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Ich öffnete langsam die Augen, musste sie aber sofort wieder schließen, denn blendende Helligkeit erfüllte den Raum. Ich hielt den Atem an und ließ meine Sinne schweifen. Leute meiner Art können Gefahren instinktiv wahrnehmen und so registrierte ich sofort die leise Bewegung neben meinem Lager. Ich straffte meinen Körper und bereitete mich auf eine Dagor-Angriffstechnik vor, da hörte ich plötzlich eine Stimme die zu mir sprach: »Hallo Admiral! Schon wach? Du willst doch nicht etwa wieder aufspringen und versuchen, mit Rico einen Ringkampf zu veranstalten? Beim letzten Mal hast du dir dabei nur die Hand verstaucht.« Salziges Sekret schoss mir in die Augen. »Wer spricht da?« In der selben Sekunde bereute ich die Frage. »Ist mir schon klar das du mich gerne vergessen würdest, aber ich fürchte, so einfach wirst du mich nicht los, es sei denn du führst eine Gehirnoperation durch. Aber ich kann dir jetzt schon sagen das es um mich herum nicht viel zu sehen gibt. Bei dem Eingriff würde nur Luft entweichen.« Ich ballte die Hände zu Fäusten. Der respektlose Ton meines Extrasinns gefiel mir nicht. Bei meiner letzten Erkundung auf der Oberfläche haben die Halbwilden von Larsaf III noch immer mit Steinen aufeinander geschlagen um Feuer zu machen und sich in Bärenfelle eingewickelt. Mein Extrasinn hat wohl ein paar farbige Metaphern der Wildensprache übernommen. Ich seufzte und beschloss meinen Körper zu strecken und die Reaktionen meiner Muskeln zu prüfen. Ich war wie immer mit dem Ergebnis zufrieden. Was hatte ich auch erwartet? Bei dem Körper? »O.k mein stolzer Prinz! Du bist der Beste! Ich erkläre dich zum Mr. Tiefseekuppel. Du hast Rico knapp geschlagen. Können wir jetzt aufstehen oder willst du dich noch eine Weile im Spiegel betrachten?« Ich ignorierte die Impulse meines Extrasinns und betastete einen blauen Fleck an meiner Stirn. Als ich die Stelle berührte fühlte ich Schmerzen. »Rico!« Der Robot mit dem ewig grinsenden, künstlichen Gesicht eines Arkoniden schwebte leise heran. »Ja Meister, Gebieter, Erhabener, Kristallprinz und Traum aller Frauen...« Ich lehnte mich zurück und schloss für einen Moment die Augen. »Siehst du«, dachte ich zu meinem Extrasinn im stummen Zwiegespräch, »so bin ich es normalerweise gewohnt, angesprochen zu werden!« Ich gab Rico ein Zeichen etwas zurückzutreten, damit ich meine muskulösen Beine über die Konturliege schwingen konnte. »Na klar!« hallte es in meinem Kopf. »Du hast ihn ja auch programmiert«. Ich räusperte mich kurz und deutete dann mit meinem Finger auf die Blessur an meiner Stirn. »Rico, was ist das?« Der Robot schwebte näher heran. »Das ist ein blauer Fleck, oh mein Gebieter, Erhabener, Kristallprinz und Traum aller Frauen...« Ich hüstelte leise. »Ja schon gut. Ich meine woher stammt der?« Der Robot deutete eine Verbeugung an. »Ihr habt wieder Schlafgewandelt, Gebieter, Erhabener, Kristallprinz und Traum aller Frauen...« Ich stockte kurz. »Ich habe die Schlafkammer verlassen?« Rico bestätigte. »Und dann habt ihr mit dem Kopf gegen die Kuppelwand geboxt und immer nach der Königin von Saba gerufen!« Ich war einen Moment verwirrt. »Wem?