Dorgon 152: Chaos im Kreuz der Galaxien

Was bisher geschah

Ein intergalaktischer Krieg tobt im Jahre 1307 NGZ.

Angezettelt von den Söhnen des Chaos und geführt von ihren bereitwilligen Helfern, den Imperium Dorgon und Quarterium, sind estartischen Galaxien, Cartwheel, M100, M87 und die Lokale Gruppe ins Chaos gestürzt worden.

Während Perry Rhodan Seite an Seite mit dem Saggittonen Aurec gegen das Quarterium und MODRORs Armeen in der Lokalen Gruppe kämpft, stehen die Zellaktivatorträger Atlan, Alaska Saedelaere und Icho Tolot vor ihrer Exekution durch die Alysker. Dabei plante DORGON einst, dass die Alysker eine Allianz mit den Terranern schmieden sollten, um gegen MODROR zu kämpfen.

Durch die Ankunft von Osiris wurde die Exekution in letzter Sekunde verhindert. Es gelang Rodrom, die erste Inkarnation MODRORs, gefangen zu nehmen und die Gefährten erhalten weitere Enthüllungen über das CHAOS IM KREUZ DER GALAXIEN …

Hauptpersonen

Rodrom:
Der Alysker ist die Schwarze Seele.
Atlan und Icho Tolot:
Sie müssen die Kyberklonflotte aktivieren.
Alaska Saedelaere:
Er kämpft gegen den Vorjul Roggle.
Eorthor:
Er greift zu drastischen Maßnahmen.
General Fykkar:
Halb Maschine, halb Insektoid.
Denise Joorn:
Sie muss einige Geheimnisse lüften.
Shul’Vedek:
Befehlshaber von MODRORs Invasionsflotte.

Kapitel 1
Gegenwart

Die beiden starrten einander mit wütenden Gesichtern an.

Und ich sage dir, Rodrom gefangen zu nehmen war so ziemlich das Dümmste, was den Alyskern einfallen konnte.

Was weißt du denn schon über die? He?

Mehr als du.

Wer das glaubt, ist selber schuld.

Die Info kam geradewegs von Rodrom, zusammen mit dem Auftrag …

Vergiss es …

Was?

Na den Auftrag. Nichts hat er! Hört nicht auf ihn. Ich sage, dass es nur annähernd der Wahrheit entspricht, was der so von sich gibt!

Was soll das? Wir waren uns doch einig, dass …

Nein, das waren wir nicht. Du! Du allein hast entschieden, ohne mich zu fragen!

Hältst du endlich die Schnauze?

Weißt du was? Ich lösche die Nachricht einfach wieder und niemand wird verletzt …

Tust du nicht!

Und wie ich das werde! Kannst ja versuchen mich aufzuhalten.

Ein Finger näherte sich der angekündigten Taste.

Na warte! Ich …

Es gab ein undeutliches Geräusch und ein Gegenstand fiel dumpf auf den Boden …

Shul’Vedek verstand jetzt gar nichts mehr.

Vor einigen Minuten war auf der BARYMER eine codierte Nachricht eingegangen. Der Code war nachweislich mehrere tausend Jahre alt. Selbst die KI brauchte einige Zeit, um das festzustellen und die Botschaft zu decodieren.

Das Bild von einem seltsam anmutenden Wesen mit zwei Köpfen hatte vor ihm Form angenommen und begonnen zu sprechen. Es wirkte unwillkürlich komisch, dass sich die beiden uneinig zu sein schienen, wie diese Nachricht letztendlich aussehen sollte, denn sie unterbrachen sich dauernd selbst. Die schlechte Qualität verhinderte, dass alles verständlich war. Doch das reichte aus, um ihn aufhorchen zu lassen.

Unvermittelt brach die Nachricht ab. Sekundenlang starrte Shul auf den Bildschirm vor sich, ehe er aufsprang.

Was ist los? Wo ist der Rest?

Leider ist nicht mehr angekommen. Der Rest war schon so fragmentiert, dass es nicht mehr umgewandelt werden konnte.

Das befürchtete verbale Donnerwetter blieb zu Verwunderung aller aus.

Shul’Vedek stand nur da und war in Gedanken versunken.

Der Code war zwar alt aber gültig gewesen, und das Wesen hatte den Namen Rodrom mehrfach erwähnt.

Stellt fest, woher diese Mitteilung kam und verbindet mich mit Fykkar, wies er die Leuten in der Zentrale an.

Er hatte kaum wieder Platz genommen, als sich das Hologramm vor ihm aufbaute.

Nur noch der Kopf des Cyborgs erinnerte an das Insektenwesen von damals.

Na wie gefällt dir dein neuer Körper? Schon eingewöhnt?

MODRORs Schergen hatten den Sterbenden auf dem Planeten Cyragon gefunden und mitgenommen.

Durch seinen grenzenlosen Hass auf den Arkoniden Atlan war er als wichtiger Verbündeter anerkannt worden und das hatte ihm jetzt ein neues Leben eingebracht.

Ich fühle mich bestens, Shul’Vedek. Es war schwierig, in Fykkars Gesicht zu lesen. War er überrascht?

Ich glaube nicht, dass du mich kontaktierst, um mich nach meinem Befinden auszufragen. Also was kann ich für dich tun?

Ich denke, es wird Zeit, dass du dich nützlich machst. Ich schicke dir eine paar Koordinaten. Nimm dir ein Viertel der Flotte, fliege dort hin und lege alles in Schutt und Asche. Halte nebenbei Ausschau nach Rodrom. Es kann sein, dass er sich dort aufhält.

Wie du wünschst, erwiderte Fykkar und murmelte noch ein paar Worte in einer fremden Sprache hinzu.

Bevor Vedek nach deren Sinn nachfragen konnte, wurde die Verbindung auch schon unterbrochen.

Anderseits war es auch egal, was dieser Cyborg von sich gab. Hauptsache, er machte seinen Job.

Shul’Vedek lehnte sich langsamzurück und starrte auf den Hauptschirm.

Rodrom gefangen?

Unmöglich!

Kapitel 2
Kapitel 2: Vergangenheit

Vor Millionen von Jahren

Rodrom! Die Computerstimme drang endlich ins Bewusstsein des Alyskers vor und brachte ihn schließlich dazu, sein Stirnband abzunehmen und sich von seiner Liege zu erheben.

Es war zwei Tage her seit Cluver zerstört wurde.

Rodrom dachte an Vita Etan. Sein Stirnband hatte jede Sekunde ihrer panischen Emotionen gespeichert. Doch so langsam verblasste dieses unglaubliche Gefühl des erzeugten Schmerzes und die Erinnerung seiner ausgefallenen Folterungen, die er an ihr ausprobiert hatte.

Diese Schreie. Dieses Gefühl der Macht in seinen Händen über Leben und vor allen über den Tod. Dieses Unverständnis und diese Angst in ihren Augen und dieser Moment, als der Lebensfunke ausgelöscht wurde. Es gab wohl nichts Aufregenderes. Einen Augenblick kehrte ein Teil der Befriedigung zurück, und er drohte sich wieder Tagträumen hinzugeben. Doch auch das ging vorbei.

Die Gegenwart gewann wieder die Überhand.

Was gibt es?

Ich empfange den Notruf eines Raumschiffes.

Und?

Vielleicht sollten wir Hilfe leisten.

Rodroms Lachen klang erzwungen.

Vielleicht sollten wir Hilfe leisten? Wann habe ich auch nur einen Finger für solche sinnlosen Unternehmungen gerührt?

Der Bordcomputer schwieg.

Also gut. Gib mir die Daten. Der Widerwille war deutlich herauszuhören. Am Neben-Bildschirm flimmerten einige Informationen auf.Die Worte, die nun folgten, bewiesen, dass es doch was Interessantes da draußen gab.

Andererseits … Fliegen wir hin!

Augenblicke später schwenkte die CHLO auf neuem Kurs und ging in den Linearraum.

Kurze Zeit später erreichte der Kugelraumer ein Sonnensystem mit mehreren unbewohnten Planeten.

Hologramme bauten sich vor Rodrom auf und offenbarten sowohl den Ort, als auch die Quelle des Hilferufs.

Ein kleines walzenähnliches rötliches Raumschiff trieb ohne aktiven Antrieb um den dritten Planeten. Der enge Orbit um diese Wasserstoff – Ammoniak Welt verriet der Alystronik der CHLO und dem Alysker, dass der Todeskampf dieses Schiff noch fast zwei Monate dauern würde. Aussichtslos, denn letztendlich würde die Schwerkraft des Planeten doch gewinnen. Ein Absturz war unvermeidlich.

Rodrom war enttäuscht und verzog das Gesicht. Nicht gerade spektakulär. Er hatte mehr erwartet. Ein sadistischer Gedanke gewann die Überhand.

Wieso half er nicht einfach ein wenig nach?

Ol Th Te war verzweifelt. Seine JU, ein stolzes kleines Schiff, hatte ihn nach all den Jahren im Stich gelassen. Die Steuerung teilweise ausgefallen und auch der Antrieb war fast seinem Alter zum Opfer gefallen. Die scheinbar letzte Rettung in diesem unbekannten System war mehr ein Horrortrip als ein Flug gewesen. Kaum, dass er in einen engen Orbit eines Gestirns gegangen war, gaben die Maschinen der JU komplett ihren Geist auf.

Die ersten Informationen, die gemessen wurden, vervollständigten die Katastrophe. Nicht genug, dass er sich hier weit ab von jeder bekannten Fluglinien befand und jetzt hier festsaß. Nein. Die enge Umlaufbahn um diesen Gasgiganten ließ nur einen Schluss zu. Keine Berechnung konnte an dieser Tatsache etwas ändern. In wenigen Monaten würde er zusammen mit seinem Schiff auf dem Planeten enden. Der Anziehungskraft des kosmischen Riesen war auf Dauer nichts entgegenzusetzen.

Doch es gab noch Hoffnung. Die Kommunikationsanlage gab überraschenderweise noch positive Signale von sich und ohne zu zögern setzte er einen lautstarken Notruf ab. Dieser würde mit Sicherheit hilfsbereite Raumfahrer zur Rettung anlocken. Doch die Zeit verrann wie in einer Sanduhr und nichts geschah.

Nach nunmehr über zwei Wochen war von diesem Zukunftsglauben nur noch wenig vorhanden.

Der Tod streckte unerbittlich Sekunde für Sekunde seine Klauen aus um ihn zu holen. Hatte er versagt?

Eine Ortung kam herein. Ol Th Te hatte seit einiger Zeit auf dem Boden gehockt und vor sich hin gedöst. Trotzdem war er in einem Augenblick hellwach und sprang auf. Der Weg zur Zentrale zu einem der Ortungsschirme schien endlos zu sein. Aber das Scannerbild brachte die erhoffte Erlösung.

Seine KI wies auf einen alyskischen Kugelraumer hin, der soeben im Sonnensystem angekommen war. Ol durchströmte ein Gefühl der Freude und Erleichterung. Ungewollt jauchzte er vor Glück.

Alysker – Ein Volk von Forschern und Wissenschaftlern, welche den Kosmokraten dienten.

Sofort stellte er eine Verbindung her.

Ich grüße Euch, Mitglieder des edlen Volkes der Alysker. Ich bin Ol Th Te, der Gesandte von der Superintelligenz HISHO. Leider befinde ich mich in einer misslichen Lage und bitte Euch mir zu helfen und mich zu eurem Heimatplaneten zu bringen. Natürlich werde ich Euch dafür reichlich belohnen. Für die Umstände, die ich euch mache.

Ein Traktorstrahl erfasste die JU und zog Ol´s Schiff in Sicherheit.

Dankbar über die Rettung schickte er seine positiven Gefühle telepathisch in das fremde Schiff. Die Fremden sollten eintauchen in Glücksgefühle, Liebe und Herzenswärme.

Niemand sollte ihm nachsagen, dass er mit Belohnungen sparsam war.

Ein Hangar öffnete sich und die JU wurde in den Kugelraumer gezogen.

Augenblicke nach der Landung war der Hangar mit Sauerstoff geflutet und er konnte die JU verlassen.

Ein Alysker erschien in der Halle, um ihn zu empfangen.

Ich bin Rodrom und heiße dich auf meinem Schiff willkommen, Ol Th Te. Sei mein Gast!

Der Fremde war Ol sofort sympathisch.

