
Nach der Vernichtung des SONNENHAMMERs im Jahre 1298 NGZ scheint MODROR zunächst geschlagen – doch in Wirklichkeit ruhen die Söhne des Chaos nicht. Innerhalb von sechs Jahren stampfen sie aus Cartwheel ein neues Imperium hervor – das Quarterium unter der Führung des Imperatore de la Siniestro. Während sie sich öffentlich als friedliches Reich präsentieren, arbeiten die Söhne des Chaos in Wirklichkeit an der Umsetzung von MODRORs Eroberungsgelüsten.
Nicht anders in M 100, Dorgon. Seit Jahren wird die Regierung unter Kaiser Commanus vom Sohn des Chaos Cau Thon manipuliert. Die Opposition wird als Verräter verschrieen und der Bau einer gewaltigen Flotte wird von jedem akzeptiert. Die Flotte greift Anfang 1305 NGZ Estartu an und überrennt Siom Som. Die Rebellen in Dorgon unter Saraah suchen verzweifelt in Cartwheel nach Hilfe und nehmen mit der IVANHOE II Kontakt auf. Xavier Jeamour hilft den dorgonischen Rebellen. Ein Großteil der Crew desertiert mitsamt der IVANHOE und läuft zur USO über.
Derweil wird Perry Rhodan über die Entwicklungen in Siom Som informiert und beruft eine Konferenz in Moskau ein. Auch der Imperatore de la Siniestro, Imperator Bostich und Kaiser Commanus sollen kommen. Es findet das TREFFEN DER IMPERATOREN statt …
Perry Rhodan warf versonnen einen Blick aus dem Fenster seines Büros in der Solaren Residenz. Unzählige Gleiter und Schiffe schwirrten wie Bienenschwärme aus und nach Terrania-City. In der Stadt war der Frühling angebrochen und lockte viele Ausflügler in die Metropole, die sich heute mit strahlend blauem Himmel präsentierte. Ein Bild des Friedens, wie der Terranische Resident meinte.
Hoffentlich blieb es so.
Doch Rhodan hatte schon zu viel Erfahrung gesammelt, als das er nicht wusste, dass der Frieden immer wieder durch aggressive, Macht besessene Wesen bedroht wurde. Er dachte an die düstere Prophezeiung des Kosmokraten Hismoom, der ein Jahrtausend voller Kriege vorausgesagt hatte. Jedoch wollte er alles tun, um einen drohenden Konflikt zu vermeiden. Dieser drohte vor allem wieder durch die Dorgonen. Nach dem Tode Ulemans war ihm mit Commanus ein Kaiser nachgefolgt, der mehr an die Traditionen der alten Kaiser erinnerte, die schon einmal beinahe einen intergalaktischen Krieg heraufbeschworen hatten. Nun waren die Dorgonen nach Siom-Som eingedrungen und hatten diese Galaxie besetzt. Zwar waren die ESTARTU-Galaxien weit weg – mehr als 50 Millionen Lichtjahre lag Siom-Som entfernt –, doch Rhodan wusste aus leidvoller Erfahrung, dass sich die Ereignisse in einer anderen Galaxie auch auf die heimische Milchstraße auswirken konnte.
Daher hatte er zu einer Konferenz in die alte Stadt Moskau eingeladen. Dort wollte er sich mit den wichtigsten Staatsoberhäuptern treffen, um nach einer friedlichen Lösung zu suchen.
Rhodan wurde in seinen Gedankengängen unterbrochen, als ihm seine Sekretärin meldete, dass die IVANHOE II auf dem Raumhafen von Terrania-City gelandet war und einige Besatzungsmitglieder mit ihm zu sprechen wünschten. Der Terranische Resident ordnete an, dass die Gäste unverzüglich zu ihm gebracht werden sollten.
Bereits kurze Zeit später erschienen Jan Scorbit, der Leiter der USO in Cartwheel, der Ritter Gal'Arn, dessen Schüler Jonathan Andrews, Besatzungsmitglied Mathew Wallace sowie die Jerrer Saraah und der Dorgone Torrinos in seinem Büro. Perry begrüßte die Neuankömmlinge herzlich und lud sie ein, Platz zu nehmen.
Torrinos war bereits vor einiger Zeit angekommen und hatte Rhodan über die Invasion in Siom Som berichtet. Perry wollte sich aber auch den Bericht von Saraah anhören.
»Es ist schön, euch alle gesund und munter wiederzusehen.«
»Ja, das finde ich auch«, sagte Mathew Wallace lächelnd in Anspielung auf die Ereignisse der letzten Tage, bei denen er knapp dem Tode entgangen war.
»Bitte berichtet mir ausführlich, was passiert ist«, bat Rhodan seine Gäste.
Abwechelnd berichteten Mathew Wallace, Gal'Arn und Jan Scorbit über die erschreckende Entwicklung innerhalb Cartwheels und den Aufstieg des Quarteriums sowie über den Schauprozess bei dem Wallace und Xavier Jeamour zum Tode verurteilt worden waren und ihre anschließende Befreiung durch Gal'Arn und die Flucht mit der IVANHOE II nach Quinto.
»Aus diesem Grunde hielt ich es für das Beste, der IVANHOE II und ihrer Besatzung Asyl zu gewähren und sie in die USO aufzunehmen«, schloss Jan Scorbit. »Hier in der Milchstraße sind sie vor den Nachstellungen des Quarteriums sicher. Außerdem halte ich die Handlungsweise von Kommandant Jeamour und Mathew Wallace für gerechtfertigt. Die Unterstützung eines völkerrechtswidrigen Angriffs wie im Fall Dorgon gegen Siom Som, ist nach den Statuten der Neuen USO illegal.«
Perry Rhodan schüttelte ungläubig den Kopf. »Ich begreife nicht, wie das Gericht zu einem solchen Urteil gelangen konnte. Und dann noch die Todesstrafe zu verhängen – geradezu barbarisch.«
»Die Todesstrafe wurde vor kurzem wieder eingeführt«, erklärte Scorbit. »Dazu noch einige andere Bürgerrechtsbeschränkungen, alles mit Zustimmung des Parlaments und damit völlig legal.«
»Was ist nur mit Cartwheel geschehen?«, stellte der Resident in den Raum. »Ich werde mit Marquese darüber sprechen. Das alles ist nicht im Sinn der Werte, die die LFT vertritt!«
»Dies alles geschieht mit ausdrücklicher Billigung des Marquese oder Imperatore, wie er sich jetzt nennt«, berichtete Gal'Arn. »Niemand im Parlament würde es mehr wagen, sich offen gegen de la Siniestro zu stellen.«
Rhodan schwieg einen Moment betroffen, dann wandte er sich Saraah zu. »Bitte berichten Sie mir, was sich in Siom-Som zugetragen hat.«
Die hübsche Jerrer erzählte ausführlich von der aktuellen Lage innerhalb der Galaxis Siom-Som und wie es zum dem Überfall der Dorgonen gekommen war, und dass die dorgonische Widerstandsbewegung Kontakt zu der somerischen Résistance, die von dem ehemaligen Generalsekretär des Paxus-Rates, Sruel Allok Mok geführt wurde, aufgenommen hatte.
»Siom Som hat am 6. März kapitulieren müssen. Sam fürchtet, dass auch die anderen Galaxien erobert werden sollen und dass dies nur der Anfang einer schrecklichen Entwicklung ist. Deshalb hat er eine Untergrundorganisation gebildet. Doch dazu benötigt er Hilfe von außen. Daher wurde ich beauftragt, bei der Neuen USO in Cartwheel um Unterstützung zu bitten. Das Quarterium sieht uns jedoch als Terroristen und nicht als Freiheitskämpfer an. Von denen ist also keine Hilfe zu erwarten. Uns bleibt nur die Hoffnung auf die USO und die LFT.«
Rhodan runzelte die Stirn. Oftmals war die Grenze zwischen Widerstandskämpfern und Terroristen schwer zu erkennen. Mal wurden aus Terroristen Widerstandskämpfer oder umgekehrt aus Widerstandskämpfern Terroristen. Er erinnerte sich zurück, als er und seine Freunde selbst zum Widerstand gezwungen waren während der Besatzung der Milchstraße durch die Ewigen Krieger und Sotho Styg Ian. Rhodan und einige seiner Getreuen arbeiteten damals als Gänger des Netzes in der Mächtigkeitsballung ESTARTUs gegen die Ewigen Krieger und wurden von den Pterus als Terroristen angesehen.
Doch sie hatten niemals Terror-Methoden angewendet und das war der entscheidende Punkt. Rhodan kannte Sruel Allok Mok als ehrenwerten Humanisten. Er würde niemals terroristische Methoden anwenden und auch die dorgonische Widerstandsbewegung war immer bemüht gewesen, Unschuldige zu schützen, ganz im Gegensatz zu den Kaisern, die sie bekämpften. Perry brauchte also nicht lange zu überlegen, wem er Sympathie entgegenbrachte.
»Ich verspreche Ihnen, dass ich bei der bevorstehenden Konferenz alles tun werde, um dieses Problem zu lösen«, erklärte der Terranische Resident. »Der Angriff der Dorgonen ist völkerrechtswidrig. Sie werden damit nicht durchkommen. Ich bin sicher, auch mit den anderen Sternenreichen eine Einigung erzielen zu können. Morgen erwarte ich Aurec in Terrania-City. Sobald er hier ist, berate ich mit ihm das weitere gemeinsame Vorgehen. Die Besatzung der IVANHOE II steht unter dem Schutz der LFT.«
Zufrieden verabschiedeten sich seine Gäste und ließen einen nachdenklichen Zellaktivatorträger zurück.
Am nächsten Tag landete Aurec mit seinem Flaggschiff SAGRITON auf dem Raumhafen von Terrania-City, wo er von Perry Rhodan und Reginald Bull mit allen Ehren empfangen wurde. Nachdem die Drei das politische Protokoll und die Medienprozedur überstanden hatten, zogen sie sich in die Solare Residenz zurück, um die aktuelle politische Situation zu besprechen.
Rhodan berichtete Aurec von der Ankunft der IVANHOE II und den Darlegungen der Besatzungsmitglieder.
Als er fertig war, blickte ihn der Saggittone besorgt an. »Saggitton ist sehr beunruhigt über die Entwicklung der Lage, nicht nur in Siom-Som und Dorgon, auch die Entwicklung in Cartwheel und der Machtaufstieg des Quarteriums bereitet uns Sorge.«
»Gewiss, einige Dinge sind nicht sehr erfreulich, aber die Milchstraßenvölker und die Völker Cartwheels sind schließlich Verbündete und werden sich auf ihre gemeinsamen Werte besinnen. Beide Galaxien sind eng miteinander verbunden.«
Aurec widersprach. »Perry, Cartwheel ist doch jetzt im Grunde das Quarterium. Wer soll sich diesem starken Machtblock ernsthaft widersetzen können? Die Saggittonen werden immer mehr isoliert. Der Angriff der Dorgonen wird vom Quarterium geduldet. Ich bezweifele sehr, dass die dagegen einschreiten. Wenn aber kein diplomatischer Weg aus dieser Krise gefunden wird, befürchte ich einen intergalaktischen Krieg.«
Reginald Bull stimmte dem Saggittonen zu. »Ich bin Aurecs Meinung. Diese monarchistischen Armleuchter aus Dorgon werden sich ganz Estartu holen wollen. Siom-Som ist doch erst der Anfang. Also treten wir diesen Korinthenkackern in den Arsch, bevor sie zum nächsten Schlag ausholen!«, regte sich Bully auf, wobei er rot im Gesicht anlief.
»Bully, bitte tu mir den Gefallen und halte dich auf der Konferenz mit deinen blumigen Äußerungen zurück«, ermahnte Rhodan seinen ältesten Freund.
»Na klar doch, Perry. Bin ich schon mal aus der Rolle gefallen? Du kennst mich doch«, versicherte dieser treuherzig.
