeben. Sie wünschte, sie hätte mit Uthe Scorbit in Kontakt treten können, doch es hatte sich noch Gelegenheit ergeben. Ottilie Braunhauer blieb enttäuscht zurück und leerte noch ein Glas Cognac, sehr zum Unbehagen ihrer Tochter Judta.
Du sollst doch nicht so viel trinken, Mutter. Nicht, dass dir wieder schwindelig wird
, hielt sie ihrer Mutter vor. Doch Ottilie winkte ab.
Zu spät. Mir ist schon schwindelig.
Dann soll dich Diethar nach Hause bringen.
Judta Mykke sah sich vergeblich nach ihrem Mann um.
Wo ist er denn?
Ich habe gesehen, wie er mit dem jungen Mädchen in das Zimmer da drüben gegangen ist
, klärte sie ihre Tochter auf.
Mit wem? Na so was
, wunderte sich Judta und machte sich auf, um ihren Mann zu finden. Sie ging zu dem Zimmer und öffnete die Tür. Dann stieß sie einen gellenden Schrei aus.
Rosan musste zu den Klängen eines Walzers von Johann Strauss mit ihrem neuen Ehemann wider Willen tanzen. Der Imperatore war sichtlich gut gelaunt und machte einen besonders vitalen Eindruck.
Ich denke, wir werden uns bald in unser Schlafgemach zurückziehen. Ich kann es kaum erwarten
, kündigte er zu Rosans Entsetzen an.
Die Halbarkonidin überlegte, was sie nun tun sollte, als sie einen hysterischen Schrei hörte, der die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich zog. Sofort eilten der Imperatore und Rosan mit ein paar Sicherheitsleuten in das Zimmer, aus dem der Schrei gekommen war. Dort fanden sie eine, sichtlich aufgelöste Judta Mykke vor, die kreischend ihren Mann beschimpfte, der mit fetten, nackten und schwitzenden Körper auf dem seiner Sekretärin Sylke Stabum lag und nun ächzend versuchte wieder aufzustehen und dabei einen ziemlich lächerlichen Eindruck machte. Irgendwie überraschte es Rosan nicht, dass Diethar Mykke seine Frau mit seiner Sekretärin betrog, aber für Judta Mykke brach gerade eine Welt zusammen.
Wie konntest mir das antun? Nach all den Jahren?
, fragte Judta aufgelöst.
Das war es ja gerade. Die vielen Jahre mit dir
, antwortete Mykke.
Diese Schande! Vor allen Leuten, das überlebe ich nicht
, schluchzte seine Frau.
Don Philippe war empört über Mykkes Verhalten.
Minister Mykke, ich bin sehr enttäuscht von Ihnen. So verhält sich kein Kavalier. Und dann auch noch in meinem Haus! Das ist empörend.
Tut mir Leid, Imperatore
, entschuldigte sich Mykke und versuchte hastig sich wieder anzuziehen.
Sie sind ein hochrangiges Mitglied des Quarteriums. Ich erwarte von Ihnen Anstand und Sitte. Außerdem verlange ich, dass sie sich mit Ihrer Frau wieder aussöhnen. Das ist ein Befehl!
Jawohl, Imperatore
, gab sich Diethar Mykke kleinlaut.
Aber sein Frau Judta war untröstlich. Der Imperatore bot ihr ein Zimmer in seinem Schloss an, in dem sie übernachten konnte. Unter Tränen nahm die Protokollchefin das Angebot an. Kaum hatten sich alle Anwesenden etwas beruhigt, gellte plötzlich ein Schrei in den Raum
Hilfe! Hilfe! Helft mir doch!
, rief eine Frauenstimme.
Alle rannten aufgeregt nach draußen auf den Korridor. Dort lag Ottilie Braunhauer, neben ihr sickerte eine rote Lache.
Oh mein Gott! Mutter! Sie blutet!
, schrie Judta Mykke entsetzt.
Rosan eilte zu der alten Frau und beugte sich über sie.
Was ist passiert?
, fragte die neue Imperatrice.
Ich bin gestürzt. Mir war so schwindelig
, erklärte Ottilie mit schleppender Stimme.
Rosan erkannte auch den Grund dafür. Neben Ottilie Braunhauer lag eine Flasche Rotwein, die ausgelaufen war.
Alles okay. Ist kein Blut, nur Rotwein.
Womöglich noch spanischer
, monierte Don Philippe ungehalten.
Nachdem die Hochzeitsfeier ihren Höhepunkt überschritten und alle Gäste gegangen waren oder sich zurückgezogen hatten, beziehungsweise abtransportiert werden mussten, wartete Rosan im imperialen Schlafgemach voller Entsetzen auf die bevorstehende Formalität der Hochzeitsnacht. Irgend etwas musste ihr einfallen, um diesem Horror zu entgehen. Doch dann kam auch schon ihr frisch angetrauter Ehemann, der äußerlich jedoch alles andere als frisch wirkte. Mit langen, wallenden Nachthemd und Zipfelmütze kam der Imperatore hereingeschlurft. Wäre Rosan nicht so elend zumute gewesen, hätte sie über diese Erscheinung lachen müssen.
Du bist ja noch angezogen
, stellte Don Philippe enttäuscht fest.
Da fiel Rosan etwas ein.
Ja, ich wollte noch nach der armen Judta Mykke sehen. Mir ging das alles auch sehr nahe
, erklärte sie, obwohl sie die Protokollchefin nicht ausstehen konnte.
Gewiss, diese edle Gesinnung spricht für dich. Aber wir sollten nun an unser Privatleben denken
, meinte der Imperatore mit lüsternem Blick in den Augen.
Wir haben nun einmal Verpflichtungen gegenüber unserem Volk
, wehrte Rosan ab. Ich werde nur rasch nach Frau Mykke sehen, dann komme ich so schnell wie möglich wieder. Leg dich doch schon mal hin!
Rosan verließ das Zimmer. Sie hoffte, dass der alte Spanier zwischenzeitlich einschlief. Ansonsten musste sie sich ein Schlafmittel für den alten Lustgreis besorgen. Sie verwarf den Gedanken schnell wieder, denn das Mittel würde durch die Kraft seines Zellaktivatorchips neutralisiert werden. Schnellen Schrittes ging Rosan zu Judta Mykkes Zimmer und klopfte an die Tür, doch niemand öffnete.
Frau Mykke?
, fragte Rosan, doch sie erhielt keine Antwort. Die Tür war nicht abgeschlossen, also öffnete Rosan kurzerhand und trat in das Zimmer ein. Judta Mykke lag nicht in dem unbenutzten Bett. Die Balkontür stand offen, und so trat Rosan hinaus auf den Balkon. Dort fand sie Judta Mykke vor, die auf dem Balkongeländer stand.
Frau Mykke, geht es Ihnen gut?
, fragte Rosan beunruhigt.
Nein, es geht mir schlecht! Warum sollte es mir gut gehen? Wie können Sie nur so eine dämliche Frage stellen?
, ereiferte sich die Protokollchefin.
Beruhigen Sie sich. Alles wird wieder gut werden
, redete Rosan sanft auf Judta Mykke ein. Doch die ließ sich nicht besänftigen.
Mein Mann hat mich vor aller Welt gedemütigt! Mit dieser Schande kann ich nicht leben. Ich springe!
, schrie Judta Mykke.
Warten Sie! Das ist er nicht wert. Denken Sie doch an sich und an Ihren Sohn
, wandte Rosan ein.