« Ich durchforschte mein fotografisches Gedächtnis, doch wieder war es mein Extrasinn, der mir die nötigen Informationen gab: »Na du weißt schon, die Kleine, der du mit dem Hologramm einen Berg von Gold und Edelsteinen ins Schlafzimmer projiziert hast um sie rumzukriegen. Man war die sauer, als zwei Tage später die Batterien des Projektors leer liefen! Da sie schon überall von ihrem sagenhaften Reichtum rumposaunt hatte, konnte sie es nicht mehr zurücknehmen. Ich denke die werden noch in tausend Jahren nach diesem mysteriösen Schatz suchen. Ich erinnere mich noch, wie du es sehr eilig hattest, wieder in der Tiefseekuppel zu verschwinden.« Ich machte eine energische Handbewegung. »Meine Mission war abgeschlossen. Die Wilden dieser Zeit konnten noch keine Schiffe bauen, um mich in die Heimat zurück zu bringen.« »Aha, interessant wo du nach den Schiffen gesucht hast.« Ich beschloss die nervtötende Stimme zu ignorieren und legte mich zurück auf die Pritsche. »Rico! Massage!« Der Robot spreizte die Finger: »Ja Gebieter, Erhabener, Kristallprinz und Traum aller Frauen...« Ich seufzte: »Gebieter reicht erst mal, vor dem Frühstück...« Ich lehnte mich zurück und genoss Ricos knetende Hände.
Ich ging in der Nähe des Nil Deltas an Land. In meinem Kopf formten sich Fragen über Fragen. Was hatte sich in der letzten Zeit getan? Hatten die Wilden endlich die nächste Stufe zur technologischen Gesellschaft erklommen? Als ich mit meinem Schutzanzug und mit kräftigen Schritten aus dem Wasser stieg und meinen Energieschirm abschaltete, bemerkte ich zu spät, dass ich auf einem dicht bevölkerten Strand stand. Eine Gruppe von 20 bis 30 Fischern musterten mich mit großen Augen und unterhielten sich aufgeregt in einem mir fremden Dialekt. Ich ließ den Translator mitlaufen und zeichnete die fremde Sprache auf. Ich ahnte bereits, über was sich die Menschen unterhielten. Bestimmt hielten sie mich für den Gott des Meeres und waren hin und her gerissen von meiner imposanten Erscheinung. Vielleicht dachten sie darüber nach, ob sie mir ihre Töchter oder andere, wertvolle Dinge anbieten sollten. Nun, ich war natürlich zu besänftigen. Sehen wir mal was in diesen Primitiven vorgeht. Als mein Translator genug Sprachfragmente analysiert hatte, drückte ich kurzentschlossen auf die Wiedergabetaste: »...seht ihr den da? Hat von euch schon mal jemand so eine Witzfigur gesehen? Ich sage euch, wenn meine Tochter eines Tages mit so einem hässlichen Vogel ankommt dann jage ich sie in die Nilsümpfe, auf nimmer Wiedersehen!«. Ich räusperte mich kurz und ließ den Translator in meiner Anzugtasche verschwinden. Diese Menschen waren viel zu primitiv um zu erfassen, welche Chance sich ihnen bot. Ich könnte sie in ganz neue Techniken des Fischfangs einweisen und ihre Erträge verdoppeln. Aber ich war mir nicht sicher, ob sie weit genug waren um meine Vorschläge zu verstehen. Also ging ich weiter und winkte ihnen kurz zu. Heiteres Lachen schallte mir nach. Nun ja, wenigstens hatten sie Humor, diese Wilden. Der große Palast aus Marmor erstrahlte im Glanz der Mittagssonne. Alexandria, so hieß die Stadt am Meer, zeigte deutliche Spuren echter Zivilisation. Überall erntete ich von den Einheimischen bewundernde Blicke, wahrscheinlich wegen meiner blonden Mähne, die ich offen trug. »Narr, es gibt nur noch einen Weg, wie du noch mehr unter den dunkelhaarigen, braungebrannten Einheimischen auffallen würdest!« Ich hielt den Kopf schief: »Ja? Wie?« Die Antwort meines aktivierten Extrasinns erfolgte prompt: »Indem du nackt durch die Gassen der Stadt rennst!