»Eben«, seufzte Rhodan. »Ist für die Konferenz in Moskau alles vorbereitet, Bully?«
»Ja, alles bestens. Der Kreml ist blitzblank wie seit Genosse Stalins Zeiten nicht mehr. Auch das kalte Buffet habe ich ausgesucht. Eigentlich viel zu schade für diese Sesselfurzer.«
»Nun gut, ab morgen werden die ersten Staatsoberhäupter eintreffen. Hoffen wir das Beste. Hast du noch eine Frage, Aurec?«, wollte Rhodan von dem Saggittonen wissen, der ihn fragend ansah.
»Ja, wer ist Genosse Stalin?«
Das Gipfeltreffen auf Terra war natürlich die Story für die Medien schlechthin, sodass ein riesiges Aufgebot an Journalisten, Kommentatoren, Moderatoren, Kameraleuten und Berichterstattern aller Art auf Terra eintraf, um über die Konferenz in Moskau zu berichten.
Natürlich war auch Speaky Mohlburrys INSELNET live dabei, denn schließlich kam der Imperatore von Cartwheel höchstpersönlich nach Terra. Intendant Guy Pallance selbst wollte die Berichterstattung führen. Ohne Speaky Mohlburrys Einverständnis abzuwarten, setzte er sich in den INSELNET-Raumer und flog mit einem ausgewählten Team durch das Sternenportal in die Milchstraße.
Mit dabei war auch Malica Homest, die niedlich wirkende 1,65 Meter große, brünette Nachwuchsjournalistin die von der großen Karriere träumte. Malica war vor drei Jahren als Ersatz für Speaky Mohlburrys Tochter Janela gekommen. Janela war aus beruflichen Gründen nach Terra zurückgekehrt und hatte Malica als Ersatz vorgeschlagen. Zunächst war es auch ganz gut gelaufen für Malica, doch dann war sie immer mehr zum Opfer des skrupellosen Intendanten Guy Pallance geraten und als sie ein wichtiges Interview verpatzte, wurde sie nur noch für unwichtige Dinge eingesetzt. Als Pallance sie nun mit nach Terra nahm, hoffte sie darauf, sich rehabilitieren zu können. Doch Pallance hatte spezielle Pläne mit der jungen Frau. Als sie in ihrem Hotel in Moskau ankamen, weihte er sie ein.
»Hör zu, Kleine. Ich habe eine Möglichkeit für dich, dein Können zu beweisen. Du kennst doch Aurec?«
Malicas Augen begannen zu leuchten. »Den obersten Saggittonen? Na und ob ich den kenne! Was für ein gut aussehender Mann! Soll ich etwa ein Interview mit ihm führen?«
Guy Pallance lehnte sich in seinem Sessel zurück. »Gewissermaßen. Ich will, dass du sein Vertrauen gewinnst. Von mir aus kannst du auch intim mit ihm werden, das ist mir schnuppe, aber ich will, dass du mir Informationen beschaffst, die man sonst in einem normalen Interview nicht bekommt.«
Malica war entsetzt. »Ich soll ihn ausspionieren? Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein, Mr. Pallance!«
Pallance grinste kalt.
»Natürlich, Kleine. Dachtest du etwa, du könntest die Reportage über dieses Großereignis machen? Die mache selbstverständlich ich selbst. Aber das ist deine Chance. Wenn du es gut machst, kletterst du die Karriereleiter hinauf, wenn du dich weigerst, schmeiße ich dich raus.«
»Aber das können sie doch nicht machen, Mr. Pallance!«, flehte Malica mit Tränen in den Augen. »Journalismus ist mein ein und alles. Bitte haben Sie doch Mitleid!«
»Mitleid? Was hab ich denn davon? Ich brauche gute Einschaltquoten und gute Werbekunden. Dumme Puten wie dich bekomme ich hunderte. Außerdem habe ich doch Mitleid bewiesen, indem ich dir diese Chance anbiete.«
Pallance zündete sich eine Zigarre an und nahm selbstzufrieden einen tiefen Zug.
»Das Universum ist nur für die Starken da, die Schwachen müssen kuschen oder gehen vor die Hunde. So ist das nun mal, Kleine. Willst du kuschen? Oder willst du deine Chance nutzen? Wenn du gut bist, bekommst du vielleicht sogar die Sendeleitung in Terrania-City.«
Das wirkte. Wenn sie in das Studio von Terrania-City konnte, war sie den widerlichen Pallance endlich los, überlegte sie. Außerdem stieg die Versuchung in ihr, Aurec näher zu kommen.
»Also gut. Aber wie soll ich an ihn rankommen? Soll ich mich als Journalistin vorstellen?«, wollte sie wissen.
Pallance winkte ab. »Nein, auf keinen Fall. Dann würde er abweisend reagieren. Aurec mag Journalisten nicht besonders. Ich muss mir etwas ausdenken. Es muss wie ein Zufall wirken, dass ihr euch kennen lernt und wenn er erstmal in deine treudoofen Augen guckt, ist es um einen humanistischen Trottel wie ihn sicher geschehen.«
Pallance lachte.
Malica starrte auf den Fußboden. Es gefiel ihr nicht, dass Pallance so abfällig über Aurec, den sie verehrte, redete. Aber sie hatte keine andere Wahl als das Spiel mitzumachen, wenn sie endlich eine richtige Journalistin werden wollte. Dazu musste sie hart sein. Wenn man weich war, konnte man nicht Karriere machen.
Zufrieden mit sich und der Welt schlenderte Guy Pallance durch die Hotelhalle.
Was war er doch für ein toller Kerl!, dachte er.
Speaky Mohlburry konnte sich glücklich schätzen einen so guten Mann wie ihn als Intendanten zu haben. Leider wusste der alte Narr dies nicht immer zu würdigen. Doch Pallance hatte Geduld, eines Tages würde Mohlburry sich beim Quarterium um Kopf und Kragen bringen, dann schlug seine Stunde. Pallance lachte fröhlich.
»Darf man fragen, was sie so erheiternd finden?«, fragte eine bekannte Stimme hinter ihm.
Erschrocken drehte sich Pallance um. Vor ihm stand Speaky Mohlburry. Neben ihm stand ein alter Mann, den Pallance sogleich erkannte - es war Jaaron Jargon, der linguidische Chronist.
Pallance reagierte sichtlich verlegen. »Oh, äh, Mr. Mohlburry und Mr. Jargon. Was für eine unerwartete Freude, Sie hier zu sehen«, log er.
»Sie sind ein schlechter Lügner. Sie sind bestürzt mich zu sehen, geben Sie es zu«, konterte Mohlburry.
»Aber nein. Wie können Sie so etwas nur denken. Ich bin nur überrascht, Sie hier in Moskau anzutreffen.«
»Wenn Sie nicht so überstürzt mit unserem Firmenraumer aus Cartwheel abgereist wären, hätten Sie uns ja mitnehmen können. So mussten Mr. Jargon und ich mit einer normalen Passage hierher kommen.«
»Es ist eine große Ehre, dass Sie meiner Berichterstattung beiwohnen möchten, Mr. Mohlburry.«
Mohlburry verdrehte die Augen. »Bilden Sie sich keine Schwachheiten ein. Ich übernehme die Berichterstattung vom Gipfel selbst. Sie mit ihrem reißerischen Stil sind für ein solch wichtiges Großereignis nicht geeignet. Sie könnten höchstens über »Terra sucht den Superstar« berichten, daher werden Mr. Jargon und ich die Reportage aus dem Kreml übernehmen.«
Pallance schüttelte ungläubig den Kopf. »Das können Sie doch nicht machen! Ich weiß am besten, wie man die Nachrichten für die werberelevante Zielgruppe der Zehn- bis Neunundneunzigjährigen attraktiv macht. Wenn Sie und der alte Kauz das übernehmen, sehen doch nur noch Rentner bei INSELNET zu!«
»Bei uns wird jeder bedient, der die Wahrheit wissen will. Mit diesem Grundsatz habe ich mein Unternehmen aufgebaut und bin bislang gut damit gefahren. Auch Ihnen würde dies gut zu Gesicht stehen. Ich will aber anerkennen, dass Sie uns gute Werbekunden verschafft haben, daher erteile ich Ihnen den Auftrag nach Terrania-City zu reisen und dort morgen über die Ankunft dieses übergeschnappten Spaniers, der sich Imperatore nennt, zu berichten.«
»Aber …«, wollte Pallance protestieren, doch Mohlburry schnitt ihm das Wort ab.
»Kein aber! Das war mein letztes Wort! Sie berichten über die Ankunft der Konferenzteilnehmer, ich und Jaaron über den Rest. Basta!«
Widerstrebend fügte Pallance sich. Jetzt brauchte er um so dringender eine Story über Aurec und wichtige Informationen von ihm. Er brauchte etwas, was nur er allein exklusiv verwenden konnte.
Am nächsten Tag berichteten alle Medien mit etlichen Sondersendungen über die Ankunft des Imperatore de la Siniestro, der mit seinem gewaltigen Flaggschiff EL CID in Terrania-City landete. Der große Flottenraumhafen in Terrania war der einzige, der diesen Koloss aufnehmen konnte. Die innere Kugel besaß einen Durchmesser von 5000 Metern. An der Hauptkugel war ein schmaler, 250 Meter flacher und 1000 Meter langer Ringwulst angeflanscht. Auf der »hinteren« Seite des Kugelraumers verlief der flache Ringwulst zu einem lang gezogenen, zylinderförmigen »Schwanz« von 2000 Meter Länge. Unterhalb dieses Zylinderschwanzes befanden sich diverse Hangars. Insgesamt kam die EL CID auf eine Länge von 8000 und eine Breite von 6000 Metern. Die gesamte Besatzung kam auf eine Stärke von 98.525 Mann! Davon bildeten 2500 die Grundbesatzung, die zum Steuern des Schiffes nötig war. An Bord befanden sich außerdem zehn 100 Meter Kreuzer, 400 Space-Jets, 9000 Jäger und 2000 Shifts. Die Bewaffnung bestand aus 500 Transformgeschützen, 750 MHV-Geschützen, zehn Transonatoren, einem Hypertron-Impulser, dem Semi-Transit-Feld und fünfzehn Arkonbomben. Flankiert von den zehn 100 Meter Kreuzern und unzähligen Jägern setzte die EL CID auf dem Raumhafen auf.
Perry Rhodan, der den Marquese erwartete, hielt nicht viel von solchen Schauspielen. Missmutig beobachte er, wie sich das Schott der EL CID öffnete und eine Gangway herausgefahren wurde. Dann traten etliche Soldaten heraus, die sich auf dem Landefeld in Reih und Glied aufstellten. Dabei war auch ein Orchester, das die alte spanische Nationalhymne spielte, die jetzt auch die Hymne von Mankind bildete.
Nun endlich schritt Don Philippe de la Siniestro betont würdevoll die Gangway herunter. Begleitet wurde er von seinem Sohn Peter, dem Posbi Diabolo und dem silbernen Ritter Cauthon Despair. Der alte Spanier hob huldvoll die Arme und winkte den Journalisten und schaulustigen Bürgern gnädig zu. Rhodan fühlte sich unwillkürlich an alte Filme erinnert, in denen sich absolutistische Herrscher so aufführten. Der Terranische Resident gab sich einen Ruck und schritt dem Marquese und seinem Gefolge entgegen und begrüßte den alten Spanier, wie es sich gehörte.
»Ich heiße Sie und Ihre Mitarbeiter herzlich auf Terra willkommen, Marquese«, sagte Rhodan und schüttelte dabei die knöchrige Hand des alten Mannes.
»Imperatore! Ich bin jetzt Imperatore, aber meine alten Freunde dürfen mich auch gern Marquese nennen«, entgegnete der Marquese gnädig. »Dennoch vielen Dank für die nette Geste. Es ist ein erhebendes Gefühl, wieder auf die gute alte Erde zurückzukehren.«
Rhodans innere Stimmung verschlechterte sich noch mehr. Der Marquese schien sich sehr verändert zu haben. Er fragte sich, ob ES nicht einen Fehler begangen hatte, als er dem alten Spanier einen Zellaktivatorchip verliehen hatte. Womöglich war dem alten Mann aus dem 18. Jahrhundert der rasante Aufstieg und die damit verbundene Machtfülle zu Kopf gestiegen. Aber die Entscheidungen der Superintelligenz war schon immer sehr exzentrisch gewesen und waren, sie wie schon im Falle Monkey, ohne Rhodans Rat erfolgt. Offenbar war seine Meinung nicht mehr gefragt, wenn es um das ewige Leben für Terraner ging.