Ach, der ist alt genug, um allein zurecht zu kommen. Ich habe nur diesen Mann geliebt, ich habe seine Karriere unterstützt und gefördert und nun dies. Ich will nicht mehr leben. Ich springe jetzt.
Während Judta Mykkes Tirade näherte sich Rosan langsam aber sicher der Frau, die so mit sich selbst beschäftigt war, dass sie es nicht bemerkte. Als Judta Mykke über das Geländer klettern wollte, wurde sie von Rosan gepackt und festgehalten. Doch die Frau wehrte sich und schlug nach Rosan, die sich fragte, warum niemand zu Hilfe kam. Judta Mykkes Geschrei musste doch durch das ganze Schloss zu hören sein.
Hören Sie auf, Frau Mykke. Wir sind im zweiten Stock, dabei brechen Sie sich nur sämtliche Knochen. Kein Mann ist das wert.
Doch, mein Diethar ist es! Lassen Sie mich los, Sie Arkonidenschlampe!
Während die Lebensmüde schon halb über dem Geländer stand, versuchte Rosan sie wieder zurückzuziehen. Doch dabei versetzte Judta Mykke Rosan einen Schlag und sie verlor den Halt und stürzte über das Geländer. Irgendwie schaffte sie es noch sich am unteren Ende des Geländers festzuhalten. Sie sah noch wie Orlando und der Imperatore in das Zimmer stürmten. Orlando griff nach Judta Mykke, die im Begriff war in die Tiefe zu springen, während der Imperatore versuchte an Rosan heranzukommen, doch dann verließen Rosan die Kräfte und sie stürzte in Tiefe. Dann wurde es schwarz um sie.
Als sie wieder erwachte, befand sie sich in einem Medo-Center in New Madrid, wo man sie medizinisch versorgte. Sie erkannte Don Philippe, Orlando und Brettany, die um ihr Krankenlager standen. Der Imperatore machte eine besorgte Miene.
Meine arme Rosan. Endlich bist du wieder zu dir gekommen.
Was … ist passiert?
, fragte Rosan schwach. Schmerzen hatte sie keine, sie war nur sehr müde.
Sie haben sich mehrere Knochen gebrochen und eine schwere Gehirnerschütterung erlitten
, erklärte ihr der behandelnde Arzt, ein Ara. Aber keine Sorge, Imperatrice. Das ist nichts, was wir nicht wieder hinkriegen können. Reine Routine. In ein paar Tagen sind Sie wieder fit.
Was ist mit Judta Mykke?
, erkundigte sich Rosan.
Ein sehr tragischer Fall
, meinte Don Phillippe. Sie war so unglücklich, über das was mit dir geschehen ist, dass sie daraufhin versuchte sich die Pulsadern aufzuschneiden. Aber sie wurde rechtzeitig gefunden und befindet sich in psychologischer Behandlung. Ich werde ein ernsthaftes Wort mit diesem Mykke reden. Wenn er sich nicht mit seiner Frau versöhnt, wird er entlassen. Einen solchen Skandal dulde ich nicht in meinem Kabinett.
Ich bin so müde.
Ihre Frau braucht jetzt Ruhe, Imperatore
, erklärte der Arzt.
Natürlich. So bald wie möglich bringen wir dich wieder auf das Schloss. Jetzt erhole dich nur gut
, sagte der Imperatore und gab Rosan einen Kuss auf die Wange, sodass ihr noch übler wurde. Wenigstens hatte sie jetzt ein paar Tage Ruhe.
Stephanie de la Siniestro hatte momentan wenig Grund zur Freude. Die Heirat ihres Vaters mit Rosan Orbanashol war für sie einfach unerträglich. Womöglich brachte sie ihren Vater noch auf dumme Gedanken. Hinzu kamen noch die beiden Terranerinnen Uthe Scorbit und Yasmin Weydner. Der Gedanke, dass diese beiden womöglich auch noch in ihre Familie einheirateten, war schlichtweg grotesk für Stephanie. Als Rosan nun vom Balkon gestürzt war, hoffte Stephanie, dass sie ihren Verletzungen erliegen würde. Ungeduldig erwartete sie die Ankunft Don Philippes. Als er kam, eilte sie zu ihm.
Oh, lieber Vater! Wie geht es denn der armen Rosan?
, fragte sie säuselnd und umarmte ihren Vater.
Komm mit hinein, Steph. Drinnen warten Brettany und Uthe Scorbit. Dann erzähle ich euch alles
, erklärte Don Philippe.
Als sie die Anwesenden um den Imperatore versammelt hatten, berichtete er.
Es geht ihr den Umständen entsprechend. Sie hatte einige Knochenbrüche erlitten. Dank der heutigen Medizin wird sie jedoch schon bald wieder gesund sein. Sie kann schon in den nächsten Tagen wieder nach Hause kommen. Der Arzt sagt, dass sie dann viel Ruhe und liebevolle Pflege brauchen wird. Ausgerechnet in den nächsten Tagen habe ich so viele Termine und Staatsangelegenheiten wahrzunehmen.
Dann werde ich mich um die Ärmste kümmern. Bei mir ist sie in guten Händen
, bot Stephanie an. Innerlich brodelte es in ihr. Es war für sie eine Enttäuschung, dass Rosan überlebt hatte. Vielleicht konnte man sie stattdessen langsam vergiften?
Aber Sie haben doch sicherlich auch viel zu tun, Stephanie. Daher wäre es mir ein Vergnügen, wenn ich mich um Rosan kümmern könnte. Ich kenne sie schon von früher
, bot Uthe Scorbit an, die Stephanie nicht über den Weg traute.
Das ist eine gute Idee. Steph kann doch Rosan sowieso nicht leiden
, pflichtete Brettany Uthe bei.
Der Imperatore nickte zustimmend.
In der Tat. Du warst schließlich gegen unsere Hochzeit. Ich möchte nicht, dass sich Rosan unnötig aufregt.
Aber, Vater …
, versuchte Stephanie einen Einwand, doch ihr Vater unterbrach sie resolut.
Keine Widerrede. Ich nehme ihr Angebot dankend an, werte Señora Scorbit.
Gut, ich werde sie gleich mal in der Klinik besuchen
, sagte Uthe und machte sie gleich zusammen mit Yasmin Weydner auf den Weg.
Schäumend vor Wut verließ Stephanie den Raum. Sie fasste einen teuflischen Entschluss: Rosan, Uthe und Yasmin sollten sterben. Und sie wusste auch jemanden, der ihr dabei helfen würde. Sie rief den C.I.P-Chef an und forderte von ihm Personal an. Niesewitz erklärte sich bereit, ihr die beiden Zubarov-Schwestern zur Verfügung zu stellen. Stephanie war darüber sehr erfreut. Doch sie kannte noch jemanden, dem es sicher ein Vergnügen sein würde, ihr Rosan vom Hals zu schaffen – den Haushofmeister Martyn Hubba. Stephanie zog ein aufreizendes Kleid an und bestellte ihn auf ihr Zimmer.
Wie kann ich Ihnen zu Diensten sein, Madame?
, fragte Hubba schleimig.
Was halten sie von der neuen Imperatrice? Seien Sie ruhig ehrlich und nehmen sie kein Blatt vor den Mund. Ich kann sie nämlich auf den Tod nicht ausstehen
, kam Stephanie zur Sache.
Seit die neue Imperatrice da ist, verliere ich die Kontrolle über die Sklaven. Sie verwöhnt dieses Alien-Pack nach Strich und Faden. Die werden immer aufsässiger
, klagte Hubba sein Leid.