Mein Geist ist voller Dankbarkeit, die kaum in Worte zu fassen sind. Meine Hoffnungen für diese Rettung waren nur noch gering. Ich hoffe, die Belohnung war angemessen?

Der Fremde zuckte kurz mit seinem rechten Augenlid und zeigte seine weißen Zähne.

Obwohl Th Te die Mimik dieser Rasse schwer deuten konnte, wertete er das als Zeichen, dass der Alysker zufrieden war.

Es war schon fast etwas zu viel des Guten, werter Ol. Doch erzählt mir mehr über diese HISHO! Warum hat sie Euch in dieses entlegene Gebiet geschickt?

Th Te hatte eigentlich damit gerechnet, anderen Mitgliedern des Schiffes vorgestellt zu werden, in die Zentrale geleitet zu werden oder es sich gemütlich machen zu können. So stand er nun noch immer im Hangar und erzählte von der Superintelligenz, welche ihn ausgesandt hatte, um die Alysker aufzusuchen. Ol Th Te sollte dem Volk eine Maschine überreichen, welche in der Lage war, normale Intelligenzwesen in mathematische Genies zu verwandeln.

Der Alysker unterbrach ihn mehrmals und wollte Details wissen.

Ohne zu zögern erzählte der Gesandte, dass HISHO Kenntnis von dem Experiment habe, welches die Alysker im Auftrag der Kosmokraten durchführten. Die SI wolle ihren Beitrag leisten für dieses kolossale Projekt.

Als er geendet hatte, nickte Rodrom.

Ich bin Euch zu Dank verpflichtet. Ihr habt mich belohnt mit Euren Empfindungen. Nun will ich das Gleiche für Euch tun.

Ol war erstaunt.

Auch Ihr beherrscht es, Gefühle auf andere zu übertragen?

Rodrom lachte auf, zog seine Waffe und schoss.

Th Te zuckte zusammen. Sein Körper versteifte sich und gehorchte ihm nicht mehr. Wie ein Brett kippte er um und fiel zu Boden.

Aber sicherlich beherrsche ich dies. Wenn Ihr Euch einen Moment bitte nicht von der Stelle rühren würdet. Ich bin gleich zurück und hole meine Ausrüstung. Und eines kann ich jetzt schon verraten. Es wird ein unvergessliches Erlebnis

Rodrom befand sich wieder in der Zentrale der CHLO. Er hat sich Zeit gelassen bei der Folterung dieses Wesens, das sich Ol Th Te nannte. Leider hatte es dieser so genannte Gesandte nicht allzu lange durchgehalten. Sein Lebenslicht war schnell verloschen.

Aber letztendlich hatte es sich dennoch ausgezahlt.

Nachdenklich betrachtete der Alysker das fremdartige Gerät, das nur entfernte Ähnlichkeit mit einem Helm hatte.

Sanft strichen seine Finger über das fremdartige Material.

Er würde nicht einmal in den schlimmsten Träumen daran denken, dieses Artefakt seinem Volk zu überreichen.

Sollte er es an sich selbst versuchen?

Wie hoch wäre das Risiko? Was, wenn er dadurch verrückt würde?

Oder sollte er erst einmal nach Alysk zurückkehren, um dort nach dem Rechten zu sehen?

Komischerweise verspürte er keine Lust mehr dazu. Was er brauchte, waren mehr Informationen. Sein Blick wanderte durch die Zentrale und blieb am Hologramm der JU hängen.

Er hatte sich jeden Datenzweig aus den Speicherbänken des fremden Raumschiffes runtergeladen.

Doch letztendlich würde er selbst seinen Kopf hinhalten müssen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Er musste Vorbereitungen treffen, um das Schlimmste ausschließen zu können.

Die Bordpositronik ließ auf seinen Befehl hin einen Medorob erscheinen.

Diesem befahl er, im Falle einer Bedrohung einzuschreiten und ihn von der Maschine schnellstmöglich zu trennen.

Dann ging er noch einmal alles durch, was er von Ol Th Te erfahren hatte. Wort für Wort.

Die Alystronik spielte das Verhör wieder und wieder ab.

Nach Stunden saß er schließlich auf einem Stuhl und stülpte sich den Helm langsam und vorsichtig über dem Kopf. Es geschah nichts. Der Medo befand sich weiterhin wachsam neben ihm und beobachtete mit seinen Sensoren den Patienten.

Täuschte er sich, oder erklang da wirklich ein leises Summen im Raum?

War das alles? Wut stieg langsam in dem Alysker auf.

Hatte der Fremde gelogen?

Er hätte ihm …

Ohne Vorwarnung kam der Schmerz. Etwas schien sich in seinen Kopf zu bohren und an seinen Nerven zu nagen. Sein Bewusstsein spaltete sich in sich selbst auf. Das Gefühl, tausendfach vorhanden zu sein und mit Verzögerung immer wieder denselben Gedanken zu hören, erzeugte einen Halleffekt, der wie ein riesiger Hammer auf ihn einschlug. Er versuchte zu schreien, ohne zu wissen, ob es nur Fiktion war oder ob er es wirklich machte. Ein erneuter Schmerzschub kanalisierte sein Wesen wieder und das Körpergefühl kehrte zurück. Schmerzwellen jagten jetzt durch seinen gesamten Körper und er krümmte sich schreiend zusammen. Seine Hände griffen panisch nach dem Helm, um ihn vom Kopf zu reißen.

Entsetzt musste er feststellen, dass sich der Helm in eine dickflüssig schleimige Masse verwandelt hatte, die sich unmöglich entfernen ließ. Trotz aller seiner Bemühungen entwich diese immer wieder seinen Fingern und verhinderte so seine Entfernung.

Wo war verdammt noch mal der Medo? Warum griff er nicht ein?

Rodroms Sehschärfe hatte sich übergangslos immens verschlechtert.

Nur noch Umrisse nahm er war.

Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Die ersten Anzeichen des Wahnsinns begannen sich im Hirn des Alyskers abzuzeichnen. Seine Schreie wurden immer lauter und der Schmerz erfasste jetzt alle Körperteile. Wie ein Tier griff er Rodrom an und riss ganze Körperteile ab. Es war, als ob sogar seine Seele zerfetzt werden sollte. Die Zeit dehnte sich mit einem Mal ins Unendliche. Dass er umfiel und auf dem Boden aufschlug, war keine Bewegung mehr, er war ein Ding, ein Gegenstand, etwas was man nehmen und wegwerfen konnte. Er lag am Boden und schlug um sich. Ohne dass er etwas dagegen unternehmen konnte. Und unvermittelt kam der Punkt der Klarheit. Und er verstand …

5 Jahre später

Sulk Feint atmete tief ein. Er liebte die würzige Luft, welche vom Strand herkam.

Verspielt kickte er einen kleinen Stein die Klippen hinunter.

Alira schmiegte sich von hinten an ihm.

Ich bin so stolz auf dich, mein Schatz, säuselte sie.

Sulk liebte ihre Liebkosungen.

Was würde er ohne seine Frau tun? Seit Jahren kümmerte sie sich aufopfernd um ihn.

Immer hatte er ein schlechtes Gewissen deswegen.

Gab es eine Möglichkeit, ihr jemals für alles zu danken, was sie für ihn tat?

Er wusste es nicht.

Was waren schon die materiellen Dinge, die er ihr schenkte? Der Schmuck. Die Kleidung. Nichts gegen ihre Liebe ihm gegenüber. Und nun ging es karrierebedingt aufwärts.

Er, der Sohn eines einfachen Mannes, wurde für die Stelle eines leitenden Wissenschaftlers in Betracht gezogen.

Bedauerlich fand er, dass er gegen seinen guten Freund Rodrom um die Stelle kämpfen musste.

Sulk hoffte, das die Freundschaft nicht darunter leiden würde. Egal, wer gewann.

Aber sonst war er ein sehr glücklicher Mann.

Und ihm gehörte das schönste Mädchen auf Alysk.

Er gab sich einen Ruck und wandte sich vom Anblick der untergehenden Sonne ab.

Komm, mein Liebes! Fliegen wir zurück! Es wird frisch.

Er zog seine Jacke aus und legte sie über die zarten Schultern von Alira, während sie sich auf dem Weg zum Gleiter machten.

Sie nickte dankbar.

Du machst dir Gedanken über Rodrom, oder?

Woher weißt du das?

Alira lachte.

Du bist für mich wie ein offenes Buch, mein Schatz.

Ahja und was denke ich jetzt gerade? fragte er grinsend.

Oh diese Gedanken musst du dir für unser Schlafzimmer aufheben.

Sulk kitzelte sie und die junge Frau rannte los.

Mal sehen, wer von unser schneller beim Fahrzeug ist, alter Mann du! rief sie und verschwand zwischen den Sträuchern.

Na warte. Das nimmst du zurück! lachte er und nahm die Verfolgung auf.

Du hast mich gewinnen lassen! warf sie ihm vor.

Sulk grinste verneinend, während er nach draußen blickte. Die Gebirgsketten der Dolas zogen unter ihnen vorüber.

Wie könnte ich? Immerhin bist du zwanzig Jahre jünger als ich.

Und was beweist das?

Kam es ihm nur so vor oder wurde die Landschaft unter ihnen kleiner?

Wie du schon gesagt hattest. Ich bin ein alter Mann

Prüfend blickte er auf die Höhenanzeige.

Ja, der Gleiter stieg.

Computer! Warum steigen wir?

Sie müssen sich irren, Herr! Die eingestellte Höhe hat sich seit 12,05 Minuten nicht geändert, die männliche Stimme hatte eine freundlichen und höflichen Klang.

Sulk's Gesichtsausdruck wurde schlagartig ernst.

Blödsinn! Laut den Anzeigen überschreiten wir gleich die erlaubte Sicherheitsgrenze!

Ein lautes Klicken war zu hören. Als ob jemand immer wieder mit einen Fingernagel auf einen Tisch tickerte.

Einen Moment bitte! Selbstcheck wird durchgeführt.

Alira blickte Sulk verwirrt an.

Schatz, alles in Ordnung? Ihre Stimme zitterte leicht.

Ja. Keine Sorge, Liebes! Dieser Autopilot scheint nur einen seltsamen Humor zu haben, versuchte er sie zu beruhigen.

Selbstdiagnose wurde durchgeführt. Kein Fehler gefunden.

Also gut. Gehe runter und lande an der nächstmöglichen Stelle!

Positiv.

Doch nichts dergleichen geschah. Der Wert der Höhenanzeige nahm immer weiter zu.

Sulk entfuhr ungewollt ein Fluch.

Ich sagte, du sollst landen!

Positiv.

Schalte um auf manuelle Kontrolle!

Negativ. Die Sicherheitsbestimmungen untersagen eine manuelle Steuerung bei derart schlechten Wetterbedingungen. Kontrolle ist weiterhin gesperrt.

Sein fragender Blick ging zu einem der Seitenfenster. Welche schlechten Wetterbedingungen?? Keine einzige Wolke war zu sehen.

Die spinnt doch! Das bringt uns noch um! murmelte er und bereute es im gleichen Moment.

Alira's Blick war jetzt mit Angst erfüllt.

Ich mein es nicht so. Entschuldige! Mach dir keine Sorgen! Es gibt immer eine Lösung, wir müssen sie nur finden.

Er griff zum Funkgerät und setzte einen Notruf ab.

Doch die Anlage blieb stumm. Keine Antwort war zu hören.

Bitte tu doch was! flehte Alira.

Sulk sah sich um und entdeckte seitlich eine eingelassen Bodenklappe. Ein Ruck am Griff und schön öffnete sich ein Fach, und Werkzeug sowie Notverpflegung kamen zum Vorschein.

Nach kurzem Suchen fand er einen kleinen Kolenerschrauber. Gut. Dann müssen wir wohl etwas rabiater zur Sache gehen, murmelte er vor sich hin und ging an die vorderen Konsolen.

Es dauerte nicht lange und der größte Teil der Verkleidung des Gleiters befand sich nicht mehr am vorgesehenen Platz.

Die Stimme der Alystronik meldete sich wieder.

Vorsätzliche Beschädigungen eines öffentlichen Gleiters erfüllt den Strafbestand der Sachbeschädigung. Bitte unterlassen sie das, ansonsten wird die interne Sicherheitsschaltung die zuständige Behörde informieren. Die Sicherheit der Passagiere darf in keiner Weise gefährdet werden.