Der Terranische Resident konnte natürlich nicht ahnen, dass seine Gedankengänge völlig falsch waren, da der Marquese seinen Zellaktivator in Wirklichkeit von MODROR erhalten hatte.
Rhodan wandte sich Cauthon Despair zu. »Schön dich wiederzusehen, Cauthon. Ich hoffe, es geht dir gut.«
»Bestens, Perry Rhodan, bestens«, erwiderte der silberne Ritter emotionslos.
»Ich bin auch noch da!«, quengelte Peter laut. »Als Sohn des Imperatore und Thronfolger bin ich ja wohl wichtiger als ein einfacher Ritter! Außerdem bin ich Generalmarschall!«, beschwerte der seltsame Klon, der in eine blauweiße Uniform aus der Mitte des 18.Jahrhunderts gekleidet war.
Perry war froh, dass Bully schon nach Moskau gereist war, sonst hätte es jetzt sicherlich Reibereien gegeben.
»Ich bitte um Verzeihung, Generalmarschall. Bitte erweisen Sie mir die Ehre, die Truppen zu inspizieren.«
»Na gut, ich will mal nicht so sein«, gab sich Peter gönnerhaft.
Rhodan schritt nun mit dem Marquese und seinem Gefolge die angetretene terranische Ehrenformation ab.
»Nicht schlecht Ihr Empfang, Resident Rhodan«, sagte Peter anschließend. »Aber vielleicht wäre es möglich beim nächsten Mal einundzwanzig Salutschüsse zu Ehren meines Vaters, dem Imperatore, abzufeuern, wie es sich für einen Mann seines Ranges geziemt. Außerdem müssten Ihre Soldaten mal richtig gedrillt werden und zwar von einem kompetenten Fachmann wie mir.«
Rhodan versuchte ruhig zu bleiben und ignorierte die Bemerkung.
»Aber Peter, wo bleiben deine Manieren? Du kannst doch unseren Gastgeber nicht so in Verlegenheit bringen«, maßregelte der Marquese seinen Sohn.
Als Peter zerknirscht schwieg, wandte er sich wieder Perry Rhodan zu.
»Sie haben alles vortrefflich arrangiert. Wir danken Ihnen.«
»Sie werden per Transmitter zum Kreml gebracht, wo Unterkünfte auf sie warten. Ich hoffe, sie sind nicht zu bescheiden für sie«, erwiderte Rhodan.
»Für den Frieden sind wir gerne bereit Opfer zu bringen«, gab sich Don Philippe großmütig.
»Darüber würde ich gerne noch in einem separaten Treffen mit Ihnen sprechen, Imperatore«, meinte der Terranische Resident. »Wir sollten uns auf eine gemeinsame Linie vor der Konferenz einigen.«
»Nun, ich denke dies wird nicht nötig sein«, lehnte der alte Spanier ab. »Wir haben ja auf der Konferenz genug Gelegenheit, unsere Meinungen miteinander auszutauschen.«
»Ich würde es für jedoch für besser halten, diese wichtige Angelegenheit schon vorher zu besprechen«, blieb Rhodan hartnäckig.
»Du hast den Imperatore gehört, Resident. Er ist jetzt müde und möchte in sein Hotel«, mischte sich Cauthon Despair ein. Seine Stimme duldete keinen Widerspruch.
»Also gut, wie Sie wünschen. Man wird Sie zum Transmitter führen, der Sie nach Moskau bringt. Residenz-Minister Bull wird Sie dort empfangen.«
Enttäuscht über diesen Affront blickte er dem Marquese und seinem Gefolge nach, als sie zum Transmitter gingen, der sie kurz darauf abstrahlte. Die Konferenz begann nicht gerade gut. Warum wollte der Marquese nicht mit ihm reden? Stand er unter dem Einfluss anderer, etwa von Cauthon Despair? Der Terranische Resident sah der bevorstehenden Konferenz beunruhigt entgegen.
Guy Pallance berichtete derweil für INSELNET über die Ankunft des Imperatore. Es ärgerte ihn, dass Mohlburry ihn so abgespeist hatte und selbst die Berichterstattung über die Gipfelkonferenz übernahm. Schlecht gelaunt kehrte Pallance in das Journalistenhotel nach Moskau zurück, wo schon Malica auf ihn wartete.
»Haben Sie schon gesehen, dass Mr. Mohlburry hier ist?«, fragte sie ihren Chef überflüssigerweise.
»Ja, ich bin ja nicht blind, du dusselige Kuh!«, herrschte er die junge Frau an, die daraufhin nur mühsam ihre Tränen zurückhalten konnte. »Fang jetzt bloß nicht an zu flennen! Was glaubst du, wie ich mich fühle! Der alte Sack berichtet nun selbst über die Konferenz. Und als ob das noch nicht genug wäre, hilft ihm dieser linguidische Tattergreis dabei.«
Pallance warf sich resignierend in den Sessel und holte tief Luft. Als er einige Zeit geschwiegen hatte, sagte er:
»Um so dringender brauchen wir jetzt die Story mit Aurec. Er muss uns Infos liefern, wenn schon nicht über diese Konferenz, dann vielleicht für zukünftige Ereignisse. Und du, Malica, wirst mein trojanisches Pferd sein.«
»Aber wie soll ich denn an Aurec herankommen und mit ihm Kontakt aufnehmen?«
»Ich habe Aurec schon in Cartwheel beobachten lassen. Ich kenne viele seiner Angewohnheiten. Eine davon ist, dass er jeden Abend einen Spaziergang unternimmt. Also wird er das auch heute wieder tun. Ich habe in Erfahrung gebracht, dass er einen Bungalow in Terrania-City bewohnt. Wenn er also heute Abend wieder spazieren geht, wird allerdings etwas Unvorhergesehenes passieren – er wird dir begegnen, Malica. Du wirst ihm über den Weg laufen und ihm eine rührende Geschichte über dich erzählen.«
Malica blieb skeptisch. »Er wird mich nicht einmal bemerken.«
Pallance grinste höhnisch. »Doch das wird er. Vertrau mir und tu was ich dir sage, dann wird es klappen.«
Malica war nicht überzeugt, aber sie gab wieder einmal nach. Sie wollte unbedingt eine erfolgreiche Journalistin werden. Und dafür war sie bereit fast alles zu tun.
Aurec verließ am späten Abend noch einmal seinen Bungalow, den ihm Perry Rhodan zur Verfügung gestellt hatte, um noch etwas frische Luft zu schnappen. Er befand sich in einem ruhigen Außenbezirk von Terrania-City, am kleinen Goshun-See. Der Saggittone empfand es recht angenehm hier, da die Gegend ruhig und friedlich wirkte. Doch während er darüber sinnierte, störte ein Schrei seine Ruhe.
Hm, von wegen ruhig und friedlich. Zu früh gefreut, dachte er etwas genervt. Als ein erneuter Schrei ertönte, rannte Aurec in die Richtung der Hilferufe. Dort sah er, wie eine junge Terranerin, die an einen Lichtmast gekettet war und von zwei arkonidischen Männern geschlagen und drangsaliert wurde.
»Du antiarkonidische Schlampe!«, pöbelte einer der Männer. »Dir werden wir zeigen, was es heißt, über den Imperator und seine Freunde zu lästern!«
»Nieder mit allen Antiarkoniden!«, brüllte der Zweite und holte mit einer Hand aus, um der jungen Frau einen Schlag ins Gesicht zu versetzen.
Doch bevor er dazu kam, hatte Aurec ihn gepackt und niedergeschlagen.
»Was mischt du dich hier ein, du dreckiger Barbar!«, grölte der zweite Arkonide.
»Das »dreckig« verbitte ich mir«, gab Aurec zurück und streckte den Mann mit einem Kinnhaken nieder.
Völlig überrumpelt ergriffen die beiden Arkoniden die Flucht.
Aurec wandte sich der jungen Frau, die weinend am Lichtmast lehnte, zu und legte ihr tröstend eine Hand auf die Schulter. »Sie können beruhigt sein. Sie sind weg. Ist alles in Ordnung mit Ihnen?«
»Ja, vielen Dank. Ich hatte solche Angst«, schluchzte die Frau. »Wenn Sie nicht gekommen wären, hätten die mich bestimmt zusammengeschlagen und womöglich vergewaltigt. Sie sind mein Retter, Mister …?«
»Aurec. Und wie ist ihr Name?«
»Malica, Malica Homest.«
»Was tut eine so junge, hübsche Dame wie Sie hier draußen ganz allein, und noch dazu mitten in der Nacht?«, wollte Aurec wissen.
»Ich bin Friedensaktivistin und wollte gegen den Imperialismus der Dorgonen und Arkoniden protestieren«, log Malica.
Während sie redete, fiel Aurec auf, dass sie mit Handschellen an den Lichtmast angekettet war.
»Sie haben sie gefesselt, die Mistkerle! Ich rufe die Polizei, damit sie befreit werden«, sagte der Saggittone erregt.
»Oh nein! Nicht!«, rief Malica panisch.
»Wieso nicht?«, fragte Aurec misstrauisch.
»Ich hab den Schlüssel bei mir«, erklärte Malica und holte den Schlüssel für die Handschellen aus ihrer Tasche. Sie gab ihn Aurec.
Aurec blickte sie verständnislos an. »Sie haben sich selbst angekettet?«, fragte der Saggittone ungläubig.
»Das war ja mein Protest. Hier wohnen viele Prominente, auch Arkoniden und Dorgonen. Ich wollte auf diese Weise gegen den arkonidischen und dorgonischen Imperialismus protestieren und für den Frieden demonstrieren. Wenn Sie die Polizei alarmieren, werde ich womöglich bestraft, weil ich mich an einen öffentlichen Lichtmast angekettet habe. Beamte können so unsensibel sein.«
»Und die beiden Arkoniden waren wohl mit Ihrer Aktion nicht ganz einverstanden«, folgerte Aurec, während er die junge Terranerin von ihren Handschellen befreite.
»Ja, die Arkoniden sind furchtbar nationalistisch und haben keinen Sinn für demokratische Werte!«, ereiferte sich Malica. Sie wirkte sehr überzeugend. Als sie wieder frei war, umarmte sie den Saggittonen herzlich.
»Ich weiß gar nicht, wie ich ihnen danken soll.«
Aurec fühlte sich durch die herzliche Umarmung angenehm berührt. Außerdem imponierte ihm der Mut und die Einstellung der jungen Frau. Er wollte sie näher kennen lernen.
»Darf ich Sie, nach dem Schreck, zum Essen einladen. Sie brauchen keine Angst haben, ich bin kein perverser Sittenstrolch. Vielleicht haben Sie schon einmal von Aurec, dem Kanzler der Saggittonen gehört?«
Malica sah ihn strahlend an. »Sie sind Aurec? Das ist unglaublich! Ich bin von Aurec, dem Saggittonen gerettet worden. Ich bewundere Sie und Ihre Freunde so sehr. Sie setzen sich für Frieden und Freiheit aller Wesen ein.«
»Dann erweisen Sie mir also die Ehre?«
»Selbstverständlich, die Ehre ist ganz auf meiner Seite, Sir.«
Aurec lächelte. »Nennen Sie mich einfach nur Aurec.«
Als sie gingen, frohlockte Malicia innerlich. Es lief besser, als sie es sich vorgestellt hatte. Selbst die stärksten Männer konnten so naiv sein, wenn sie von einer Frau bezirzt wurden.
Befriedigt beobachtete Guy Pallance, wie Malicia mit Aurec davonschlenderte. Sein Plan hatte bestens funktioniert.
»Kriegen wir jetzt unser Geld?«, fragte einer der beiden Arkoniden.
»Sicher, ihr habt einen guten Job gemacht«, erklärte sich der Intendant von INSELNET einverstanden und steckte den beiden je einen 100-Galax-Schein zu.