« Ich schüttelte den Kopf. Zu solch drastischen Mitteln musste ich noch nicht greifen. Mein Blick blieb an den zahlreichen, überall and den Wänden eingemeißelten Piktogrammen hängen. Nachdenklich prägte ich mir die Symbole der Bilderschrift ein. Was sie wohl bedeuteten? Verschlüsselte Anweisungen frühzeitlicher Astronomen? Erste Ansätze einer Hypergleichung? Koordinaten eines geheimnisvollen Transitionspunktes oder gar hinweise auf den Planeten des Ewigen Lebens? »Narr, das kann jeder Anfänger der IPRASA entziffern! Da steht: Zur nächsten öffentlichen Toilette, 100 Meter rechts!« Ich stutzte kurz und betrachtete die eingemeißelten Symbole nun unter ganz anderen Gesichtpunkten. Dabei entging mir ganz und gar, wie sich von hinten eine Sänfte näherte. Sie wurde von 6 gut gebauten und muskulösen Einheimischen getragen. Natürlich könnte sich keiner von ihnen mit mir im Ringkampf messen, doch das konnten die Barbaren nicht wissen. Zwischen den kostbaren Tüchern, die ein Fenster der Sänfte verschleierten, kam das Gesicht einer Frau zum Vorschein, deren markante Nase ihrer Schönheit etwas Unwiderstehliches verlieh. Ich war vom ersten Augenblick gefesselt von ihren Augen, ihren zarten Wangen, ihren vollen Lippen, ihren sinnlichen Formen. »Narr! Du siehst nur ihr Gesicht!« Ich überhörte die nüchterne Information meines Extrasinns. Solch eine Frau musste jeden Mann verzaubern... »Und ganz besonders einen einsamen, auf der Erde verschollenen Kristallprinzen, ohne jede Chance auf Rückkehr in die Heimat und einem sehr, sehr eingeschlafenen Liebesleben...« Die Worte meines Extrasinns drangen wie durch zähen Nebel zu mir. Ich hatte nur noch Augen für sie. In meinen Gedanken hörte ich sinnliche Worte, die ich mir von ihren Lippen wünschte, noch bevor sie sich öffneten und den ersten Satz formten... »Du Sohn einer Wasserleiche! Du stehst meinen Trägern im Weg! Hat man dich die letzten 20 Jahre im Keller eingesperrt ohne Sonne und vernünftiges Essen? Du solltest mehr Früchte essen, dann bekommen deine Haare wieder Farbe!« Ich sprang vor den ausladenden Schritten ihrer Sänftenträger zur Seite. Neben mir öffnete sich ein Tor und schloss sich sofort hinter ihrer Sänfte wieder. Ich stand einen Augenblick nur da und sah ihr nach. Ich wollte ihr noch nachrufen das ich in meiner Welt ein Prinz wahr, doch sie war bereits wieder verschwunden. Ganz andere Worte rissen mich plötzlich aus meiner Verzückung. »Hallo Gonozal jr.! Bitte nicht schon wieder! Du machst eine Figur wie jemand, der sich gerade den Kopf an einer Gleitertür aus Terkonitstahl gestoßen hat!« »Sie ist wundervoll!« stammelte ich. »Lieber Herr Flottenadmiral auf Landurlaub. Sie hat dich kaum beachtet!« Ich schüttelte verträumt den Kopf: »Sie hat mich lange angesehen!« Von meinem Extrasinn kam prompt die Antwort: »Ja, so wie man jemanden ansieht, der einem gerade den Kreditchip geklaut hat.« »Ich will sie kennen lernen!« wiedersprach ich. »Vielleicht kann ich von ihr mehr über diese Epoche erfahren.« Ich vernahm einen mentalen Seufzer meines Extrasinns: »Die haben hier noch keine Raumschiffe. Lass' uns wieder zurück in die Tiefsehkuppel und schlafen gehen.« Ich ignorierte die flehenden Impulse meines Extrasinns und nahm mir vor, für die Frau meines Herzens ein Zeichen zu setzen! Und ich hatte auch schon eine Idee! Ich arbeitete die ganze Nacht und wehrte allzu neugierige Gesellen mühelos mit meinem Psychostrahler ab. Am Morgen war das Werk vollbracht und die frühe Sonne warf ihr erstes Licht auf meine Überraschung. Mein Extrasinn meldete sich prompt. »Findest du nicht, das du etwas übertreibst?