Das einzige was diese Warnung erzeugte war eine Trotzreaktion.

Nur zu, dämliche Blechkiste! Sag ihnen auch gleich, das du eine Macke hast und zum Seelenmechaniker musst, grummelte Sulk unbeherrscht.

Eines der Verkleidungsteile hatte sich verkantet und brachte ihn dazu wütend mit beiden Händen daran herumzureißen bis es nachgab.

Alira hinter ihm jammerte.

Sulk dachte angestrengt nach, was er über die Konstruktion dieses Typs wusste und starrte in das Gewirr der Schaltkreise.

Wenn er dort rechts die Platine entnahm und dann …

Nein, so konnte er gleich Selbstmord begehen!

Was war denn das da links unten?

Nein, er konnte so nicht arbeiten. Nicht bei diesem störenden Schluchzen hinter ihm.

Nicht mehr lange, und sie würden ersticken.

Werden wir sterben?

Bitte halt endlich mal die Klappe, Alira! Ich kann mich sonst nicht konzentrieren, fuhr er sie an.

Seine Frau zuckte zusammen und verkroch sich in ihrem Sitz.

Obwohl ihn sein schlechtes Gewissen zu übermannen drohte, musste er sich jetzt auf diese Schaltungen konzentrieren. Schwindel überkam ihm. Waren sie schon so weit oben? Er konnte an sich erste Anzeichen einer Hypoxie erkennen.

Sulk versuchte ruhiger zu atmen. Er musste Sauerstoff sparen.

Also noch mal von vorn.

Wenn er richtig lag, konnte er dort links unten die KI ausschalten und selbst die Kontrolle übernehmen.

Das Jammern hinter ihm hatte aufgehört. Auch Alira schien ebenfalls immer mehr Probleme mit dem Atmen zu bekommen. Sulk Feint riss mit aller Macht einen metallenen kleinen Kegel aus einer Platine.

Ein Alarmsignal ertönte. Die Alystronik war soeben ausgefallen. Mühsam aber mit einen Grinsen im Gesicht richtete sich Sulk auf. Die Luft fand immer schwerer seinen Weg in seine Lungen. Alle Glieder schmerzten durch diesen Sauerstoffmangel.

Er zog sich mit letzter Kraft in einen Sitz hoch und ergriff den Steuerknüppel. Mit aller Macht warf er sich samt Steuer nach vorn, um den Gleiter schnellst möglich tiefer zu bringen.

Doch nichts veränderte sich. Sulk Feint gab nun endgültig auf. Irgendwo war noch eine Sicherung, die er nicht kannte. Zeit, um die jetzt noch zu suchen und auszuschalten, war einfach keine mehr. Mit letztem Gedanken bat er Alira für sein Versagen um Verzeihung. Und der Gleiter stieg nun unkontrolliert immer höher.

1 Tag später

 Na! Wieder unter den Lebenden?

Sulk sah von seinen Unterlagen hoch und lachte.

Rodrom! Schöndich zu sehen. Ja, hab es überlebt wie du sehen kannst. Nur wie das passiert ist, weiß ich noch nicht.

Wie geht es deiner Frau?

Sein Freund setzte sich zu ihm ans Bett und lächelte.

Ihr geht es viel besser als mir. In Gegensatz zu mir war sie noch bei Bewusstsein, als das Raumschiff uns an Bord nahm. Man sagte mir, die Verkehrskontrolle wurde aufmerksam auf uns, als unser Gleiter von seinem vorgesehenen Weg abwich.

Rodrom nickte.

Ja diese Tatsache hat euch das Leben gerettet. Als ihr die Sicherheitshöhe überschritten hattet, gingen bei denen alle Alarmglocken an.

Und damit du hast immer noch einen würdigen Gegner, im Wettstreit um den Job.

Rodrom erhob sich mit einem Lachen und blickte auf sein rechtes Armband.

Das ist der einzige Nachteil. So schnell gebe ich nicht auf. Leider muss ich schon wieder ins Büro. Die Arbeit lässt nicht auf sich warten.

Geh nur! Morgen bin ich hier raus, dann mache ich wieder die Gegend unsicher. Dann kann ich dir wieder Gesellschaft leisten beim Feiern.

Rodrom war fast an der Tür, als er sich noch einmal umdrehte.

Grüße deine Frau von mir. Ich hoffe, Ihr beide kommt demnächst mal zum Essen vorbei.

Sulk lächelte.

Ich werde darauf zurückkommen.

2 Wochen später

Vormittag

Alira öffnete freudig die Eingangstür, als sie den Gast erkannte.

Hallo, Rodrom! Was führt dich hier her? Sulk ist leider nicht da.

Der junge Mann lächelte sie an.

Ich war gerade in der Nähe und dachte ich schau mal vorbei.

Alira trat zur Seite und gab den Eingang frei.

Bitte komm doch rein. Willst du was trinken?

Danke, eine kleine Erfrischung wäre jetzt nicht schlecht.

Geh ruhig vor! Den Weg kennst du ja.

Sie folgte ihm in den großen Wohnraum und wies den Haushaltsrob an, kühle Getränke zu servieren.

Der Gast hatte inzwischen Platz genommen.

Gerüchte besagen, dass du guter Hoffnung bist?

Alira schüttelte lachend den Kopf.

Da hat mein lieber Sulk wieder einmal nichts für sich behalten können.

Er freut sich halt für dich.

Der Roboter brachte die Getränke.

Und was ist mit dir? Wann wirst du sesshaft? Hast du noch keine Frau im Augenschein? fragte Alira.

Rodrom nippte kurz an seinem Becher und streichelte Samthaar, die Hauskatze, welche sich neben ihm schnurrend streckte.

Oh jetzt wo du es erwähnst, doch da wäre eine, die …

Später Nachmittag

Sulk's Gleiter landete wie gewohnt vor dem Haus. Rodrom und Feint verließen das Fahrzeug und gingen zusammen auf das Haus zu.

Und dir ist wirklich nichts besseres eingefallen, als Alira aufzusuchen und ihr zu verraten, dass du von mir von der Schwangerschaft gehört hast?

Rodrom lachte und antwortete: Ich musste unbedingt deiner Frau alles Gute wünschen. Immerhin hat sie mich dafür jetzt zum Essen bei Euch eingeladen.

Ach, deshalb bis du mitgekommen? Bist nur scharf auf was Essbares. Eigenhändig natürlich gekochte Speisen? Ich glaube, da bist du falsch. Sie bestellt immer.

Feint konnte sich ein Lachen kaum verkneifen.

Sie erreichten die Eingangstür, doch obwohl die Alystronik den Eigentümer erkennen und ihm bereitwillig Zugang verschaffen sollte, geschah nichts.

Seltsam! Was ist den nun wieder kaputt?

Rodrom zuckte mit den Schultern.

Du scheinst echt Pech zu haben mit den KI´s. Die erste dachte, sie sei ein Raumschiff und diese hier erkennt dich nicht einmal.

Unsinn! Der Gleitervorfall war reiner Zufall. Du hast den Bericht doch auchgelesen. Energieüberlastung mit nachfolgender Systemausfall, daraus resultierende zusätzliche KI Beschädigung .

Und wie oft passiert das hier auf Alysk?

Na ja der letzte Vorfall war vor sieben Jahren. Da hatte sich die KI mal geweigert abzuheben.

Siehst du, das meine ich. Jetzt drücke schon die Klingel! Auf dass deine Frau uns öffnen möge.

Sulk betätigte den Kontakt und sie konnten beide das Signal innerhalb des Hauses hören, was anzeigte, dass jemand vor der Tür stand.

Doch niemand kam, um die beiden einzulassen.

2 Stunden später

Sind sie Feint?

Sulk reagierte nur ganz langsam. Er konnte nur mühsam seinen Blick vom Boden lösen und die fragende Person anschauen. Seitdem er sich hierhin gesetzt hatte, versuchte er die gesehenen Bilder zu verarbeiten, die sich in seine Augennetzhaut eingebrannt hatten.

Irgendwie vergessen was vorgefallen war. Er nahm schon fast nicht mehr wahr, wie Rodrom erschien und den fremden Mann fortzog.

Lassen Sie ihn in Ruhe, Mann! Sehen Sie denn nicht, dass er jetzt Zeit und Ruhe braucht. Ihre Fragen kann auch ich beantworten.

Der Fremde erwiderte etwas. Doch Feint war schon wieder in seinem Schmerz gefangen und die Umgebung verschwand erneut aus seinem Bewusstsein.

Sulk vergrub sein Gesicht zwischen seinen Beinen und weinte.

Alira! Seine über alles geliebte Frau!

Als auf das Klingeln hin niemand reagiert hatte, waren die beiden Freunde um das Haus gegangen. Eine unverschlossene Balkontür hatte das Betreten des Hauses ermöglicht.

Sulk war vorgegangen und hatte nach Alira gerufen. Sein ungutes Gefühl hatte eine immer größere Dimension angenommen. Die anfänglichen Scherze hatten ihren Reiz verloren. Das gesamte Haus war ohne Energie gewesen. Die Stille bedrückend. Feint ging Richtung Schlafraum, während Rodrom zurückgeblieben war. Doch das Schlafzimmer war unberührt.

Kurz hatte er versucht sich einzureden, dass Alira vielleicht mit Freundinnen in der Stadt war.

Ein undefinierbarer Laut von Rodrom ließ Feint zusammenzucken.

Er wandte sich um und rannte zurück. Rodrom kam ihm entgegen und hielt ihn auf.

Sein Freund war bleich im Gesicht.

Bitte Sulk! Ich flehe dich an! Geh nicht in den Baderaum. Alira! Sie ist …

Diese zittrige Stimme hatten in ihm wirkliche Panik und damit verbundene Angst aufsteigen lassen. Er hatte seinen Freund beiseite gestoßen und das Badezimmer betreten.

Der Anblick, der sich im Bad dargeboten hatte, hatte Feint den Rest gegeben. Sein Gehirn hatte sich geweigert, das Gesehene als Wahrheit anzuerkennen, und in seinem Kopf hatte es einen Knacks gegeben. Das war dann der Punkt gewesen, an dem Feint vollkommen ausgerastet war. Der körperliche Zusammenbruch war automatisch gekommen, und die nachfolgenden Laute hatten mehr jenen von Tieren geglichen. Die zwischenzeitlichen Schreie waren in Tonlagen gelegen, die normalerweise niemand erreichte.

Alira, besser gesagt, das was von ihr übrig war, lag verteilt im gesamten Raum. Körperfetzen hingen von einigen Gegenständen herunter. Alles im Raum war mit Blut bespritzt. Am Boden lagen Hirnfetzen und ein Auge konnte man auf einem Badeschrank erkennen.

Ein kleiner Embryokörper war auf einem kleinen Beistelltisch ausgeweidet worden und einige Körperteile von Samthaar, ihrem Haustier, hingen an einer Leine, die von einer Wand zu anderen ging. Erst später wurde festgestellt, dass der Darm von Alira fehlte.

Als hätte sich erst eine große wilde Bestie an ihr ausgetobt, und dann ein Sadist die Reste als Spielzeug benutzt.

Rodrom war auf einmal wieder hinter ihm gewesen. Er hatte ihm in den Wohnraum zu einem Sofa geführt.

Wann die Sicherheitskräfte erschienen waren, wusste er nicht mehr.

Es hatte keine Bedeutung. Nicht hatte mehr einen Sinn.

Sein Lebensquell war tot.

Sulk Feint hatte an einem einzigen Tag alles verloren, was ihm wichtig gewesen war. Seine geliebte Frau und das ungeborene Baby waren tot.

5 Monate später

Rodrom stand am Balkon seines Büros und blickte auf die Metropole unter ihm hinaus. Obwohl es tiefe Nacht war, schlief die Stadt nie. Überall leuchtende Werbehologramme, die das absolute Muss versprachen. Unzählige Gleiter flitzten herum.

Ungeziefer! Wie minderwertig diese Alysker doch waren. Technologisch gesehen könnten sie die Galaxie beherrschen. Doch was machen sie? Auf Knien rutschend krochen sie den Kosmokraten in den Hintern.

Doch nun war er erschienen.

Dieses leichtgläubige Volk hatte den lange vermissten Alysker mit offenen Händen empfangen und ihm nach kurzem Zeugnis seiner Genialität sofort einen Job am Jahrtausendprojekt angeboten.