Ja, das sehe ich auch so. Diese Halbarkonidin ist eine Verräterin. Sie schadet dem Quarterium wo sie nur kann. Leider ist mein Vater blind vor Liebe.
Ja, leider, Madame.
Glücklicherweise gibt es noch richtige Männer wie Sie, Martyn. Männer, die entschlossen genug sind, das Quarterium vor solchen Feinden zu schützen
, schmeichelte Stephanie dem feisten Haushofmeister.
Gewiss, Madame. Aber was kann ich schon tun?
, fragte Hubba ratlos.
Stephanie kam zur Sache.
Schaffen Sie mir Rosan und ihre beiden Komplizinnen, diese Terranerinnen, vom Halse und es wird Ihr Schaden nicht sein.
Hubba hatte Bedenken.
Ich weiß nicht recht, Mylady, immerhin ist sie die Imperatrice und die Terranerinnen stehen unter dem Schutz von Master Orlando.
Sie erhalten Unterstützung. Der C.I.P stellt uns zwei seiner besten Agentinnen zur Verfügung. Lassen Sie die drei verschwinden. Sie und Ihre Söhne können sich meinetwegen vorher mit ihnen vergnügen. Als Chefin des Propagandaministeriums werde ich es so darstellen, als sei es die Tat einiger Alien-Terroristen gewesen.
Hubba schien immer noch nicht ganz überzeugt zu sein, daher setzte Stephanie ihr wirksamste Waffe ein: Ihre Verführungskraft. Aufreizend strich sie mit den Händen über ihren Körper.
Wenn Sie mir diesen wertvollen Dienst erweisen, werde ich Sie nicht nur finanziell reich belohnen, sondern auch mit einer ganz besonderen Prämie.
Das stimmte Hubba um.
Ich bin Ihr Diener, Mylady. Wann soll’s losgehen?
Stephanie lächelte teuflisch.
In ein paar Tagen kommt Rosan aus der Klinik wieder ins Schloss. Mein Vater muss für einige Tage dienstlich nach Paxus. Orlando ist auch weg, und Peter interessiert sich ohnehin nur für seine Soldaten, also haben Sie dann freie Bahn. Und ich wünsche, dass diese drei Schlampen dann von hier verschwinden – für immer.
Cauthon Despair suchte das Schloss der de la Siniestros auf, um mit Brettany zu sprechen. Er traf sie im Garten an. Sie lächelte ihm zu.
Cauthon, wie schön dich wiederzusehen. Ich habe dich auf der Hochzeitsfeier vermisst.
Ich hatte im Hauptquartier zu tun. Außerdem kann ich solchen Feierlichkeiten nicht viel abgewinnen. Für mein Verhalten bei dem Abendessen neulich möchte ich mich zudem entschuldigen
, erklärte Despair.
Brettany winkte ab.
Das ist schon in Ordnung. Wir waren alle nicht sonderlich gut drauf.
Die beiden setzten sich auf eine Parkbank.
Brettany, ich möchte, dass du weißt, dass ich viel für dich empfinde. Du bist eine der wenigen Menschen, dir mir das Gefühl geben, gemocht zu werden
, gestand Despair.
Meine Gefühle sind mehr als nur Freundschaft, Cauthon
, erklärte Brettany.
Ja, ich weiß. Und ich erwidere diese Gefühle. Aber du sollst wissen, mit wem du es zu tun hast. An meinen Händen klebt viel Blut. Ich bin ein Mörder, Brettany. Ich habe im Auftrag MODRORs und des Quarteriums viele Menschen getötet. Ich habe auch Rosan Orbanashols ersten Mann, Will Nordment, auf dem Gewissen. Und noch viele andere. Meine Loyalität gehört MODROR und dem Quarterium, für sie würde ich alles tun – auch töten. Ich möchte nicht, dass so ein wundervolles Geschöpf wie du durch ein Monstrum wie mich unglücklich wird.
Als Despair geendet hatte, schwieg Brett sichtlich schockiert.
Könntest du mich trotzdem lieben?
, fragte Despair leise.
Ich bin mir nicht mehr sicher. Mir war klar, dass du für das Quarterium unangenehme Dinge tun musstest, aber dass du soweit gehen würdest, zu morden und für eine Bestie wie MODROR zu arbeiten, ist erschreckend. Ich fühlte mich zu dir hingezogen, weil ich seit diesem schrecklichen Krieg allein war und von meiner Familie enttäuscht bin. Ich spüre, dass du mit dir nicht im Reinen bist, Cauthon. Doch solange du nicht erkennst, dass du den falschen Weg beschreitest, kann ich dich nicht von ganzem Herzen lieben.
Despair schwieg betreten. Er hatte befürchtet, dass es so kam. Brettany erhob sich und gab Despair einen Abschiedskuss.
Leb wohl, Cauthon. Eines Tages wirst du dich entscheiden müssen, welchen Weg du gehst. Meiner führt in eine andere Richtung.
Enttäuscht kehrte Despair in sein Quartier zurück, wo ihn bereits Nickie Yanes erwartete.
Schön, dass Sie wieder da sind, Sir. Fühlen Sie sich nicht wohl?
, fragte sie. Sie hatte wohl Despairs schleppenden Gang bemerkt. In der Tat fühlte sich der silberne Ritter leer und ausgebrannt.
Ich hatte schon bessere Tage
, gab er zu und setzte sich.
Ich mache uns erst einmal was zu essen. Eine Linsensuppe nach dem Rezept meiner Tante Helga. Die wird Sie wieder munter machen. Ruhen Sie sich bis dahin mal richtig aus
, sagte Nickie so bestimmt, dass Despair keine Energie hatte zu widersprechen.
Nach dem wunderbaren Essen fühlte sich Despair etwas gestärkt. Doch seine Melancholie war immer noch da.
Nur Mut, Sir. Was immer es ist, einen Mann wie sie kann es nicht umwerfen. Wenn Sie darüber reden wollen, höre ich gern zu
, meinte Nickie Yanes. Despair gab sich einen Ruck und erzählte Nickie von seiner Freundschaft mit Brettany und ihrem traurigen Ende.
Ich habe heute den einzigen Menschen, der mir etwas bedeutete, verloren. Und alles durch meine eigene Schuld. Brettany konnte nicht anders handeln.
Cauthon ahnte nicht, dass seine Beichte, Nickie Yanes zutiefst mitnahm. Äußerlich ließ sie sich gegenüber Despair nichts anmerken, doch innerlich brodelte es in ihr. Es gab also noch eine andere Frau in Despairs Leben, noch dazu eine, die ihrem Idol sehr weh getan hatte. Niemand hatte das Recht, ihrem Cauthon weh zu tun.
Wie konnte diese dumme Schnepfe das nur tun!
, regte sie sich auf. Die hat doch überhaupt keine Ahnung, was ein großer Mann wie Sie alles zu bedenken und entscheiden hat.
Sie ist keine dumme Schnepfe. Sie ist nur ihrem Herzen gefolgt, das ist ihr recht. Trotzdem bin ich traurig darüber
, wies sie Despair zurecht.
Natürlich, ich mache mir nur Sorgen um Sie
, lenkte Nickie ein und beruhigte sich äußerlich wieder. Doch innerlich schwor sie sich, Brettany de la Siniestro im Auge zu behalten. Sollte die sich weiterhin zwischen sie und ihren Cauthon drängen, würde Nickie sie dafür bestrafen.