« Ich schüttelte den Kopf. »Solche Frauen kann man nur durch Taten überzeugen!« Auf dem großen Platz kamen immer mehr Barbaren zusammen und starrten ehrfurchtsvoll auf das, was sich ihren Blicken erschloss. »Aber musstest du es gleich so groß machen? Du hast zwei volle Magazine deines Desintegrators verschossen, um das... Ding... aus dem Fels herauszuarbeiten! Was soll das überhaupt sein?« Ich fuhr mir nachdenklich über die Stirn. »Ich nenne es Sphinx!« Ich hörte meinen Extrasinn stöhnen. »Wo kommt denn der Name her, warte mal, ich sehe kurz in den 10 Schubladen deines Großhirns nach...« Ich lächelte amüsiert. »Es heißt, so soll der Planet der arkonidischen Vorfahren heißen.« Ich warf kurz mein Haar zurück, das der heiße Wüstenwind mir ins Gesicht geweht hatte. »Als ob wir Arkoniden Vorfahren hätten. Pah!« »Und wie willst du dieses Monstrum den fernen Nachkommen dieser Wilden erklären und glaubhaft machen?« Ich zuckte die Schultern und grinste. »Sollen sie sich später den Kopf zerbrechen, wie die Leute es hier geschafft haben, die Statue mitten in der Wüste aufzustellen. Nicht mein Problem.« Mein Extrasinn ließ ein unwilliges Brummen hören. Der Auflauf vor der gigantischen Statue nahm zu und immer mehr Barbaren, die sich wohl Ägypter nannten, strömten zusammen. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis sie es erfuhr. Kaum hatte ich den Gedanken fertig gedacht, da erschien ihre Sänfte. Die selbe Schönheit, die mich vor kurzem so begeistert hatte, entstieg mit schwebenden Schritten dem Gefährt und fixierte die Statue mit abschätzenden Blicken. »Nicht die größte aller Statuen, aber doch die am schnellsten erschaffene!« Ich räusperte mich kurz und senkte den Kopf. »Eure Schönheit hat mich beflügelt, das Werk noch vor Sonnenaufgang fertig zu stellen.« »Nur Schnee würde hier in der Wüste schneller schmelzen als der Schmalz den du hier von dir gibst!« kommentierte mein Extrasinn. Ihre Augen blitzten mich an. »Ah, der Mann mit dem Kalk-Taint und den Haaren eines 100-jährigen Eremiten! Er hat schon einmal meinen Weg gekreuzt, wir erinnern uns! Wo sagte er stammt er her? Aus einer gesunkenen Rudergaleere der Römer?« »Wieso spricht die Tante so verdreht?« fragte mein Extrasinn lauernd. »Soll das eine Grammatikprüfung werden?« Ich sendete einen kurzen Gedankenimpuls, der meinen ewig plappernden Begleiter kurz ruhig stellte, denn ich musste mich jetzt konzentrieren. »Ich stamme aus einem mächtigen Land. Von wo ich kommen, bin ich ein Prinz!« sprudelte es über meine Lippen. Ein Raunen und Aufschrei ging durchs Volk. Ich schloss zufrieden die Augen. Endlich erfuhr ich die Anerkennung, die einem Kristallprinzen meines Geblütes zustand. Als ich die Augen wieder öffnete, wurden gerade Fußeisen um meine Fesseln geschlossen. Ich sah direkt ihre funkenden Augen, die Feuer sprühten. Was für eine Frau! »Oh! Oh! Die Prinzgeschichte zieht bei ihr nicht.« Ich schluckte hörbar, als vier starke Nubier mich an Beinen und Armen hochhoben und wegtrugen. »Aber früher hat die Prinzgeschichte funktioniert!« sandte ich einen kurzen Gedankenimpuls. »Ja, ja, früher...« kam es zurück. Ich landete in einem dunklen, stickigen Verlies, absolut inakzeptabel für meine Gesundheit. Immerhin, sie hatten mich in den Palast gebracht! »Leider in den Keller, Narr!