Ein paar Tage später hatte Rodrom auf ein paar Fehler in den Berechnungen hingewiesen und Verbesserungsvorschläge gemacht.

Dennoch hatte es ein paar Jahre gedauert, bis er als einer der führenden Wissenschaftler anerkannt wurde.

Dass er dabei über Leichen gegangen war, hatte ihm das langweilige Leben versüßt.

Alira! Was für eine zarte Haut sie doch gehabt hatte!

Sulk Feint hatte den Job abgelehnt. Der Verlust seiner Frau war einfach zu viel gewesen.

Er hatte sich in seiner Wohnung verkrochen, um seine Trauer in Drogen ertränken zu können und so dem Schmerz zu entkommen.

Rodrom ließ ihm Zeit dazu.

Doch der Zeitpunkt, an dem er bei ihm auftauchen würde, um ihm eine Stelle in seinem Team anzubieten, rückte immer näher.

Noch war er nicht fertig mit seinem leichtgläubigen Freund. Feint musste noch weiter mitspielen in Rodroms kleinem, sadistischen Spiel.

Leichte Kopfschmerzen kündigten einen neuen Desorientierungsanfall an. Der Griff in die Jackentasche, nach einem kleinen Päckchen war ebenso Routine wie das Rausfischen zweier kleiner blauer Pillen und der Vorgang des In-den-Mund-Steckens.

Mit gemischten Gefühlen dachte er an den Tag zurück, als er diesen außergewöhnlichen Helm aufgesetzt hatte.

Ja, dieses Ding hatte ihm Mathematik der fünften und teilweise der sechsten Dimension verständlich gemacht. Auf einmal war alles so einfach gewesen.

Doch zu welchem Preis?

Von Zeit zu Zeit überkam ihm ein eigenartiger Schwindel.

Dann irrte er oft Stunden in seiner Villa umher, ohne sich seiner selbst bewusst zu sein. Wie ein Tier, nur von Instinkten getrieben.

Er hatte deswegen einige vertrauensvolle Ärzte aufgesucht.

Doch selbst diese waren ratlos gewesen. Natürlich hatte er ihnen die Ursache verschwiegen.

Alles, was eine der Medizinerinnen für ihn tun konnte, war ihm Pillen zu verschreiben, welche die Anfälle hinauszögerten.

Dennoch hatte Rodrom das Gefühl, als würde es jedes Malschlimmer werden. Warum hatte er den Helm nur zerstört? Wenn er diesen noch genauer erforscht hätte, wäre er dem Problem sicher auf die Spur gekommen. Doch zu dem Zeitpunkt war der Schmerz einfach stärker gewesen. Hatte ihn fast zermalmt.

Ein Signal riss Rodrom aus seinen Gedanken.

Seufzend wandte er sich vom Ausblick ab und schritt zu seinem Tisch.

Ein Hologramm seiner Sekretärin baute sich vor ihm auf.

Der Junge ist da, Rodrom! informierte sie ihn kurz angebunden.

Sie ist so stolz. Selbstbewusst. Wie lange sie wohl durchhält, wenn ich sie häute? Ab wann würde sie mich anflehen?

Der Alysker zeigte angesichts seiner Gedanken ein unergründliches Lächeln.

Soll reinkommen, Nadira.

Sie nickte ihm zu, und das Hologramm erlosch.

Wie sie wohl riecht ohne Parfüm? Wenn der Angstschweiß aus ihr dringt, dachte er. Doch gleich danach lenkte er seine Gedanken wieder auf seinen Auftrag.

Die Zeit würde noch kommen, noch musste die Damenwelt der Alysker auf ihn warten.

Nachdem er hinter dem großen hölzernen Schreibtisch Platz genommen hatte, öffnete sich der Eingang seiner Bürosuite und ein junger Mann schritt herein.

Willkommen! Es freut mich dich persönlich kennenzulernen, Eorthor!

Rodrom war der Junge aufgefallen, als er vernahm, dass Eorthor wegen dem Ergebnis einer Abschlussprüfung in Berufung ging.

Das Ergebnis war nicht anerkannt worden und er war durchgefallen. Und das, als Sohn des Oberhaupts von Alysk!

Doch Eorthor hatte das Unmögliche geschafft und das Gremium überzeugen können, dass sein Resultat sehr wohl richtig war und dass das bis Dato Gelehrte falsch gewesen sei.

Die Geschichte war damals in aller Munde. Besonders weil der Junge, nachdem er gewonnen hatte, die Lehrer als Versager beschimpft hatte.

Nur dem hohen Stand seines Vaters war zu verdanken, dass Eorthor mit positivem Zeugnis die Lehranstalt verlassen konnte.

Bitte setz dich! forderte Rodrom den jungen Mann auf.

Scheinbar unbeeindruckt von der Umgebung ließ dieser sich auf einen Sessel nieder. Schon verwunderlich, da es sonst nur wenigen Alyskern vergönnt war, dieses Gebäude zu betreten, geschweige denn in diese Hohe Etage zu gelangen.

Das war zumeist nur für die wirklichen Genies legitim.

Eorthor kam gleich zur Sache.

Was willst du von mir?

Rodroms rechte Augenbraue zuckte kurz nach oben.

Also gut. Lassen wir die üblichen Floskeln weg und kommen wir zum Punkt! Ich will eine Diskussionsrunde gründen.

Der erhoffte Überraschungseffekt blieb aus.

Die Mitglieder dort sollen kein Blatt vor dem Mund nehmen und sagen was sie denken.

Was sollte mich das interessieren?, fragte der Junge mit betont gelangweilter Stimme.

Ich suche nach den klügsten Köpfen, welche erst aus den Lehranstalten gekommen und noch unvoreingenommen sind, und ich will dich dabei haben.

Rodrom wartete umsonst auf eine Antwort. Eorthor schien sich mehr für die Golechsen im Terrarium rechts an der Wand neben ihm zu interessieren als für das Angebot.

Also sprach Rodrom weiter.

Wir reden über die Zukunft der Alysker und neuen technologischen Erkenntnissen. Wir diskutieren über deren Nutzen und was man besser machen könne. Hast du Interesse?

Wann und wo? waren die einzigen Worte nach geraumer Zeit.

Morgen Abend um fünf im siebzehnten Stock. Für Speis und Trank ist natürlich gesorgt.

Eorthor nickte und erhob sich.

Und wirst du erscheinen?

Der junge Mann befand sich schon wieder am Ausgang des Raumes, als er noch mal kurz inne hielt.

Weiß noch nicht. Schon möglich.

Dann verschwand er.

Rodrom sah noch eine Zeit lang auf die geschlossene Tür. Dann stand er auf ging zu dem Terrarium. Sachte schob er den Glasdeckel beiseite. Er griff sich ein vor nur ein paar Wochen geschlüpftes Junges und holte es heraus. Ein wertvolles Exemplar. Extrem selten.

Der Wurf an die gegenüberliegende Wand war ohne Zweifel tödlich. Als es zu danach zu Boden fiel ging er hin und stocherte eine Zeit lang mit einem Schreibstift in den Eingeweiden des Wesens herum. Nachdem er sich wieder erhoben hatte, beschloss er seine Sekretärin zum Essen einzuladen. Vielleicht konnte er doch noch ein paar seiner vorigen Gedanken umsetzen.

4 Tage später

Ein Mord? Hier in der Hauptstadt?

Ja soeben ist die Nachricht hereingekommen.

Nargul konnte es nicht glauben. So etwas hatte es schon seit Generationen nicht mehr unter den Alyskern geschehen.

Und nun innerhalb eines Monats ein zweiter Fall.

Was genau ist geschehen?

Es gibt einen Roboter, der den grünen Park von Kalak betreute. Der fand vor einer halben Stunde die Leiche einer jungen Frau. Besser gesagt die verteilten Einzelteile. Laut nachfolgender Untersuchung unserer Leute wurde diese Frau auf grausamste Art und Weise gefoltert, bevor der Tot eintrat.

Das Planetenoberhaupt hielt sich fassungslos am Türrahmen fest, welcher seine Gemächer vom Rest der Welt trennte.

Wer... macht so was? Welches Tier? fragte er.

Sein Adjutant schwieg.

Wer hat alles Kenntnis von diesem Mord?

Die Leute, welche an der Untersuchung teilgenommen haben, und einige des Rates.

Wir müssen dafür sorgen, dass nichts davon nach außen dringt. Wenn die Bevölkerung das mitbekommt, bricht hier der Wahnsinn aus. Der Roboter wird komplett vernichtet. Achtet auf den Datenspeicher. Wenn den einer in die Hände bekommt, der damit umzugehen weiß, ist das Ergebnis auch ein ausgewachsenes Chaos. Am besten, Ihr vernichtet den zuerst.
Sprich mit allen, die von dem Vorfall wissen könnten. Am besten setzt Ihr die betreffenden Personen erst einmal fest. So haben wir eine bessere Kontrolle über diese Situation und können die Infos, die rausgehen, besser beeinflussen. Denkt immer dran, wenn auch nur ein Sterbenswörtchen nach außen dringt, haben wir eine Massenpanik, die niemand mehr im Zaum halten kann. Wenn die Presse auf den Gedanken eines Serienkillers kommt, …
Nargul unterbrach den Satz und schüttelte bewusst seinen Kopf und sah sich um.

Nicht auszudenken, was dann passiert.

Sein Gegenüber bestätigte mit einem Nicken.

Die Abteilung, die beteiligt war, soll unter höchster Geheimhaltung den Täter ausfindig machen. Sicherlich wird es einer von den Außerirdischen gewesen sein. Kein Alysker würde zu so etwas fähig sein, murmelte Nargul während er sich umwandte und ins Innere seines Hauses zurückkehrte. Hinter ihm schloss sich die Tür.

Kurz überlegte er, ob er sich wieder hinlegen sollte. Doch er entschied sich dagegen. Schlafen konnte er jetzt sicher nicht mehr. Besser wäre es, sich einen Schluck zu genehmigen.

2 Jahre später

Sie waren ihm auf den Fersen. Doch noch wussten die Sicherheitskräfte nicht, dass er es war.

Nun wurde es Zeit für Rodrom, die Schuld auf wen anderen zu schieben. Doch wen?

Vielleicht auf den Jungen?

Eorthor hatte sich in seinem Team gut eingelebt. Nicht, dass ihn jemand mochte. Na ja, die junge Enomina schien ein Auge auf ihm geworfen zu haben. Ansonsten gingen meist Beschwerden über den jungen Alysker ein. Dennoch bewunderte Rodrom dessen Genie. Eorthor war ihm fast ebenbürtig.

Ihn zu beseitigen wäre zu gefährlich. Den Sohn vom Nargul brachte man nicht so einfach unter die Erde. Das würde den alten Mann ziemlich sauer machen.

Nein! Rodrom hatte eine viel bessere Idee.

Doch erst musste er sich wieder einmal im Keller seines Heimes einsperren und den nächsten Anfall abwarten.

2 Tage später

Sulk?

Feint sah fragend zu dem Holodisplay hoch.

Oh, Rodrom! Was führt dich zu mir?

Ich möchte dich um einen Gefallen bitten. Kannst du bei Spelarts Arbeitsplatz vorbeischauen und den Quantensuprolator zum alten Hilfert bringen. Ich bin leider schon auf dem Weg nach Hause und habe vergessen, dass er den noch heute wiederhaben wollte.

Aber sicher doch!

Danke dir vielmals!

Kein Problem! Ich geh gleich los. Mach dir einen schönen Abend!

Rodrom lächelte und unterbrach die Verbindung.

Feint erhob sich seufzend und ging zum Antigravlift.

Niemand begegnete ihm auf dem Weg dorthin. Kaum verwunderlich, da Sulk Feint immer ein wenig länger dablieb.

Er versuchte seinen Kopf wieder frei zu bekommen und seinen Verlust mit viel Arbeit zu verdrängen.

Oft übernachtete er sogar im Büro. Nur, um nicht nach Hause zu fahren. Zu viele Dinge erinnerten ihn dort an seine Frau. Und die Gefahr, dort dem Alkoholkonsum gänzlich zu verfallen, war groß.

Kapitel 3
Kapitel 3: Gegenwart

Plötzlich schnellte Rodrom aus seinem Tiefschlaf hoch. Die Bilder auf dem Monitor, auf der Atlan die Erinnerungen von Rodrom hautnah miterlebt hatte, erloschen. Rodrom sprang auf und blickte zu Eorthor, Osiris, Alaska und Atlan. Plötzlich verharrte er in seiner Bewegung, denn offenbar begriff er, dass er ein Gefangener war.