Die Täuschung hatte perfekt funktioniert. Er hatte Aurecs Schwächen gründlich analysiert. Eine davon war, dass der Saggittone eine romantische Ader hatte und sich nach einer Gefährtin sehnte. Diese Schwäche gedachte Pallance auszunutzen. Als Medienexperte wusste er, wie man Ereignisse manipulierte und den Eindruck erweckte, als seien sie echt und somit bestimmte Stimmungen erzeugte. Die Wesen fielen immer wieder darauf herein. Nun lag es an Malica, dass der Rest des Planes funktionierte. Da Pallance keine romantische Ader besaß, sondern Geld und Ehrgeiz sein Denken und Handeln bestimmte, war er überzeugt, dass Malica für eine Karriere alles tun würde. Zufrieden mit sich und der Welt kehrte er in sein Hotel nach Moskau zurück.
Aurec lud Malica in ein kleines, ruhiges Lokal am Goshun-See ein, in dem sie gut speisten.
»Ich hoffe, Sie sehen es mir nach, dass ich Sie in dieses kleine Lokal eingeladen habe, anstatt in eines der größeren Restaurants in der City, aber hier ist es ruhiger und man wird nicht auf Schritt und Tritt von irgendwelchen lästigen Journalisten oder Paparazzi genervt. Das ist mir leider in Cartwheel manchmal passiert.«
»Ich finde es großartig, es ist sehr gemütlich hier und das Essen ist prima«, gab sich Malica verständnisvoll. Sie konnte es auch wirklich verstehen, denn viele ihrer Kollegen waren oftmals aufdringlich. Dass sie selbst auf ihre Weise mittlerweile auch so geworden war, fiel ihr nicht auf.
»Dann bin ich beruhigt«, entgegnete Aurec lächelnd.
»Sie mögen wohl Journalisten nicht besonders, wie?«, fragte Malica, obwohl sie die Antwort schon ahnte.
»Nicht sonderlich. Sicherlich gibt es auch seriöse Berichterstatter, aber die meisten interessieren sich nur für ihre Erfolgsstory, damit ihr Sender gute Einschaltquoten oder Marktanteile bekommt. Die Hintergründe kümmern sie wenig. Bei uns Saggittonen ist das anders.«
»Sie fühlen sich bestimmt oft einsam, wenn Sie von Ihrem Volk getrennt sind«, meinte Malica einfühlsam.
»Manchmal schon, aber ich habe auch viele neue Freunde bei anderen Völkern und Kulturen gefunden. Jedes Volk hat seine Stärken und Schwächen. Die Stärke der Menschen ist ihre Energie und ihr Wissensdurst. Ihr Nachteil ist die Jagd nach Geld und Macht. Für einige scheinen Geld und Erfolg ihr einziger Lebensinhalt zu sein.«
Malica schwieg betreten, da sie sich angesprochen fühlte.
Als Aurec dies bemerkte, ahnte er natürlich nicht den Grund.
»Bitte, verzeihen Sie mir, wenn ich zu philosophisch werde. Ich wollte Ihnen den Abend nicht verderben,« entschuldigte er sich.
»Das haben Sie nicht. Im Gegenteil, Sie haben ihn gerettet.«
Aurec lachte. »Stimmt, ohne mich hätten Sie womöglich die ganze, kühle Nacht an einem Lichtmast verbracht. Bitte erzählen Sie mir mehr von sich. Wie kommt eine junge, schöne Terranerin dazu sich an eine Laterne zu ketten, um so die Welt zu verändern?«
»Sie machen sich über mich lustig«, sagte Malica scheinbar gekränkt.
»Keineswegs, ich finde es sehr erfreulich, dass es junge Menschen gibt, die bereit sind für ihre Ideale etwas zu tun, auch wenn es unkonventionell ist.«
»Ich war der Meinung, irgendetwas tun zu müssen. Die Aussicht auf einen intergalaktischen Krieg beunruhigt mich zutiefst. Denn immer sind es doch die kleinen Leute, die für die Machtspiele der Großen und Mächtigen bezahlen müssen. Es ist doch immer wieder dasselbe. Zwei oder mehrere rivalisierende Interessengruppen wollen ihre Ziele durchsetzen. Klappt es auf diplomatischen Weg nicht, gibt es Krieg. Dabei sterben Tausende, wenn nicht gar Millionen Intelligenzwesen, am Ende gibt es wieder Frieden und die Toten werden betrauert bis zum nächsten Krieg, dann sind die Opfer wieder vergessen. Dieser Kreislauf aus Vernichtung und Wiederaufbau scheint nie enden zu wollen. Wir kleinen Leute müssen den Mächtigen zeigen, dass wir damit nicht einverstanden sind und dass wir nicht als Kollateralschaden enden wollen.«
Aurec nickte nachdenklich. Diese Sicht der Dinge war verständlich, aber Situation war oft komplizierter. Wenn man angegriffen wurde, musste man sich verteidigen. Leider trat dieser Fall immer wieder ein, wie im Fall Siom-Som.
»Ich hoffe, dass wir etwas auf der Konferenz erreichen. Morgen treffen die Dorgonen und Imperator Bostich ein, dann kann die Konferenz beginnen.«
Malica seufzte. »Ich wünschte ich könnte mehr tun, als solch eine kindische Aktion wie heute Abend. Ich habe mich unnötig in Gefahr gebracht und Sie noch dazu, aber die Möglichkeiten, die ein Friedensaktivist heutzutage hat, sind leider zu gering.«
»Sie haben getan, was sie für richtig hielten. Sie wollten sich für andere einsetzten, das ehrt Sie, Malica.«
»Ich wünschte, ich könnte mich gezielter für humane Ziele einsetzen. Ich würde gerne etwas bewirken, auch wenn es nur ein kleines Ziel ist«, sagte Malica theatralisch.
Aurec ergriff Malicas Hand und lächelte sie an. »Ich finde das sehr sympathisch. Ich hätte da vielleicht etwas für sie. Zu meinen Aufgaben als Prinz von Saggittor gehört auch die Leitung eines Büros für Hilfsangelegenheiten. Wir sammeln Spenden für Planeten und Völker, die durch Kriege oder Katastrophen geschädigt wurden, und versuchen ihnen zu helfen. Wir entwickeln auch Konzepte und Hilfsprogramme für sozial Schwache. Es gibt immer viel zu tun, und ich habe leider viel zu wenig Zeit, um mich immer um alles richtig kümmern zu können. Daher könnte ich noch eine leitende Mitarbeiterin, die mich in diesen Angelegenheiten berät, gut gebrauchen.«
Malica war überwältigt von Aurecs großzügigem Angebot. Sie bekam fast schon ein schlechtes Gewissen, ihn so zu täuschen.
»Das habe ich nicht verdient«, sagte sie verlegen.
»Ich habe den Eindruck, dass Sie eine sehr engagierte, junge Frau sind, die mit ihrem Idealismus etwas bewirken könnte. Nebenbei werden Sie auch gut bezahlt, ich weiß, wie wichtig das für euch Menschen ist. Und Sie könnten etwas bewirken, Sie könnten anderen Wesen helfen, ohne sich irgendwo anketten zu müssen.«
Malica dachte kurz nach und überlegte sie sich, wie nahe sie ihrem Ziel nun war. Daher willigte sie ein.
»Ich nehme Ihr großzügiges Angebot an, Aurec. Ich werde mich bemühen Ihr Vertrauen zu rechtfertigen«, sagte sie, obwohl ihr klar war, dass sie dieses Vertrauen schon missbraucht hatte. Manchmal konnte ihr Beruf auch ziemlich deprimierend sein. Doch nun war sie schon so weit gegangen, dass sie nicht mehr zurück konnte.
Am Morgen des 21. Aprils 1305 waren die meisten der fünfundzwanzig Vertreter der wichtigsten an der Konferenz teilnehmenden Völker auf Terra eingetroffen. Nur zwei Teilnehmer fehlten noch, diese gehörten jedoch zu den wichtigsten: Imperator Bostich von Arkon und Kaiser Commanus von Dorgon. Am späten Vormittag landete nun die sehnlich erwartete Delegation des dorgonischen Kaiserreiches.
Perry Rhodan wartete auf dem Landefeld des großen Raumhafens. Es waren insgesamt zwanzig Adlerschiffe. Neunzehn kreisten über dem Raumhafen, während das Flaggschiff auf dem Landefeld aufsetzte. Rhodan erwartete nun, dass Kaiser Commanus mit großem Pomp aussteigen würde. Aus dem Bauch des Adlerschiffes wurde eine Rampe ausgefahren und kurz darauf eine Sänfte von vier Trägern hinunter auf das Landefeld getragen. Dahinter erschien eine Militärkapelle, die die dorgonische Nationalhymne spielte und die obligatorische Eskorte. Rhodan seufzte innerlich über so viel antikes, feudales Gehabe, aber seit der Regentschaft des Commanus war wohl nichts anderes zu erwarten.
Immerhin hielt es sich noch in Grenzen, er hatte von einem Kaiser eigentlich noch viel mehr Aufwand erwartet. Als er jedoch den Mann, der auf der Sänfte ruhte sah, erkannte der Terranische Resident, dass es sich nicht um den dorgonischen Kaiser handelte, sondern um eine ihm unbekannte Person. Der Mann war groß gewachsen und besaß eine stattliche Erscheinung. Er trug ein weißes Gewand und in seiner rechten Hand hielt er einen mit Edelmetallen verzierten Stab. Der Dorgone stieg aus seiner Sänfte und hob eine Hand zum dorgonischen Gruß.
»Ich grüße dich, Terranischer Resident. Ich bin Pomponius Falcus, kaiserlicher Legat des göttlichen Imperators Commanus, des unumschränkten Herrschers des dorgonischen Reiches«, erklärte er dem erstaunten Terraner.
Rhodan, der schon immer als Sofortumschalter galt, wurde klar, dass ihn Commanus versetzt hatte.
Er kratzte kurz an der Narbe auf seinem linken Nasenflügel. Eine Geste, die sich eigentlich für einen Residenten nicht geziemte, doch Rhodan machte es absichtlich, vielleicht auch, um seine nicht vorhandene Wertschätzung gegenüber dem Legaten zum Ausdruck zu bringen.
»Ich hatte eigentlich seine Majestät den Kaiser persönlich erwartet. Ich hoffe, es ist ihm nichts geschehen«, sagte er diplomatisch.
»Der Kaiser befindet sich bei bester Gesundheit. Da er jedoch wichtige Staatsgeschäfte in der neuen Provinz Siom-Som zu erledigen hat, war es ihm leider unmöglich, nach Terra zu kommen und Ihrer Einladung zu folgen.«
Der Dorgone bemerkte offenbar Rhodans Enttäuschung und hob den Stab in seiner rechten Hand empor.
»Der Kaiser hat mich jedoch zu seinem außenpolitischen Vertreter und Generalbevollmächtigten ernannt. Somit bin ich des Kaisers Stimme«, erklärte Pomponius Falcus sichtlich stolz.
Rhodan fühlte sich brüskiert. Der Kaiser hielt es offenbar nicht für notwendig, selbst an der Konferenz teilzunehmen. Doch der Enttäuschung wich schnell der Pragmatismus. Immerhin hatte er einen hochrangigen Vertreter entsandt. Vielleicht konnte man mit diesem Falcus sogar besser verhandeln, als mit dem exzentrischen Commanus selbst.
»Dann heiße ich Sie, erhabener Falcus, als Vertreter des Kaisers, herzlich auf Terra willkommen. Ich hoffe, dass die bevorstehende Konferenz die bestehenden Probleme zu aller Zufriedenheit löst.«
Falcus lächelte freundlich und nickte dem Terraner wohlwollend zu. »Da bin ich ganz sicher. Trojus!«
Aus dem Gefolge des Dorgonen trippelte ein kleiner, dicklicher Mann hervor, der Perry Rhodan seltsam ansah und ihm dann freundlich zuwinkte.
»Dies ist Trojus, mein Privatsekretär. Er wird mich bei den Verhandlungen unterstützen und Protokoll führen«, stellte Falcus die seltsam wirkende Gestalt vor.