« Ich musste die Impulse meines Extrasinnes diesmal leider bestätigen und sah mich um. Im Schatten des Halbdunkel machte ich plötzlich eine Bewegung aus. Sofort ging ich in Kampfhaltung und ließ meine Hände nach Art der Dagormeister durch die Luft wirbeln. Ich konzentrierte mich und war jetzt fähig allein durch meinen Willen einen Angreifer außer Gefecht zu setzen. »Ich fasse es nicht!« kommentierte mein Extrasinn. »Was soll das? Willst du in der Luft Sahne schlagen oder was?« Als mir klar wurde, wer da auf mich zu kam, entspannte ich mich spontan. »Ein alter Mann!« Ich ließ alle Anspannung von mir abfallen, den mir war klar, dass es jetzt keinen Kampf geben würde. Im selben Moment traf mich der knorrige Gehstock des Greisen am Hinterkopf und ich verlor das Bewusstsein. Nur einmal noch hörte ich den Impuls meines Extrasinns. »Narr...« Als ich erwachte, sah ich direkt in das schmutzige Gesicht des Alten. »Oh Bübchen! Du lebst!« Ich zog mich zurück und betastete die Beule an meinem Hinterkopf. »Wieso hast du mich geschlagen?« fragte ich zerknirscht. Der Alte lächelte schelmisch. »Nun, ich hielt dich für einen Kanibalen, Hottentotten oder Verrückten, so wie du dich aufgeführt hast. Ich bin nur auf Nummer sicher gegangen. Heute weiß man nie, wer mit einem die Zelle teilt.« Ich verstand. »Wer bist du?« »Konstruktix, Architekt und Baumeister des Pharao, und wer bist du, mein Junge?« Ich lächelte den alten Mann an. Wie konnte er auch wissen, das ich um ein vielfaches älter war als er? »Ich bin Kristallprinz Atlan da Gonozal!« Der Alte lachte wieder und zeigte eine Reihe schwarzer Zähne. Das Licht der Sonne durch ein schmales Fenster und erhellte sein Gesicht. »Aha, schon klar! Wenn du meinst... Zumindest ist mir jetzt klar, warum du hier bist. Stecken die mir schon wieder einen Irren in eine Zelle! Letzte Woche war schon einer da, der hielt sich für einen Besucher von den Sternen!« Der Alte rammte einen Stab in die Erde, zog einen Kreis in den Sand und untersuchte wie der Schatten des Stabes viel. »Aber um diese Zeit«, fuhr der Alte fort, »dürfte er bereits bei den Löwen in der Arena sein.« Ich war beeindruckt. Der Alte war offensichtlich bereits so weit, das er einen Zusammenhang zwischen dem Stand der Sonne und der aktuellen Tageszeit erkannte. Ich fragte kurz prüfend. »Wie spät ist es denn?« Der Alte lachte. »14:23 Uhr und 12 Sekunden.« Ich nickte beeindruckt. »Warum bist du hier, Konstruktix?« Die Augen des Alte blickten traurig. »Ich habe einen Bombenauftrag und soll der Königin ein Grabmal bauen, doch ich weiß nicht wie! Es soll eine riesige Pyramide aus lauter gehauenen Steinen sein. Zu allem Übel soll sie mitten in der Wüste stehen.« Ich war beeindruckt. »Und?« Der Alte lachte trocken. »So etwas ist unmöglich!« Ich überschlug im Kopf ein paar Gleichungen. »Ist es nicht. Wenn du mir ein paar Informationen gibst, dann verrate ich dir, wie das mit der Pyramide hinhaut.« Schallendes Gelächter hallte durch die Katakombe, doch je mehr er erfuhr, desto leiser wurde sein Lachen. Ich erfuhr alles über das Leben in Ägypten, aber vor allem ihren Namen! Cleopatra! Ich schlich durch den Palast und suchte nach ihr. Mit meinem Psychostrahler und dem entsprechenden Wissen ausgestattet, war es kein Problem, die Wache zu überzeugen mich frei zu lassen. Konstruktix hatte ich ebenfalls zur Freiheit verholfen und noch einige wichtige Tipps mitgegeben, welche die Baukunst dieser Epoche revolutionieren würden. »Du hast wieder einmal in die Entwicklung eingegriffen, Narr!