Oh, ihr habt in meinen Gedanken geschnüffelt. Habt ihr miterlebt, wie wertlos lebendes Fleisch doch ist? Welch Herrlichkeit darin besteht, es zu vernichten? Seid ihr neugierig auf das Ende? Willst du nicht berichten, wie es weiterging, Eorthor?, fragte Rodrom, als erzähle er gerade mal einen Witz und überließ seinem Kumpel die Pointe.

Eorthor musste sich selbst zu Ruhe ermahnen. Natürlich war ihm ein Licht aufgegangen. Rodrom hatte ihn benutzt wie eine Spielfigur. Damals war er Rodrom dankbar gewesen, dass dieser ihm das Leben gerettet hatte, doch nun war er sich gar nicht mehr so sicher.

Du hast es wahrlich verstanden, alle gegeneinander aufzuspielen. Nur, dass bei deinem perversen Schachspiel Unschuldige starben, fuhr er auf.

Der Gefangene lachte auf.

Bist du also endlich dahinter gekommen! Als Sulk zu seinem Arbeitsplatz zurückkam, fand er einen Datenträger vor.
Er ist neugierig geworden, nachdem er den Namen seiner Frau darauf las. Also hat er nachgesehen, was gespeichert war, und die letzten Augenblicke im Leben seiner Frau gesehen. Nur, dass du sie ermordet hast.

Eorthor sah die Blicke der Galaktiker auf sich ruhen.

Das erklärt, warum er, als ich im Büro erschien, ohne Vorwarnung auf mich geschossen hatte.

Richtig! Erinnerst du dich? Ich hatte dich mit einer Ausrede aus dem Bett gescheucht, weg aus Enominas Armen und ins Büro gelockt.

Dort hatte er mich dann in eine Enge getrieben und paralysiert. Als ich wieder zu mir gekommen war, lag ich gefesselt vor ihm. Er hatte ein Laserschneidegerät in der Hand und erklärte mir, dass er mich nun in Einzelteile zerlegen würde.

Und wer eilte dir zu Hilfe? Ich!

Du hast ihn von hinten ohne Vorwarnung erschossen!

Ich hätte ja auch warten können, bis er einige Stücke aus dir rausgeschnitten hätte. Ja, hätte ich tun können!

Eorthor schrie auf und verließ den Raum.

Atlan stellte die nächste Frage.

Was geschah dann?

Oh hatte ich vergessen zu sagen, dass ich die Beweise so gefälscht habe, dass jeder Sulk Feint als Mörder sah. Das Volk und die Medien schrien zu dieser Zeit schon nach Gerechtigkeit. Alle wollten den Killer. Sie hatten Blut geleckt. Und ich präsentierte ihnen einen. Niemand hat Fragen gestellt nach dem Wie und warum. Im Gegenteil. Ich war auf einmal der beliebteste Mann des Planten. Man benannte sogar eine der Hauptstraßen nach mir.

Was wurde aus dem Datenträger mit Eorthor als Mörder darauf?

Eine leicht erkennbare Fälschung. Die Sicherheitskräfte schrieben in ihrem Bericht, dass Sulk Feint die Schuld auf Eorthor schieben wollte, den Datenträger fälschte und sich selbst als trauernden ausrastenden Witwer ausgegeben hätte, der sich lediglich am Mörder zu rächen schien.

Rodrom lachte wieder.

Sogar Eorthor erkannte mich auf einmal als ebenbürtig an. Er war seit diesem Zeitpunkt um vieles zugänglicher.

Triumphierend starrte er den Arkoniden an.

Doch dieser wartete einfach ab, ohne etwas zu erwidern.

Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen! Holt den trotzigen Eorthor her! Ich habe ihm etwas zu verkünden!

Also sprich! Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit, um mir deine Lebensgeschichte anzuhören.

Ihr seid verloren, meine Freunde! triumphierte Rodrom siegessicher.

Eorthor lachte auf.

Du scheinst vergessen zu haben, dass du in meiner Gewalt bist, Rodrom. Ich hab dafür gesorgt dass du stofflich bleibst. Ich kann dich auch auslöschen!

Ihr seid nichts gegen mich! Gerade jetzt befindet sich die über eine Million starke Raumflotte unter dem Befehl von General Shul’Vedek auf dem Weg in die Milchstraße, um sie zu unterwerfen.

Eorthor sah Atlan zusammenzucken. Alaska erstarrte mitten in der Bewegung.

Rodrom schien es zu genießen.

Wer sagt uns, dass deine Behauptungen der Wahrheit entsprechen?

Rodrom zuckte gleichgültigmit seinen Schultern.

Du wirst es erleben, wenn es zu spät ist. Aber eines kannst du mir glauben!

Ein breites Lächeln umspielte seinen Mund als er leise prophezeite: Es ist bereits zu spät!

Sein Blick wanderte zwischen den beiden Anwesenden hin und her. Zu einem unbestimmten Zeitpunkt blieb er bei dem Vorjul hängen.

Roggle schien der Blick unangenehm zu sein, denn die beiden Köpfe wandten sich ab.

Atlan hob eine Hand.

Wir müssen uns beraten! Ohne unseren Gast hier. Und setzt ihm wieder seine Maske auf. Der sieht ja furchtbar ohne aus. Eorthor, hast du einen Konferenzraum für uns?

Ja. Ich zeig ihn dir!

Sie ließen Rodrom allein zurück. Roggle fragte, ob es viel ausmachte, wenn er sich in sein Quartier zurückziehe. Niemand erhob einen Einwand.

Doch auch Eorthor überlegte, wie er am besten verschwinden konnte, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Kaum hatte er Atlan, Icho Tolot, Alaska und Denise Joorn in einen luxuriösen Konferenzraum gebracht und mit einigen Erfrischungen versorgt, sah er demonstrativ auf sein Armband.

Icho Tolot schlug eben vor, Technologie aus den Schiffen von MODROR zu entwenden, um vielleicht eine Art Virus zu erschaffen.

Einen, der die Schiffssysteme lahm legen oder gar zerstören könnte.

Was meinst du dazu, Eorthor? Für dich als genialen Wissenschaftler müsste das ja eine Leichtigkeit sein!

Ja, so was wäre machbar. Wenn ihr mir so ein Teil bringt, kann ich euch schon etwas zaubern. Aber so Leid es mir jetzt auch tut, auch ich muss mich jetzt entschuldigen. Habe noch einen dringenden Termin! Bleibt so lange hier, wie ihr wollt und tüftelt an Euren Plänen! Ich melde mich!

Der Haluter Tolot sah ihn mit seinen drei Augen stechend an.

Ob er etwas ahnte?

Wann beehrst du uns wieder?

So bald es mir möglich ist! log der unsterbliche Alysker und verschwand.

So schnell seine Beine es zuließen rannte er zu seinem Gleiter. Ein Virus! Pah! Natürlich war es machbar! So etwas zu machen war einfacher als Fingerschnippen! Er war Genie genug, um einen zu erschaffen. Aber warum sich mit dieser unwichtigen Arbeit beschäftigen? Er hatte etwas viel Besseres gegen diese feindliche Flotte im Sinn. Mit einem Brachialstart gewann er schnell Höhe und steuerte ein bestimmtes Ziel an.

Der Gleiter brachte ihm ins angrenzende Gebirge, und auf einer kaum zu erkennenden Lichtung setzte er wieder auf dem Boden auf. Ein kleines Stück weiter oben war sein Endziel.

Nach einigen Minuten Marsch durchs Gebüsch war er da, wo er hin wollte: die verlassene, mit Sträuchern überwucherte Ruine eines einzelnen Hauses.

Vor Jahrhunderten hatte er sich ab und zu hierher zurückgezogen. Um abzuschalten. Seinen Geist schweifen lassen. Einfach mal nichts tun. Seine Gedanken in einem Tagebuch festhalten.

Das Ganze hatte er zwei ganze Tage durchgehalten. Dann hatte er sich doch unterirdisch ein Labor eingerichtet und an seinen Projekten gearbeitet. Das Haus war ihm ab diesem Zeitpunkt egal gewesen. Sollte es verrotten!

Und so begann der Zahn der Zeit am Gemäuer zu nagen und es langsam aber sicher zu zerlegen. Nach außen hin das perfekte Versteck. Niemand würde vermuten, dass sich unter der Erde ein neues geheimes Labor Eorthors befand. Im Laufe seines unsterblichen Lebens hatten sich da schon einige angesammelt.

Kurz blickte der Alysker um sich und sendete mit Hilfe seines Armbands ein codiertes Signal. Ein dumpfes Knirschen war zu vernehmen.

Esentstand ein Spalt im Boden. Eorthor ließ sich einfach hineinfallen und genoss das Gefühl der Schwerelosigkeit. Der Antigrav setzt ihn sanft auf den Boden des unterirdischen Ganges auf.

Das Loch, durch das er gekommen war, schloss er. Man konnte nie wissen, wer sich da draußen herumtrieb.

Denises Abenteuerlust hatte sich sofort gemeldet, als sie mitbekam, wie eilig es Eorthor auf einmal hatte, kaum dass er Atlan mit den anderen in den Raum gebracht hatte. Eigentlich war sie ihm zum Gleiter gefolgt, um mit dem Alysker allein über die Kyberklonflotte zu sprechen.

Vielleicht konnte sie ihn dazu bringen mehr zu sagen als bisher.

Doch als Eorthor zum Gleiter sprintete und einen so rabiaten Start hinlegte, änderte sie ihr Vorhaben grundlegend. Der Alysker verheimlichte ihnen doch etwas! Joorn würde es herausfinden!

Ein flugfähiger Untersatz war schnell gefunden.

DEL, wie sich die Alystronik des Zivilen Gleiters nannte, antwortete mit einem eindeutigen Ja, als Denise die Frage stellte, ob er alle Gleiter auf ganz Alysk jederzeit in der Ortung haben könne. DEL reagierte sogar entrüstet, als sie scherzhaft meinte, dass er Eorthors Gleiter nicht aus den Augen verlieren sollte.

So etwas wäre noch nie passiert, solange er in Betrieb sei. Für andere konnte er keine Garantie übernehmen, aber er würde mit Sicherheit nicht damit anfangen etwas aus den Augen zu verlieren. Denise hatte einige Augenblicke den Eindruck, dass DEL jetzt beleidigt war. Es war immer wieder erstaunlich, wie viel scheinbare Gefühle doch die Programmierer in so eine KI stecken konnten.

Kaum dass Eorthor außer Blickkontakt war, folgte sie ihm.

Nach einiger Zeit berichtete DEL, dass der Gleiter auf einer einsamen Lichtung in den Bergen niedergegangen war. Sie wartete kurz ab und ließ DEL dann die Lichtung anfliegen. Was hatte der Alysker nur vor?

Da war es! Kaum zu glauben, dass dieser alyskergroße Quader so eine immense Zerstörungskraft freisetzen konnte.

MODROR wird den Tag verfluchen, als er sich mit mir angelegt hat. Soll diese gigantische Armee nur die Milchstraße erreichen! Er würde sie dort erwarten und dann alles Leben innerhalb der Heimatgalaxie von Atlan auslöschen. Die Milchstraße zu opfern war nur ein geringer Preis.

Natürlich würde er sich hüten, den anderen Unsterblichen davon zu erzählen. Die würden mit Sicherheit etwas anderes sagen.

Kaum hatte er eine Verbindung zur SIMS hergestellt, befahl er ihr seine Position anzufliegen. Der Beladevorgang würde nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Ein Alarmsignal unterbrach seinen Gedankengang.

Da näherte sich wer dem Haus. Mikrosonden übertrugen das Bild einer jungen Frau als Hologramm in sein Labor. Ein kaum 30 Zentimeter hohes Abbild einer Terranerin namens Denise Joorn war zu sehen.

Sie war ihm also gefolgt! Soll sie ihn ruhig suchen! Eorthor konnte sich kaum vorstellen, dass diese Frau einen Zugang zum seinem derzeitigen Unterschlupf finden würde.

Kurz überlegte er, ob er die SIMS stoppen sollte. Entschied sich aber dagegen. Was sollte sie schon dagegen unternehmen können? Und nur weil er etwas aufs Schiff verlud, würde sie sicher nicht die richtigen Schlüsse daraus ziehen können.