Wenige Tage später konnte Rosan de la Siniestro die Klinik verlassen. Die Ärzte waren mit den Fortschritten zufrieden und Rosan spürte nicht mehr viel. Uthe Scorbit und Yasmin Weydner kümmerten sich rührend um die neue Imperatrice, trotzdem war Rosan ziemlich niedergeschlagen. Ihre Zukunftsaussichten waren düster, sie war eine Gefangene in einem goldenen Käfig, umgeben von skrupellosen Machtmenschen und Wahnsinnigen. Immerhin hatte der Unfall auch sein Gutes: Ihr war die Hochzeitsnacht vorerst erspart geblieben.
Rosan hatte auch Judta Mykke besuchen wollen, doch die hatte sie brüsk abgewiesen. Diethar Mykkes Frau war in die psychiatrische Abteilung überwiesen worden und musste sich einer Therapie unterziehen. Mykke wiederum musste sich auf Befehl des Imperatores mit seiner Frau aussöhnen und die Affäre mit seiner Sekretärin beenden, wenn er Minister im Kabinett bleiben wollte. In dieser Beziehung war Don Philippe sehr altmodisch und wollte einen Skandal in seiner Regierung unter allen Umständen vermeiden. Als Rosan wieder im Schloss der de la Siniestros ankam, wurde sie zu ihrem größten Erstaunen von Stephanie de la Siniestro überschwänglich und freundlich begrüßt. Bislang war Don Philippes Tochter ihr überaus feindselig gegenüber getreten. Wahrscheinlich war der Imperatore dafür verantwortlich, der sich wirklich zuvorkommend gegenüber Rosan verhielt, wie sie zugeben musste. Dennoch war sie erleichtert, dass der alte Spanier aufgrund von Regierungsangelegenheit nach Paxus reisen musste. Sie hoffte, ein paar Tage Ruhe zu haben, doch sie ahnte nicht, was ihr noch alles bevor stand.
Stephanie beschloss nach Rosans Rückkehr keine Zeit mehr zu verlieren und suchte Martyn Hubba auf, um ihm neue Instruktionen zu geben.
Mein Vater reist noch heute nach Paxus. Bevor er zurückkehrt, muss diese Frau von hier verschwunden sein
, sagte sie kalt.
Jawohl. Dann wird dieses Weib bereuen, mich einen Schwachkopf genannt zu haben.
Hubba stellte Stephanie zwei junge Männer vor, die ihn begleiteten. Der eine war groß, schlank und blond, der andere eher klein, dick und rothaarig. Beide machten auf Stephanie nicht gerade einen intelligenten oder attraktiven Eindruck.
Das sind meine Söhne Dedlev und Dorsten. Sie werden mir bei meiner Aktion helfen
, sagte Martyn Hubba.
Dedlev winkte Stephanie fröhlich zu und starrte sie, ebenso wie sein Bruder, lüstern an.
Hallo
, sagten beide gleichzeitig.
Ich habe ihnen die beiden Terranerinnen versprochen. Ich hoffe, das ist in Ordnung so. Die beiden wollen sich auch mal amüsieren
, erklärte Hubba verschlagen.
Meinetwegen. Details interessieren mich nicht. Hauptsache, die drei tauchen nie wieder auf
, erwiderte Stephanie kühl. Sie verachtete diese Leute, aber sie brauchte sie für ihre Zwecke.
Jetzt möchte ich ihnen noch jemanden vorstellen.
Stephanie öffnete die Tür und zwei eher maskulin wirkende Frauen traten ein. Dedlev und Dorsten waren von den beiden nicht besonders angetan. Die ältere der beiden trug Sandalen mit blauen Socken und hatte zudem auch noch einen Schnurrbart.
Dies sind die Zubarov-Schwestern, Top-Agentinnen des C.I.P, die mir C.I.P-Chef Niesewitz persönlich empfohlen hat. Sie decken ihren
Einsatz
und greifen ein, falls etwas schief gehen sollte.
Die da? Was können die den schon besonderes?
, fragte Dorsden Hubba ungläubig.
Utha Zubarov glugste nur ungehalten und trat vor die Tür auf die Veranda von Hubba Haus. Dort zog sie sich einen ihrer Latschen aus und warf ihn gegen einen Baum. Der Latschen trennte einen dicken Ast ab und kehrte zu Utha Zubarov zurück. Maryna Zubarov packte inzwischen den dicken Dordsen und stemmte ihn die Höhe.
Hilfe! Papa, sag, die soll mich runterlassen
, jammerte Dorsden.
Ich denke, diese Demonstration hat die Herren überzeugt, meine Damen
, meinte Stephanie.
Grunzend ließ Maryna den jammernden Dorsden auf den Boden fallen.
Wirklich sehr beeindruckend. Wann soll es losgehen?
, wollte Hubba wissen.
Noch heute Abend. Ich werde solange nach Paxus fliegen, damit man mich nicht damit in Verbindung bringen kann. Wenn ich wiederkomme, will ich, dass dieses Weib tot ist
, sagte Stephanie entschlossen.
Als die Sonne unterging, beschloss Rosan gemeinsam mit Uthe Scorbit und Yasmin Weydner noch einen abendlichen Spaziergang im Park zu unternehmen. Die frische Luft und die Ruhe taten ihr gut. Sie wollte die kommenden Tage nutzen, wieder Kraft zu tanken, denn die Zeit die vor ihr lag, würde ihr noch viel Energie abverlangen.
Man könnte meinen, hier steht die Zeit still
, sinnierte Uthe, als sie durch den Park schlenderten.
Ja, kaum zu glauben, dass da draußen in den verschieden Galaxien ein furchtbarer Krieg tobt
, meinte Rosan.
Wenn wir doch nur etwas tun könnten. Man fühlt sich so hilflos
, sagte Yasmin Weydner geknickt.
Manchmal frage ich mich, ob überhaupt noch jemand etwas tun kann
, stimmte ihr Rosan zu.
Wenn einer das schafft, dann Perry Rhodan
, glaubte Uthe Scorbit.
Das hoffte auch Rosan. Rhodan und seine Freunde hatten schon viele schwere Krisen gemeistert.
Abrupt wurden die drei aus ihren Gespräch gerissen, als sie sich von drei bewaffneten Männern umringt sahen. Es waren Martyn Hubba und seine Söhne.
Hubba! Was fällt Ihnen denn ein?
, regte sich Rosan auf.
Du hast mich einen Schwachkopf genannt. Dafür zahlst du jetzt den Preis
, erwiderte Hubba hasserfüllt.
Rosan lachte.
Sie Witzfigur wollen mir drohen?
Doch sein Blick ließ sie erschauern. Der Mann meinte es ernst.
Ich habe mächtige Verbündete, aber du und deine Komplizinnen könnt froh sein, wenn ihr uns die Füße küssen könnt.
Yasmin Weydner versuchte um Hilfe zu rufen, doch Hubba schlug sie brutal nieder.
Beim nächsten Mal seid ihr tot. Also schweigt lieber und kommt mit.
Hubba und seine Söhne bedrohten die drei Frauen mit ihren Strahlenpistolen und brachten sie zu den Barracken der Alien-Sklaven. Die Zubarov-Schwestern warteten dort im Hintergrund. Es war ihr Plan, dass es so aussehen sollte, als wären die drei Frauen den Alien-Sklaven zum Opfer gefallen. Vorher wollten die Hubbas aber noch ihr Vergnügen mit den Gefangenen haben.
Wenn ihr nett zu uns seid, verschonen wir euch vielleicht
, meinte Hubba mit feistem Grinsen.