»Auch Sie heiße ich herzlich willkommen«, sagte Rhodan höflich.
»Oh, danke! Das ist aber nett«, bedankte sich der Sekretär in hohem Tonfall.
Falcus warf seinem Mitarbeiter einen bösen Blick zu, der dann verstummte. Dann wandte sich der Dorgone wieder Rhodan zu. »Leider ist auch meine Zeit begrenzt. Wann wird die Konferenz beginnen?«
»Sobald der arkonidische Imperator eingetroffen ist. Wir warten nur noch auf ihn. Wir werden Sie sofort nach Moskau, dem Konferenzort geleiten«, erklärte der Terranische Resident.
Als Perry Rhodan den dorgonischen Gesandten verabschiedet hatte, zogen düstere Wolken auf und es begann zu regnen.
Hoffentlich kein schlechtes Omen, dachte der Terraner.
Irgendwie gefiel ihm dieser Pomponius Falcus, trotz seiner freundlichen Art, nicht recht.
Einige Stunden später traf nun auch endlich Imperator Bostich ein. Der arkonidische Herrscher des Kristallimperiums ließ es sich nicht nehmen, mit gewaltigem Aufwand auf dem Raumhafen zu erscheinen.
Will der Terra nur besuchen oder gleich annektieren?, fragte sich Perry Rhodan, als er den Tross des Imperators aus dessen gewaltigem Flaggschiff THEK-LAKTRAN, jenem fliegenden Palast des Imperators, fliegen sah. Die Fähren landeten und der Imperator samt Gefolge verließ die Schiffe.
Es war wohl symptomatisch für Diktatoren, dass sie immer wieder mit Pomp und militärischer Größe angeben mussten. Manche Dinge schienen sich nie zu ändern. Nachdem der Terranische Resident den Imperator gebührend begrüßt hatte, war er sichtlich froh, dieses Zeremoniell endlich hinter sich zu haben, und die Konferenz nun endlich beginnen konnte. Es gab ihm allerdings zu denken, dass auch Bostich, ebenso wie Falcus und der Marquese, Vorgespräche ablehnte. Rhodan war sich im Klaren, dass die bevorstehenden Verhandlungen sehr, sehr hart werden würden.
Am späten Nachmittag versammelten sich endlich die Staatschefs oder die hochrangigen Vertreter der fünfundzwanzig wichtigsten Völker im Kreml in Moskau. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit war riesengroß und dementsprechend war auch das Aufgebot der Medien. Auf dem Roten Platz hatten sich viele tausend Friedensaktivisten und Bürger aus der ganzen Milchstraße versammelt, um gegen den Einmarsch der Dorgonen in Siom-Som und einen drohenden Krieg zu protestieren.
Aber auch gegen Imperator Bostich wurde protestiert. Für viele Wesenrechtsorganisationen war er ein skrupelloser Imperialist, der die Wesensrechte mit Füßen trat. Auf den Plakaten skandierten die Demonstranten gegen Arkon. Sätze wie »Arkonide Go Home« oder »Nieder mit dem arkonidischen Imperialismus« waren zu lesen. Ähnliche Parolen gab es auch gegen die Dorgonen. Einige Aktivisten legten sich auf dem Roten Platz nieder, um so auf ihre Weise gegen die Politik zu protestieren oder verbrannten arkonidische und dorgonische Fahnen und Embleme. Glücklicherweise blieb alles friedlich.
Als Imperator Bostich die Plakate der Demonstranten sah, verfinsterte sich seine Miene. »Ich bin nicht den weiten Weg von Arkon hierher gekommen, um mich beleidigen zu lassen. Das ist reiner Anti-Arkonidismus! Allein meine bloße Anwesenheit ist eine hohe Ehre für den terranischen Pöbel. Ich verlange, dass diese radikalen Anarchisten umgehend verhaftet werden! Auf Arkon wären solche Subjekte schon längst beseitigt worden!«
Der Terranische Resident reagierte kühl. »In der LFT gehört es zur politischen Kultur, dass man seine Meinung frei äußern kann. Solange die Wesen friedlich demonstrieren, gibt es keinen Grund dagegen vorzugehen. Natürlich ist die terranische Regierung sehr erfreut über Ihren Besuch, Imperator und bedankt sich von Herzen für Ihr Kommen.«
»Ich muss Imperator Bostich zustimmen«, mischte sich Pomponius Falcus ein. »Die Anti-dorgonischen Ressentiments sind sehr unerfreulich. Was ist, wenn der Mob gegen uns vorgeht?«
»Ich kann Sie beruhigen, der Kreml ist durch einen Schutzschirm bestens gesichert. Es besteht kein Grund zur Sorge. Unser Volk ist friedliebend und hat keinen Grund gewaltsam gegen uns vorzugehen. Demonstrationen sind ein ganz normaler, demokratischer Vorgang.«
»Demokratie ist was für Schwächlinge und Dummköpfe!«, regte sich Peter de la Siniestro auf. »Ich würde meine Soldaten in einer Reihe antreten lassen und alle diese Defätisten totschießen lassen!«, ereiferte er sich weiter, wobei er im Gesicht rot anlief.
»Ich muss mich wundern, solche Worte aus dem Munde Ihres Sohnes zu hören, Imperatore«, sagte Perry Rhodan bitter zu Don Philippe de la Siniestro.
Der Marquese war scheinbar verlegen. »Ich muss mich für Peter entschuldigen. Er meint es nicht so. Manchmal geht die militärische Begeisterung ein bisschen mit ihm durch. Ich persönlich stehe selbstverständlich zu Frieden und Demokratie.«
»Den Frieden sichert man am besten, indem man das Volk züchtigt, damit es nicht auf dumme Gedanken kommt!«, warf Imperator Bostich ein.
Rhodan hielt es für besser, nicht mehr auf Bostichs dumme Bemerkungen einzugehen, da er ihn nicht gerade für einen Experten in Sachen Demokratie hielt. Stattdessen ging er mit den anderen Abgesandten den Konferenzsaal und betrat das Podium um die Konferenz, die live von allen wichtigen Sendern übertragen wurde, zu eröffnen.
Als alle Delegierten Platz genommen hatte, begann er zu sprechen:
»Verehrte Anwesende, wir haben uns hier zusammengefunden, weil der Frieden in dem uns bekannten Teil des Universums wieder einmal in Gefahr ist. Doch noch haben wir, die hier Versammelten, die Möglichkeit den Frieden zu bewahren. Krieg ist, egal wann und wo, immer ein Rückschlag für die Zivilisation und ein Sieg für die Mächte des Chaos. Sie sind es, die als Einzige einen Vorteil von Tod und Zerstörung haben. Arbeiten wir ihnen nicht in die Hände! Verhindern wir, dass es zu weiterem Chaos kommt. Doch dazu müssen alle ihren Teil beitragen. Es wurden gegen das dorgonische Imperium schwere Vorwürfe erhoben. Als Erstes wird eine Frau zu Ihnen sprechen, die sowohl als Abgesandte Siom-Soms, als auch für eine Anzahl autarker Dorgonen spricht. Ich rufe hiermit die Dorgonin Saraah auf, uns von den Vorkommnissen in Siom-Som zu berichten.«
Kaum hatte sich Saraah von ihrem Platz erhoben, protestierte Pomponius Falcus auch schon gegen sie.
»Ich erhebe Einspruch gegen die Anwesenheit dieser Person! Sie ist eine Terroristin und hat nicht das Recht für Dorgon zu sprechen!«
»Ich bin derselben Meinung«, schloss sich der Marquese Falcus an. »Eine Person, die außerhalb des Rechts steht, sollte hier nicht sprechen dürfen. Das wäre eine Kränkung für unsere lieben, dorgonischen Freunde.«
Doch Perry Rhodan blieb hart. »Wer hier im Unrecht ist, muss erst noch geklärt werden. Saraah hat eine Ermächtigung des bedeutenden Somers Sruel Allok Mok, dem ehemaligen Generalsekretär des Paxus-Rates, den ich wohl nicht näher vorzustellen brauche. Wenn er diese Frau legitimiert für ihn zu sprechen, dann genügt mir das. Wir sind schließlich hier, um die Fakten zu klären und dazu müssen wir alle Parteien anhören«, stellte der Terranische Resident klar und erhielt dafür von den anderen Abgesandten Zustimmung.
Saraah betrat nun das Rednerpult und begann mit ihrer Ansprache. Schüchtern blickte sie in die Runde. Ihr Herz pochte doppelt so schnell. Sie war nicht unbedingt eine große Rednerin. Ein kurzer Blickwechsel mit Mathew Wallace, der an einem Nebeneingang lehnte, gab ihr Kraft für die bevorstehende Rede.
»Verehrte Anwesende, es ist korrekt, dass ich nicht für das dorgonische Regime spreche, aber ich spreche für das dorgonische Volk, wenn ich den völkerrechtswidrigen Angriff auf die friedliche Galaxis Siom-Som verurteile. Die Völker dieser Galaxis wurden ohne jeden Grund von einer weit überlegenen Streitmacht in einem Blitzkrieg überrollt, so dass ihnen zunächst nichts anderes übrig blieb, als zu kapitulieren. Doch es gibt etwas, das man nicht mit Soldaten und Bomben zerstören kann: Das Streben nach Freiheit! Darum haben sich die dorgonischen Freiheitskämpfer mit den Freiheitskämpfern von Siom-Som zusammengeschlossen, um weiterhin Widerstand gegen die unrechtmäßige Besatzung zu leisten.«
»Terroristen! Alles Terroristen!«, schrie Falcus dazwischen.
Doch Saraah fuhr unbeirrt fort: »Vor mehr als sechs Jahren hat Commanus die Macht in Dorgon an sich gerissen. Seitdem ist Finsternis über diese einst so stolze Galaxie gekommen. Commanus und seine Schergen, zu denen auch der hier anwesende Pomponius Falcus gehört, haben die Kolonisierung und die Versklavung nichtmenschlicher Völker zu ihrer Politik gemacht. Auf diese Weise haben sie die dorgonische Wirtschaft, die durch die extreme Aufrüstung geschwächt wurde, wieder vorangebracht. Dies aber auf Kosten von Milliarden unschuldiger Wesen! Carilla, genannt der Schlächter, hat schreckliche Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung von Siom-Som begangen. Auch innerhalb Dorgons leiden viele Wesen, die von Commanus verfolgt werden. Die Widerstandsbewegung »Uleman«, die sich zum Gedenken nach dem großen Kaiser nennt, hat es sich zum Ziel gemacht, gegen dieses Unrecht anzukämpfen und die gerechte Politik, die Uleman betrieb, wiederherzustellen.«
Saraah legte eine kurze Pause ein, um die Worte wirken zu lassen, dann fuhr sie fort.
»Doch wir sind zu schwach, um es allein zu schaffen. Auch das Bündnis mit den Somern reicht nicht aus. Daher wenden wir uns an die Politiker und Völker, die die Rechte aller Wesen und die Demokratie achten und bitten sie um Hilfe. Helft den den unterdrückten Völkern von Siom-Som und Dorgon! Denn wir sind nur der Anfang. Schon morgen könnten ihre Vöker die nächsten sein. Einst war auch ich eine Sklavin der Dorgonen, bis die Bewohner der Milchstraße nach Dorgon kamen. Dank ihnen wurde ich frei. Nun bitte ich euch: Bringt auch allen anderen Geknechteten die Freiheit. Gebietet Commanus Einhalt!«
Mit diesem Satz beendete die Jerrer ihre Rede. Einige Abgesandte waren beeindruckt und applaudierten, der Rest schwieg.
Perry Rhodan erteilte nun Falcus das Wort. Der hochgewachsene Dorgone betrat das Podium.
»Verehrte Delegierte! Ich bin schockiert mit welcher Dreistigkeit es diese Person wagt, mein geliebtes Reich Dorgon und meinen geliebten Kaiser Commanus in den Schmutz zu ziehen! Kein Wort davon ist wahr! Im Gegenteil, den Bewohnern von Siom-Som geht es jetzt besser als vorher. Wir haben auf Bitten von besorgten Oppositionsparteien in Siom-Som eingegriffen, um die dortige korrupte Regierung, die die Rechte der dortigen Bevölkerung massiv verletzte, abzulösen.