Denise hatte schon umkehren wollen, als sie die Ruine entdeckte.

Ob Eorthor sich in diesen Gemäuern befand? Das Dach war einstürzt. Schlingpflanzen hatten die noch stehenden Wände erobert.

Ohne Geräusche zu verursachen, schlich Joorn zu den Hausresten. Sie konnte keinen Hinweis erkennen, dass Eorthor hier vorbeigekommen oder sogar geblieben war. Vorsichtig betrat sie das verfallende Gebäude und sah vor sich faulendes Mobiliar. Vereinzelnde Kacheln an den Wänden zeugten davon, wie es vermutlich hier mal ausgesehen haben könnte.

Die Archäologin in Denise erwachte zu neuem Leben. Die Zeit fand nur Wort durch solche alten Dinge. Ein waches Auge konnte in solchen Hinterlassenschaften lesen wie in einem normalen Buch. Was würden ihr die Gegenstände über den Besitzer erzählen? Wie hatte er gelebt? Wie lange war das her? Aus welchem Grund war er oder sie fortgegangen? Obwohl ein gewisser Teil des Hauses durch den Dacheinsturz nicht mehr begehbar war, wurde doch schnell klar, dass die Räume groß ausgelegt gewesen waren. Denise fand nach kurzem umschauen in einem Raum die Überreste eines Kamins.

Ein paar metallene Bilderrahmen lagen davor auf dem Boden herum, als wenn jemand sie mit Wut von der Wand gerissen und einfach fallen gelassen hatte.

Nur das geschulte Auge einer Archäologin erkannte noch die Lage der Veranda. Ihr Blick blieb an einem Möbelstück hängen, das auf seltsame Weise wie ein Fremdkörper wirkte.

Das hölzerne Regal stand fast unberührt noch immer an der Wand und trotzte scheinbar allen Widrigkeiten. Eine innere Stimme brachte Denise dazu, davor zu suchen. Minuten später blitze ein Kristall vor ihr auf und ein alyskischer Datenspeicher kam zum Vorschein.

Doch sie kam nicht dazu, den Fund näher in Augenschein zu nehmen.

Eine Bewegung über ihr ließ sie zusammenzucken. Die SIMS, Eorthors Schiff, steuerte geräuschlos das Haus an. Sie musste schnell weg! Schnell packte sie den Kristall ein und rannte aus dem Gebäude in die optisch sichere Deckung des Waldes.

Die SIMS war angekommen und die Terranerin hatte die Flucht ergriffen. Aber zuvor hatte sie scheinbar einen Datenspeicher gefunden und eingesteckt. Nur, was es war, konnte er nicht erkennen.

Konnte es etwas Wichtiges sein? Nein! Alles Wichtige befand sich hier unten im Labor. Was immer sie mitgenommen hatte, sollte sie glücklich werden damit! Er lehnte sich nachdenklich zurück und wies Roboter an, die 7D Bombe per Traktorstrahl in die SIMS zu verladen. Funkanfragen trafen ein. Ein ihm unbekannter Wissenschaftler wolle mit ihm ein Treffen ausmachen, um seine neueste Erfindung zu präsentieren. Als ob ihn das interessieren würde!

Was ihn jedoch neugierig machte, war: Wie um alles in Welt war dieser Möchtegern-Forscher an seine Nummer gekommen? Da würden Köpfe rollen müssen!

Eine Organisation, welche sich der Hilfe unterentwickelter Völker widmet, forderte ihn, als so genanntes Vorbild für andere Alysker, auf, eine bescheidene Summe zu überweisen. Eorthor hatte selten so gut gelacht, als er diese Bitte erhielt.

Denise befand sich wieder auf dem Heimweg. Den Kristall hielt sie einige Zeit nachdenklich in der Hand. Dann sprach sie DEL darauf an. Und wieder einmal stellte sich die KI als sehr hilfsbereit heraus. Ein kleines Fach zur ihrer Linken öffnete sich und Joorn legte den Datenträger ein. Eine Kennwortabfrage erschien.

Die Verladung war beendet. Eorthor ließ die SIMS in einen engen Orbit um Alysk aufsteigen und machte sich zu seinem Gleiter auf. Wieder wichen seine Gedanken zu der Terranerin ab. Was sie wohl gefunden hatte? Es konnte nichts Wichtiges sein. Er hatte das Haus nur benutzt um auszuspannen und …

Plötzlich wusste er, was sie mitgenommen hatte. Nicht wichtig? Er war ein solcher Vollidiot!

Damals, in seiner Mal-etwas-ausspannen-Phase, hatte er genau dort alle Vorfälle seines bisherigen Lebens vermerkt, in denen er, das große geniale Genie, versagt hatte. In genau dem Datenkristall, den jetzt die Terranerin mit sich herumtrug.

Kurz überlegte er, ob er die SIMS auffordern sollte, den Gleiter, in dem Denise sich befand, abzuschießen. Doch dann beruhigte er sich wieder. Es reichte, wenn er der Terranerin folgte und ihr den Kristall wieder abnahm. Denn das Kennwort würde sie nie herausfinden.

Elyn! Der Name von Eorthors Tochter verschaffte ihr Zugang zu allen Daten.

Denise grinste. Wie töricht vom Alysker, ein so einfaches Passwort zu benutzen.

Es waren Erzählungen aus Eorthors Leben. Eine Art Tagebuch. Nur chaotisch geordnet.

Sie entschied sich für eine Stichwortsuche.

Was sollte sie eingeben? Was war wichtig?

Da kam ihr was in den Sinn. Aufgeregt nannte sie das Wort.

Kyberklonflotte!

Stichwort gefunden und anerkannt!

Ein weiteres Fach öffnete sich und forderte Denise Joorn auf, sich eine Art Brille aufzusetzen. Sie folgte den Anweisungen.

Bereit?, fragte DEL freundlich.

Bereit!

Es wurde finster um Denise.

Kapitel 4
Kapitel 4: Vergangenheit

Schon bei meinen ersten Schritten innerhalb dieses hässlichen Schiffes namens HULLARD´DU stieg mir dieser abartige Geruch von Fäulnis und irgendwelchen undefinierbaren Absonderungen in die Nase.

In meinem Kopf verfasste ich schon eine Liste von Maßnahmen, um diesen Schrotthaufen von seinem Leiden zu erlösen.

Als funktionsfähig kann man dieses Sammelsurium von geklauten Ersatzteilen kaum bezeichnen. Eindeutig könnte eine groß angelegte Reinigungsaktion den Wert von diesem Kahn um mehr als das Dreifache steigern. Eine sehr unhöfliche Art einen Gast wie mich zu begrüßen. Aber was will ich schon erwarten von diesem Gewürm! Der einzige positive Faktor an diesem Unternehmen ist ohne Zweifel, dass ich dies hier nur kurze Zeit ertragen muss.

An den Wänden wucherten braune moosartige Gewächse, welche gelbgrüne Dämpfe absonderten, und je weiter ich in dieses fliegende Labor hineinging, umso schwerer fiel es mir, nicht meine Meinung über diese Zustände kundzutun. Der Boden war von einer grauen schlammigen Masse bedeckt, welche bei jeder Bewegung ein schmatzendes Geräusch von sich gab, und meine Schuhe verloren mit jedem Schritt eine Unmenge an Wert.

Solche Zustände auf meinem Schiff, und ich würde es zerstören und dann neu erschaffen. Ist ja widerwärtig. Meine Kleidung kann ich nach diesem Besuch entsorgen. Lächerlich. Einfach lächerlich.

Innerhalb einer Wand öffnete sich ein Tor und gewährte mir Sicht auf einen dahinter liegenden Raum.

Der Geruch brannte sich sofort in meine Nase, kroch dann die Höhlen meines Riechorganes hoch und verätzte die Atemwege bis in die letzte Nische.

Mitten im Raum thronte der Grund, wieso ich diese Umstände überhaupt über mich ergehen ließ. Ein fettes spinnenartiges Ding, mit mehr als ein Duzend Beinen und drei Paar Greifarmen: Ein Ritter der Tiefe namens Nif Fulk.

Der Körper dieses Möchtegern-Ritters mit seiner schwarzer Tönung, verursacht durch die pelzartigen Haare am ganzen Körper, harmonierte in fast erschreckender Weise mit der Umgebung.

Das passt ja gut als Tarnung. In einigen Jahren kann man hier nichts mehr finden, dann wurde es von seinem eigenen Müll aufgefressen.Mein Gesicht zeigte nichts anderes als einen vollkommen neutralen Ausdruck. Höflich, aber unbeteiligt.

Soll es doch denken, was es will.

Mein Armband hatte im selben Moment, als ich eintrat, seine Arbeit aufgenommen und begonnen Daten aufzuzeichnen.

Ich musste nur noch aufpassen, dass Fulk nicht deswegen misstrauisch wurde.

Willkommen an Bord meines SchiffesHor´froda. Ich hoffe, dass ich diesen Namen richtig ausspreche. Wenn nicht, verzeiht mir bitte, wisperte der Ritter.

Am Boden zwischen den Vorderbeinen bewegte sich etwas und im selben Augenblick zuckten die beiden untersten Greifarme der Kreatur und stießen zu. Als sie wieder auftauchten, wurde eine längere Made sichtbar, die sich jetzt zwischen den Greifwerkzeugen hin und her wand. Ich konnte den Klang von organischem Material wahrnehmen, das zerquetscht wurde.

Angewidert betrachte ich Nif Fulk und der Wunsch aufzuspringen und dieses Ungeziefer einfach zu zertreten wurde in mir fast übermächtig.

Er überragt mich zwar um etwa mehr als eine Kopflänge, aber das ist kein Problem. Einfach mehrmals zutreten …

Schon ging es mir besser.

Die Informationen, wohin es gehen sollte, hatte das Ding schon vor meiner Ankunft bekommen. Ich wollte die Zeitspanne zwischen Ankunft und Abreise so kurz wie möglich halten.

Der Flug ins Duio 5 System dauerte wenige Stunden, die mir anhand der Umstände wie Tage vorkamen.

Also hier habt Ihr den Verräter gesehen? wagte dieses überdimensionale Krabbeltier zu fragen, als die HULLARD´DU den Zielstern erreichte.

Alleine dieser zweifelnde Unterton in der Stimme war eine Frechheit.

Innerlich kochend, erwiderte ich mit höflicher Stimme:

Ich würde es nie wagen, Euch zu belügen. Meine Wertschätzung für Euch und derer, für die Ihr arbeitet, ist wirklich unermesslich.

Nif sah mich kurz schweigend an, dann wandte er sich wieder der holografischen Darstellung vor uns zu. Eine Übertragung von getarnten Sonden, die über der Oberfläche des zweiten Planeten diese Systems schwebten und diese sinnlose Suche durchführten, war zu erkennen.

Ich warf einen Blick auf mein Armband.

Ist es möglich, dass Ihr unter Zeitdruck steht, Hor´froda?

Nein. Wie kommt ihr zu dieser Annahme?

Nun, Ihr blickt jetzt schon zum dritten oder vierten Mal auf Euer Armband, als wenn Ihr auf etwas Bestimmtes warten würdet.

Oh, das meint Ihr! Ich versichere euch, es ist ohne Bedeutung. Nur eine kleine Angewohnheit, die ich noch nicht abstreifen konnte. Passiert immer wieder von Zeit zu Zeit unbewusst. Es stört Euch doch nicht, hoffe ich?, log ich.

Nein, es ist mir nur aufgefallen. Vielleicht solltet Ihr das Armband ablegen.

Im Geist musste ich lachen. Das wage ich zu bezweifeln.

Das wird nicht nötig sein. Um dagegen etwas zu tun, wird später noch Zeit sein. In Moment ist diese dumme Angewohnheit nur ein geringfügiges Problem.

Fulk nickte.

Entschuldigt. Ich wollte Euch nicht zu nahe treten.

Nur einen Schritt weiter, und du wärst nicht mal zu diesem Satz gekommen, murmelte ich unhörbar und sprach etwas lauter:

Das habt Ihr in keiner Weise getan, werter Nif Fulk. Ich entschuldige mich dafür, dass ich Euch nicht schon vorher auf dieses ungewöhnliche Verhalten meinerseits aufmerksam gemacht habe.

Ein dumpfes, kaum für meine Ohren hörbares Signal ertönte.