Ihr seid wohl verrückt!
, schrie ihn Uthe an. Dafür erhielt sie von dem Plophoser einen Schlag ins Gesicht.
Ihr glaubt wohl, ihr seid was Besseres, hä? Den ganzen Tag scheucht ihr mich herum und seht auf mich herab. Aber jetzt werdet ihr dafür bezahlen.
Hubba holte sich einen Thermo-Schneidbrenner aus der Werkzeugkammer und erhitzte ihn. Dann ging er damit drohend auf Rosan zu. Uthe und Yasmin konnten nichts tun, da sie von Dedlev und Dorsden festgehalten wurden. Martyn Hubba hielt Rosan das Brandeisen vor ihr Gesicht.
Na, bist du nun netter zu mir?
, fragte er höhnisch.
Wie können Sie es wagen, mir zu drohen? Ich bin die Imperatrice
, versuchte sich Rosan unbeeindruckt zu zeigen.
Ha! Aber nicht mehr lange, du Schlampe. Jetzt wirst du dafür bezahlen, dass du mich Schwachkopf genannt hast. Niemand nennt Martyn Hubba ungestraft einen Schwachkopf. Jetzt schneide ich dir ganz fachgerecht deinen süßen Kopf ab, Schlampe!
Als Hubba jedoch den Schneidbrenner an Rosans Hals ansetzen wollte, rief eine laute Stimme:
Hände hoch, du Schwachkopf! Und keine falsche Bewegung.
An der Tür stand Brettany de la Siniestro. Sie hielt ein antikes Sturmgewehr in der Hand, das aus Peters Waffensammlung stammte. Als Dorsden Hubba einen Schritt auf Brettany zumachte, gab sie einen Warnschuss ab.
Das gilt für auch für euch, ihr Schwachköpfe. Lasst die drei los
, befahl Brettany.
Eingeschüchtert ließen Hubbas Söhne Uthe und Yasmin los. Doch ihr Vater wollte nicht so leicht aufgeben.
Hört nicht auf sie! Lassen Sie das Gewehr fallen oder Ihre
Schwiegermutter
hat gleich kein Gesicht mehr!
Rosan nutzte diesen kurzen Moment von Hubbas Unachtsamkeit und machte sich einen Arm frei. Dann rammte sie diesen mit volle Wucht in Hubbas Leib.
Umpf!
, machte Hubba nur, doch dabei ließ er den Thermoschneidbrenner fallen, der neben einen Tisch fiel, der sofort Feuer fing. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Aus dem Schatten traten die zwei Frauen hervor, die Rosan bislang nicht bemerkt hatte. Die eine, die einen Schnurrbart trug, zog sich zu Rosan Verwunderung eine Sandale aus und schien sie allen Ernstes damit bewerfen zu wollen. Zur gleichen Zeit rappelte sich Martyn Hubba auf und versuchte zu fliehen. Doch Yasmin Weydner versuchte ihn aufzuhalten. Der Haushofmeister schubste sie grob weg und stieß sie genau vor Rosan. Genau in dieser Sekunde traf sie der tödliche Schuh am Kopf. Reglos fiel Yasmin zu Boden. Entsetzt beugte sich Rosan über sie.
Helft mir! Yasmin ist schwer verletzt!
, rief sie. Uthe und Brettany eilten zu ihr.
Mittlerweile war die ganze Holzbaracke in Brand geraten. Die Zubarov-Schwestern sprangen aus der Tür. Die Hubbas schlossen sich ihnen an.
Helft uns doch! Wir müssen Yasmin hier rausschaffen!
, rief Brettany ihnen nach. Doch die Hubbas verriegelten stattdessen die Tür und verschwanden im Dunkel der Nacht ebenso wie die C.I.P-Agentinnen.
Die Frauen jedoch saßen in der brennenden Barracke fest. Panikartig schrien sie um Hilfe. Die Luft war von Rauch erfüllt und begann ihnen den Atem zu nehmen. Dann öffnete sich die Tür und zwei Alien-Sklaven, ein Blue und ein Unither eilten herein und holten die Frauen heraus. Der Unither zog Rosan von der regungslosen Yasmin Weydner weg, keine Sekunde zu spät, denn gleich darauf brach das Dach über ihnen zusammen und begrub Yasmin Weydner unter sich. Geschockt und am Ende ihrer Kräfte starrten die Frauen auf die brennende Barracke. Löscheinheiten rückten an, um das Feuer zu bekämpfen, doch für Yasmin Weydner kam jede Hilfe zu spät.
Entsetzt kehrte der Imperatore von Paxus nach Siniestro zurück. Er bemühte sich aufrichtig Rosan und Uthe Trost zu spenden. Außerdem beauftragte er Werner Niesewitz, den C.I.P nach Martyn Hubba und seinen Söhnen fahnden zu lassen. Niesewitz versprach zu tun, was in seinen Kräften stand, wohlwissend, dass seine beiden Agentinnen in die Sache verwickelt waren. Daher versetzte er sie vorsichtshalber in einen entlegenen C.I.P-Stützpunkt am Rande Cartwheels, bis Gras über die Sache gewachsen war. Der Imperatore wiederum wollte kein Aufsehen erregen und befahl, die ganze Angelegenheit vor der Presse geheim zu halten und die Fahndung nach den Tätern unauffällig durchzuführen. Von Martyn Hubba fehlte jedoch jede Spur. Womöglich hatte er Siniestro bereits verlassen.
Stephanie de la Siniestro wartete in ihrer Wohnung auf Paxus ungeduldig auf eine Meldung, dass die neue Imperatrice einem Attentat zum Opfer gefallen war, doch nichts kam über die Medien. Da summte es an der Eingangstür. Sie öffnete und drei Männer standen vor ihr.
Sie? Was machen Sie denn hier?
, fragte sie Martyn Hubba und seine beiden Söhne entsetzt.
Tut mir Leid, Mylady. Aber die Sache ist schief gegangen. Doch es war nicht unsere Schuld. Stimmt's nicht, Jungs?
, sprudelte Hubba hervor und seine Söhne nickten eifrig dazu.
Stimmt, Papi
, sagten die beiden im Chor.
Ihre Schwester Brettany war plötzlich da und griff uns mit einem Sturmgewehr an. Und die beiden C.I.P-Agentinnen haben uns im Stich gelassen
, erklärte Hubba zerknirscht.
Aber eine von den Dreien ist totgegangen
, hechelte Dedlev Hubba eifrig.
Und welche?
, fragte Stephanie gespannt.
Diese Yasmin
, klärte sie Martyn Hubba auf.
Stephanie stieß einen Fluch aus.
Verdammt, das war die unwichtigste von den Dreien. Heißt das, Rosan hat überlebt?
Ja, leider
, bejahte Hubba kleinlaut.
Ihr Trottel habt also total versagt. Und was wollt ihr noch von mir? Wie könnt ihr es wagen, euch hier blicken zu lassen?
, keifte Stephanie voller Wut.
Nunja, man hat uns doch erkannt. Daher bitten wir Sie demütigst um Asyl, Mylady. Denn wenn man uns fasst, müssten wir leider sagen, dass Sie uns diese Tat befohlen haben
, meinte Hubba mit drohendem Unterton.
Panik stieg in Stephanie auf. Sollte ihr Vater erfahren, dass sie die treibende Kraft in diesem Komplott war, würde er ihr das nie verzeihen. Ihre Stellung und ihre Karriere konnten dann ruiniert sein. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als Hubbas Wunsch zu entsprechen.