« Als ich um die Ecke bog, prallte ich unversehens mit einem stattlich gebauten Mann zusammen. Es schepperte, als der Dunkelhaarige mit Hakennase in seiner Rüstung auf den Steinboden fiel. Ich kam schneller auf die Beine und war einen Moment unentschlossen, dann half ich dem Fremden auf die Beine. »Wer tritt Ihm so respektlos entgegen? Ist er ein entlaufener Gladiator der Ihm sein Leben verdankt?« Ich verstand nur Bahnhof. »Ähm, mein Name ist Atlan.« Der fremde Lachte laut. »Ha! Atlan, etwa wie Atlas, der die Welt auf seinen Schultern trägt?« Ich blinzelte verwirrt. »Ähm, ja... War nett sie kennen zu lernen... ähm...« Ich ließ die Frage in der Luft hängen, eine Fangfrage die dieser Barbar verstehen musste. »Cäsar! Aber du kannst mich Julius nennen!« Ich betätigte kurz den Knopf meines Psychostrahlers, der unter dem Mantel verborgen war und dachte intensiv: »Wer bist du wirklich? Nenne deinen Namen und Volk!« Sofort begannen sich meine eigenen Lippen wie von Geisterhand zu bewegen. »Atlan da Gonozal, Arkonide.« Ich biss mir auf die Lippen und war einen Moment sprachlos, dann erfolgten die tadelnden Worte meines Extrasinns. »Immer vom eigenen Körper wegzielen, Narr!« Ich lächelte einen Moment überbrückend, drehte den Strahler um und wiederholte die Prozedur. »Sieht aber auch von vorne aus wie von hinten«, dachte ich entschuldigend. Mein Gegenüber verlor kurz darauf den eigenen Willen und offenbarte mir, dass er der Kaiser eines Weltreiches war, das man Rom nannte, gerade auf der Höhe seiner Entwicklung stand und in Kürze Ägypten eingliedern würde. Außerdem war er der Geliebte von Cleopatra, meiner Cleopatra! Einen Augenblick dachte ich daran, ihn alles vergessen zu lassen, doch das durfte ich nicht. »Komm schon, Admiral, die Braut ist vergeben! Lass uns in die Kuppel zurückkehren.« Ich löschte bei Cäsar jede Erinnerung an mich und schlich mich aus dem Palast. Wie es schien, kam ich in dieser Epoche nicht an mein Ziel. Als ich wieder am tosenden Meer stand, schweifte mein Blick über die Wogen. »Wie lange noch, bis ich wieder im Kristallpalast meinen Geburtstag feiern konnte? Wie oft musste ich noch an die Oberfläche und den Wilden hilfreich unter die Arme greifen bis sie endlich soweit waren ein Raumschiff zu bauen?« »Narr, die kochen noch das Öl aus erlegten Walen und zünden damit ihre Lampen an! Ein weiter Weg bis zum ausgereiften Transitionstriebwerk, findest du nicht?« Ich schüttelte den Kopf. »Diese Barbaren werden es schaffen. Wir müssen uns nur gedulden.« Ich blickte kurz zurück, wo einige Fischer ihre Netze am Strand ausbreiteten, dann stürzte ich mich in die Fluten. Diesmal würde ich Rico auftragen den Wecker etwas später zu stellen. ENDE TERRACOM STORIES - Fan-Stories vom PROC - ist eine nicht kommerzielle Publikation des PERRY RHODAN ONLINE CLUBs. Kurzgeschichte »Atlan in Ägypten« von Thomas Rabenstein. Titelbild: Thomas Rabenstein. Terracom-Redation: Guido Eckert. Lektorat, Nachbearbeitung und Umsetzung in Endformate: Alexander Nofftz. Kommentar: . Satz: Xtory (SAXON, LaTeX). Internet: http://www.proc.org/stories/. eMail: stories@proc.org. Copyright © 2001. Alle Rechte beim Autor! | ![]() | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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