Es ist so, wie ihr gesagt habt, er ist hier. Die Energiesignatur von seinem Schiff wurde eindeutig durch die Sonden angemessen. Es scheint in einem dieser tempelartigen Gebäude versteckt worden zu sein. Wenn wir ihn einfangen, ist Euch eine Belohnung sicher, Hor´froda.

Hättet ihr was dagegen, wenn ich euch begleite? Durch mehrere Handelsflüge zwischen meinem Heimatsystem und diesem hier bin ich ohne Zweifel für die Einwohner dort kein Unbekannter. Es wäre bestimmt ein Vorteil, kein größeres Aufsehen zu erregen. Ich glaube auch, es würde weniger Probleme verursachen, wenn Ihr zusammen mit einem bekannten Gesicht dort gesehen werdet.

Es wird wohl sicherer sein, wenn wir mit Deflektorschirmen hinunter gehen. Meine Gestalt hat schon des Öfteren Panik bei Humanoiden hervorgerufen.

Ich werde da nicht widersprechen. Das ist ein Fakt der unbestritten richtig ist.

So schlimm wird es nicht. Die Einwohner sind zwar sehr primitiv, trotzdem nicht leicht zu beeindrucken. Dennoch würde ich sagen, sie sind ungewöhnlich neugierig. Daher wäre es wohl wirklich besser, erst mal unsichtbar zu landen.

Ihr habt es schon wieder getan.

Was meint Ihr, werter Nif Fulk?

Ihr habt gerade auf euer Armband geschaut!

Oh wirklich? Ich entschuldige mich dafür. Sobald das hier vorbei ist, werde ich daran arbeiten es mir abzugewöhnen.

Ein guter Vorsatz. Also gut. Machen wir uns auf den Weg!

Wir landeten in 20 Kilometer Entfernung des Tempels auf einer verlassenen Lichtung.

Nif und ich schwebten mit Antigrafs vom Süden her an unser Ziel heran.

Schon bald wurde erkennbar, dass überall auf den Straßen eine rege Betriebsamkeit herrschte. Die Anzahl der Lebewesen, die hier hin und her liefen, war kaum schätzbar. Ständig wurden hier Geschäfte durchgeführt und Bedürfnisse aller Art befriedigt.

Mit einem erneuten Blick auf mein Armband, musste ich wieder feststellen, dass es noch immer keine Bestätigung gab.

Im Übrigen hatte sich die Spinne scheinbar vorgenommen, mich von meiner angeblichen Sucht zu befreien.Jedes Mal wenn ich auf mein Armband sah und sie das bemerkte, begann ein kleiner Vortrag, wie schlimm es doch wäre, wenn Süchte oder kleine Angewohnheiten zur Manie wurden und verstärkt negativen Zugriff auf unser Leben bekamen.

Ich war mehr als einmal kurz davor, dieser Kreatur den Hals umzudrehen, nur um Ruhe zu haben. Leider besaß sie keinen und so wurde meine Geduld mehr als nur auf eine kleine Probe gestellt. Aber dieses Ding war glücklicherweise ein sehr leichtgläubiges Wesen und einen besseren Vorwand, um bei Nif nicht aufzufallen als eine blöde Angewohnheit gab es nicht.

Wir landeten vor einem Gebäude, an dem verschiedene Säulenarten einen Vorbau bildeten. Verzierungen mit kleinen fortlaufenden bildhaften Geschichten zierten die Wände und sprachen lautlos eine Einladung zum Lesen aus.

An einigen beschädigten Stellen konnte man die grob zu Quadern geschlagenen Ziegel sehen, aus denen dieses Gebäude gebaut worden war. Passend zum altertümlichen Charakter der kleinen Stadt. Nif hatte seinen Weg so gesteuert, dass sein Flug auf dem flachen Dach des Vorbaus ein Ende fand.

Wie hat er nur das Raumschiff in dieses Gebäude hinein bekommen, ohne es zu beschädigen? hörte ich seine Stimme.

Meine ganze Willenskraft war nötig um nicht laut aufzulachen.

Sobald er in Gewahrsam genommen wurde, könnten wir ihm diese Frage stellen. Was kommt als Nächstes?

Mein Vorschlag wäre, dass Ihr, zur Eurer Sicherheit, draußen bleibt und einfach abwartet. Dann werde ich durch eines der größeren Fenster weiter ins Innere vordringen, diesen Verräter stellen und festnehmen.

Gerade wollte ich ihm widersprechen, da meldete sich mein Armband mit der lange erwarteten Bestätigung.

Wurde auch Zeit, dachte ich erfreut, Länger kann man diese Schabe auch nicht ertragen.

Einverstanden! Meine Möglichkeiten sind unbedeutend gegenüber den Eurigen, aber ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um Euch den Rücken zu stärken. Verlasst Euch ganz auf mich!

Nif schien mit der Antwort zufrieden zu sein und schwebte einen Augenblick später in Richtung eines der Fenster davon.

Kaum war er nicht mehr auszumachen, startete ich mit voller Kraft Richtung Himmel.

Dort, in nicht mal 500 Meter Höhe, schwebte eines meiner Beiboote. Ausgestattet mit einer Tarnungstechnologie, die jenseits des Erfassungsbereichs von Sonden eines Ritters lagen.

Ich hätte warten sollen. Nur um das Gesicht zu sehen, wenn er das kleine würfelartige Gerät in seinen Klauen hält. Es wäre sicherlich interessant zu wissen, wie lange diese Spinne braucht, um mitzubekommen, dass die Signatur des Verräter-Raumschiffes nur vorgetäuscht wurde. Unwichtig. Alle Daten, die ich benötige, um die Aura eines Ritter der Tiefe zu simulieren, befinden sich jetzt in meiner Hand.

Willkommen, Eorthor! Euer Schiff ist startbereit, begrüßte mich die wohlbekannte Stimme der SIMS.

Kapitel 5
Kapitel 5: Gegenwart

Um Denise herum erschien wieder die reale Umgebung.

DEL flog einen Rundflug um die Hauptstadt des Planeten.

Verwirrt setzte Joorn die Brille ab.

Was zum Teufel hat diese Geschichte mit der Kyberklonflotte zu tun?, murmelte sie. Nicht ein einziger Hinweis darauf!

Willst du den zweiten Teil auch erleben?

Zweiter Teil? Hoffnung kam in der Frau auf.

Ja natürlich! Spiel ab!

Als Denise landete und in den Konferenzraum zurückkehrte, empfing sie Alaska.

Atlan, Icho und Roogle sind soeben abgeflogen, um an die Technologie des Gegners zu kommen.

Nimm Kontakt mit ihnen auf und hol sie zurück! Ich habe neue Hinweise über den Aufenthalt von der Kyberklonflotte. Eorthor weiß, wo sie ist. Und ich werde aus ihm den Standort herausbekommen.

Alaska schien kurz zu überlegen.

Gut, ich versuche es. Gehen wir zum Buckelschiff!

Was ist mit Rodrom? Wer passt auf ihn auf?

Du wirst es nicht glauben, aber Atlan hat ihn auf die HOR´ATEP bringen lassen. Er wollte dieses Monster nicht aus seiner Nähe lassen.

Ein Zischen ließ beide zum Türschott sehen.

Du hast etwas, das mir gehört, Terranerin!

Eorthor betrat den Raum.

Denise baute sich vor ihm auf.

Ich verlange von dir die Koordinaten der Kyberklonflotte!

Ich sagte schon, dass ich davon nichts weiß.

Das glaube ich dir nicht! Siehst du das hier? Sie hielt ihm den Datenträger vor die Augen. Diese Berichte hier sagen genau das Gegenteil davon.

Eorthor streckte fordernd die Hand aus.

Das Teil geht dich gar nichts an. Ich mag es nicht, wenn man in meinen Privatsachen schnüffelt. Gib her!

Zuerst rückst du mit den Koordinaten raus!

Ich …

Ein greller piepender Ton erklang von überall herkommend.

Eorthor zuckte zusammen, drehte sich um und rannte aus dem Konferenzraum.

Was hat das zu bedeuten?, rief Alaska ihm hinterher.

Raumalarm! Das System wird …!

Der Schott schloss sich.

...angegriffen! ergänzte Alaska.

Er packte Denise am Arm und zog sie mit sich.

Schnell zum Buckelschiff!

Joorn verlor durch den überraschenden Ruck den Kristall. Sie wollte ihn wieder aufheben, doch Saedelaere ließ es nicht zu.

Keine Zeit! Wenn ich nicht irre, ist MODRORs Flotte hier! Wir müssen fliehen! Komm!

Beide rannten aus dem Gebäude zu einem der wartenden Gleiter.

Was ist mit De Funes und Leopold? fragte Joorn, kaum dass sie drinnen saßen.

Alaska fluchte.

Bleib hier! Ich hole die beiden! Und Gnade ihnen Gott, wenn die beiden Zeit schinden!

 Atlan!

Ja, was gibt es?

Würdest du bitte schnell zu mir kommen?

Schon unterwegs!

Osiris Stimme hatte sich besorgt angehört. Atlan ahnte Schlimmes.

Er nickte Icho kurz zu und rannte zur Pilotenkanzel.

War es schon so weit? Hatte MODRORs Flotte die Milchstraße erreicht?

Kaum angekommen informierte der Kemete ihn, dass soeben über sämtliche herkömmlichen Hyperfunkfrequenzen die Nachricht verbreitet worden war, dass das Volk der Alysker angegriffen werde.

Einige Außenwelten waren schon dem Erdboden gleich gemacht worden. Alle Kontakte dorthin waren unterbrochen worden und konnten nicht mehr aufgebaut werden.

Die Angreifer gingen mit bestialischer Gewalt vor. Sie löschten alles Leben aus, das ihnen in die Quere kam.

Auch zu vielen anderen angrenzenden Systemen war kein Kontakt mehr möglich.

Atlan erbleichte.

MODROR hat Wind bekommen, dass wir Rodrom haben, mutmaßte er.

Was sollen wir jetzt tun? Hast du einen Vorschlag?, erkundigte sich Osiris.

Wir müssen umkehren! Uns selbst von der aktuellen Lage überzeugen. Vielleicht können wir helfen!

Atlan aktivierte sein Komarmband und gab Icho Tolot über neue Ereignisse Bescheid.

Wir fliegen zurück!, endete er.

Im Alysk-System war das Chaos ausgebrochen. Am Himmel gingen ununterbrochen Sonnen auf und verloschen wieder. Dort endete millionenfach namenloses Leben.

Der Planet selbst wankte wie ein Schiff im Sturm. Die Naturgesetze brachen zusammen. Stürme zogen breite Schneisen in die bestehenden Landmassen und hinterließen nur noch Tod und Zerstörung. Erdbeben erschütterten im Minutentakt die Erde und brachten der Bevölkerung erneut millionenfache Verluste.

Zeit von hier zu verschwinden! riet Denise Joorn und Alaska stimmte ihr mit einem kurzen Nicken zu.

Die Strecke bis zum Buckelschiff überwanden alle im Sprint. Es gab nichts mehr, was sie zu verlieren hatten als ihr Leben.

Mehrere in Brand geschossene Raumschiffe, ob nun alyskischer Bauart oder ein Schiff der Angreifer, es war so schnell nicht feststellbar, schlugen in kurzer Reinfolge auf Alysk ein und erschütterten die Erde schwer.

Riesige Explosionswolken fraßen sich in den immer dunkler werdenden Himmel und verringerten die Sichtweite immer mehr.

Kaum hatten alle ihre Plätze eingenommen und sich angeschnallt, schlug Saedelaere den Alarmstartschalter. Von einem Augenblick zum anderen verwandelte sich das Schiff in eine ohrenbetäubende Raubkatze. Alle Energie, die verfügbar war, wurde jetzt den Triebwerken zur Verfügung gestellt.

Alaska wusste, was er damit auf dem Raumflughafen für Zerstörungen anrichten würde. Er verdrängte diese Gedanken. DasBuckelschiff war ohnehin das einzige Raumschiff, welches sich noch intakt am Boden befunden hatte.

Barym-Raumschiffe voraus! Sie nehmen Kurs auf uns! rief Denise. Sie hatte die Ortung übernommen.

Alaska fluchte innerlich und zwang das Schiff in eine mehrfache Schraube um seine Längsachse, ohne den Kurs zu ändern.

Die ersten ungezielten Treffer landeten auf dem Schutzschild und ließen es in allen Farben aufleuchten. Die KI begann Warnungen zu brüllen, ohne dass jemand diese wirklich beachtete.