Wir wollten einen Regimewechsel, da der korrupte General Kantor Throk sogar einen Angriff gegen Dorgon plante! Die dorgonische Flotte hat einen Präventivschlag zur Verteidigung des Imperiums ausgeführt. Wir haben dies mit aller nur erdenklichen Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung getan. Leider lassen sich im Krieg nun einmal Kollateralschäden nicht verhindern. So ist das nun mal. Dafür erfreuen sich die dortigen Völker nun ihrer neuen Freiheit. Auf vielen Planeten wurden die Dorgonen jubelnd als Befreier empfangen. Rücksichtlos hingegen war der Rat von Siom-Som, der sogar nicht davor zurückschreckte, Zivilpersonen als Köder zu benutzen. Doch mit dem Tod von Kantor Throk und der Ablösung des alten Regimes ist nun Ruhe und Frieden eingekehrt. Die Frau, die hier soeben ihre Propagandalügen von sich gegeben hat, gehört zu einem Netzwerk intergalaktisch operierender Terroristen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Ordnung und den Frieden zu zerstören.
Der Kaiser von Dorgon hingegen ist ein ehrbarer Mann, der im Auftrag der Entität DORGON handelt. Die Dorgonen sind von dieser Entität auserwählt worden, ihr Sternenreich zum Wohle aller zu vergrößern. DORGON möchte ein Zusammenführen aller Kulturen, wie es das Beispiel des Quarteriums in beeindruckender Weise zeigt. Diesem Beispiel möchten wir folgen, indem wir Freiheit und Wohlstand in andere Galaxien bringen. Würde es den Somern so schlecht gehen, wie hier behauptet wird, wäre ja wohl einer von ihnen persönlich hier erschienen und hätte nicht eine bedeutungslose Jerrer hierher geschickt.
Bitte vertrauen sie uns und unserem lieben Kaiser! Hören Sie nicht auf die niederträchtigen Lügen einiger egoistischer Verbrecher, die sich gegen das Gemeinwohl stellen! Ich danke Ihnen.«
Unter dem Applaus der Arkoniden und des Quarteriums verließ Falcus das Podium.
Rhodan musste sich eingestehen, dass dieser Falcus ein geschickter Rhetoriker war. Commanus hatte einen klugen Schachzug getan. Als Nächstem erteilte der Terranische Resident Imperator Bostich das Wort.
»Ich will nicht viele Worte machen. Daher bringe ich es auf den Punkt. Legat Falcus hat Recht. Ich glaube eher einem ehrbaren Mann von hohem Rang, als einer dahergelaufenen ehemaligen Sklavin!« Dieses Wort sprach Bostich mit besonderer Verachtung aus. »Da könnte ja jeder kommen und ehrbare Regierungen schlecht machen. Aber dies scheint ja bei den Terranern so Sitte zu sein, wie ich auf dem Weg hierher feststellen musste. Draußen stehen pöbelnde Anarchisten, die Anti-Arkonidische Parolen auf niedrigstem Niveau schreien, die die bestehende Ordnung zerstören wollen. Solchen Elementen darf man keine Möglichkeit geben, stark zu werden, denn sie gefährden uns alle! Im Übrigen verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Siom-Som ist 50 Millionen Lichtjahre von hier entfernt. Was dort passiert, interessiert Arkon nicht im geringsten. Damit ist dieses Thema für das Kristallimperium erledigt.«
Damit verabschiedete sich Imperator Bostich wieder. Rhodan runzelte die Stirn. Im Grunde genommen war von Bostich keine Unterstützung zu erwarten gewesen. Er hatte noch nie etwas für andere getan.
Nach Bostich kam nun Aurec ans Rednerpult. »Verehrte Anwesende! Im Gegensatz zum arkonidischen Imperator hält Saggittor die hier getätigten Aussagen von Saraah sehr wohl für glaubwürdig. Denn wir haben eigene Nachforschungen angestellt, die genau das bestätigen, was sie berichtet. Der Abgesandte der Dorgonen hat uns eine infame Mischung aus dreisten Lügen und fantastischen Märchen aufgetischt. Die Behauptung Siom-Som »befreit« zu haben ist ebenso lächerlich, wie das Märchen vom »Präventivschlag«. Nur den Regimewechsel glaube ich ihm aufs Wort. Das war von Anfang an das Ziel. Nämlich die rechtmäßige Regierung von Siom-Som durch eine dorgonische zu ersetzen. Nach dem Mord an Uleman ist mit Commanus und seiner Clique eine veritable Verbrecherbande in Dorgon an die Macht gekommen, die nun ihre Expansionsgelüste an friedlichen Galaxien ausleben will. Wer sagt uns denn, dass es bei einer Galaxis bleibt? ESTARTU hat noch weitere Galaxien, die womöglich als Nächstes auf dem dorgonischen Expansionsprogramm stehen. Dem können wir nicht tatenlos zusehen! Saggittor fordert den sofortigen Rückzug der dorgonischen Invasoren aus Siom-Som! Ich fordere alle Völker auf, politischen und wenn nötig auch militärischen Druck auszuüben, um dieses Ziel zu erreichen!«
Ein Raunen ging durch den Saal. Viele Delegierte waren verunsichert und wussten nicht genau, wie sie sich positionieren sollten.
Für die LFT sprach nun Reginald Bull. Dieser schloss sich den Worten Aurecs an und forderte ebenso energisch den sofortigen Abzug der Dorgonen und die Bildung einer Koalition, die bereit war dies notfalls auch militärisch durchzusetzen und Truppen nach Siom-Som zu entsenden. Er gab damit wieder, was auch Perry Rhodan dachte und was man zuvor mit Aurec abgesprochen hatte.
Als Nächstes war nun Don Philippe de la Siniestro an der Reihe. Der Imperatore stolzierte erhaben zum Rednerpult.
»Liebe Abgesandte der Völker! Was ich soeben aus dem Munde der Delegierten von Saggittor und der LFT gehört habe, erfüllt mich mit größter Sorge. Daher muss ich dem Bestreben nach einer militärischen Lösung eine deutliche Absage erteilen! Denn ich war immer und bleibe immer ein Mann des Friedens und nicht des Krieges. Krieg ist das Schrecklichste im Universum. Es gibt Leute, die meinen, es gäbe gerechte Kriege. Doch ich, mit meiner Lebenserfahrung als nunmehr ältester Mensch der Erde, sage Ihnen: Krieg ist niemals gerecht! Er bringt nur Leid, Tod und Zerstörung! Daher sieht sich das Quarterium außerstande militärisch gegen das Imperium Dorgon vorzugehen und wird keinesfalls – egal welchen Beschluss diese Konferenz fasst – Truppen nach Siom-Som entsenden.«
Nach einer kurzen Kunstpause fuhr der alte Spanier fort.
»Doch nicht nur aus moralischen Gründen lehnen wir ein militärisches Vorgehen gegen Dorgon ab, auch aus rechtlichen Gründen sehen wir uns dazu außerstande. Denn vor zwei Jahren schlossen Dorgon und das Quarterium einen Kaiser-Pakt ab, der ewige Treue und einen Nichtangriffspakt beider Imperien beinhaltet. Nebenbei freue ich mich an dieser Stelle bekannt geben zu dürfen, dass vor wenigen Tagen unser Freund, der ehrenwerte Imperator Bostich, diesem Kaiser-Pakt beigetreten ist.«
Das war eine Bombe, die der Marquese ganz nebenbei zum Platzen brachte. Rhodan fuhr zusammen. Davon hatte nicht einmal der TLD etwas gewusst. Nun standen LFT und Saggittor endgültig alleine da, denn die anderen kleineren Reiche wie Akon oder Gatas würden es nicht wagen, sich gegen diesen machtvollen Drei-Kaiser-Pakt zu stellen.
Und so erklärten die Abgesandten der Blues und der Akonen lieber ihre Neutralität.
Noch einmal ergriff Pomponius Falcus das Wort.
»Wie ich feststellen konnte, sind bis auf die Terraner und die Saggittonen alle anderen Nationen vernünftig und nicht gewillt auf die intriganten Behauptungen dieser Ex-Sklavin hereinzufallen. Da aber die LFT und Saggittor nach wie vor uneinsichtig in dieser Frage sind, will ich sie ganz klar und deutlich warnen: Sollten diese beiden Nationen die Terroristen in Siom-Som mit Waffen oder anderen Hilfslieferungen unterstützen oder sogar Truppen dorthin entsenden, wird das dorgonische Imperium dies als Kriegserklärung auffassen und mit aller Macht und Härte zurückschlagen, denn wer nicht für uns ist, der ist gegen uns!«
Auch Imperator Bostich sah sich genötigt, noch einmal das Wort zu ergreifen.
»Ich stimme den Ausführungen des Legaten zu und weise daraufhin, dass das Kristallimperium dem dorgonischen Imperium in diesem Fall Beistand leisten würde.«
Das traf Rhodan hart. Ihm war klar, dass Bostich auf solch eine Gelegenheit natürlich wartete, um in der Milchstraße seine Vormachtstellung weiter auszubauen.
Zu allem Überfluss meldete sich der Marquese auch noch einmal zu Wort.
»Auch das Quarterium sähe sich im Kriegsfall gezwungen, so unangenehm es mir persönlich auch wäre, den Beistandspakt mit Dorgon zu erfüllen. Ich appelliere daher an Resident Rhodan und Kanzler Aurec sich nicht zu unüberlegten Schritten hinreißen zu lassen, die unsere Galaxien ins Chaos stürzen könnten. Ich bin sicher, dass wir noch eine diplomatische Lösung des Problems zu gegebener Zeit finden werden. Mein Vorschlag wäre die Einberufung einer Kommission, die die Umstände vor Ort klärt und sich dann zusammensetzt und die Situation ausführlich diskutiert und anschließend Lösungsvorschläge ausarbeitet.«
Rhodan wurde allmählich wütend. Jetzt sollten er und Aurec auch noch als Kriegstreiber hingestellt werden. Der Marquese war für ihn die größte Enttäuschung. Das Einsetzen einer Kommission würde wahrscheinlich Jahre beanspruchen, bis diese zu Ergebnissen kam. Und ob diese dann von Dorgonen anerkannt würde, blieb fraglich. Von Bostich hatte er nicht viel erwartet, aber den Marquese hatte er als Verbündeten angesehen, nach all dem Vertrauen, das er dem alten Spanier entgegengebracht hatte. Aber die Berichte über die politische Ausrichtung des Quarteriums in den letzten Jahren hätten ihm eine Warnung sein müssen. Der Terraner verstand auch nicht, wie sich ES bei der Vergabe eines Zellaktivators so hatte irren können.
Nun blieb ihm nichts anderes übrig, als die Niederlage einzugestehen. Die Konferenz war ein Fehlschlag und eine persönliche außenpolitische Niederlage. Anstatt eine politische Front gegen die Dorgonen aufzubauen, war nun eine gegen die LFT und Saggittor errichtet worden.
Der Terranische Resident ergriff ein letztes Mal das Wort: »Da auf dieser Sitzung keine Einigung über ein gemeinsames Vorgehen hinsichtlich Siom-Soms gefunden werden konnte, sehe ich mich gezwungen, die Konferenz zu beenden. Ich bedauere den Ausgang dieses Treffens zutiefst. Ich danke Ihnen allen dennoch für Ihr Kommen.«
Mit diesen Worten beendete Perry Rhodan die gescheiterte Konferenz.
Über das ganze Gesicht strahlend verließen Imperator Bostich, Legat Falcus und Imperatore de la Siniestro den Kreml. Auf Bitten einiger Journalisten fanden sie sich zu einer Gruppenaufnahme zusammen. Freudig lächelnd schüttelten sich die Drei die Hände und posierten für die Kameras. Alle Welt sollte wissen, dass diese drei Imperien von nun an politisch den Ton angaben.