Also gut. Ich sorge dafür, dass ihr untertauchen könnt, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Aber ich werde schon noch dafür sorgen, dass Rosan Orbanashol nicht lange Imperatrice bleibt.
Derweil war Yasmin Weydner verkohlte Leiche geborgen worden und wurde im kleinen Kreise beigesetzt. Nur Uthe Scorbit, Rosan und Brettany nahmen von ihr Abschied.
Zur gleichen Zeit sammelte sich die quarteriale Flotte im Leerraum zwischen Andromeda und NGC 404. Uwahn Jenmuhs befahl den Angriff auf die äußeren Planeten und die quarteriale Flotte begann ihre folgenschwere Offensive gegen die LFT. Mit gemischten Gefühlen stand Orlando de la Siniestro auf der Kommandobrücke seines Schiffes und sah wie seine Schiffseinheiten einen Planeten beschossen. Der Krieg der Brudervölker hatte nun endgültig begonnen und war nicht mehr aufzuhalten. Das Schicksal nahm seinen Lauf.
Ende
Das Familienleben der de la Siniestro ist verworren und chaotisch wie der Zustand zwischen der LFT und dem Quarterium. Das Imperium der Vier schickt sich an, nun auch die Milchstraße zu erobern. Mehr darüber schildert Jürgen Freier in Band 155
Feldzug Lokale Gruppe
Nach unseren Ausflügen in das Kreuz der Galaxien und den damit verbundenen Enthüllungen zu Rodrom und der Geschichte der Alysker hat uns der Roman von Jens zurück nach Cartwheel geführt.
Auch dort werden folgenschwere Entscheidungen getroffen:
Imperatore de la Siniestro hat seine Gefühle
für Rosan Orbanashol-Nordment entdeckt und setzt skrupellos seine Macht ein, um die Halbarkonidin zu seiner Imperatrice zu machen. Durch glückliche
Umstände, die eigentlich alles andere als glücklich sind, kann der Imperatore die Ehe
noch nicht vollziehen. Hier bleibt abzuwarten, ob diese erzwungene Ehe in Zukunft nicht zu einem Glücksfall
für die positiven Kräfte wird, denn Rosan könnte u. U. Einfluss auf den Imperatore gewinnen und diesen zu einer Trennung von MODROR bewegen. Aber, und das möchte ich hier extra betonen, das ist nur eine Spekulation von mir.
Interessant ist auch die weitere Entwicklung, die Stephanie, die Tochter des Imperatore, nehmen wird. Die intrigante und skrupellose Tochter des Imperatore wird immer mehr zum negativen Pol der Familie Siniestro. Auch hier, so wage ich wenigstens zu spekulieren, dürfte das Ende der Entwicklung dieses Charakters noch nicht erreicht sein.
Wichtig für die anschließende Handlung ist natürlich die geplante Invasion der Milchstraße durch Uwahn Jenmuhs, dessen Größenwahn immer mehr ersichtlich wird. Die Milchstraße als Privatbesitz von Jenmuhs, welch eine albtraumhafte Vorstellung. Hoffen wir in diesem Zusammenhang, dass die Söhne des Chaos das Fell des Bären
schon verteilt haben, bevor dieser erlegt wurde. Besonders überrascht bin ich jedoch davon, dass Jenmuhs auch nicht davon zurückschreckt, seinem alten Freund und Gönner
Bostich an den Kragen zu gehen:
Quarteriale Supremo-Schlachtflotten im Arkon-System, welch eine Vorstellung!
Jürgen Freier
Geboren: 23. April 1280 NGZ
Geburtsort: Terrania City, Terra
Größe: 1,64 Meter
Gewicht: 58 Kilogramm
Augenfarbe: braun
Haarfarbe: rotbraun
Beschreibung: Lange, rotblonde Haare, niedliches Gesicht, gut bestückt. Verehrt Cauthon Despair abgöttisch und würde alles tun, um ihren Held zu treffen.
Lebenslauf: Nickie Yanes ist auf Terra aufgewachsen. Ihre Eltern haben sich nicht sehr gut um sie gekümmert. Als Mitarbeiter der Kosmischen Hanse hatten sie wenig Zeit für Nickie, die viel bei ihrer Tante Helga und ihrem Onkel Herbert Meyerlein lebt. Nickie will einmal eine ganz Große werden. Es ist ihr Traum, im Rampenlicht zu stehen und von allen vergöttert zu werden – insbesondere, da sie in der Schulzeit wenig Aufmerksamkeit erhält. In den Teenagerjahren durchlebt sie die üblichen Phasen eines jungen Mädchens, erste sexuelle Erfahrungen – jedoch sowohl mit dem anderen als auch mit dem eigenen Geschlecht.
Ihre Eltern gehören zu den Pionieren von Cartwheel und nehmen die 16-jährige Nickie mit, die es schwer hat, sich an die neue Heimat zu gewöhnen.
Wichtig für Nickie ist die Tatsache, dass ihre Oheime ebenfalls in Cartwheel sind. Beide arbeiten in der Administration des Terra-Blocks.
Sie beginnt sich sehr für die Figur des Cauthon Despair zu interessieren. Sie wird sehr durch Onkel Herbert beeinflusst, der ein riesiger Fan des silbernen Ritters ist und der festen Meinung sei, dass der Marquese und Despair das Gespann der Zukunft für die Menschheit sei. Er wünscht sich, dass sie auch mal eine ganz Große werden wird und auf den Fußstapfen von solch großen Leuten wandert. Das inspiriert Nickie, die immer mehr Cauthon als Idol sieht und eine fanatische, obsessive Liebe zu ihrem Helden entwickelt. Nach dem Tod ihres Onkels bricht für die ohnehin labile und innerlich zerrissene Nickie eine Welt zusammen und sie ist nun besessen, für ihren Onkel Despair kennenzulernen.
Als Helga Meierlein beim C.I.P anfängt, wird Nickie hellhörig. Nach einigen Jahren gelingt es Tante Helga, Nickie einen Ausbildungsplatz bei der C.I.P zu verschaffen und Werner Niesewitz vorzustellen. Dieser erkennt Nickies glühenden Fanatismus für Despair und beschließt, Nickie in der Nähe von Despair als eine Art Ordonnanz einzusetzen, was Nickie natürlich sehr gefällt, während Niesewitz den Plan verfolgt, Despair zu auszuspionieren.
Geboren: 19.10.1264 NGZ
Geburtsort: Arkon
Größe: 1,64 Meter
Gewicht: 62 kg
Augenfarbe: rot
Haarfarbe: rotblond
Bemerkungen: Attraktiv, charismatische Ausstrahlung, kann sehr resolut sein, verabscheut das arrogante und auf sich bezogene Leben anderer, hat guten Kontakt zu Perry Rhodan und den anderen Unsterblichen.
Rosan ist die Tochter des terranischen Unternehmers Glaus Mulltok und der Arkonidin Thorina. Ihr Vater starb sehr früh bei einem Unfall, den ihre Mutter inszeniert hatte, um an sein Geld zu kommen. Rosan wusste davon nichts. Später heiratete Thorina den Aristokraten Spector Orbanashol und wurde so sehr einflussreich. Rosan, die mehr eine Terranerin als eine Arkonidin war, wurde fortan stiefmütterlich behandelt. Ihr gefiel das Leben als Adlige nicht. Sie wollte mehr aus sich machen und verabscheute die Etikette. Attakus Orbanashol, ihr Stiefcousin, hegte jedoch große Gefühle für sie und wollte sie heiraten. Doch Attakus war ein arroganter Snob und sah Rosan mehr wie ein Besitz, als wie einen gleichwertigen Partner an.