Drei Schiffe mit direktem Kurs auf uns! Die Stimme der Frau überschlug sich fast. Selbst Alaska wurde unruhig.

Ganz ruhig! Wir bekommen das schon hin!

Alaska flüsterte die Worte fast unhörbar. Mit einem Gewaltakt am Steuer brachte er das Schiff wieder in eine stabile Fluglage, um es sofort wieder in eine harte Kurve zu reißen. Eine Sekunde später befand sich das Buckelschiff genau zwischen den Angreifern.

Die Überraschung war perfekt, keins der Schiffe schoss. Nur einen Augenblick später änderte sich das. Ein Hagelschauer von Geschossen, ausgesandt von drei Jägern, brach mit Getöse auf in die Richtung des Buckelschiffs, um es zu erledigen.

Und … fanden kein Ziel. Die Beute war seitlich nach unten abgetaucht. Doch kurz hintereinander zerplatzen zwei der Angreifer in einer gigantischen Feuerblume und hinterließen nur noch eine Wolke aus Trümmern. Bevor sich die Besatzung auf dem letzten Schiff darüber im Klaren werden konnte, dass die beiden sich gegenseitig erledigt hatten, flog ihr Schiff ebenfalls in die Luft. Diesmal hatten die Geschütze eines Alyskerschlachtschiffs wieder einmal ihr Ziel gefunden.

Alaska hatte in nur einem Moment, bevor die Geschosswolken einschlugen, noch einmal alles aus den Triebwerken herausgeholt und waren mit unglaublichem Glück in einer sicheren Ecke des Himmels gelandet.

Aus dem ganzen System war ein Schlachtfeld geworden. Notsignale hunderter alyskischer Wracks wurden ausgesandt, ohne Hoffnung, dass es jemanden gab, der helfen konnte. Die Übermacht MODRORs forderte ihren Tribut.

Überall wurde der Widerstand gebrochen. Inzwischen wurde der Hauptplanet selbst aus dem Orbit beschossen. Tausende von Skurittransporter setzten zur Landung an und begannen die Umgebung zu plündern.

Alaska riss sich von diesem Anblick los.

Er musste versuchen, die nötige Geschwindigkeit zu erreichen, um in den Hyperraum wechseln zu können.

Das Buckelschiff wurde getroffen und aus der Bahn geworfen.

Schutzschirmbelastung 130 Prozent! meldete die KI freundlich, als würde sie sich erkundigen, ob noch jemand Kaffee nachgeschenkt haben wolle.

30 Prozent Lichtgeschwindigkeit.

Wir werden verfolgt!, schrie Denise.

Ein gegnerisches Schlachtschiff war hinter ihnen her.

Es holt auf! Alaska mach doch was!

Jetzt begann es wahrlich knifflig zu werden.

Die SIMS wütete wie eine alte Korrabärin, die ihr Junges gegen eine Horde von Räubern verteidigte. Mit viel Kraft und erbarmungslos wurde ein Schiff nach dem anderen in ein Wrack verwandelt. Eorthor wollte es einfach nicht wahrhaben, dass Alysk verloren war.

Zwar war sein Schiff denen der Gegner weit überlegen. Aber die Menge war diesmal der Technik übermächtig. Und wenn MODRORs Truppen anfingen, mit mehreren Schiffen gleichzeitig auf ihn los zugehen, dann waren auch die Grenzen der SIMS erreicht.

Das Buckelschiff fiel ihm ins Auge. Es wurde von einem der Schlachtschiffe gejagt.

Der Alsyker wechselte kurz in den Hyperraum über und kam auf Parallelkurs neben dem Gegner im Normalraum wieder heraus.

Die Waffen der SIMS knackten den Schirm und schlugen auf der gesamten Breitseite in das gegnerische Schiff. Dieses wurde aus der Bahn geworfen, überschlug sich mehrmals und explodierte letztendlich.

Eorthor sendete Koordinaten an Alaska und ging in den Hyperraum.

Es wurde Zeit, dieses System zu verlassen. Diese Schlacht war verloren. Doch das letzte Wort war noch nicht gesprochen.

Ende

Chaos herrscht im Kreuz der Galaxien. Eine eine Million Raumschiff starke Flotte wartet zur Verschiffung in Richtung Milchstraße, doch zuvor sollen die Alysker endgültig ausgelöscht werden. Gibt es noch Hoffnung? Selbst die Kosmokratenflotte Kyberklon könnte es nicht mit einer Million Schlachtschiffen aufnehmen.

Mehr darüber schildert Leo Fegerl in Heft 153

Eorthors Entscheidung.

Kommentar

Und weiter geht es in der Enthüllungsstory über MODRORs getreuen Schatten. Die Schwarze Seele hat auch auf Alysk gewütet aber auch die Weste von Eorthor scheint nicht nur weiß zu sein.

MODROR plant, mit über einer Million Schlachtschiffen die Milchstraße anzugreifen, die militärische Katastrophe scheint unausweichlich. Jedoch scheint es noch eine, wenn auch vage Hoffnung zu geben, die geheimnisumwitterte Kyberklonflotte. Was hat es mit dieser auf sich und kann MODRORs Flotte mit ihrer Hilfe gestoppt werden?

Jürgen Freier

Glossar

Skurit-Soldaten

Mit Skurit-Soldaten sind die geheimnisvollen Skelettsoldaten aus den Armeen des MODROR gemeint. Sie tragen eine Rüstung, die dem Skelett eines Humanoiden gleicht.

Die Skurits sind eigentlich Zievohnen, die jedoch genetisch konditioniert und umgewandelt wurden. Die organische Materie ist quasi mit der Rüstung verschmolzen und der Skurit ist somit ein biomechanisches Wesen. Zudem ist er mental konditioniert worden, so dass er bedingungslosen Gehorsam leistet.

Die Skurits, jährlich werden 2 Millionen neue aus dem Volk der Zievohnen rekrutiert, sind primitive Fußsoldaten und Piloten. Sie erfüllen jedoch ihre Aufgabe bedingungslos und ohne zu Fragen. Das – und ihr brutales Vorgehen – zeichnet sie für MODROR aus.

Barym

Die Doppelgalaxis Barym befindet sich 301 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. NGC 1409 trägt den eigentlichen Namen Barym, während NGC 1410 nur als "Verbotene Zone" bekannt ist. Ein Materiestrahl verbindet die beiden Galaxien miteinander.

Wie ein dünnes Paketband umschnürt diese Pipeline die beiden Galaxien. Über eine Breite von 500 Lichtjahren wird Material vom System NGC 1410 in die Nachbargalaxie abgezogen. Da diese Verbindung aber äußerst dünn ist, schätzen die Astronomen den Strom auf lediglich zwei Prozent der Masse unserer Sonne pro Jahr. Als Antrieb ist die Schwerkraft, die zwischen den Galaxien wirkt, verantwortlich.

Die Kollision hat vor 300 Millionen Jahren stattgefunden und wird erst in etwa 200 Millionen Jahren vollendet sein. Dann werden die beiden Galaxien miteinander verschmelzen.Der Abstand der beiden Galaxien beträgt derzeit noch etwa 20.000 Lichtjahre. Die Völker in Barym sind ausschließlich in NGC 1409 besiedelt. Barym gehört zur nicht genau definierten Mächtigkeitsballung des Kosmotarchen MODROR. Viele seiner Hilfsvölker entstammen aus NGC 1409.

Shul’Vedek

Geboren: ca. 1211 NGZ

Geburtsort: Larsaar, Barym

Größe: 1,99 Meter

Gewicht: 103 kg

Augenfarbe: gelb

Bemerkungen: Vertreter des Volkes der Larsaar, hochintelligent, listig, machthungrig, treuer Anhänger MODRORs, hervorragender General.

Shul'Vedek ist ein kompromissloser Soldat für den nur der Sieg zählt. Er ist ein Günstling von Ghul'Adar und verrichtet seine Aufgaben hervorragend. Vedeks Flotten sind gefürchtet und es ist seine Hauptaufgabe die Barymrebellen zu vernichten.

Vedek stößt 1297 / 1298 NGZ auf die NIMH und beginnt eine Jagd gegen das terranische Raumschiff. Dank Vedek werden die Rebellen völlig aufgerieben und er steht als militärischer Held da.

Er leitet die barymischen Einheiten bei der Invasion in die Milchstraße im HELL-Sektor. Shul'Vedek gehört zu den wenigen Überlebenden der Niederlage, da sein Verband weit verstreut gewesen ist und so nicht in die Falle der Kemeten gegangen ist.

1307 NGZ ist Vedek Oberbefehlshaber der zweiten Invasionsflotte, welche sich im Kreuz der Galaxien sammelt.

Denise Joorn

Geboren am 14.10.1271 NGZ in Boscykville auf Olymp ist die 1,72 Meter und durchtrainierte Denise Joorn als Kind reicher Eltern behütet und umsorgt aufgewachsen. Da sie immer einen Hang zur Selbständigkeit gehabt hat ist sie das erste mal mit 15 Jahren von zuhause ausgerissen, um auf dem Nachbarplaneten archäologische Arbeiten zu beobachten. Dabei hat sie auch ihr erstes Abenteuer erlebt, als sie eine Verbrecherbande überführt hat.

In den folgenden drei Jahren hat Denise sich viel Wissen selbst beigebracht und lieber die Zeit mit der Vergangenheit verbracht, als mit den Lebenden. Ihr Interesse an Wissenschaft, Geschichte und Forschung ist immer größer geworden. In Johannes van Kehm entdeckt sie einen Mentor, der sie auf Expeditionen mit nimmt. Es kommt zu Bruch mit van Kehm, als sie herausfindet, dass er Artefakte an Arkoniden und terranische Unternehmer verhökert, während Denise aus Altruismus Archäologie betreiben will.

1296 NGZ tritt Denise Joorn das erste Mal auffällig in Erscheinung, als sie zusammen mit dem TLD Agenten Stewart Landry einen gefährlichen Verbrecher stellt und wenige Wochen später auf dem Planeten Seshur im Auftrag der LFT archäologische Untersuchungen durchführt. Denise stößt auf einen sensationellen Fund: Das Grab der altägyptischen Göttin Nephtys! Nephtys ist sogar noch am Leben, stirbt aber. Denise – die von Verbrechern und ihrem ehemaligen Mentor van Kehm gejagt wird – gelingt es, immer mehr Beweise für die Existenz der altägyptischen Götter zu finden und ihre Reise führt sie schließlich nach Terra, in das Bundesland Ägypten. Dort findet sie unter den Pyramiden von Gizeh eine uralte Station und wird Zeuge der Erweckung von Osiris.

Denise Joorn gelangt in der Folgezeit an wichtige Inschriften zeitgenössischer Kemeten und studiert 3.000 Jahre Geschichte aus Sicht derer, die von der Existenz der Kemeten gewusst haben. Nach Einigung mit Osiris nimmt Denise auch an dem Himmelfahrtskommando auf dem SONNENHAMMER teil und wird dabei schwer verletzt.

1305 NGZ will sie nach Cartwheel reisen und trifft dabei auf Alaska Saedelaere. Beide werden in das sog. Grüne Universum verschlagen, wo sie auf eine fiktive Erde in ferner Zukunft treffen. Ihre beiden illustren Begleiter seither sind der korpulente Somer Leopold und der cholerische Geschäftsmann Jaques de Fùnes. Später stoßen auch Atlan und Icho Tolot dazu und es stellt sich heraus, dass das Grüne Universum nur ein Test von DORGON für die Gruppe war, um sie für weitere Aufgaben vorzubereiten. DORGONs Konzept Sanna Breen bringt sie zum Kreuz der Galaxien, der Heimat des Volkes der Alysker.

Die DORGON-Serie – Das Riff – ist eine nicht kommerzielle Publikation des PERRY RHODAN ONLINE CLUB e.V.. Band 152 zuletzt geändert am 2007-07-12. Autor: Leo Fegerl. Titelbild-Zeichner: Lothar Bauer. Korrekturleser: Jürgen Freier. Generiert mit Xtory 3.1 von Alexander Nofftz. Homepage: http://www.dorgon.net/. E-Mail: dorgon@proc.org. Adresse: PROC e.V.; z. Hd. Nils Hirseland; Redder 15; D-23730 Sierksdorf; Deutschland. Copyright © 1999–2007. Alle Rechte vorbehalten!