Auch die Medien werteten den Ausgang der Konferenz als Niederlage für Perry Rhodan. Allerdings machten sie nicht ihn dafür verantwortlich, sondern stellten mit Sorge fest, dass nach Arkon nun auch noch Dorgon und das Quarterium als neue potenzielle Gegner in Frage kamen. Innerhalb der Bevölkerung trat deshalb die Furcht vor einem großen Krieg immer mehr in den Vordergrund.
Als die Abgesandten Terra verlassen hatte, gab Perry Rhodan per Trivid eine Erklärung für das Volk ab. Darin versicherte er, dass Terra nicht militärisch gegen Dorgon vorzugehen gedenke. Er bedauerte das Scheitern der Konferenz und versprach, sich weiterhin auf diplomatischem Wege für die Freiheit Siom-Soms einzusetzen.
An Bord der EL CID verfolgte Don Philippe zusammen mit Peter und Cauthon Despair Rhodans Ansprache. Danach schaltete er den Bildschirm ab und genehmigte sich ein Glas Champagner.
»Na bitte, das hat doch prima geklappt«, meinte er. »Rhodan hat klein beigegeben. Das Bündnis mit Arkon und Dorgon hat uns unangreifbar gemacht. Wir können zufrieden sein.«
»Perry Rhodan ist ein mieser Feigling! Ich hätte so gerne gegen ihn gekämpft und meine Soldaten gegen ihn geschickt«, maulte Peter.
»Rhodan ist alles mögliche, aber gewiss kein Feigling«, wies ihn Cauthon Despair kalt zurecht. »Nur ein so dämlicher Vollidiot wie du kann so etwas glauben. Wenn du gegen ihn kämpfen müsstest, würdest du kläglich verlieren.«
»Oh, wie gemein du bist! Du hast doch keine Ahnung! Ich habe militärische Fachkompetenz und bin ein großer General!«, geiferte Peter völlig außer sich. »Ich bin der Sohn des Imperatore, du aber bist nur eine hässliche Missgeburt und darum bist du neidisch auf mich.«
Der Marquese befürchtete, Despair würde auf Peter losgehen, doch der tat etwas völlig Unerwartetes. Er lachte! Noch nie hatte er den silbernen Ritter lachen hören. Despair lachte Peter aus. Peters Gesicht lief rot an vor Zorn. Don Philippe gebot ihm Einhalt.
»Genug jetzt! Peter, geh in deine Kabine!«, befahl er seinem Sohn.
»Aber, Vater!«, protestierte dieser quengelig.
»Sofort!«
Die Stimme des Imperatore duldete keinen Widerspruch. Maulend verließ Peter die Kabine.
Cauthon Despair beruhigte sich wieder.
»Wie schön, dass Sie so guter Stimmung sind, Despair«, merkte der Marquese genervt an.
»Verzeihen Sie, aber dass ausgerechnet dieser Freak mich eine Missgeburt nennt, ist köstlich. Aber da er mich zum ersten Mal seit langer Zeit zum Lachen brachte, will ich es ihm verzeihen. Auch wenn Sie es nicht gerne hören, Marquese, aber ihr so genannter Sohn ist eine totale Witzfigur.«
Don Philippe überging diese Bemerkung.
»Sie deuteten vorhin an, dass Sie Rhodan für noch nicht geschlagen halten«, erinnerte er den silbernen Ritter.
Despair war jetzt wieder so ernst und kalt wie immer. »Würden Sie Rhodan näher kennen, wären Sie auch dieser Meinung. Seine Rede war nur für die Öffentlichkeit. Aber wenn Sie die Entschlossenheit in seinen Augen gesehen hätten, wüssten Sie, dass er gar nicht daran denkt, aufzugeben. Die Dorgonen werden sich vorsehen müssen.«
Daran dachte Legat Pomponius Falcus an Bord seines Adlerschiffes nicht. Er lag entspannt auf einer Pritsche und ließ sich von seinem Sekretär Trojus zart massieren.
Falcus war mit dem Verlauf der Konferenz sehr zufrieden. Die Saggittonen hatten sich nicht durchsetzen können und außer der LFT keine Verbündeten gefunden. Seine Idee, den Kaiser-Pakt um Arkon zu erweitern, war jedoch genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.
Das Gelingen seiner ersten großen außenpolitischen Mission würde ihm viele Punkte beim Kaiser bringen und seiner Karriere sehr förderlich sein.
Falcus war sehr zufrieden mit dem Verlauf seiner Karriere, wenn man bedachte, dass er als Pfandleiher und Informationshändler angefangen hatte. Er hatte dann damit begonnen, diese Informationen zu seinen Gunsten zu verwenden und hatte es durch gezielte Denunziation und Manipulation zum Senator gebracht und verstanden, sich beim Kaiser Gehör zu verschaffen. Nun war er de facto der Außenminister des Reiches.
»Der Verlauf der Konferenz war überaus befriedigend, nicht wahr, Trojus?«, wollte er sich von seinem Privatsekretär bestätigt wissen.
»Oh gewiss doch, Herr! Wenngleich ich mir noch befriedigendere Dinge vorstellen kann!«, säuselte Trojus.
»Schwachkopf! Kannst du immer nur an banale Dinge denken!«, wies ihn Falcus zurecht.
»Verzeiht, Herr! Ihr habt natürlich recht. Mit eurer Klugheit werdet Ihr es noch bis zum Kaiser von Dorgon bringen«, gab sich der Sekretär demütig.
Das gefiel Falcus. »Falcus – Kaiser von Dorgon. Ja, das klingt gut. Eines Tages wird es soweit sein. Commanus ist ein derber Schwachkopf, ich aber weiß wie man Politik macht, sowohl nach innen als auch nach außen«, lobte sich der Legat selbst.
»Natürlich, Herr. Die Konferenz war gewiss ein Erfolg, jedoch …«
Falcus wurde ärgerlich. »Jedoch was? Sprich schon, du Dummkopf!«
»Nun, was ist, wenn die Saggittonen und die Terraner doch Schritte gegen uns unternehmen? Dieser Aurec und vor allem dieser Perry Rhodan sollen sehr hartnäckig sein.«
Falcus winkte lässig ab. »Wenn sie wirklich wagen sollten Widerstand zu leisten, fegen wir sie weg. Je eher desto besser.«
In der Tat dachte Perry Rhodan nicht ans Aufgeben. Der Unsterbliche hatte schon zu viel erlebt und war schon oft in wesentlich aussichtsloseren Positionen gewesen. Dennoch war er als Sieger aus all diesen Auseinandersetzungen hervorgegangen. Daher war er fest entschlossen, Sam und den Völkern von Siom-Som Unterstützung zuteil werden zu lassen.
Der Terraner rief daher eine große Lagebesprechung ein. Neben Aurec, Tifflor, Bully und Gucky nahmen noch Monkey und Jan Scorbit als Vertreter der USO, Xavier Jeamour, Gal'Arn, Jonathan Andrews, Mathew Wallace und Saraah teil.
»Ihr alle habt das Debakel auf der Konferenz miterlebt«, begann der Terranische Resident. »Durch den überraschenden Drei-Kaiser-Pakt zwischen Arkon, Dorgon und dem Quarterium sind uns die Hände gebunden. Wir werden also offiziell einen Teufel tun, um keinen verheerenden Krieg mit diesen drei Großmächten zu provozieren.«
»Dann ist Siom-Som also verloren, ebenso wie das dorgonische Volk«, sagte Saraah niedergeschlagen und senkte den Kopf.
Perry sah sie entschlossen an. »Noch nicht, Saraah. Wir haben immer noch die USO, die unabhängig operieren kann. Sie ist niemandem verpflichtet und die LFT kann keine Haftung für sie übernehmen. Mein Vorschlag an dich, Monkey, als Chef der USO und Sie, Mr. Scorbit, als Leiter der Sektion Cartwheel, ist, dass wir euch mit Waffen, Material und ausgebildeten Kräften versorgen, damit die USO in Siom Som Fuß fassen und den Untergrund organisieren kann. Ich bin sicher, dass Sam schon dabei ist, eine schlagkräftige Organisation zusammenzustellen. Mit unserem Material und der Führung der Neuen USO müsste eine wirkungsvolle Guerilla-Taktik möglich sein. Was meinst du, Monkey?«
Der Chef der USO, der zudem auch noch Zellaktivatorträger war, blickte den Terranischen Residenten ausdruckslos aus seinen künstlichen Augen an.
»Ich bin einverstanden. Dies scheint im Moment die einzige logische Alternative zu sein«, meinte Monkey wie gewohnt ruhig und sachlich. »Allerdings müssen die Materiallieferungen gut getarnt werden. Außerdem müssen sie mit Selbstzerstörungsvorrichtungen ausgerüstet werden. Für den Fall, dass etwas von dem Material in die Hände des Gegners gerät, dürfen sich keine Rückschlüsse auf die Herkunft ziehen lassen.«
»Das Unternehmen ist ziemlich riskant«, gab Gal'Arn zu bedenken.
Perry Rhodan nickte entschlossen. »Ja, das ist es. Aber wir können nicht einfach die Hände in den Schoß legen und so tun als ginge uns das alles nichts an. Natürlich wollen wir den Frieden bewahren aber wie können wir ruhigen Gewissens leben, wenn andernorts Freunde von uns ihrer Freiheit beraubt werden? Wir müssen als den Weg durch die Hintertür gehen.«
»Außerdem müssen die Dorgonen jetzt aufgehalten werden«, warf Aurec ein. »Siom-Som ist für sie nur der Beginn ihrer Expansion. Je schwerer ihnen die Besatzung von Siom-Som fällt desto eher werden sie sich ihr weiteres Vorgehen überlegen.«
»Ich danke Ihnen allen für Ihren Einsatz, trotz dieser schwierigen Situation«, sagte Saraah. »Ich bin derselben Meinung wie Kanzler Aurec. Commanus wird sich nicht Siom-Som zufrieden geben. Er träumt von der Herrschaft über ganz Estartu.«
»Also treten wir ihnen kräftig in den Arsch!«, ereiferte sich Reginald Bull.
Rhodan musste über die derbe Art seines alten Freundes schmunzeln. »Naja, aus dem kräftig treten wird wohl vorerst nichts, aber wir können sie wie Wespen stechen.«
Da alle Anwesenden mit dem Vorgehen einverstanden waren, begann man nun die Einzelheiten des Planes auszuarbeiten.
Man einigte sich darauf, dass die USO zunächst mit einem Kontingent von dreihundert Schiffen, darunter die IVANHOE II, und 300.000 Agenten und Spezialisten nach Siom-Som ging und sich mit der Widerstandsgruppe der Somer vereinigte. Diese sollte auch ausgebildet und organisiert werden. Vor Ort würde man die Strategie zur Bekämpfung der Besatzungsmacht ausarbeiten. Saraah und Torrinos würden derweil nach M 100 zurückkehren, um einen Großteil der Uleman-Widerstandsorganisation nach Siom-Som zu bringen.
»Der Plan ist gut. Ich erkläre mich bereit, die Operation mit der Hilfe von Jan Scorbit und Gal'Arn zu leiten«, bot sich Aurec an.
Doch Perry Rhodan meldete Bedenken an. »Ich halte das für keine sehr gut Idee, Aurec. Sollten die Dorgonen dahinter kommen, dass ausgerechnet du die Widerstandsorganisation, die in ihren Augen eine Terrorgruppe ist, anführst, könnte sie das zu einem Krieg gegen Saggittor herausfordern.«
Dieses Argument sah der Saggittone ein. »Ich fürchte, du hast recht. Das bedeutet also, dass uns beiden die Hände gebunden sind.«
Rhodan nickte zustimmend. »Leider ja. Uns bleibt nichts anderes übrig, als unseren Alltagsgeschäften nachzugehen und die Operation anderen zu überlassen.«
»Richtig! Und zwar absoluten Spitzenkönnern wie mir!«, meldete sich Gucky zu Wort.