Im Jahre 1285 NGZ reiste sie zusammen mit den Orbanashols auf der LONDON mit. Dort verliebte sie sich in den damaligen Ersten Offizier Wyll Nordment. Sie mussten sich jedoch gegen die Orbanashols durchsetzen. Zudem wurden sie in die Entführung und Abenteuer der LONDON verwickelt und halfen Perry Rhodan im Kampf gegen Rodrom. Während des Untergangs der LONDON starb Rosans Mutter und auch ihr Stiefvater. Attakus überlebte, jedoch sah sie ihn erst auf der LONDON II wieder. Wyll und sie überlebten den Untergang der LONDON knapp, was sie vielleicht ihrer Liebe zueinander zu verdanken hatten.
Danach zogen beide nach Camelot und heirateten, doch sie lebten sich auseinander und Rosan zog nach Terra, wo sie schon immer hinwollte, während Wyll auf Camelot blieb.
Dort lernte sie den reichen Geschäftsmann Gol Shannig kennen und verliebte sich in ihn. Doch im Grunde ihres Herzens liebt sie immer noch Wyll. Sie war von dem Angebot Shornes, auf die LONDON II zu gehen, zutiefst angewidert und lehnte ab. Doch Shannig wurde von Shorne erpresst und Rosan musste zustimmen. Es war hart für sie, doch auch Wyll war auf der LONDON II. Dann wurde die LONDON II von dem arkonidischen ehemaligen Mascant Prothon von Mindros entführt. Rosan und Wyll versuchten den Widerstand zu leiten, doch die junge Halbarkonidin hatte andere Probleme. Hajun Jenmuhs, der Zwillingsbruder von Uwahn, hatte Interesse an Rosan und vergewaltigte sie. Sie konnte aus seinen Klauen entkommen und gelangte letztendlich zu Wyll. Die beiden verliebten sich wieder ineinander und Rosan erkannte, dass Gol Shannig kaum anders als Michael Shorne war.
Als die LONDON II von den Cataro übernommen wurde und es einen gewaltigen Kampf auf dem Schiff gab, musste sich Rosan erneut von Jenmuhs bedroht fühlen. Ebenfalls wie Uthe Scorbit. Die beiden Frauen wurden von Jenmuhs gefangen genommen und mit Hilfe seines ferngesteuerten Okrills konnte er sie einschüchtern. Doch Rosan gelangte an die Steuerung und hetzte zusammen mit Uthe Scorbit den Okrill auf Jenmuhs. So fand der widerwärtige und brutale Arkonide sein Ende.
Rosan und Wyll legten danach ihre Abenteuer an den Nagel. Sie arbeiteten noch eine Weile für Camelot, doch nach dessen Auflösung durch Rhodan zogen sie nach Terra, wo sie sich nur sich selbst widmen und eine Familie gründen wollten. Monkey und Adams hielten jedoch Kontakt zu Rosan und Wyll, um sie für die Neue USO zu gewinnen.
Mitte des Jahres 1298 NGZ wurde Rosan jedoch unfreiwillig in das kosmische Geschehen zurückgerissen. Der finstere Uwahn Jenmuhs, Bruder des verstorbenen Hajun, entsandte einen topsidischen Killer, um Rosan und Wyll zu töten. Der Anschlag schlug fehl, doch Rosan und Wyll reisen nach Cartwheel, da sie dorthin die Spur des Attentäters führte. Sie beschlossen erst einmal eine Weile dort zu bleiben, bis sie den Auftraggeber des Topsiders gefunden haben. Kurz nach ihrer Ankunft wurde Wyll Nordment von Cauthon Despair getötet, als er herausfand, dass Jenmuhs einige Verbrechen begangen hat. Um Jenmuhs zu schützen musste Wyll sterben. Rosan beschließt nach ihrer Trauer um Wyll sich der USO anzuschließen und wird stellvertretende Leiterin der Organisation in Cartwheel.
Nach der Gründung des Quarteriums 1303 NGZ und dem Eintritt der USO in den Krieg gegen das Quarterium, um die estartischen Galaxien zu befreien, übernimmt Rosan mehr Verantwortung und wird Leiterin der USO in Cartwheel, da Jan Scorbit und Sam Tyler in Siom Som kämpfen. Doch Rosan kann mit den wenigen Agenten, die keine Soldaten sind, nichts gegen das mächtige Quarterium ausrichten. 1306 NGZ erscheint ihr Osiris und leitet sie und die USO-Agenten nach Kemet, nahe dem Kosmonukleotid UDJAT (2 Mio. Lichtjahre von Cartwheel entfernt). Dort verbringt Rosan fast ein Jahr, kümmert sich um Joak Cascal, der von Objursha fliehen konnte und gerät Anfang 1307 NGZ während einer Mission in die Hände des Quarteriums. Der Imperatore de la Siniestro verliebt sich in Rosan und hält sie seitdem in einen goldenen Käfig. Er heiratet Rosan im Sommer 1307 NGZ, was ihr natürlich völlig widerstrebt, doch sie hat keine andere Wahl, als diesen Bund mit dem Teufel einzugehen.
Geboren: 13.01.1761
Geburtsort: Siniestro, Spanien, Terra
Größe: 1,70 Meter
Gewicht: 70 kg
Augenfarbe: braun
Haarfarbe: weiß
Bemerkungen: Don Philippe fällt durch besondere Hässlichkeit auf. Sein Gesicht ist voller Falten und Runzeln, seine Haare sind lang und weiß, meistens trägt er eine Kutte um den Kopf. Vordergründig freundlich, ist er hinterhältig, verschlagen und ziemlich herrisch gegenüber Unterlegenen. Vordergründig verhält er sich jovial und devot. Wie alle Spanier des 18. Jahrunderts ist der Marquese ein ausgesprochener Macho und Frauenheld. Er lässt keine Gelegenheit aus, Frauen nachzustellen, was ihn manches Mal in Schwierigkeiten bringt.
Der Marquese Don Philippe Alfonso Jaime De La Siniestro wurde in der entlegenen spanischen Ortschaft Siniestro als Sohn eines mächtigen und reichen Adligen geboren. Nach dem Tod seines Vaters, 1788, wurde der Marquese zum unumschränkten Herren von Siniestro. Wer ihn erzürnte, konnte leicht im Kerker von Siniestro landen und dort verschimmeln.
1795 heiratete der Marquese die schöne Spanierin Isabella, die er jedoch bald mit seinen Eskapaden in den Tod trieb.
Jahre zogen ins Land, die Franzosen kamen und gingen wieder und der Marquese, der mit den Franzosen konspiriert hatte, wurde nun gemieden und immer einsamer. Sein Schloss verfiel zusehends, sein Reichtum aber mehrte sich, wegen der hohen Steuern, die er dem Volk abverlangte.
Nachdem der Marquese alle seine Freunde vergrault hatte, blieben ihm nur noch sein Diener Juan und dessen taubstumme Tochter Arabella. Als der Diener starb, blieb nur noch Arabella übrig, die schnell zum Freiwild für den Marquese wurde. Bei dem Versuch Arabella zu vergewaltigen, wurde er von ihr niedergestochen.
Das wäre normalerweise das Ende des Marquese gewesen, wenn nicht ein Raumschiff mit Aras aufgetaucht wäre, die auf der Suche nach menschlichen Versuchsobjekten waren. Da der Marquese einsam war, wurde er kurzerhand mitgenommen. Niemand vermisste ihn. Und so wurde er von den Aras gesund gepflegt und von ihnen mitgenommen.