»Nein, auch du und deine Mutanten müsst euch aus der Aktion heraus halten«, lehnte der Terranische Resident ab. »Es darf nicht die geringste Verbindung zwischen den Widerständlern und der LFT und Saggittor geben, sonst droht uns ein verheerender Krieg! Ich zweifle nicht im geringsten daran, dass Commanus, Bostich und auch das Quarterium Ernst machen würden.«
»Ich fürchte, Perry, der Konflikt mit diesen Mächten ist nur noch eine Frage der Zeit«, meinte Aurec. »Wir können ihn nur hinauszögern, aber nicht verhindern.«
Rhodan schwieg. Er hoffte, dass Aurec sich irrte, doch auch der Terraner hatte ein ähnliches Gefühl.
Ende
Im nächsten Roman blenden wir wieder in das Grüne Universum um. Roman Schleifer schildert in Heft 109 die weiteren Geschehnisse auf Insektoidia.
Der Assistent
ist der Titel des nächsten Romans.
Bei der Lektüre des aktuellen Romans kam mir dieses Zitat in den Sinn, das irgendwann in fernster Rhodan-Vergangenheit Altmeister »Herbert« in einem seiner Romane verwendet hatte. Sicher stammt es auch eigentlich nicht von ihm, aber es charakterisiert meiner Meinung nach die aktuelle politische Situation treffend.
Nun ist es also klar, die Ideale von Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel. Perry Rhodan ist mit seinem Versuch gescheitert, eine friedliche Lösung für die Invasion Dorgons in Siom-Som zu erreichen. Im Gegenteil: Ein neuer Machtblock der Potentaten ist entstanden und bedroht mit seinem Herrschaftsanspruch die Demokratie und das friedliche Zusammenleben der Völker der Galaxien.
Rhodan versucht in dieser Situation den »großen Krieg« zu vermeiden und setzt auf eine Art Guerilla-Taktik, indem er die vereinigte Widerstandbewegung von Dorgon und Siom-Som durch die USO unterstützt. Die Frage wird nun sein, ob dies ausreicht.
Stellen wir uns mal den »worst-case« vor: Die Nadelstiche zeigen Wirkung, es gelingt der gestärkten Widerstandsbewegung die dorgonischen Invasoren entscheidend zu schwächen. Die Frage ist nun, ob das neue Bündnis zwischen Bostich, Commanus und dem Imperatore nur ein reines Propagandabündnis darstellt. Ich denke NEIN, sondern befürchte, dass in diesem Falle sowohl Bostrich, als auch das Quarterium zugunsten Dorgons militärisch in den Konflikt eingreifen werden. Und dann haben wir genau die Situation, die der Terranische Resident mit allen Mitteln vermeiden will.
Perry Rhodan muss sich entscheiden. Toleriert er die Aggression des Drei-Kaiser-Paktes, dann rettet er zwar vordergründig den Frieden in der Milchstrasse, er verurteilt jedoch sämtliche Freiheitsbestrebungen in Dorgon und Siom-Som zum Untergang. Und machen wir uns nichts vor, auch in der Milchstraße würde der Frieden nur solange bestehen bleiben, wie die Terraner dem Machtanspruch Bostrichs nicht im Wege stehen. Eine Politik des Friedens um jeden Preis, würde schließlich den Untergang der LFT und die Herrschaft Bostichs über die Milchstraße bedeuten. Das von Bostich angestrebte »Göttliche Imperium« wäre entstanden. Denn hier können wir die Lehre aus der Geschichte ziehen, eine Politik des »Appeasement« wurde von den Diktatoren jeglicher Couleur immer als Zeichen der Schwäche ausgelegt, und geradezu als Einladung verstanden, mit ihrer Expansionspolitik weiterzumachen.
Auf der anderen Seite hat der Terranische Resident die Möglichkeit, die Freiheitsbestrebungen direkt zu unterstützen und dem Expansionsdrang Bostichs entgegenzutreten. Die wahrscheinliche Folge: Es kommt zum Krieg zwischen der LFT und den vereinigten Diktaturen.
Angriffskrieg, Verteidigungskrieg, gerechter Krieg?
Und genau jetzt sind wir bei einem sehr heiklen Thema, das SF und natürlich auch das Perry-Rhodan-Universum betrifft. Viele Kritiker warfen und werfen der SF und insbesondere der PR-Serie vor, dass sie den Militarismus verherrliche. Gut, gigantische Super- oder Ultraschlachtschiffe (schon der Name ist militaristisch) mit einer unvorstellbaren Vernichtungskapazität (nehmen wir nur mal die IVANHOE II als Beispiel), machen es den Kritikern leicht, diese Vorurteile zu schüren. Was allerdings hierbei nicht beachtet wird, ist der Handlungshintergrund. Viele große SF-Romane oder auch Serien finden ihr Spannungsfeld, indem sie die aktuelle politische Lage in die Zukunft extrapolieren. Aus Konflikten zwischen zwei Staaten werden dann eben Konflikte zwischen zwei Sternenreichen.
Als Kritik sei hier anzumerken, dass schwerpunktmäßig eben nur militärische Konflikte und nicht gesellschaftliche oder soziale Probleme behandelt werden. Wo sind beispielsweise die SF-Romane, die sich mit den Produktionsbedingungen oder den sozialen Problemen in der Zukunft beschäftigen? Man kann sie fast mit einer Hand aufzählen. Aber, und das sei hier anzumerken, diese zählen zu den Highlights der SF-Literatur.
Zurück zu DORGON: Auch hier könnte man, oberflächlich betrachtet, diese Fanserie als reine »Landser-im-Weltraum«-Serie bezeichnen. Militärische Konflikte im Überfluss. Raumschlachten, Kollateralschäden der Zivilbevölkerung, es werden ganze Planeten mit ungezählten Lebewesen einfach ausradiert. Menschlichkeit und Humanität wo bleibst du?
Schaut man hier jedoch mal tiefer hinter die »Kulissen«, so erkennt man, dass die militaristische Machtentfaltung nicht Selbstzweck ist, sondern nötig sind, um diesen Konflikt zu lösen, obwohl es die Protagonisten – die stets im Vordergrund stehen – es gar nicht wollen.
Das verdeutlicht der aktuelle Roman. Perry Rhodan will alles tun, um einen Krieg – ein großes Sterben – zu verhindern. Aurec hingegen reagiert hitzköpfiger, aber reagiert er falsch, wenn er das Leiden der Unterdrückten sofort beenden will?
Doch abgesehen von den aktuellen Themen, gibt es noch elementare Fragen, die nach 108 DORGON-Heften immer noch nach einer Antwort suchen:
Die Antworten auf diese Fragen werden im Verlauf der nächsten beiden Zyklen kommen.
Hiermit möchte ich den aktuellen Kommentar abschließen, sicher, es bleiben fast alle Fragen unbeantwortet, aber gerade das macht die Spannung der Serie aus.
Jedoch werde ich, so denke ich wenigstens, auf die angerissenen Themen gelegentlich wieder zurückkommen müssen.
Imperator des Kristallimperiums.
Geboren am 27. August 1221 NGZ auf Arkon I.
Bostich ist ein gut aussehender, 1,92 Meter großer Mann von beeindruckender Gestalt, die ebenso elegant wie trainiert erscheint. Er besitzt ein kantiges Gesicht mit langer, gerader Nase, vortretenden Wangenknochen und schmalen Lippen. Die weißblonden Haare trägt er für einen Arkoniden ungewöhnlich kurz.
Seine Jugend verbringt Gaumarol da Bostich auf Bak Jimbany, der Stammwelt seiner Familie im Kugelsternhaufen M 92.
Als 1233 NGZ Bostichs Extrasinn aktiviert wird, personalisiert sich dieser in Form aller Imperatoren, die das Arkon-Reich je gehabt hat. Sie alle werden als »Konferenz der Herrscher« seine inneren Ratgeber.
1240 NGZ wird Bostich als Strohmann einer Clique des arkonidischen Hochadels auf den Thron des Kristallimperiums gehievt. Unterstützt durch die »Konferenz der Herrscher« bereitet er jedoch insgeheim seine Machtübernahme vor. 1289 NGZ fegt er seine Hintermänner schließlich in einer Blutnacht hinweg.
Er baut die Macht des Kristallimperiums systematisch aus und scheut dabei auch nicht vor Konfrontationen mit der LFT zurück. Aus dem Kristallimperium soll ein Göttliches Imperium werden.
Ehe er jedoch seinen Traum, die Wiederherstellung der Drei-Planeten-Konstellation aus Arkon I, Arkon II und Arkon III, verwirklichen kann, wird er 1303 NGZ von der jungen Superintelligenz SEELENQUELL unterworfen. Nachdem die Terraner ihn aus dem Bann SEELENQUELLs befreit haben, geht Bostich zur Bekämpfung der Superintelligenz ein Zweckbündnis mit Perry Rhodan ein, fordert aber als Gegenleistung einen Zellaktivatorchip, den er 1304 NGZ schließlich auch erhält.
Nach dem Sieg über SEELENQUELL löst er den Pakt mit Rhodan und setzt seine Politik der Stärke unbeirrt fort.
Eine im Jahre 1296 NGZ von dem Journalisten Robert Mohlburry gegründete Medienanstalt in Cartwheel. Zuerst auf Mankind ansässig, breitet sich INSELNET schnell galaxisweit aus. Robert Mohlburry errichtet mit INSELNET die führende Medienanstalt in Cartwheel. INSELNET wird für seine seriöse Berichterstattung bekannt.
Das ändert sich nach der Gründung des Quarterium. Allen voran durch den zunehmenden Einfluss des Intendanten Guy Pallance, der ein glühender Verehrer des Quarteriums ist.
Besitzer und Leiter der cartwheelschen Medienanstalt INSELNET.
Geboren am 26. September 1190 NGZ auf Terra, hochgewachsen, dick, graublondes, schütteres Haar. Braune Augen.
Robert »Speaky« Mohlburry ist einer der bekanntesten und seriösesten Journalisten der Milchstraße. Er überzeugt insbesondere durch seine Reportagen während der Tolkander- und Dscherrokrise, die nicht auf die übliche Mediengeilheit anderer Kollegen hinausläuft. Er schreibt etliche Bücher und Dokumentation und verdient sich dabei eine goldene Nase.
Zusammen mit seiner Tochter Janela zieht er 1296 NGZ nach Cartwheel, um dort die Medienanstalt INSELNET zu gründen.
»Speaky« ist ein gemütlicher, neugieriger Mensch mit einem patriotischen Sinn für die LFT. Er gehört zu den wenigen Gentleman in dieser Galaxis. Man findet ihn meistens dort, wo sich eine Krise zusammenbraut.
Der fliegende Palast gehört zur Thronflotte ARK'IMPERION und lässt sich am ehesten als eine Art Plattform beschreiben: Es handelt sich um eine ellipsenförmige Scheibe von 2000 Metern Länge, 280 Metern Dicke und 900 Metern Breite an der dicksten Stelle. Die Scheibe ist so gekrümmt, als handele es sich um einen Ausschnitt eines kleinen Himmelskörpers. Auf der Oberfläche des Ellipsenobjekts stehend, nimmt man einen deutlich abfallenden »Horizont« wahr. Die Oberfläche ist von einem Wald (dem so genannten Kristallgarten) mit einer integrierten Seenlandschaft und einer Art Palaststadt am Rand bedeckt. In den Wäldern können sogar Jagden veranstaltet werden. Aus den Gemächern des Imperators kann man zur einen Seite den freien Weltraum bewundern, zur anderen die Aussicht auf den Wald und die Seen.
Die DORGON-Serie – Das Quarterium – ist eine nicht kommerzielle Publikation des PERRY RHODAN ONLINE CLUBs. Band 108 zuletzt geändert am 2004-04-12. Autor: Jens Hirseland. Titelbild-Zeichner: Jan Kurth. Korrekturleser: Jürgen Freier und Alexander Nofftz. Generiert mit Xtory 3.0 (powered by Apache Cocoon 2.1) von Alexander Nofftz. Homepage: http://www.dorgon.net/. E-Mail: dorgon@proc.org. Technischer Berater: Sebastian Schäfer. Adresse: PROC c/o Nils Hirseland, Redder 15, 23730 Sierksdorf. Copyright © 1999-2004. Alle Rechte vorbehalten!