Jedoch wurden die Aras selbst von einem fremden Volk überfallen und ihr Forschungsmaterial
mitgenommen. Der Marquese verbringt als Versuchskaninchen fast 3000 Jahre in Stase. Als er von der Besatzung der THEBEN sowie Jonathan Andrews und Remus Scorbit aufgeweckt wird, sind seine Entführer schon lange tot. Der Marquese kann seine anfängliche Verwunderung schnell ablegen und gewöhnt sich an die neuen Begebenheiten. Er schließt sich Jonathan Andrews und Remus Scorbit an, später auch dem Ritter der Tiefe Gal'Arn.
Nach der Rückkehr zur Erde schlägt der Marquese eine steile Karriere ein. Mit dem Vermögen, was er auf dem Asteroiden gestohlen hat, schafft er sich eine neue Existenz und es gelingt ihm, das Vertrauen von Perry Rhodan und Julian Tifflor zu erlangen. Er kommt als Politiker mit nach Cartwheel und tritt aus Tifflors Schatten. Der Marquese wird zum Terra-Administrator in Cartwheel und auch in den Paxus-Rat gewählt. Sein Ansehen steigt von Tag zu Tag bei den Bürgern, was ihn zu einem der mächtigsten Männer in Cartwheel macht.
Als Administrator des Terrablocks erhält der Imperatore de la Siniestro von Michael Shorne vier Klonkinder, die den alten Mann nicht mehr einsam machen im Jahre 1297 NGZ. Doch die wahre Identität der Klonkinder wird verheimlicht. Jedoch gelangt die obskure Familie Gheddy an die Geheimnisse und droht dem Marquese, das Geheimnis öffentlich zu machen. Der Spanier steht kurz vor dem natürlichen Tod, doch da erscheint MODROR und bietet ihm einen Zellaktivator an – als Gegenleistung fordert er seine Seele als Sohn des Chaos. Don Philippe akzeptiert und wird ein Sohn des Chaos. Zusammen mit Cauthon Despair als rechte Hand wird der Spanier der mächtigste Mann der Galaxie bis 1298 NGZ und gründet mit Arkon (Uwahn Jenmuhs), Paricza (Leticron) und Pelewon (Torsor) den Bund der vier.
Unter MODRORs Regie formt der Marquese ein mächtiges Reich im Laufe der Jahre. Einzige Gefahr stellt dabei eigentlich nur seine eigene Familie
dar, denn er wird von den Gheddys 1298 NGZ erpresst und muss Dorys Gheddy heiraten. Die Gheddys wollen den Marquese und seine Kinder töten, um an sein Geld zu kommen, doch Cauthon Despair rettet die de la Siniestros. In der selben Woche ist der Marquese zum Kanzler von Cartwheel ernannt worden.
1299 bis 1302 NGZ stärkt er den Bund der Vier politisch und militärisch. Durch den Konflikt mit den so genannten Aliens
schraubt der Spanier viele Rechte zurück und sieht die Legitimation in einer Erneuerung des Bundes der Vier. So wird das Imperium Quarterium gegründet. Im Februar 1303 NGZ wird der Marquese zum Imperatore Don Philippe de la Siniestro I. gekrönt.
Der Popularität des Imperatore in Cartwheel ist ähnlich, wie die Beliebtheit eines Perry Rhodans. Viele gehen sogar noch weiter und sehen im Spanier den eigentlichen Anführer der Menschheit und das Quarterium als Vorreiter einer neuen, vereinten und besseren Menschheit!
1305 NGZ verkündet der Imperatore auf einer Konferenz in Moskau den Dreikaiserpakt zwischen ihm, Imperatore Bostich und Kaiser Commanus. Dieser sieht vor, dass jede Partei der anderen im Verteidigungsfall beisteht.
In den ersten Jahren des Reiches segnet der Imperatore auch die Artenbestandsregulierung durch die C.I.P ab. Cau Thon erteilte ihm den Befehl zur Umsetzung der Massenvernichtung, da sie in MODRORs Interesse sei. Trotz Gewissensbisse folgt der Imperatore seinem Herren hörig.
Im Sommer 1305 NGZ wird auf der Paxus-Konferenz das weitere Vorgehen der ABR beschlossen. Ebenfalls werden Pläne für einen Krieg gegen das Reich Saggittor und die Republik Akon geschmiedet, falls Saggittor und Akon den Estarten gegen die Dorgonen helfen.
Im August 1305 NGZ ist es dann soweit: Kriegsausbruch. Der Imperatore erklärt Beistand zu Dorgon und somit Saggittor und Republik Akon den Krieg. Im Frühjahr 1306 NGZ erteilt er den Befehl zum Angriff auf Saggittor und die Republik Akon, obwohl er vorher Aurec zugesichert hat, den Krieg nicht nach Cartwheel zu tragen. Nach Eroberung lässt sich de la Siniestro im Frühling 1306 NGZ als Alleinherrscher von Cartwheel feiern.
Nach der Friedenskonferenz WANDERER
im Frühling 1307 NGZ hält der Spanier eine Rede vor dem Quarterium und erklärt die Vereinigung des Quarterium mit dem Dorgonischen Kaiserreich nach dem Tod von Commanus. Somit ist er der alleinige Imperatore über beide Reiche, erlaubt jedoch Elgalar, Bruder des toten Kaisers, als Co-Kaiser über M 100 und deren Kolonien mitzuregieren.
Im Sommer 1307 NGZ heiratet der Imperatore die Halbarkonidin und ehemalige USO-Leiterin in Cartwheel, Rosan Orbanashol-Nordment, sehr zu deren Widerwillen, was dem Imperatore jedoch gleichgültig ist …
Geboren: 1240 NGZ
Geburtsort: Plophos
Größe: 1,89 Meter
Gewicht: 132 Kilogramm
Augenfarbe: grau
Haarfarbe: grau
Merkmale: fieses, feistes Grinsen. Schmieriger Typ
Lebenslauf: Martyn Hubba ist Haushofmeister und Vorabeiter auf dem kaiserlichen Anwesen von de la Siniestro. Er ist für die Bediensteten und extraterrestrischen Sklaven zuständig und peinigt sie mit Genugtuung. Hubba, Familienvater von zwei Kindern, ist schleimig und schmierig, kriecht vor den Oberen und prügelt die Untergebenen. Für Schnaps, Geld und Sex tut er alles, was man ihm befiehlt.
So auch im Sommer 1307 NGZ, als Stephanie de la Siniestro ihn bezirzt und von ihm verlangt, Rosan Orbanashol-Nordment zu töten. Der Plan geht schief und Hubba muss vorerst untertauchen.
Die DORGON-Serie – Das Riff – ist eine nicht kommerzielle Publikation des PERRY RHODAN ONLINE CLUB e.V.. Band 154 zuletzt geändert am 2007-05-10. Autor: Jens Hirseland. Titelbild-Zeichner: W. R. Renrew. Korrekturleser: Jürgen Freier und Alexander Nofftz. Generiert mit Xtory 3.1 von Alexander Nofftz. Homepage: http://www.dorgon.net/. E-Mail: dorgon@proc.org. Adresse: PROC e.V.; z. Hd. Nils Hirseland; Redder 15; D-23730 Sierksdorf; Deutschland. Copyright © 1999–2007. Alle Rechte vorbehalten!